Der Zweite Weltkrieg

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Iskender K.

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Der Zweite Weltkrieg


Die neuen Nationalstaaten   Die Großmächte am Vorabend des Kriegs   Der Krieg in Europa 1939/40   Der Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion   Der Vorstoß Japans nach Süden 1941/42   Der Zusammenschluss der Alliierten   Die militärische Wende in Europa 1942   Die militärische Wende im Pazifik   Die Konferenzen von Casablanca und Teheran   Der Zusammenbruch Italiens   Der Zusammenbruch Deutschlands   Die Konferenzen von Jalta und Potsdam   Der Zusammenbruch Japans

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Die "neuen" Nationalstaaten


Überblick 
  • Seit etwa 1870 haben drei neue Staaten die Bühne der Weltpolitik betreten: Japan, Italien und Deutschland.
       
  • Gemeinsamkeiten dieser Staaten:
  •  territoriale Erwerbungen (Japan auf dem chinesischen Festland und im Pazifischen Ozean, Italien in Nordafrika und am Mittelmeer, Deutschland in seinem Kolonialreich).
  • Enttäuschung über den Ausgang des Ersten Weltkriegs. Auch Japan und Italien hatten, obwohl sie zu den Siegern gehörten, nicht alles bekommen, was sie beanspruchten.
  • Wirtschaftliche Rückschläge, die sich seit 1929 durch die große Depression verschärften.
  • Befreiung aus bürgerkriegsähnlichen Zuständen durch Abschaffung der Demokratie und Ersatz durch ein autoritäres Regime (Faschismus in Italien seit 1922, wachsender Einfluss des Militärs in Japan, Deutschland seit 1933).
  • Wiederaufnahme der Expansionspolitik der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg
  • Die Westmächte (die "alten" Großmächte) hatten ihren territorialen Besitz nach dem Ersten Weltkrieg noch einmal erweitert und dann das Ende der Erwerbungszeit proklamiert. Der Völkerbund war ein Instrument zur Bewahrung des territorialen Status quo.
       
  • Die drei neuen Nationalstaaten empfanden sich als "Habenichtse". Sie erhoben sich gegen die Altbesitzenden, die ihnen den Platz an der Sonne verwehrten.

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Neben diesen objektiven Voraussetzungen und Ursachen für das Entstehen von Konflikten zwischen den Staaten steht der unbedingte Wille Hitlers zum Krieg. Es ist  jedoch nicht vorstellbar, dass ein einzelner Mensch eine friedliche Welt in einen Krieg stürzen konnte. Zahlreiche Bedingungen haben die Durchsetzung Hitlers ermöglicht. 
Japan
  • Seit dem Ende des Krieges mit Russland (1905) Großmacht in Ostasien.

  • Bereits im Ersten Weltkrieg hat Japan versucht, eine wirtschaftliche und politische Machtstellung im Norden Chinas zu erhalten.

  • Im Friedensvertrag von 1919 wird Japan gezwungen, sich mit der Übertragung der deutschen Rechte in Kiautschou zu begnügen; die Provinz Schantung muss geräumt werden. 

  • Es verbleiben zwei Auswege, um die stetig wachsende Bevölkerung zu ernähren: eine gesteigerte Industrialisierung oder der kriegerische Weg imperialistischer Ausdehnung über die Grenzen des nationalen Staates hinaus.

  • Unter dem Druck des Militärs beschließt die Regierung, die Lösung ihres Problems in einer imperialistischen Machtausweitung zu suchen (seit 1931).

  • 1932 Unterwerfung der Mandschurei. Proklamation von "Mandschukuo" als unabhängigen Staat, der jedoch völlig von Japan abhängig ist. Bis 1936 stieß die mandschurische Armee Japans wiederholt - gegen den Willen der Regierung - in chinesisches Gebiet vor.

  • 7.7.1937 Beginn des Krieges gegen China (der Krieg dauerte bis 1945). Die Sowjetunion, die USA und Großbritannien unterstützen den chinesischen Staatschef Tschiang Kai-schek mit Geld und Materiallieferungen, greifen jedoch nicht in die Kämpfe ein. Die Japaner erobern die Provinz Kanton.

