„Jen, ich liebe dich so sehr!“
“Ich dich auch!“
“Kann ich dich heute noch mal anrufen?“
„Klar, auf jeden Fall!“
“Ich muss das jetzt den andern erzählen, sonst kipp ich um!“ grinst er.
„Ok, grüß sie mir ganz lieb!“
“Mach ich!“
“Bye, cutie!“
“Bye Ash!“
Nachdem ich aufgelegt habe drücke ich erst mal Isa, die auch nach kurzer Zeit um Gnade winselt.
„Jen, du wirst es nicht glauben!“
Oh, hallo Ash, danke mir geht’s gut!
„Was, Ash?“
“Die eine Plattenfirma nimmt uns unter Verrag!“ brüllt er in den Hörer.
„Was?“ schreie ich zurück.
Also ich wusste ja, dass die eine Plattenfirma sehr von den Jungs angetan war und sie auch ein paar Songs in einem Studio aufnehmen mussten , aber so was!
„Ihr habt jetzt einen richtigen Plattenvertrag!?“ frage ich etwas geschockt.
„Ja, haben wir. Ich kann es noch gar nicht glauben!“
“Gratulier euch, Ash. Scheiße, das ist ja wohl....!“
Mir fehlen die Worte und das soll was heißen!!!
„Wir sind grad bei mir und sitzen auf der Couch und können
es gar nicht glauben!“
“Das kann ich mir vorstellen. Und wie geht das jetzt alles weiter?“ frage
ich ihn blöd, ich habe doch keine Ahnung wie das im Musikbiz abläuft.
“Also wir müssen jetzt erst mal richtigen Gesangsunterricht nehmen, damit
sich unsere Stimmen weiter entwickeln können und dann noch Tanzunterricht und
son Zeug!“ erzählt er mir ganz aufgeregt.
„Wow!“ mehr kann ich dazu einfach nicht sagen.
So noch zwei Tage bis zum Abflug und ich habe so viel Stress, wie noch nie in meinem Leben. Und ich dachte das Abi wäre stressig gewesen!?
Ich muss von einer Person zur anderen rennen und noch so vielen Kram kaufen. Ich weiss gar nicht wann ich das alles machen soll!? Immer wenn ich dabei bin, irgendetwas einzupacken, klingelt es an der Tür und ich bekomme Besuch oder das Telefon klingelt.
Die Jungs haben mich auch schon ein paar Male angerufen., sie freuen sich alle tierisch. Allen voran Ash und Elke. Jedes Mal wenn ich mit Ash telefoniere, erzählt er mir voller Stolz in wie vielen Stunden ich landen werde! Janie hat auch drei Mal angerufen, sie wird an dem Tag an dem wir ankommen, noch da sein und uns mit vom Flughafen abholen. Ich freue mich so riesig sie auch endlich wieder zu sehen. Wir haben uns in der Zeit als ich drüben war, wirklich sehr gut vertragen und sie ist mir schon richtig ans Herz gewachsen. Ich möchte sie auf alle Fälle nicht mehr missen. Und auch unsere Telefongespräche dauern immer Stunden, da wir einfach nicht aufhören können zu reden.
Ich packe gerade meinen 5 Koffer als das Telefon wieder klingelt.
Genervt gehe ich ran.
„Hallo?“
“Jen, ich bin am verzweifeln!“
“Was ist denn Isa?“
“Ich habe jetzt schon meinen 5.Koffer vollgepackt und immer noch liegt Zeug
von mir rum!“
“Bei mir ist es auch nicht anders, Bella!“
“Und wie ist das mit den Möbeln?“ fragt sie mich bestimmt schon zum 100.
Mal heute.
„Die werden uns im Laufe der Woche zugeschickt, sprich
wir bekommen Bescheid, und müssen sie dann am Flughafen abholen!“
“Aha, ok. Hat ich vergessen! Und das mit der Wohnung ist geklärt?“
Ich lache.
„Isa, komm mal wieder runter. Du weißt doch, dass
Elke’s Mum sich um eine Wohnung gekümmert hat und die können wir auch sofort
beziehen!“
“Ich frag mich immer noch wie sie das geschafft hat!?“
“Ich würde mal sagen, sie hat gute Beziehungen!“
“Und dann wohnen wir mit Elke in einer Wohnung zusammen!“ kreischt meine Süße
in den Hörer.
„Jawohl, du hast es erkannt!“ grinse ich.
„Ok, ich musste noch mal anrufen, um mir klar zu werden,
dass ich mir das nicht einbilde!“
“Ich denk das wird bestimmt nicht der letzte Anruf für heute sein!“
“Love ya!“
“Tschööö!“
Kaum habe ich aufgelegt, kommt meine Mum ins Zimmer mit einem Briefumschlag.
„Jen, Paps und ich haben da noch was für dich!“
Sie streckt mir den Umschlag entgegen und ich schaue sie, leicht verwundert an.
„Mach ihn auf!“ grinst mein Vater, der jetzt auch in meinem Zimmer steht.
Ich öffne den Umschlag und zum Vorschein kommt ein Scheck von 2500Dollar und eine Kreditkarte. Ich schaue meine Eltern irritiert an.
„Geld kannst du immer gebrauchen, Kleines. Und die
Kreditkarte ist für schlechte Zeiten, damit wir dir so unter die Arme greifen können!“
Ich schlucke und gehe auf meine Eltern zu und umarm sie ganz fest.
„Ich hab euch so lieb. Danke!“
“Kein Problem!“ grinst mich mein Dad an.
„Kommt jetzt, lassen wir unser großes Mädchen weiter
packen!“
Er zieht meine Mum aus meinem Zimmer und ich starre immer noch auf den Umschlag.
„Danke!“ flüstere ich noch , obwohl die Tür von meinem Zimmer schon längst wieder geschlossen wurde.
Bepackt wie die Esel stehen Isa und ich mit der Familie am Flughafen. Wir haben gerade unsere 17 Koffer eingecheckt. Ganze 9 sind von Isa und mir gehört der Rest.
„Passt auf euch auf und ruft an, ok?“ meint meine Mum traurig.
„Machen wir, Mum. Mach dir keine Sorgen! Wir passen
auf!“
Ich drücke sie ganz feste und gib ihr noch mal einen fetten Schmatz.
„Ich werde dich vermissen!“
“Ich dich auch, mein Kind!“
“Komm her Dad, ich muss dich auch noch eine Runde drücken!“
Bei Isa spielt sich das selbe Szenario ab. Überall wird umarmt was das Zeug hält.
Nachdem Isa sich noch von meiner Familie, und ich mich von ihrer verabschiedet habe, gehen wir gemeinsam zum Gate.
„Heute ist der große Tag!“
“Ja, wir fangen ein ganz neues Leben an!“
“Ich hoffe das alles gut werden wird!“
Wir grinsen uns beide an und laufen still nebeneinander her. Jetzt wird es also
ernst!
„Ich kann es kaum erwarten, endlich alle wieder zu sehn!“ sage ich ganz aufgeregt.
Wir setzen grad zur Landung an.
„Und ich freu mich endlich alle kennen zulernen!“ grinst Isa.
„Oh, man ich kann gar nicht glauben, dass ich Jen jeden Moment wieder sehen werde!“ freut sich Ashley.
„Ich freu mich auch schon. Ihr werdet Isa mögen, sie ist so lieb und vor allem so lustig!“ grinst Elke in die Runde.
Jake, Janie, Erik, Dan, Trevor, Elke und Ash stehen grad in der Empfangshalle und warten auf uns.
„Da sind sie!“ schreit Elke plötzlich.
Sofort dreht sich Ash in die Richtung auf die Elke zeigt.
Er sieht mich und kommt auf mich zu gerannt.
„Schau mal Jen, ich glaube da vorne kommt Ashley!“
“Wo?“
Sie zeigt mir einen blonden Typen, der schnellen Schrittes auf uns zu kommt.
„Das ist er!“ kreische ich los und laufe auch schneller.
„Ash!“
Ich renne direkt in seine Arme.
Endlich habe ich ihn wieder.
Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und küsst mich. Okay, ich glaube ich kann an dem Kuss erkennen, dass ich ihm wirklich gefehlt habe!
„Da bist du ja endlich!“ grinst er mich an, als wir den Kuss gelöst haben.
„Ja, und diesmal für länger als 4 Wochen!“
Wir umarmen uns wieder. In der Zwischenzeit sind Isa und die anderen zu uns
gestoßen.
„Isa!“ kreischt jetzt Elke und umarmt sie stürmisch.
