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Once upon a time there was a girl

In her early years she had to learn

How to grow up living in a war that she called home

Never knowing how to protect from the storm

Hurtly for me to see the pain across my mother's face

Everytime my father's fist would put her in her place

 

Das Lied mit so einem Text habe ich eben im Diner gehört. Meine Gedanken schweifen wieder zurück in meiner Vergangenheit. Bevor mein Vater nach Australien gegangen ist. Ich habe wohl noch nicht erwähnt, dass das gut so war. Er war kein Schläger. Mich hat er nicht geschlagen. Na ja. Meistens. Mommy hat mehr abbekommen, als ich. Sie hat sich vor mich gestellt. Sie hat die Schläge abbekommen. Schläge und Tritte, die für mich bestimmt waren. Sie war so mutig. So tapfer. Sie war nicht auf die Idee gekommen Dad zu verlassen. Ich habe sie so oft gefragt, warum sie das tut. Warum sie mich nicht nimmt und geht. Nie hat sie geantwortet. Ich weiß bis heute nicht, warum sie es nicht getan hat. Sie hatte keine Angst vor Dad. Sie war so stark.

Bruises fade father

But the pain remains the same

And strenght is my mother for all the love she gave

Every morning that I wake, I look back at yesterday

And I'm okay

 

Dad und ich hatten nie ein wirkliches Verhältnis zueinander. Er hat sich manchmal um mich gekümmert, wenn er Lust hatte. Dad war kein Säufer. Eigentlich auch nicht gewalttätig. Nach außen hin waren wir eine glückliche, kleine Vorstadtfamilie mit einem Hund, einem Haus und einem Garten. Mom starb. Dad verließ mich und ging nach Australien. Ich war allein. Ich bin allein und werde es für immer bleiben.

 

For you it's just a memory

But for me it's still this on and

It's not so easy to forget

All the words you left along her day

When I was thrown against old steps

And every game friend that come home and feared of

>>What am I see there?<<

 

I'm okay - I'm okay

 

Ashley sieht mich mit schiefgelegtem Kopf an. Ich hab aufgehört zu essen. Bin in meinen Bewegungen einfach eingeschlafen. "Was ist los? Schmeckt's nicht?", fragt er fröhlich. Am liebsten hätte ich ihm einen vernichtenden Blick zugeworfen, aber das geht ja nicht. Ich darf ihn auf keinen Fall verschrecken, nur weil ich heute so scheiße oft an meine Vergangenheit erinnert werde. Egal, wo ich hinkomme. Es ist überall das Gleiche. Lieder, deren Texte mir die Luft abschnüren. Bilder oder Gesten, die mich an Mom, Dad oder Lucy erinnern... scheiße, warum können mich nicht einfach alle in Ruhe lassen? Wie soll ich denn Liebe finden, wenn mir überall nur Hass, Ignoranz, Selbstsucht und Egoismus begegnet? Ist die Liebe denn die ganze Zeit vor meiner Nase? Was, wenn ich sie nur nicht bemerke? Bin ich denn wirklich so blind? Kann ich mich denn wirklich nicht mehr auf meine Sinne verlassen? Meine Menschenkenntnis? Bin ich schon SO abgestumpft, dass meine wahren Gefühle den Weg in mein Herz nicht mehr zu finden vermögen? Was, wenn ich mich nie mehr verlieben werde? Dann kann ich ja nicht zu Mom. Nein. Der Gedanke daran, den Rest meines Lebens damit zu verbringen jemanden zu finden, den ich eventuell lieben könnte, treibt mich in den Wahnsinn. Kann man das Lieben lernen? Kann ICH es lernen? Bringt es mir jemand bei? Aber wer? Ashley? Dave? Paul? Steve? Toby? Flynt? Und wie sie alle heißen. Verdammt, ich will raus hier. Ich halte das alles nicht mehr aus. Es drückt auf meinen Brustkorb, dass ich kaum noch zum Atmen komme. Erdrückt mich im Schlaf. Dann, wenn ich es am Wenigsten erwarte wird die Liebe mich finden. Ich muss nur warten. Ich MUSS warten und darf mich nicht bewegen. Sie muss sonst zu lange suchen oder wird mich niemals finden. Das soll sie aber. Bald. So schnell wie möglich. Sonst. Was sonst? Was tue ich sonst? Was, wenn es zu spät ist, wenn die Liebe mich erfasst?! Mich packt. Mich anspringt, wie ein Straßenköter auf eine kranke Katze. Muss ich stillhalten, bis sie mich ganz erfüllt? Kann ich sie wieder verlieren? Wenn ich doch nur Antworten hätte. Und wenn schon nicht auf alle Fragen, dann wenigstens auf Einige...

Ashley sieht mich immernoch an. Ich habe nicht geantwortet. Er drückt auf meinen Burger. "Der ist auch schon ganz kalt. Magst nicht mehr?" Wag's dir, nochmal mein Essen anzufassen! Ich teile nicht! Nicht heute. "Doch.", raune ich, rücke mich zurecht und beiße wieder ab. Uargh. Stimmt, der ist wirklich ganz kalt. Neben mir knurrt etwas. Mein Magen war es nicht. Ich sehe zur Seite und ziehe eine Augenbraue hoch. "Das war ich, sorry.", lächelt er. Soll ich? Soll ich nicht? Ist das ein Wink des Schicksals? Ich kann ja nicht alles als DAS ansehen, aber wenn ich den Burger schon nicht mehr esse... Gott, jetzt denke ich schon darüber nach, ob ein Magenknurren ein Wink des Schicksals ist. Für was denn? Dafür, dass Ashley auf dem Rückweg nicht kriminell wird, weil er sich was zu Essen klaut. Nein. Hat er ja gar nicht nötig. Der hat genug Geld. Der kann sich auf der Stelle einen eigenen Burgerladen bauen lassen, wenn er Bock hat. Doch macht ihn das glücklich? Ist er glücklich? Unwahrscheinlich. Warum kommt er sonst zu mir? Ich würde ihn echt gerne fragen, warum er hier ist. Darf ich das? Erstmal reiche ich ihm meinen erst einmal abgebissenen Burger hin. Er lächelt, nimmt ihn und beißt genüsslich hinein. Männer sind so leicht zufrieden zu stellen. Und ein Ashley ganz besonders. Allein ein Burger genügt anscheinend. Aber meine Cola bekommt er NICHT! Vorsichtshalber trinke ich sie in mehreren Zügen leer. Shit. Jetzt stoß' ich sicher die ganze Zeit auf. Ach. Shit happens. Es scheint sowieso, als ob er noch 'ne Weile an dem Essen zu knabbern hat. Solche kleinen Hapse hab nichtmal ich als Kind gemacht. Ja, teil dir ruhig alles ein. Dann hab ich mehr Zeit zum Trübsal blasen und draußen wird es heller und heller... nun ja. Noch ist es mitten in der Nacht. NOCH!

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