  • Schrittweiser Übergang in das Lager der Besiegten des Ersten Weltkriegs.

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Italien
  • Italien gehörte zu den Siegerstaaten des Ersten Weltkriegs, ist jedoch von den Friedensverträgen enttäuscht. 
  • Seit 1918 große wirtschaftliche Schwierigkeiten (hohe Arbeitslosigkeit)
  • 1921 Sieg des Faschismus, Mussolini (Ministerpräsident ab 1922) errichtet bis 1928 eine Diktatur.
  • Mussolinis Außenpolitik zielt auf eine Erneuerung des 'Imperium Romanum' und dessen Vormachtstellung im Mittelmeer.
Bis 1935 weicht Mussolini einem ernsten Konflikt mit den Mittelmeermächten Frankreich und Großbritannien aus. Von Jugoslawien erreicht er 1924 die Überlassung von Fiume. Albanien wird schrittweise zu einem Protektorat Italiens. Aus Tripolis und der Cyrenaika wird die Kolonie Libyen.
  • 1935 beginnt Italien einen Eroberungskrieg gegen das Völkerbundsmitglied Abessinien. Der Einnahme von Addis-Abeba folgt im Mai 1936 die Proklamation eines Kaiserreichs Äthiopien in Personalunion mit dem Königreich Italien.
  • Der 'Abessinische Krieg' führt zu einer Entfremdung zwischen Italien und den Westmächten. Es entsteht ein Gegensatz zwischen der - wenn auch zögernden - Sanktionspolitik der Westmächte und der entgegenkommenden Neutralität Hitlers.
  • 1937 verlässt Italien den Völkerbund.

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Deutschland
 
  • Der Versailler Vertrag von 1919 sollte Deutschland an einem neuen Krieg hindern. Es wurde fast vollständig entwaffnet und einer strengen Kontrolle unterworfen. Die Bedingungen dieses Vertrags wurde von vielen Deutschen als ungerecht und unerträglich empfunden. Die demographische Überlegenheit Deutschlands über die anderen europäischen Völker war jedoch erhalten geblieben, die wirtschaftliche und industrielle Kapazität nicht zerstört.
  • Hitler verwirft die friedliche Revisionspolitik der Weimarer Republik. Er will den Krieg gegen Russland mit dem Ziel, mit dem Ziel, für die Deutschen 'neuen Lebensraum' zu gewinnen.
Das  außenpolitische Programm Hitlers sowie die Ereignisse zwischen 1933 und 1939 werden auf der vorangehenden Seite beschrieben. 
  Das außenpolitische Konzept war, die Siegermächte gegeneinander auszuspielen, indem man einige von ihnen, auf Dauer oder vorübergehend, auf die Seite Deutschlands zog.
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  • Spannungen zwischen der Sowjetunion und Frankreich: Französische Sparer hatten vor 1917 Kapital in der Sowjetunion angelegt, das die bolschewistische Regierung nicht zurückzahlen wollte.
  • Gegensätze zwischen Frankreich und Großbritannien in der Kolonialpolitik
  • Spannungen zwischen Italien und den anderen Siegermächten.

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Die Großmächte am Vorabend des Krieges