„Hab ich dich vermisst!“ gibt Isa von sich.
Nachdem sie sich beide, beinah tot geknuddelt hätten, stellt Elke Isa die Anderen vor.
„Das hier ist Dan. Das ist Trevor, mein Freund.“,
grinst sie, „und neben ihm ist Erik!“
Bei allen grinst sie nett und gibt ihnen die Hand.
„Der sieht in natura sogar noch besser aus!“ meint sie auf Deutsch zu Elke, nachdem sie Erik die Hand gegeben hat.
Elke grinst und redet weiter.
„Das hier ist Jakob mit seiner Freundin Janie und da
vorne bei Jen steht, wie du dir sicher denken kannst, Ashley!“
“Schön euch kennen zulernen!“ meint Isa vergnügt in die Runde.
„Das Vergnügen liegt ganz auf unserer Seite!“ grinst Erik sie an.
„So jetzt komm mal her Ash! Ich will ihr auch mal hallo sagen!“ schreit Janie zu Ash und mir rüber.
Er lässt mich los, zwar nur ungern, da er ein Gesicht zieht aber, was sein muss, muss sein.
Ich begrüße den Rest genauso stürmisch und komme gar nicht mehr aus dem Strahlen raus.
Wie ich sie alle vermisst habe!
Ashley umarmt mich von hinten und legt seinen Kopf auf
meine Schulter.
“Schau ihn dir an!“ grinsen Jake und Trev gerade.
„Was?“ fragt Ash entrüstet.
„Wie du sie grad belagerst!“
“Ich hab sie jetzt fast 2 Monate nicht mehr gesehen, da darf ich das!“
antwortet er ihnen.
Er grinst mich verschmitzt an und ich drücke ihm einen fetten Schmatz auf die Lippen.
„Ätsch!“ grinst er die Beiden an.
Ich schüttle lachend den Kopf.
Ash und Dan schieben unseren vollbepackten Wagen nach draußen, während Trev und Jake die Autos holen. Ash weicht mir die ganze Zeit nicht von der Seite und ich muss mir einfach immer wieder sein Gesicht anschaun. Er ist wirklich so ein Süßer!
Janie und Isa scheinen sich auch schon gut zu verstehen, da sie sich gerade angeregt über irgendetwas unterhalten. Freut mich für sie. Elke und Erik machen grad wieder irgendeinen Scheiß, da sie sich beide vor lachen kaum noch halten können.
Ich atme erleichtert aus und bin jetzt schon glücklich über meine Entscheidung.
Das Autogehupe lässt uns alle erst mal aufschrecken, aber wie soll es auch anders sein, sind es die anderen 2 Chaoten. Sie parken direkt vor unserer Nase. Ich glaube sie wissen schon warum! Jake hat zum Glück einen Van, von einem Freund von ihm, dabei. Sonst hätten die Koffer bestimmt keinen Platz gehabt. Aber wie Jake nun mal so ist, hat er an alles gedacht.
„Du hast sogar an ein großes Auto gedacht!“ meint Isa zu ihm.
„Ihr seid Frauen. Und Frauen haben immer viel Gepäck. Und da ihr auch noch hier her zieht und somit euren ganzen Kleiderschrank mitgeschleppt habt, war soviel Gepäck zu erwarten!“ klärt er uns auf.
„Hey!“ protestiert Janie.
Er geht auf sie zu und gibt ihr einen Kuss.
„Ich sag doch nur die Wahrheit!“ grinst er uns an.
So, alle Koffer sind verstaut und wir quetschen uns in die Autos.
„Wir können erst morgen in unsere Wohnung! Heut Nacht schlafen wir noch mal bei uns daheim!“ verkündet uns Elke bei der Autofahrt.
„Ok!“ antworte ich grinsend.
„Du kannst ja dann bei mir schlafen! Und Isa bekommt das Gästezimmer!“ meint Ash.
„Und was ist wenn ich nicht will!“
Er schaut mich schmollend an.
„Du
musst Jen!“
„Natürlich Ash, was denkst du denn?“
Ich nehme seine Hand und grinse ihn an.
Er drückt mir einen Schmatz auf die Stirn und lächelt zufrieden.
Katherine, Elke’s Mum, fährt uns gerade zu unserer Wohnung. Wie das sich anhört, unsere Wohnung! Isa, Elke und ich sitzen ganz hibbelig im Auto.
Die Jungs haben Gesangsunterricht und können deswegen nicht mitkommen. Und Janie musste heute morgen wieder nach Hause. Sie kommt aber in 4 Wochen wieder und bleibt dann einen ganzen Monat hier, darauf freue ich mich schon.
„Also hier wären wir!“ grinst uns ihre Mum an, und parkt den Wagen vor einer Apartmentsiedlung nur 200 Meter vom Strand entfernt.
Wir steigen aus dem Auto und bleiben wie erstarrt stehen.
„Wow!“ bringe ich als Erstes heraus.
„Mum, die Wohnungen hier sind ja der Wahnsinn!“ erwacht Elke als nächstes.
„Wie konnten sie die innerhalb von 3 Wochen nur finden?“ fragt Isa jetzt wohl die Frage die uns alle interessiert.
Katherine schaut auf Isa.
„Isa, wir haben uns doch aufs du geeinigt!“ sie zwinkert ihr zu, „Und die Wohnung, ist eine längere Geschichte. Ich hatte noch was bei einem ehemaligen Arbeitskollegen gut!“
Wir drei nicken.
„Gefällt sie euch?“
“Ja!“ meinen wir drei aus einem Mund.
Wir schauen uns an und fangen an wild rum zuhüpfen. Ich glaube wir können das alles noch nicht so ganz begreifen, aber es ist so schön hier zu sein.
Katherine lacht und ruft uns zu ihr her.
„Wir sollten mal reingehen, oder was meint ihr?“
Wir hören abrupt auf und folgen ihr ganz aufgeregt.
Auch drinnen ist die Wohnung einfach schön, wir haben mit diesem Apartment einen wirklich Glücksgriff gelandet. Die Wohnung ist wirklich noch riesig, drei Schlafzimmer, zwei Bäder, eine große Küche, Wohnzimmer, ein Extra-Klo und dann noch ein Extra-Zimmer.
„Katherine die Wohnung kostet uns doch ein Vermögen!“ bemerke ich.
„Eigentlich nicht, ihr zahlt knapp 1000 Dollar, das macht für jeden von euch 333 Dollar!“
„Was nur?“ antwortet Elke überrascht.
Also für amerikanische Verhältnisse, ist das für so eine große Wohnung, die dazu noch nah am Strand gelegen ist, ein Traumpreis.
„Ich weiß doch, dass ihr Schüler seit!“ grinst uns Katherine an.
„Danke, danke, danke!“ bedanken wir uns überschwänglich bei ihr.
„Hab ich doch gern gemacht!“ grinst sie.
Wir sind jetzt seit einer Woche hier und es läuft alles bestens. In einer Woche beginnt für alle wieder das College, außer für Jake, Dan, Trev, Erik und für Ash, sie haben beschlossen erst mal ein Jahr auszusetzen um sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren zu können.
Isa, Elke und ich sind grad fleißig am auspacken und richten unsere gemeinsame Wohnung ein. Isa und ich haben auch schon einen Job gefunden, sie schafft ab nächster Woche in einem Klamottenladen und ich fange in 2 Wochen in einem Scherzartikelladen an. Bei -Spencer’s-, der Laden ist in der Nähe vom College, also ideal um nach der Schule arbeiten zu gehen.
Wir drei sitzen grad erschöpft im Wohnzimmer, dass auch schon fast fertig aussieht. Wir waren nämlich die letzten zwei Tage Möbel einkaufen, für die Küche, das Bad und für das Wohnzimmer.
„Ich wusste gar nicht das so viel Arbeit dahinter steckt, um eine Wohnung einzurichten!“ seufzt Elke.
„Ich habe es mir auch nicht so anstrengend vorgestellt!“ stimmt Isa ihr zu und legt ihre Füße auf unseren neuen Couchtisch.
„Na, da fangen wir ja schon mit einer toller Angewohnheit an!“ grinse ich sie an.
Sie schaut auf ihre Füße und nimmt sie schnell wieder runter.
„Quatsch, lass sie doch oben. War doch nicht mein
Ernst!“
Sie grinst und macht es sich wieder bequem.
„Kommen die Jungs eigentlich heute noch vorbei?“ fragt uns Isa grinsend.
„Ja, also sie hatten es auf alle Fälle mal vor! Warum?“ grinse ich Isa frech an.
