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Die Zeit rennt. Sie fliegt dahin. Ich liege immernoch auf Ashley. Er schläft nicht. Er döst. Ich weiß er wartet. Ich kenne das. Zumindestens bin ich noch nicht so schlimm drauf. Meine Finger fangen an zu zittern, wenn ich morgens nicht meine Tylenol nehme. Der Morgen ist noch Stunden entfernt. Ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Ich tue es trotzdem.

Meine Hand rüttelt leicht an ihm. "Hey!", flüstere ich. "Hey du!" Er öffnet die Augen und blinzelt mich an. Schon wieder ein Lächeln. Mir ist nicht mehr danach zu Mute. Ich kann nur noch daran denken, dass mein Leben sich heute verändert. Meine Lebenseinstellung.

Ich rutsche an der Seite von ihm herunter. Ich bleibe gepresst gegen ihn liegen. Meine Hand streicht über seinen Oberkörper. Weiter runter. Noch weiter runter. Er atmet einen Tick schneller. Ich lege meinen Kopf auf seine Brust und streichele ihn sanft. Er stöhnt leise. Es fängt wieder von vorne an. Ich freue mich darauf. Das kann ich nicht leugnen. Ich will es auch gar nicht. Ich habe absolut nichts dagegen. Ich will diesen Ashley ja auch.

Seine hungrigen Augen suchen jeden Zentimeter meines Gesichts nach einer Spur ab. Er wird keine finden.

 

Es dauert nicht lange. Es war schön. Wiedermal heute. Er steht auf. Ich sehe ihn an, als wäre er jemand Besonderes. Ist er das? Er zieht sich an. Ich kann ihm ja jetzt nicht sagen, dass ich mich wundere. Ich kann ihn auch nicht bitten zu bleiben. Er hat sicher seine Gründe. Ein Muskelprotz ist er nicht. Es sind kleine Muskeln. Sie passen zu ihm. Ich finde sie schön. Die Muskeln. Maybe I'm just the one, feelin' the way I do? Ein Lied von Aaliyah. Habe ich heute morgen in einem Laden gehört. Ich mag den Satz. Passt er zu mir und Ashley? Vielleicht. Ich kenne ihn ja nicht. Ich kenne seinen Körper. Wir haben das Intimste geteilt, was es gibt und wir kennen uns nicht einmal. Das ist bestimmt das, über das andere Leute ihren Kopf schütteln. Für mich ist Sex nicht mehr intim. Was daran soll denn intim sein? Nein. Das ist es nicht. Intim ist für mich etwas von mir preiszugeben. Wenn jemand meine Geschichte kennt. Mich kennt. Ganz genau. Dann sind wir intim. Eine verdrehte Ansicht. Sicht der Dinge. Meine Sicht der Dinge. Nicht Ashleys. Bestimmt nicht. Und wenn doch, dann erst nach unserem Erlebnis in diesem Zimmer. Dieser Stadt. Ich weiß er wohnt unten in Miami. Orlando. Dort, wo immer die Sonne scheint. Kalifornien ist fast genauso. Fast.

Ashley atmet tief durch. Er ist bereit zum gehen und schaut noch einmal aus dem Fenster. Ich liege immernoch im Bett. Er dreht sich um und geht. Die Tür fällt ins Schloss. Ich liege immer im Bett wenn die Freier gehen. Das ist so. Heute wiedermal auch. Ich fühle mich okay. Ich habe Geld. Geld, das ich behalten werde. Ich stehe auf und sehe aus dem Fenster auf die beleuchtete Straße. Ashley geht schnell auf die andere Straßenseite und verschwindet um eine Ecke. Er weiß nicht, dass er etwas Besonderes war. Ich weiß jetzt aber, dass er es defintiv war. Ich sehe ihn wohl nicht wieder. Es sollte mir egal sein. Das ist es dann auch. Ich ziehe mich an. Sehe nochmal nach, ob die 300 Dollar noch da sind. Ich zähle nach. 300. Genau. Über mein Gesicht huscht ein Lächeln. Harmonie. Für kurze Zeit eine gewisse Ruhe. Ed, der Typ an der Rezeption kennt mich. Er nickt mir zum Abschied zu. "Bye!", rufe ich ihm zu. Meine Laune ist gut. Ich kann mir jetzt was zu essen kaufen gehen und mich dann erstmal in mein weiches, großes Bett legen. Lange schlafen. Den ganzen nächsten Tag durch. Das mache ich auch.

 

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