Der deutsch-japanische Pakt von 1936
  • Japan war durch Gegensätze zu den USA und zur Sowjetunion wirtschaftlich und politisch isoliert.
  • Am 25.11.1936 wird der Komminternpakt zwischen Deutschland und Japan geschlossen mit dem Ziel, "gemeinsam zur Abwehr gegen die kommunistische Zersetzung zusammenzuarbeiten". Die Initiative ging vom japanischen Heer aus, das sich eine Rückendeckung für seinen Krieg mit China verschaffen wollte. Geheimes Zusatzabkommen: "Wohlwollende Neutralität bei einem Angriff durch die Sowjetunion". 
In der Zeit der deutsch-russischen Zusammenarbeit (1939/1940) weigert sich Japan die antirussische Spitze des Paktes fallen zu lassen.
  • Es lag im Interesse Hitlers, Japan als Verbündeten gegen die Sowjetunion zu gewinnen.
Im Hitler-Stalin-Pakt (23.8.1939) und im japanisch-sowjetischen Nichtangriffspakt (13.4.1941) verstießen sowohl Deutschland als auch Japan gegen den Komminternpakt.
Die Achse Berlin - Rom (1936)
  • Die Annäherung zwischen Deutschland und Italien erfolgte nur schrittweise. Noch im April 1935 war Italien zusammen mit Frankreich und Großbritannien Mitglied eines Abwehrbündnisses gegen Hitler.
  • Beim spanischen Bürgerkrieg (1936 - 1939) unterstützte Italien Franco in seinem Kampf gegen die Linksregierung. Italien erwartete verbesserte Positionen am Mittelmeer (mare nostro)
  • Deutschland unterstützte Franco mit dem Hintergedanken, eine Annäherung an Italien zu erreichen.

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  • Am 1.11.1936 spricht Mussolini in einer Rede von der "Achse Berlin-Rom". Damit wird eine Zeit deutsch-italienischer Annäherung eingeleitet. Der deutsch-italienische Stahlpakt vom 22.5.1939 wird am 27.9.1940 zur Achse Berlin-Rom-Tokio erweitert.
Der Isolationismus in den USA
  • Mit dem Sieg gegen Mexiko (1848) war die Expansion in Nord- und Mittelamerika abgeschlossen. Zwischen 1867 und 1898 wurden in vielen Teilen der Welt militärische Stützpunkte errichtet.
  • Die amerikanische Außenpolitik war bis zu ihrem Eintritt in den Ersten Weltkrieg (1917) isolationistisch.
  • Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die USA keine territorialen Ziele mehr. Sie wollten Frieden auf der Welt damit sie unbehindert  Handel treiben und ihre Kapitalinteressen wahren  konnten. . Das Hauptaugenmerk lag  auf der Erhaltung des Status quo.
Großbritannien und Frankreich
  • Ziel Großbritanniens war es von jeher gewesen, die Vorherrschaft eines Staates auf dem Kontinent zu verhindern. Vor allem sollten die Niederlande nicht in den Besitz der auf dem Kontinent herrschenden Macht geraten. Von einer kontinentalen Hegemonie befürchteten sie u.a. Einschränkungen für ihre Wirtschaft. 
  • Im Jahr 1938 waren beide Staaten aus wirtschaftlichen, militärischen und auch mentalen Gründen nicht kriegsbereit. Ein Kriegsausbruch in diesem Jahr wäre ein zu hohes Risiko gewesen.
  • Großbritannien ging erst 1938 zu einer Aufrüstungspolitik über. Infolge des militärischen Rückstands gegenüber Deutschland galt es, einen Kriegsbeginn im Jahr 1938 zu vermeiden.

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  • Ziel der britischen und französischen Politik war es daher, Deutschland in eine Vertragsverpflichtung so einzubinden, dass es nicht mit dem Krieg beginnen konnte. Die "Appeasement-Politik" war also nur eine Notlösung, die für die Zeit der Aufrüstung gedacht war (keinesfalls eine Schwäche!).
Sowjetunion
  • Territoriale Expansion, Ziel war das Vordringen zu den Meeren (Ostsee, Schwarzes Meer, später Pazifik). Die Expansionswünsche in Asien und Europa waren nicht voll erfüllt worden. Keine überseeische Expansion.
  • Territoriale Verluste nach Krieg mit Japan 1904 und 1917. Ziel, die verloren gegangenen Territorien wiederzugewinnen.
  • Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war die Sowjetunion außenpolitisch isoliert; zur Friedenskonferenz im Jahre 1919 war sie nicht eingeladen worden. Auch in den Völkerbund konnte sie nicht eintreten. Ursache war die Ablehnung der russischen Revolution von 1917 sowie die Angst vor einer kommunistischen Weltrevolution. 
  • Konflikt mit Frankreich durch Nichtzurückzahlung der französischen Kredite (Schädigung der französischen Sparer).
  • Enttäuschung über Deutschland nach dessen 'Konsultativ- und Freundschaftspakts' mit Polen' im Jahre 1934. Die Folge war eine Annäherung an die Westmächte: Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu den USA, 1934 Eintritt in den Völkerbund, 1935 Beistandspakt mit Frankreich.