„Ach nur so!“ sie winkt lachend ab.
Wir drei brechen in schallendes Gelächter aus.
„Was ist denn jetzt mit dir und Erik? Er scheint ja auch Interesse zu zeigen!“ meint Elke.
„Mag sein. Aber bis jetzt noch nicht so viel!“ antwortet Isa.
„Das wird sich noch ändern!“ grinst Elke.
„Bei dir und Trevor scheint es aber grad ein wenig zu kriseln, kann das sein?“ frage ich jetzt meine Maus.
Sie nickt.
„Er ist wirklich lieb und süß, aber auch einfach so anhänglich. Ihr wisst genau, dass ich ab und an auch mal Zeit nur für mich brauche!“ erzählt sie.
Isa und ich nicken verständnisvoll.
„Ja, hast du mit ihm schon darüber geredet?“ fragt Isa sie.
„Ja, schon einige Male. Aber er scheint es nicht ganz zu
verstehen, dass er einfach klammert! Abwarten wie das weiter gehen wird!“
Sie zuckt mit den Schultern und geht in die Küche.
„Wollt ihr auch was trinken?“ fragt sie uns.
„Ja!“
Wir haben gerade die Küche komplett eingeräumt, als es an der Tür klingelt.
„Ich gehe schon!“ rufe ich den Beiden zu und mache mich auf den langen Weg zur Haustür.
„Hallo mein Schatz!“ begrüßt mich Ashley.
Er gibt mir einen Kuss und läuft rein. Hinter ihm stehen die Anderen.
„Kommt rein meine Herren!“ grinse ich und drücke jedem beim Vorbeigehen einen Begrüßungsschmatz auf die Backe.
Trevor geht auf Elke zu und gibt ihr einen vorsichtigen Kuss.
„Na Kleine!“ begrüßt er sie süß.
„Hi Trev!“ grinst sie.
Das mit den Beiden klärt sich bestimmt bald wieder, denke ich mir.
Erik hat sich sofort einen Platz neben Isa ergattert und grinst gerade wie ein Honigkuchenpferd. Süß!
Jake und Dan haben sich auch schon auf die Couch verdrückt und machen es sich bequem.
„Wie war euer Tag?“ frage ich in die Runde.
„So anstrengend!“ meint Erik.
„Wir hatten heute wieder 3 Stunden Gesangsunterricht und 4 Stunden Tanzen!“ ergänzt Dan.
„Ich kann nicht mehr!“ jammert jetzt auch Ash.
„Wenn ihr was erreichen wollt, müsst ihr halt auch einiges dafür tun!“ meine ich altklug.
Die 5 schauen mich gespielt böse an.
„Ist doch so!“ schmolle ich ein wenig.
Ash drückt mich und ich gebe ihm einen Kuss.
„Und ab nächster Woche wird es noch stressiger! Wir müssen
nach New York um ein paar Songs einzusingen, die evtl. aufs Album kommen, falls
unsere erste Single ankommt!“
“Wie lang seit ihr dann weg?“ fragt Elke.
„So knapp 2 Wochen!“ antwortet Ashley.
Ich schaue ihn ein wenig komisch an.
„Und wann soll eure erste Single rauskommen?“ fragt Isa.
„Vielleicht in einem Monat, je nach dem!“ meint Erik.
„Wie das sich anhört, eure erste Single!“ grinse ich.
„Ich weiss noch, als Jen und ich bei Jake waren und ihr noch davon geredet habt ein paar Tapes abzuschicken. Und jetzt habt ihr einen Plattenvertrag!“ erinnert sich Elke
„Wie sich alles in knapp 3 Monaten ändern kann!“ meint Dan nachdenklich.
Wir nicken alle.
Toll, jetzt fahren die nächste Woche für 2 Wochen weg. Na ja, ich hab da Schule und gehe arbeiten, da wir die Zeit schon schnell rumgehen.
Nach 2 Stunden verabschieden sich Dan, Jake und Erik und machen sich auf den Heimweg. Trev und Ash bleiben bei uns.
Isa verzieht sich mit einem Grinsen in ihr Zimmer.
„Ich glaube Erik, hat sie jetzt endlich nach einem Date gefragt!“ flüstert mir Ash zu.
„Echt? Wurde ja auch mal Zeit!“ antworte ich ihm.
Elke und Trev sitzen in der Küche und machen sich was zu Essen.
Wir zwei verkrümeln uns in mein Zimmer und machen es uns dort gemütlich.
Die 2 Wochen sind eigentlich auch recht schnell vergangen. Die Schule war wohl eines der Hauptgründe dafür. Ich habe alle meine Kurse bekommen die ich wollte, genauso wie Isa. Wir haben sogar den Psychologiekurs zusammen. Elke ist auch erst im 2. Semester und von dem her sind wir drei noch ein Freshman auf dem College. Macht aber nichts, das College-Leben und die Leuts sind einfach wahnsinnig cool und offen. Isa und ich fühlen uns unheimlich wohl. Sie freut sich auch schon gewaltig darauf, endlich die Jungs vom Flughafen abzuholen. Erik und sie sind jetzt zusammen. Er hat sie an diesem einen Abend doch um ein Date gefragt. Und ja am nächsten Tag, haben sie dann den ganzen Nachmittag zusammen verbracht und sind am Abend händchenhaltend durch die Tür spaziert und haben uns schelmisch angegrinst. Isa ist glaub ich ganz happy mit ihm. Das Dumme war nur, dass die Jungs 4 Tage später weg mussten, und sie ihn seitdem nicht mehr gesehen hat. Elke und mir geht es ja auch nicht anders, aber die 2 sind doch gerade frisch verliebt.
Mein Handy klingelt, als ich aus dem College laufe.
„Ja?“
“Hi, Süße ich bin’s!“ höre ich Ash an der anderen Leitung.
„Na, du Popsternchen!“ antworte ich ihm vergnügt.
„Ach, hör auf! Ich wollte nur mal anrufen und fragen wie
es dir geht?“
“Ganz gut, hab grad Schulschluss und fahr jetzt nach Hause! Und dir?“
“Gut, du fehlst mir zwar, aber wir sehen uns ja in 2 Tage endlich wieder!“
“Genau ich freue mich schon total drauf!“
“Ich mich auch.“
“Und was macht eure Arbeit?“
„Wir haben jetzt ein paar Songs aufgenommen. Ich bringe dir eine Demo-CD mit, dann kannst du es dir mal anhören! Und wir haben jetzt auch einen Song gefunden, den wir als erste Single veröffentlichen wollen!“ erzählt er mir ganz aufgeregt.
Ich muss lachen.
„Schön, ist das Lied auch auf der CD drauf?“
“Ja, und weißt du was?“
“Was!“ man, ist der heute wieder süß, denke ich mir.
„Ich bin derjenige den man zuerst hört auf der Single, ich singe nämlich den 1. Part!“ erklärt er mir stolz.
„Ui, da bin ich aber noch mehr gespannt!“
„Ich muss Schluss machen. Ich ruf dich an! Bye!“
“Bye, Ash!“
Nachdem ich aufgelegt habe, fahre ich mir durch die Haare. Mir ist eigentlich gar nicht richtig bewusst, was auf die Jungs evtl. zukommt. Sie sind gerade in NY und nehmen ein paar Songs auf, aber was ist wenn ihre erste Single wirklich erfolgreich wird? Müssen sie dann auf Tour gehen? Dann sehe ich ihn ja gar nicht mehr, denke ich mir trotzig. Abwarten, ich werde mit ihm mal drüber reden, sage ich mir selber und steige ins Auto.
Zu Hause empfängt mich schon Elke mit einem fetten Grinsen.
„Was machst du denn hier? Musst du nicht arbeiten?“ frage ich sie.
„Nee, ich hab mir heute frei genommen, hatte kein
Bock!“
“Und dann kannst du daheim bleiben?“ frage ich sie ungläubig.
„Quatsch, ich hab gesagt ich bin krank!“
“Ach so!“ ich dacht schon.
„Hat dich Trev schon angerufen?“ frage ich sie und lasse mich auf das Sofa knallen.
„Ja, vor vielleicht ner Stunde! Er hat mir von der
Demo-CD erzählt und so! Weißt du schon davon?“
“Ja, Ashley hat mich auch angerufen! Er hat ganz aufgeregt geredet, so wie ein
Kleinkind, war ganz süß!“ grinse ich.
„Ihr zwei scheint echt mal verliebt zu sein!“ bemerkt meine Maus.