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  • 23./24.8.1939 Hitler-Stalin-Pakt. Erneute Annäherung an Hitler. Nichtangriffspakt (genau: Einvernehmen, dass dann, wenn ein anderer Staat Deutschland angreift, die Sowjetunion nicht einschreiten wird). Stalin wollte mit diesem Vertrag den Zusammenschluss Deutschlands mit den Westmächten vermeiden. Geheimes Zusatzprotokoll über die Aufteilung der Interessensphären in Polen (Teilung an der Weichsel). Hitler erwartete, dass eine Verbindung mit der Sowjetunion die Westmächte bei einem Angriff auf Polen abschrecken würde, einzugreifen.
  • Stalin rechnete nach einem deutschen Angriff auf Polen mit einem längeren Krieg zwischen Deutschland und den Westmächten, bei dem sich die Staaten im Westen "zerfleischen" würden - der richtige Boden für eine kommunistische Weltrevolution.
  • Die Sowjetunion fühlte sich auch von Japan bedroht. 1939 kam es im mongolischen Grenzgebiet zu militärischen Konflikten. Stalin rechnete mit einem Krieg gegen Japan, nicht jedoch mit einer Front im Westen.
  • Die Sowjetunion war im Westen nicht kriegsbereit und auch nicht kriegsfähig.

Der Krieg in Europa 1939 / 1940

Die Vernichtung Polens
  • Am 1.9.1939 4:45 Uhr wird Polen von den Deutschen angegriffen. Keine Ursache auf Seiten Polens. Vorgetäuschter Überfall auf Sender von Gleißen.
  • 27.9.1939 Kapitulation Warschaus (ungleiche Kräfteverhältnisse, am 6.10.1939 Ende der letzten Widerstandshandlungen)
  • 3.9.1939 Kriegserklärungen Großbritanniens und Frankreichs an Deutschland (noch keine Kriegshandlungen).
  • 5.9.1939 USA verkündet Neutralität
  • Sowjetunion bleibt neutral, beginnt jedoch am 17.9.1939 den Einmarsch in das ostpolnische Gebiet - Polen ist praktisch ausgelöscht.

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  • Am 28.9.1939 Deutsch-sowjetischer Vertrag zur Neuregelung Polens (Freundschaftsvertrag). Die Grenze wird weiter östlich gezogen, als im Vertrag vom August 1939 vorgesehen war. Deutschland tritt das an Ostpreußen grenzende Litauen an die Sowjetunion ab. Keine Neubildung eines polnischen Staates.
  • Finnland, bis 1917 zum russischen Reich gehörig, lehnte russische Stützpunkte auf seinem Gebiet ab; Überfall der Sowjetunion auf Finnland am 30.11.1939; am 14.12.1939 wird die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Als Franzosen und Engländer im Frühjahr 1940 damit beginnen, durch das nördliche Norwegen (über Narvik) in den Kampf einzugreifen, bricht die Sowjetunion den Kampf ab. Es kommt zu einem Kompromissfrieden: Finnland behält seine Unabhängigkeit.
Die Sowjetunion eröffnet den Krieg gegen Finnland mit geringem Kräfteeinsatz. Infolgedessen dauert es überraschend lange, ehe das Übergewicht der russischen Truppen fühlbar wird. Dadurch wird die Neigung Deutschlands, die militärische Macht der Sowjetunion zu unterschätzen, verstärkt. 
9.4.1940 Deutsche Besetzung Dänemarks (kampflos) und Norwegens (bis 10.6.1940)
  • Bereits am 10.10.1939 hat der Oberbefehlshaber der Marine, Großadmiral Raeder, Hitler auf den Nutzen von Stützpunkten an der norwegischen Küste für die Seekriegsführung hingewiesen. Weitere Gründe für den Nordfeldzug: Benutzung Norwegens als Durchgangsland der kriegswirtschaftlich wichtigen schwedischen Erze, Angriffsbasis für den Luftkrieg gegen Großbritannien. 
    .  
  • 28.3.1940 Alliierte beschließen, norwegische Gewässer zu verminen um sie für deutsche Schiffe zu sperren.
  • Norwegen leistet Widerstand, die deutsche Marine erleidet schwere Verluste. Die schwachen englischen und französischen Unterstützungskräfte können die Niederlage der norwegischen Armee nicht verhindern. 
  • Am 7.6.1940 ziehen sich die Alliierten aus Norwegen zurück.

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Angriffskrieg im Westen
  • 10.5.1940 Beginn des Westfeldzugs: Holland kapituliert am 15.5.
Hitler entscheidet sich für einen Plan des Generals von Manstein, der einen Durchbruch starker Kräfte am Nordende der Maginotlinie vorsieht ("Scherenschnitt"). Der Angriff soll vom Waldgelände der Ardennen ausgehen, bei Sedan nach Westen über die Maas vorstoßen und über die Somme der Kanalküste zustreben. Strategisches Ziel ist die Trennung der feindlichen Kräfte (Franzosen, Holländer und Belgier sowie englische Expeditionskorps) von der Hauptmasse des französischen Heeres, das südlich davon an der Maginotlinie steht.
  • Am 15.5.1940 kapituliert Holland, am 20.5.1940 wird die Kanalküste von deutschen Panzern erreicht. Die Front der Alliierten ist gespalten. Belgien kapituliert am 28.5..
  • Bei Dünkirchen werden die noch im Norden stehenden britischen Kräfte eingekesselt. 28.5.1940: Hitler lässt den Einsatz von Panzerdivisionen nicht zu, da er fürchtet, große Verluste könnten sie im Endkampf gegen Frankreich schwächen. Am 4.6. wird Dünkirchen eingenommen. Bis dahin waren 340.000 britische Soldaten ohne Waffen nach England zurückgebracht.
  • Am 5.6.1940 bricht die französische Abwehrfront vor dem deutschen Angriff zusammen. Am 14.6.1940 ziehen die deutschen Truppen in das geräumte Paris ein..

Deutsche Truppen in Paris

Philippe Pétain (1856 - 1951)

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  • Die Regierung des Marschalls Pétain bittet am 17.6. um Waffenstillstand. 
  • Am 22.6.1940 unterzeichnet die Regierung Pétain den Waffenstillstand von Compiègne.
Mit dem Zusammenbruch Frankreichs innerhalb von sechs Wochen erreichte Hitler den Gipfel seiner Macht. In Deutschland begann man an sein Feldherrngenie zu glauben; seinen weiteren Schritten wurde kaum mehr Widerstand entgegengesetzt. 
Nach dem Zusammenbruch Frankreichs
  • Mit Frankreich war eine Großmacht aus dem Krieg ausgeschieden. Auch die Niederlande, Belgien und Luxemburg waren besiegt. Als Kriegsgegner Deutschlands war nur noch Großbritannien und Länder des Commonwealth übrig geblieben.
  • Der Kriegseintritt Italiens
  • Am 10.6.1940 trat Italien auf der Seite Deutschlands in den Krieg ein. Nach dem Erfolg des Frankreichfeldzugs setzte Mussolini auf den Sieg Deutschlands.
  • Bereits am 11.6.1940 kam es zu Kämpfen an der französisch-italienischen Grenze (Menton, Nizza) mit dem Resultat, dass Frankreich nun auch mit Italien einen Waffenstillstand schließen musste (22.6.). Italien erhält Land in Südfrankreich.
  • Am 5.8.1940 greift Italien Britisch-Somaliland an (von Großbritannien freigegeben). Sperrung des Suezkanals klappte nicht. Bei einem Gegenangriff der Briten im Januar 1941 ging Afrika wieder verloren.
  • 28.10.1940: Italien greift bei Überschätzung der eigenen Streitkräfte Griechenland an um Besitzungen and der Adria zu erlangen. Die Briten kommen den Griechen zur Hilfe (sie wollen den Zugriff auf das rumänische Erdöl offen halten). 