„Ja du doch auch Elke!?“
„Ja schon, aber...!“ sie setzt sich neben mir aufs Sofa.
„Was?“ frage ich sie verwundert.
„“Jen, ich bin heute daheim geblieben, weil ich über einiges nachdenken musste.“ sie stockt, „meine Tage sind seit mehr als einer Woche überfällig!“
Sie schaut mir in die Augen.
„Wirklich? Scheiße!“ bemerke ich.
„Genau!“
“Warst du schon beim Arzt?“
„Nein noch nicht, ich habe morgen einen Termin!“
Ich nicke.
„Ist dir denn am Morgen schlecht, fühlst du dich irgendwie anders?“ frage ich sie aufgeregt.
„Nee, also nicht das es mir aufgefallen wäre!“
“Und was ist wenn du wirklich schwanger bist, Maus!“
Sie schaut mich mit großen Augen an.
„Oh Gott, ich will gar nicht darüber nachdenken! Ich weiß
es nicht, ganz ehrlich aber ich glaube ich würde abtreiben. Ich bin doch gerade
mal 19!“
Ich nicke verständnisvoll, ich würde wahrscheinlich ähnlich handeln.
Ich möchte sie grad wieder etwas fragen, als die Tür aufgeht und Isa hereinspaziert kommt.
„Hallo meine Lieben!“ begrüßt sie uns lieb.
„Hey, Bella!“ antworten wir ihr.
„Was ist denn hier für ne Stimmung?“ bemerkt sie.
„Hock dich mal hin, ich muss dir was erzählen!“ fängt Elke an.
Isa setzt sich leicht verwundert hin und schaut auf Elke.
„Isa, ich muss morgen zum Arzt, meine Tage sind seit über
einer Woche überfällig!“
“Oh, fuck!“ ertönt es von ihr.
„Genau! Würdet ihr mich morgen zum Arzt begleiten?“
„Auf jeden!“ antworten Isa und ich.
Wir nehmen sie in den Arm.
„Ich habe echt Angst! Was ist wenn ich wirklich schwanger bin?“ seufzt Elke.
„Mach dir nicht so viele Gedanken, morgen wissen wir mehr, ok?“ meint Isa.
Elke nickt und geht hoch in ihr Zimmer.
„Kommst du Elke!?“ Isa und ich sitzen fertig angezogen in der Küche und warten auf Elke.
„Ja, bin schon da!“ meint eine etwas unruhige Stimme.
Wir zwei stehen von unseren Stühlen auf und gehen auf sie zu.
„Das wird schon!“ versuche ich ihr Mut zu zusprechen.
Wir schnappen uns unsere Jacken und gehen aus der Haustür Richtung Auto.
„Miss!?“
Die Arzthelferin schaut Elke mit großen Augen.
„Oh, ja?“
“Sie sind die nächste. Würden sie mir bitte folgen!“
Elke steht mit wackligen Beinen auf und dreht sich noch mal zu uns um.
„Es wird alles gut!“ ruft Isa ihr zu.
Sie schaut uns ängstlich an und geht dann in das Behandlungszimmer.
„Hoffentlich wird wirklich alles gut!“ bringe ich kleinlaut heraus.
„Ich hoffe es auch!“
Die Tür von dem Behandlungszimmer wird geöffnet und Isa und ich springen von unseren Stühlen auf.
Elke gibt der Ärztin die Hand und kommt auf uns zu.
„Scheiße!“ rutscht es mir raus.
An dem fassungslosen Gesicht von Elke kann man erkennen, dass das Schlimmste eingetroffen ist.
Sie kommt uns mit Tränen in den Augen entgegen.
„Ich bin schwanger!“ schluchzt sie.
Ich nehme sie in die Arme, während Isa gerade geschockt daneben steht.
„Komm lass uns nach Hause fahren, Maus!“
Ich hake mich bei ihr ein und laufe aus der Praxis. Isa hinter uns, die jetzt aus ihrem Schockzustand erwacht ist.
„Komm mal her!“ meint sie und schlingt ihre Arme um Elke.
„Was soll ich denn jetzt machen? Ich muss Trevor noch anrufen!“ bringt sie unter Tränen heraus.
Wir steigen in das Auto und ich fahre uns wieder nach Hause.
„Meinst du nicht es wäre besser, wenn du ihm das morgen sagst!?“ frage ich meine Maus.
„Wahrscheinlich schon. Aber meine Entscheidung steht, ich werde das Kind nicht behalten. Ich bin 19, ich will meine Schule beenden. Was kann ich dem Kind denn bieten? Nichts!“
„Magst du nicht erst mal mit Trevor darüber reden? Er würde dich doch in allem unterstützen!“ erwidert ihr Isa.
„Aber es ist mein Leben! Und ich fühle mich einfach noch nicht bereit für ein Kind!“
Mein Handy klingelt.
„Ja?“
“Hi Ash, du hör mal ich kann grad nicht reden.“
“Was, ihr kommt schon heute aus NY zurück!?“
“Klar, wir kommen euch holen. Um 8p.m.!“
“Ok, bye!“
Ich lege auf und schaue zu meinen beiden Mädels.
„Ihr habt es ja gehört! Die Jungs kommen heute schon zurück!“
“Was ist das denn für ein beschissener Tag!“ jammert Elke.
Ich schaue auf meine Uhr und sehe das wir noch knapp 5 Stunden Zeit haben, bevor wir am Flughafen sein müssen.
„Sollen wir euch heute Abend allein hier lassen?“ fragen wir Elke.
„Nee nee, ich rufe Trevor gleich an, und sage ihm das wir heute bei ihm daheim schlafen sollen!“ meint unsere Maus und kramt ihr Handy aus der Tasche.
Sie wählt seine Nummer und wartet unruhig darauf, dass jemand abnimmt.
„Trev, hi ich bin’s!“
„Ja, es geht und dir?“
“Ich freu mich auch. Du können wir heute zu dir gehen, statt zu mir. Ich muss
dringend mit dir reden!“
“Ich erkläre dir alles später, ok? Bye!“
Sie legt auf und wir schauen sie fragend an.
„Geht klar. Er hat sich ziemlich besorgt angehört, als er wissen wollte worum es geht!“ grinst meine Maus ein bisschen.
Isa drückt sie und ich mache mich auf den Weg Richtung Küche um für uns alle einen starken Kaffee zu machen. Ich glaube den brauchen wir jetzt alle!
Wir stehen jetzt schon seit einer halben Stunde in der Empfangshalle und warten auf die Jungs. Ihr Flieger hat Verspätung, Elke ist das ganz Recht, so kann sie das Gespräch mit Trev vor sich her schieben.
„Hey Mädels!“ schreit plötzlich jemand.
Ich werfe Elke einen Blick zu.
„Du schaffst das!“ und drehe mich in Richtung der Jungs.
Ash kommt mir strahlend entgegen und drückt mir sofort einen fetten Kuss auf den Mund.
Er sieht glücklich aus, denke ich mir.
Isa wurde auch schon von Erik beinahe zu Boden geknutscht. Süß, wie er sie vermisst hat.
Sie kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr raus.
Nachdem wir den anderen hallo gesagt haben, schauen Isa und ich nach Elke und Trev.
Sie stehen immer noch umarmt da. Trevor schaut uns leicht besorgt an.
„Was ist mit ihr?“ bewegt er seine Lippen.
Die anderen 4 schauen uns besorgt an.
„Ihr werdet das schon früh genug erfahren!“ antwortet Isa.
Wir laufen mit den Jungs zu den Autos. Elke und Trev fahren zu Trevor und nehmen noch Dan und Jake mit. Beide wollen zu sich nach Hause, da sie einfach nur schlafen wollen.
Ash, Erik, Isa und ich fahren mit meinem Wagen zu uns.
„Was ist denn mit Elke?“ fragt Erik im Auto.
„Erik, warte einfach ab!“ raunt ihn Isa ein bisschen an.
Er schaut sie schmollend an.
„Sorry, sollte jetzt nicht so rüberkommen! Aber warte einfach ab!“ sie nimmt ihn in den Arm.
Ash sitzt mit mir vorne und schaut mich leicht verwundert von der Seite an.
„Du siehst geschafft aus!“ bemerkt er.
„Ja, es geht. Die letzten 2 Tage waren ein wenig zu viel!“ grinse ich ihn ein bisschen an.
Er streicht mir über die Wange.
„Und jetzt erzählt mal, wie es bei euch so war!“ wechsele ich das Thema.