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  • 9.12.1940 Italien greift Ägypten an. Gegenangriff Großbritanniens. Hitler entsandte Afrikakorps um den in Schwierigkeiten geratenen italienischen Truppen zu helfen.
  • 6.4.1941: Deutscher Angriff auf Griechenland und Jugoslawien zur Unterstützung für das in Not geratene Italien. Dieser Angriff führt zum - von Hitler zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehenen - Balkanfeldzug
Sowjetische Annexionen
  • Im Juni 1940 benutzt die Sowjetunion die Bindung Deutschlands im Westen, um die baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen) zu besetzen und kommunistische Regierungen einzusetzen.
  • Ebenfalls im Juni 1940 zwingt die Sowjetunion Rumänien zur Abtretung von Bessarabien und Teilen der Bukowina. 
Bei der Aufteilung der Interessensphären war dies nicht mit Deutschland abgesprochen gewesen. Dadurch entsteht ein neuer Konfliktherd zwischen den beiden Staaten, zumal eine enge wirtschaftliche Bindung Deutschlands mit Rumänien besteht.
Deutschlands Weg nach Russland
  • Nach der Niederwerfung Frankreichs plant Hitler einen Expansionskrieg im Osten. Die Hoffnung auf ein Bündnis mit Großbritannien wird nicht erfüllt. 
  • Durch Eroberungen und Verträge war ein zusammenhängender Kontinentalblock entstanden, der von Deutschland und Italien über die Sowjetunion bis nach Japan reichte. Er bot die Möglichkeit, dass sich die Partner nicht nur wirtschaftlich unterstützten, sondern auch gemeinsam gegen das Britische Weltreich - den einzigen Gegner - antraten.

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  • Hitler erwog nicht, von der Blockmacht Gebrauch zu machen. Durch die Aufrüstung (und den Krieg) gegen Russland sprengte er den Block und somit die Aussicht, den Krieg gegen Großbritannien zu gewinnen..
Hitler beriet sich fast nie in einem Gremium. Hitler hatte keinen Führungsstab. Nur wenige wussten von seiner Entscheidung, in die Sowjetunion einzumarschieren. 
  • 3.7.1940: Britische Schlachtschiffe vernichten einen Teil der französischen Flotte vor Mers el Kebir. 
  • 5.7.1940: Frankreich bricht die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab.
  • 16.7.1940: Weisung Hitlers zur Vorbereitung einer Landung in Großbritannien am 22.9.1940. Am 17.9. verschiebt Hitler die Landung auf unbestimmte Zeit.
Eine Landung wurde nie versucht, da die deutsche Marine nicht in der Lage war, genügend Bodentruppen abzusetzen.
  • 13.8.1940: Beginn der Luftschlacht über Großbritannien (als methodischer und regelmäßiger Angriff wegen zu hoher Verluste im Spätherbst abgebrochen).
  • 18.12.1940 Weisung Hitlers zum Krieg gegen Sowjetunion auch vor Beendigung des Kriegs mit Großbritannien. Durch die Zerschlagung der Sowjetunion soll Großbritannien endgültig entmutigt werden. 
  • Hitler nahm an, dass die Sowjetunion auf einen Angriff nicht vorbereitet sei - doch Stalin rüstete bereits auf.
  • Der Angriff Italiens auf Griechenland am 28.10.1940 führte zu einer Landung britischer Truppen in Griechenland. Dieser Umstand und die Niederlage Italiens in Albanien bewegen Hitler dazu, Anfang 1941 einen - vorher nicht geplanten - Feldzug gegen Griechenland einzuschalten. Bedrohung der kriegswichtigen rumänischen Petroleumsfelder durch die englische Luftwaffe. Der geplante Angriff auf die Sowjetunion musste verschoben werden.