Ash und Erik fangen an zu erzählen, und kommen aus dem Strahlen nicht mehr raus. Da ich im Auto kein CD-Player habe, können wir uns ihre Demo-CD nicht anhören. Dafür singen sie es uns jetzt live vor.
Als sie den Song beendet haben, fangen Isa und ich mit lachen an.
„Warum lacht ihr jetzt?“ schaut uns Erik verwundert an.
„Sorry, aber eure erste Single wird ein Lied über feuchte Träume!?“ antworte ich ihm amüsiert.
„Ja, ich weiß.“ kratzt sich Ash am Hinterkopf, „Aber wir haben uns mittlerweile an den Song gewöhnt!“
„Ist der echt so schlimm?“ fragt uns Erik.
„Nein schlimm ist er auf keinem Fall, er ist nur ein bisschen ulkig!“ antwortet ihm Isa.
Ich muss wieder lachen.
„Ja, ulkig ist das Wort!“
Sie stimmt in meinem Gelächter ein.
Ich parke das Auto vor der Wohnung und Ash und Erik steigen schmollend aus.
„Wir haben das Lied ja noch gar nicht auf CD gehört, vielleicht kommt es ja da ganz anders rüber!“ versuche ich ihn vom schmollen abzubringen.
„Ja, mal schaun!“ antwortet er mir trotzig.
Ich muss schon wieder lachen und laufe deswegen ein bisschen schneller als die anderen zur Haustür.
Die Autofahrt von den anderen verlief eher schweigsam. Dan und Jake haben sich nicht getraut irgendetwas zu sagen, weil sie bemerkten, dass die Situation angespannt ist. Nachdem sie zu erst Jake und Dan zu Hause abgeladen haben, bricht Trev das Schweigen.
„Elke was ist denn los? Wir haben die ganze Autofahrt so gut wie kein Wort miteinander geredet!“ fragt er sie besorgt.
„Trev...es ist was unerwartetes passiert!“
“Was denn?“ er schaut sie irritiert an.
„Ich war heute beim Arzt und ich bin...ich bin schwanger!“ antwortet sie ihm.
Sie schaut ihn an und ein Grinsen kommt auf sein Gesicht.
„Du bist schwanger!? Warum ist das denn so schlimm für
dich?“
“Trev, hast du verstanden was ich gerade gesagt habe? Ich bin schwanger!
Verstehst du, in mir wächst ein Kind!“ schreit sie ihn an.
Er schaut sie mit großen Augen an.
„Ja, ich versteh schon. Aber, aber das ist doch ok. Ich wollte immer eine Familie haben mit Kindern!“ antwortet er ihr ruhig.
Sie parkt das Auto vor dem Haus von Trev und schaut ihn entgeistert an.
„Schön für dich, aber hast du auch mal daran gedacht, wie ich zu dem Ganzen stehe!? Ich möchte noch keine Mum werden, ich bin gerade mal 19.“ faucht sie ihn an.
Sie steigt aus dem Wagen und öffnet für Trev den Kofferraum. Er nimmt seinen Koffer heraus und geht mit ihr zur Haustür.
„Heißt das du willst es nicht behalten?“ fragt er sie.
„Lass uns bitte erst mal reingehen, ich habe keine Lust, das deine ganze Nachbarschaft das Gespräch mitbekommt!“
Sie laufen herein und Trev lässt sich auf die Couch fallen und fährt sich durch die Haare.
Elke setzt sich in den Sessel.
„Wir könnten das aber schaffen, Elke. Ich mein schau,
wenn du das Kind bekommst bist du 20 und ich werde 22! Wenn das mit der Single
und so klappt, brauchst du dir da keine Gedanken zu machen!“
“Trev, du weißt das ich Karriere machen will. Die Schule geht mir vor. Denkst
du wirklich, ich fühle mich jetzt schon bereit für ein Kind. Ich traue mir das
doch gar nicht zu. Und außerdem, was soll dieses Aussage wenn das mit eurer
Single klappt? Wenn ihr berühmt werdet, meinst du, du wirst da oft zu Hause
sein? Bestimmt nicht und ich habe keine Lust mit dem Kind alleine da
zustehen!“ schreit sie ihn wieder an.
„Aber...!“
“Nichts aber, meine Entscheidung steht. Ich dachte eigentlich das du mich
verstehen würdest!“
“Aber du tötest unser Kind, Elke!“ schreit er sie plötzlich an.
„Meinst du ich finde den Gedanken toll, aber es geht
nicht anders!“
“Du hast dir doch gar keine Gedanken über das gemacht!“ wirft er ihr an den
Kopf.
„Oh natürlich nicht. Ich sitze nur schon seit einer verdammten Woche da und bete, dass ich meine Tage bekomme. Denkst du ich habe mir in der Zeit keine Gedanken über einer evtl. Schwangerschaft gemacht! Ich habe es mir überlegt, wie es wohl wäre, das Kind zu behalten! Aber ich kann und will einfach nicht, Trev! Du musst es verstehen, die Sache ist beschlossen, ob du hinter mir stehst oder nicht!“ erwidert sie mit einem bestimmenden Ton.
„Lass mich bitte allein!“ meint er und steht von dem Sofa auf.
„Mit dem größten Vergnügen!“
Elke steht auf, geht zur Tür und lässt sie hinter sich zu knallen.
„So ein Arsch!“ murmelt sie vor sich hin, als in das Auto einsteigt.
Mein Handy klingelt.
„Wo ist mein Telefon!“ kreische ich aufgebracht durchs Wohnzimmer und suche verzweifelt alle Winkel ab.
„Hier Jen!“ Erik hebt es hoch und ich schnappe es mir dankbar.
„Elke!?“ rufe ich.
„Kann ich nach Hause kommen?“ fragt sie in einem gereizten Ton.
„Natürlich, wie war das Gespräch?“
“Beschissen, der Typ hat einen Schaden. Ich erzähl es dir später!“
Sie legt auf und ich schaue verwundert zu Isa.
„Was hat sie gesagt?“ fragt sie mich.
„Sie kommt jetzt nach Hause. Das Gespräch scheint nicht so gut verlaufen zu sein!“ teile ich ihr besorgt mit.
„Was denn für ein Gespräch?“ mit dieser Frage kommt Ashley zu mir.
Ich nehme ihn in den Arm und meine:
“Elke ist schwanger, Ash!“
Er löst die Umarmung und schaut mich mit einem entgeisterten Blick an.
„Meine Schwester ist schwanger?“
Ich nicke.
„Will sie das Kind behalten?“
“Nein, will sie nicht!“
Ich sehe ihn mit dem Kopf nicken.
Wir zwei setzen uns jetzt zu Isa und Erik auf die Couch und warten darauf das Elke nach Hause kommt.
Die Tür wird mit einem Knall zugemacht, wir drehen uns um und sehen Elke reinkommen.
Isa und ich stehen auf um ihr entgegen zu laufen.
„So ein Penner!“
„Was ist denn passiert?“ frage ich und wir drei laufen in die Küche.
Nachdem sie uns erzählt hat, wie Trevor darauf reagiert hat, sitzen wir alle schweigend am Tisch und starren unsere Kaffeetasse an.
„Und jetzt?“ stellt Isa ihr die alles entscheidende Frage.
„Wer er meine Entscheidung nicht akzeptiert, dann war’s das wohl!“ schaut sie uns sauer und traurig zugleich an.
Isa und ich tauschen einen Blick untereinander aus.
„Er tut gerade so, als wenn es für mich einfach wäre und das mich das Ganze einfach kalt lässt. Ich bin mir im Klaren, dass ich ein Lebewesen töte aber ich kann einfach momentan kein Kind auf die Welt setzen!“ meint sie verzweifelt.
„Es war bestimmt nur der erste Schock für ihn, du weißt das er sonst immer hinter allem steht was du tust, Elke!“ meint Isa.
„Nur diesmal wohl nicht!“
Die Klingel unterbricht unser Gespräch.
Ash steckt den Kopf durch die Tür.
„Ich gehe aufmachen!“
Ich nicke ihm dankbar zu.
„Hi Trevor!“ höre ich ihn keine Minute später sagen.
„Hey, Ash. Ist Elke da?“
“Ja, sie sitzt mit Isa und Jen in der Küche! Alles ok bei dir?“ fragt er
ihn besorgt.
„Es geht. Lass mich mal zu ihr!“ er läuft an Ash vorbei in Richtung Küche.
Die Tür wird aufgemacht und es erscheint ein total durch den Wind geratener Trevor.
„Wir gehen dann mal!“ meine ich zu Elke und verlasse mit Isa die Küche.
Ich setze mich wieder zu meinem Schnuffel auf die Couch. Isa und Erik verkriechen sich in ihr Zimmer.
„Wie hat denn Trev reagiert?“ will Ash von mir wissen.
„Er dachte, dass Elke das Kind behalten möchte, was aber nicht der Fall ist. Er hat ihr an den Kopf geworfen, dass sie sich über alles ja gar keine richtigen Gedanken gemacht hat und ja, das sie es zur zweit schaffen könnten und son Zeug!“ erzähle ich ihm.
„Und Elke will das Kind wirklich nicht behalten?“ bohrt er weiter nach.
„Ja, entgültig nicht. Verständlich!“
Er nickt und kuschelt sich an mich ran.
Elke marschiert aus der Küche.
„Es ist beschlossene Sache, Trev!“
“Ok, du scheinst dich schon entschieden zu haben, und ich kann deine Meinung
wohl nicht mehr ändern!“
“Du hast es erkannt!“
„Aber du tötest unser Kind, Elke. Bist du dir darüber
im Klaren?“
Sie nickt und setzt sich zu uns und auf die Couch.
Irgendwie ist mir die Situation grad ein wenig unangenehm, Trev und Elke streiten sich und wir zwei sitzen ganz planlos auf der Couch. Ash scheint es genauso zu gehen, denn er schaut von Trev zu Elke und von ihr dann zu mir.
„Hör auf, mir das immer wieder vorzuwerfen, verstanden!“ schreit sie ihn an.
„Ich sage dir nur was Sache ist!“
“Weißt du was Trevor, verschwinde einfach aus diesem Haus und aus meinem
Leben!“
Sie schaut ihn voller Wut an und geht hoch auf ihr Zimmer.
Ich glaube, man könnte gerade eine Stecknadel fallen hören, so still ist es im Wohnzimmer.
Trevor schaut ihr geschockt nach.
Ich schaue zu Ash und stehe auf, um ihr zu folgen.
„Hast sie das grad wirklich gesagt?“ fragt er Ash verwirrt.
Er nickt und Trev lässt sich aufs Sofa fallen. Er fährt sich durch die Haare.
„Ich hätte heute gar nicht aufstehen sollen, so ein verdammter beschissener Tag!“ seufzt er.
Ash setzt sich neben ihm und klopft ihm auf die Schulter.
„Das hat sie bestimmt nicht so gemeint, Trev. Sie hat das
doch nur aus Wut gesagt!“
“Ich hoffe es!“ grinst er verbittert.
„Elke das war doch jetzt nicht dein Ernst, oder?“ frage ich sie als ich die Tür von ihrem Zimmer schließe.
„Mein voller Ernst, du hättest ihn mal hören sollen, wie er in der Küche abgegangen ist! Ich kann auf so einen Freund wirklich verzichten. Ich komme auch alleine mit der Situation klar. Ich brauche ihn nicht!“ motzt sie.
„Aber Elke, denk bitte noch mal darüber nach. Du hast das doch bestimmt aus Wut gesagt!“ versuche ich ihr klar zumachen.
Sie schaut mich an und ich sehe wie ihr Tränen über die Wangen laufen.
„Komm mal her, Maus!“ ich knie mich zu ihr auf den Boden und nehme sie in den Arm.
„Es ist einfach das Beste wenn ich die Sache mit ihm beende! Er wird mir das doch ewig zum Vorwurf machen, dass ich abtreiben werde!“ schluchzt sie.
„Lass ihm doch einfach ein wenig Zeit. Er ist heute aus NY zurück gekommen und erfährt dann so eine Hammernachricht. Du musst verstehen, dass es für ihn auch plötzlich kommt und er erst mal über das Ganze in Ruhe nachdenken muss!“ erkläre ich ihr.
Sie nickt und schaut mir in die Augen.
„Danke!“
“Du weißt du kannst auf mich zählen, ok? Ich halte immer zu dir, egal was du
machst!“
Sie verstärkt die Umarmung und wir schweigen.
Nachdem sie sich noch ein wenig ausgeheult hat, wollte sie ein bisschen schlafen und so sitze ich jetzt wieder mit Ash auf der Couch. Trevor ist wieder nach Hause gefahren, nachdem ich ihm erklärt habe, dass es für heute keinen Sinn mehr macht mit ihr zu reden, da sie beide noch zu aufgewühlt sind. Isa und Erik haben sich zu Erik verdrückt und jetzt haben Ash und ich die Wohnung so gut wie für uns.
Wir reden gerade über die zwei Wochen die sie in NY verbracht haben. Und über ihre weiteren Pläne. Ashley erzählt mir gerade, dass sie in einer Woche wieder weg müssen um ihre Single zu promoten, und das für ganze 4 Wochen.
„Wir müssen durch ganz Amerika!“ erzählt er mir ganz aufgeregt.
Ach wie schön, du bist ganze 4 Wochen weg, denke ich mir.
„Und wenn die Single dann ankommt, haben wir ganz viele Termine in TV-Shows. Ich bin dann im Fernsehen!“ strahlt er mich an.
Ich zwinge mich zu einem müden Lächeln.
„Toll!“ bringe ich halbwegs begeistert raus.
Er scheint nicht zu bemerken, das ich es gar nicht ernst meine, da er sich grad wieder die Demo-CD anhört und wohl wieder von dem großen Erfolg träumt.
Jetzt habe ich ihn also eine Woche für mich! Super, dass ich in der Woche die Schicht von einer Arbeitskollegin übernehmen muss und deswegen 4 statt 2 Tage in der Woche arbeiten muss. Das wird ja wieder toll werden, rege ich mich ein wenig auf.
„Schau so wird das CD-Cover aussehen!“ er hält mir ein Bild unter die Nase.
„Das ist das Bild!?“
„Ja.“ antwortet er mir stolz
„Wie findest du es? Das wird dann in den Läden stehen!“ grinst er mich an.
„Schön, das Bild ist echt gut!“
“In der nächsten Woche, fangen sie an, unser Lied im Radio zu spielen!
Hoffentlich kommt es bei den Leuten an!“
„Bestimmt, es ist ja echt nicht schlecht!“ spreche ich ihm Mut zu.
Er lächelt mich an und ich drücke ihm einen Schmatz auf die Stirn.
„Morgen!“ ertönt es von Elke als sie zu Ash und mir in die Küche kommt.
„Hast du gut geschlafen, Schwesterherz?“
“Ja, es ging.“ antwortet sie ihm.
Sie setzt sich zu uns an den Tisch.
„Trevor hat angerufen!“ berichte ich ihr.
„Schön für ihn!“ antwortet sie kalt.
Ash schaut mich an und ich zucke mit den Schultern.
„Jen, kommst du heute mit mir mit zum Arzt? Ich gehe heute zu so einem Beratungsgespräch!“ fragt sie mich.
„Klar, aber willst du nicht lieber mit Trev dahin
gehen?“
“Um ehrlich zu sein, nein!“
„Natürlich ich komme mit!“
„Danke!“ antwortet sie und beißt in ihr Brötchen.
Ich warte jetzt schon seit knapp einer Stunde in diesem Wartezimmer. Elke hat gerade so ein Beratungsgespräch, da man ohne dieses Gespräch, keine Abtreibung machen kann. Sie ist jetzt felsenfest davon entschlossen, das Kind abzutreiben. Und ich stehe hinter ihrer Entscheidung. Ich wüsste nicht wie ich handeln würde, aber mit 19 Mutter zu werden, wäre für mich auch erschreckend. Elke und ich waren uns immer einig gewesen, zu erst Karriere zu machen und dann an Kinder zu denken. Ich kann ihren Schritt also nachvollziehen.
„Jen, wir können!“
Ich wache aus meine Gedanken auf und schaue zu Elke hoch, die gerade im Türrahmen steht.
„Und wie war’s?“ möchte ich von ihr wissen.
„Ok, ich habe in 3 Tagen den Termin für die Abtreibung!“ antwortet sie mir ernst.
Ich nicke und stehe auf.
„Hast du dir alles gut überlegt?“
„Ja, habe ich. Meine Entscheidung steht, Jen!“
Ich drücke sie und wir laufen gemeinsam aus diesem Gebäude zu unserem Auto.
„Wollen wir noch irgendwo einen Kaffee trinken gehen, ich muss heute erst um 5 arbeiten?“ frage ich sie.
„Gerne! Könntest du mich danach nach Hause fahren?“
“Klar, ich muss sowieso noch mein Zeug holen!“
Wir fahren in ein nahegelegenes Cafe und machen es uns gemütlich.
„Meinst ich sollte Trevor heute anrufen?“ fragt sie mich.
„Um ehrlich zu sein, ja.“
„Ok, ich werde ihm dann sagen, dass ich die Beziehung mit
ihm beende!“
Ich verschlucke mich an meiner Coke.
„Was? Du willst dich jetzt wirklich von ihm trennen?“
Sie nickt.
„Es hat keinen Sinn. Die Abtreibung wird immer zwischen uns stehen. Wir sind uns in diesem Punkt einfach nicht einig.“ erklärt sie mir.
Ich schlucke.
„Aber bist du dir sicher, dass du wirklich mit ihm
Schluss machen willst? Ihr wart doch glücklich zusammen!“
“Ich habe schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt. Die Sache
jetzt, bestätigt mein Vorhaben nur. Er ist einfach zu anhänglich, und ich
merke einfach das wir uns auseinander gelebt haben. Ich liebe ihn immer noch,
aber es macht keinen Sinn mehr!“
Ich nicke geschockt.
„Aber lass uns jetzt über etwas anderes reden, ok?“
“Klar, natürlich!“
Es ist komisch daran zu denken, was für Sorgen ich als 13-jährige hatte, und jetzt. Man wird viel zu schnell erwachsen, denke ich mir.
Als Elke und ich nach Hause kommen, warten Isa, Erik und Trevor bereits auf uns. Ich begrüße sie kurz und verschwinde in mein Zimmer um meine Arbeitskleidung zu holen.
Keine 5 Minuten später sitze ich wieder im Auto und fahre zur Arbeit.
„Isa, komm lass uns ins Kino gehen!“ meint Erik um Trev und Elke allein zu lassen.
„Gute Idee!“ Isa schnappt sich ihre Tasche und die beiden verschwinden aus der Haustür.
„Hi!“ fängt Trev vorsichtig an.
„Hallo!“
„Ich wollte gern mit dir noch mal über alles reden!“ redet er weiter.
„Da gibt es nichts mehr zu reden, Trevor. Die Sache ist beendet!“ antwortet sie ihm kühl.
„Was? Was ist beendet? Das mit uns?“ fragt er sie geschockt.
„Ja, es ist aus, Trevor!“
„Warum Elke? Es tut mir leid, was ich dir gestern alles an den Kopf geworfen habe, ich war einfach überrumpelt von der ganzen Situation. Ich stehe natürlich hinter deiner Entscheidung, obwohl ich sie nicht ganz verstehen und nachvollziehen kann. Aber, wir hätten das doch wieder hinbekommen!“ meint er verzweifelt.
„Nein, nicht nur wegen der Sache. Es sind viele Aspekte zusammen gekommen und das war der Grund der das Fass zum überlaufen gebracht hat.“ antwortet sie ihm.
Trevor’s Augen füllen sich mit Tränen.
„Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder? Elke, ich liebe dich doch!“
„Ich liebe dich auch, Trevor. Aber wir haben uns auseinander gelebt. Es macht keinen Sinn mehr!“
Er starrt sie fassungslos an.
„Elke bitte! Du kannst doch nicht einfach so einen
Schlussstrich ziehen!“
“Doch, ich kann! Und jetzt geh bitte!“
Sie schaut ihn mit Tränen in den Augen an.
„Ich sehe dir doch an, dass es dir schwer fällt mir das zu sagen, Elke!“ versucht es Trevor weiter.
„Geh jetzt einfach, bitte.“
Er nimmt seine Jacke und geht zur Tür.
„Denke nicht, das ich so einfach aufgeben werde, Elke. Ich liebe dich.“
Sie dreht sich um und sieht sein trauriges und enttäuschtes Gesicht.
Er schließt die Tür und Elke läuft in ihr Zimmer.
Sie lässt sich aufs Bett fallen und stülpt sich ein Kissen über den Kopf.
„So ein Idiot...ich bin so ein Idiot!“ murmelt sie vor sich hin.
Wir haben jetzt kurz nach 11 und ich habe endlich Feierabend. Ich schließe den Laden ab und mache mich auf den Weg zu meinem Auto.
Das war heute wieder so ein stressiger Tag, denke ich mir. Wenn man meint, dass in so einem Scherzartikelladen keiner was kauft, täuscht man sich gewaltig. Und vor allem muss man immer nett zu jedem einzelnen Kunden sein, und ich habe momentan wirklich andere Sorgen als jeden Kunden in den Arsch zu kriechen.
Ich komme an mein Auto und sehe Ash davor stehen.
Was will er denn hier?
“Ash?“ frage ich ihn verwundert, als ich vor meinem Wagen stehen bleibe.
„Hey!“ grinst er mich süß an und kommt auf mich zu,
„ich wollt dich überraschen!“
“Das ist dir gelungen, Süßer!“ grinse ich zurück.
Er hebt mein Kinn hoch und küsst mich vorsichtig.
„Hast du noch Lust was zu machen?“ fragt er mich.
„Um ehrlich zu sein, bin ich ziemlich müde. Aber hast du was bestimmtes vorgehabt?“
„Eigentlich wollte ich dich fragen, ob wir noch ein bisschen an den Strand gehen!“ schaut er mich süß an.
Ich muss grinsen.
„Klar, wir können ja noch ein bisschen da hin gehen!“ antworte ich ihm.
Und er nimmt mich zufrieden in den Arm.
Ich steige in mein Auto und Ash geht zu seinem Wagen.
„An unsere Stelle?“ rufe ich ihm hinterher.
Er nickt und steigt ein.
Also, fahren wir jetzt noch an den Strand, ich habe eigentlich gar keine Lust drauf. Ich wollte nach Hause, schaun wies Elke geht und dann so schnell wie möglich pennen gehen. Aber da kam mir ein gewisser Ashley Wyard dazwischen.
Als ich auf den einen Parkplatz von dem Strand fahre, sehe ich Ashley schon ungeduldig warten. Als er mein Auto sieht, läuft er auf meinen Wagen zu.
Ich steige aus und er nimmt meine Hand.
„Ash, ich müsste noch kurz bei Elke anrufen!“ meine ich zu ihm.
„Ich war vorhin bei euch, sie wollte grad schlafen gehen, als ich kam. Das Gespräch zwischen ihr und Trev ging wohl in die Hose. Sie hat sich von ihm getrennt!“ erzählt er mir.
Ich schaue ihn mit großen Augen an.
„Sie hat sich jetzt also wirklich von ihm getrennt?“ frage ich noch mal nach.
Er nickt.
„Oh!“
„Du sagst es! Du würdest sie glaube ich eh wecken, wenn du sie jetzt noch anrufen würdest!“
„Du hast bestimmt Recht!“
Er nimmt meine Hand und wir laufen Richtung Strand, genauer gesagt Richtung
Wasser.
„Shit, jetzt habe ich die Decke vergessen!“ meint er plötzlich
und schlägt sich an den Kopf, „Ich bin sofort wieder da!“
Er lässt meine Hand los und rennt zurück zu seinem Wagen.
Ich laufe währenddessen weiter.
„So hier bin ich wieder!“ grinst er mich an und zeigt mir stolz die Decke.
Er breitet sie aus und wir setzen uns beide drauf.
„Gute Idee, Ash!“
„Ich weiß!“ meint er ganz süß und drückt mir einen Schmatz auf die Backe.
Ich schaue raus auf das Meer und sehe das wir heute wieder Vollmond haben.
„Wir haben Vollmond!“ bemerkt er plötzlich.
„Das wollt ich auch grad sagen, Ash!“ grinse ich ihn an.
„Genau wie an dem Tag am Pool, als du mir gesagt hast, was du für mich empfindest!“
Ich nicke und er schaut mich von der Seite an.
„Den Tag werde ich auch nie mehr vergessen!“
“Glaub mir, ich auch nicht. Ich frag mich immer noch wie ich so mutig sein
konnte!“ antworte ich ihm und er lacht.
„Bereust du es, dass du mir das alles gesagt hast?“ fragt er mich plötzlich.
Ich schaue ihn leicht verwirrt an.
„Wie kommst du denn darauf? Nein, natürlich nicht, Ash!“ antworte ich ihm perplex.
„Nur so, hätte ja sein können!“
Ich schüttle irritiert den Kopf und lasse mich auf die Decke plumpsen.
Ash hat das wohl als Aufforderung angesehen, denn keine Sekunde später legt er sich zu mir und fängt an mit meinen Haaren zu spielen.
„Weißt du eigentlich das ich dich liebe?“ fragt er mich.
Ich schaue ihm in sein Gesicht, das ein bisschen von dem Mond erhellt wird.
Ich verziehe mein Gesicht und denke nach.
„Hey!“ meint er plötzlich schmollend.
Ich lache und ziehe ihn zu mir, um ihn zu küssen.
„Ich hoffe, dass ich es weiß!“ antworte ich ihm.
„Du weißt es, Jen! Du bedeutest mir so viel!“
Och, hör auf, sonst werde ich noch sentimental!
“Ich liebe dich auch!“ grinse ich ihn an und als Antwort küsst er mich
wieder.
Er löst den Kuss und ich schaue in seine Augen.
„Was?“
Er grinst, zieht mir mein Shirt ein bisschen hoch und fängt an mir ganz viele Küsschen auf den Bauch zu geben.
Ich schreie auf.
„Ash, lass das, du weißt genau das ich da kitzelig bin!“ lache ich.
Ich strample wie wild, was ihn aber nicht wirklich zu stören scheint.
Ok, wenn du es nicht anders willst, denke ich mir und fange an mich zu wehren.
„Denk bloß nicht, dass ich nicht weiß wo du kitzelig bist!“ meine ich und versuche mich aus meiner Position zu befreien. Es gelingt mir auch und so sitze ich jetzt auf Ash und kitzle ihn grad so richtig durch.
„Hör auf bitte, ich mach mir gleich in die Hosen!“ winselt er um Gnade.
„Da bist du bei mir an der falschen Stelle!“ meine ich frech und quäle ihn weiter.
Nachdem wir uns von unseren 5 Minuten beruhigt haben, liegen wir nun völlig fertig nebeneinander und schweigen uns an.
Er spielt gerade mit meiner Hand als mein Handy klingelt.
Ich schaue ihn entschuldigend an und nehme ab.
„Ja?“ frage ich leicht genervt.
„Jen, ich bin’s Isa? Wo bist du?“ fragt sie mich.
„Am Strand!“ antworte ich ihr.
„Bist du alleine?“
„Nein, ich bin mit Ash hier.“
“Sorry, das ich euch störe. Aber ich bin nur grad nach Hause gekommen und du
warst nicht da. Ich hab gedacht, dir wäre was passiert!“ entschuldigt sie
sich.
„Kein Problem Maus, ich hätte mich melden sollen!“ antworte ich ihr.
„Sehen wir uns heute noch?“
“Ich denk schon, bis später!“
“Bye und sorry noch mal!“
Ich lege auf und schaue wieder in Ash’s Richtung.
„Es war Isa!“ erkläre ich ihm.
Elke hat heute ihren Termin für die Abtreibung und wir 3 Mädels sitzen schon den ganzen Morgen angespannt in der Küche. Verständlich, bei so einem Eingriff.
„Wollen wir mal los?“ fragt uns Isa.
Ich schaue auf meine Uhr.
„Der Termin ist erst in 2 Stunden!“ antworte ich ihr.
„Lasst uns trotzdem schon fahren, ja? Ich halt es hier nicht mehr länger aus!“ meint Elke und Isa und ich nicken.
Wir holen unser Zeug und gehen aus der Haustür.
Seit ungefähr 30 Minuten sitzen wir drei im Wartezimmer und warten darauf das Elke’s Name aufgerufen wird.
„Wie lange wird denn der Eingriff gehen?“ erkundigt sich Isa.
„Der Eingriff an sich dauert nicht sehr lange, vielleicht 20 Minuten. Aber ich bekomme ja erst noch so ein Mittel, dass mich ein bisschen schläfrig macht und dann muss ich nach der OP, kann man dazu überhaupt OP sagen, ein bisschen liegen bleiben!“ erzählt uns Elke leicht nervös.
Isa nickt und im selben Moment ruft die Schwester Elke’s Namen auf.
Sie steht auf und wir drücken sie noch mal.
„Ihr könnt ruhig was anders machen, als hier zu warten!“ meint sie zu uns.
„Nichts gibt’s!“ antworte ich ihr und auch Isa schüttelt kräftigst den Kopf.
Sie nickt und folgt der Schwester in den OP-Saal.
Isa schaut mich mit einem nervösen Blick an.
Ich nehme ihre Hand und drücke sie.
„Glaub mir, mir geht es genauso!“
Ich fasse mir über meinen Bauch, und habe plötzlich Angst um Elke.
Was wenn der Eingriff schief geht?
Nach mehr als einer Stunde, betritt eine Schwester den Warteraum.
„Gehören sie zu Miss Schmidt?“ fragt sie uns bestimmt.
Wir beide nicken.
„Sie können zu ihr, wenn sie möchten. Miss Schmidt liegt in Saal 3!“
Isa und ich stehen auf und laufen eilig in diesen Saal.
Elke liegt mit einem komischen Hemd da und sieht sehr blass aus.
Isa öffnet die Tür und Elke schaut wer rein kommt.
„Wir sind es Maus!“ meint Isa und streichelt ihr über den Kopf.
Sie versucht zu grinsen und fasst sich im gleichen Augenblick mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Bauch.
„Es tut so weh!“ fängt sie an zu weinen.
Ich knie mich auf den Boden um mit ihr auf selber Höhe zu sein.
„Soll ich einen Arzt holen?“
Sie schüttelt leicht den Kopf.
„Die Ärzte meinten, das das normal sei, nach dem Eingriff!“ meint sie leise und stöhnt auf.
Ich schaue hoch zu Isa, die einen besorgten Blick auf Elke wirft.
Isa, Elke und ich sind jetzt seit ungefähr einer Stunde wieder zu Hause. Elke ist sofort schlafen gegangen. Der Eingriff ging ihr doch ziemlich nahe, da sie die ganze Autofahrt über geweint hat.
Isa und ich sitzen erschöpft auf dem Sofa als es klingelt.
Ich schaue sie leicht gestresst an und gehe zur Tür.
„Hi!“ ertönt es von 5 Typen.
Oh, bitte nicht jetzt!
“Wie geht es Elke?“ fragt mich Trevor besorgt.
„Nicht so gut!“ antworte ich ihm ehrlich.
„Kann ich zu ihr?“
“Sorry, Trev, aber sie schläft gerade!“ meine ich.
Die anderen 4 schauen mich besorgt an.
„Wollt ihr reinkommen?“ frage ich jetzt doch, obwohl ich momentan wirklich keine Lust auf die 5 habe.
Sie nicken und marschieren in die Wohnung.
Erik setzt sich sofort zu Isa und gibt ihr einen zärtlichen Begrüßungskuss. Trev, Jake und Dan setzen sich auf die Couch, während Ash noch bei mir steht. Er streichelt mir zärtlich über die Wange und versucht mich aufmunternd anzugrinsen.
„Wollt ihr was trinken?“ überwiegt jetzt meine Gastfreundschaft.
„Gerne.“ antwortet Dan, „Wenn’s keine Umstände
macht!“
Ich schüttle den Kopf und gehe ich die Küche, Ash folgt mir.
Kühlschrank auf, ein paar Cokes rausnehmen und wieder ins Wohnzimmer, ich denke das hätte ich auch ohne Ash geschafft. Ok, jetzt werde ich unfair, ermahne ich mich selber, er kann ja nichts dafür.
Ich stelle den anderen die Coke hin, worauf sie sich bedanken.
„Kein Stress!“ antworte ich ihnen.
Die Tür von Elke’s Zimmer wird aufgerissen und Elke rennt ins Bad.
Isa schaut mich sofort geschockt an und wir 2 rennen ihr hinterher.
„Elke alles ok?“ hämmert Isa gegen die Tür.
Wir bekommen keine Antwort.
Trevor und Ashley stehen mittlerweile hinter uns.
„Würdet ihr mir den Gefallen tun und einfach abhauen!“ meine ich gereizt zu den Beiden.
„Ich denke Elke hat momentan kein Bock auf Besuch. Und ihr seht ja jetzt wie es ihr geht!“ meine Isa etwas lauter, damit es auch die anderen auf der Couch hören.
Trevor und Ashley schauen sich an und nicken mit dem Kopf. Die anderen sind auch schon vom Sofa aufgestanden.
„Elke?“ hämmert Isa wieder gegen die Tür.
Ich laufe Ash hinterher und halte ihn am Arm fest. Er dreht sich um.
„Tschuldige, ich wollt dich und die anderen nicht so anraunen!“ entschuldige ich mich.