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  • Rumänien tritt dem 'Dreimächtepakt' bei, ebenso Ungarn, die Tschechoslowakei und Bulgarien.
  • Am 17.4.1941 kapituliert Jugoslawien, später Griechenland. Jugoslawien wird zerschlagen. Italien erhält die dalmatinische Küste, Bulgarien erhält Makedonien, Serbien wird unter deutsche Militärverwaltung gestellt - alles Hindernisse auf dem Weg in die Sowjetunion.

Der Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion 1941


  • 22.6.1941 3:15 Uhr: Angriff deutscher Truppen (3 Millionen Soldaten) auf die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa). Aufgrund des nicht vorgesehenen Balkanfeldzugs war der Angriff um vier Wochen verschoben worden.
  • Operationsplan: Vorstoß mit 3 Heeresgruppen, die jeweils einen Zielpunkt hatten (Leningrad, Minsk-Smolensk und Kiew). Die russischen Streitkräfte sollen innerhalb von drei Monaten eingekreist  werden, danach defensive Abschirmung. Die Heeresgruppe Mitte sollte vor Moskau stehen bleiben.
  • Die ersten zwei Wochen verliefen nach Plan; erste Krise im August 1941: der Widerstand verschärft sich, den Deutschen stehen 360 statt der 200 erwarteten russischen Divisionen gegenüber. Nur der Heeresgruppe Mitte gelingen Einkesselungen.
  • August 1941: Änderung des Operationsplans: Vorstoß gegen Moskau sofort, nicht wie vorgesehen zuerst Einnahme von Kiew und des Nordens. Dies führt zu einer riskanten Trennung der Heerestruppen.
  • Im September 1941  Russische Reservetruppen werden vor Moskau eingesetzt. Stalin entblößte Ostfront (Japan!).

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  • Ende November 1941: Panzertruppen kurz vor Moskau. Dann Schlammperiode - Frost - erschwerter Vormarsch. Das Heer war nicht entsprechend ausgerüstet.
  • Am 5./6. 12. 1941 starke russische Gegenoffensive. Deutsche Führungskrise. Einrichtung der Winterstellung. Hitler entlässt Brauchitsch, er übernimmt selbst die Oberleitung des Heeres.
  • 8.12.1941: Weisung Hitlers: Beendigung der deutschen Offensive in der Sowjetunion (Übergang zur Verteidigung).
In diesem Zeitraum, genau am 11.12.1941, erklärte Hitler den USA den Krieg. Churchill schrieb später: "Jetzt hatten wir den Krieg gewonnen. Der ganze Rest war nur noch die sachgemäße Anwendung überwältigender Macht."
  • 15.12.1941: Hitlers "Haltbefehl": Verbot jedes freiwilligen Rückzugs; "Fanatischer Widerstand" wird gefordert.

Der Vorstoß Japans nach Süden 1940 / 1941


  • 22.9.1940 Angriff auf Indochina  mit dem Ziel, China (unter Tschiang Kai-Schek) von den Material- und Geldlieferungen des Auslands abzuschneiden. 
Mit dem Angriff auf Indochina bedroht Japan die Interessen aller Kolonialmächte im Fernen Osten, die der USA an den Philippinen, die Großbritanniens in Hongkong und Burma sowie die der Niederlande im Malaischen Archipel. Die USA antworten mit einem Ausfuhrverbot für Japan (Stahl, Eisenschrott), um die japanische Kriegswirtschaft zu treffen.
  • 27.9.1940 Dreimächtepakt Italien - Deutschland - Japan
Der deutsche Außenminister Ribbentrop hofft, durch den Dreimächtepakt die USA von einem Kriegseintritt  abhalten zu können, während Hitler darin ein Kampfmittel gegen Großbritannien und die USA sieht. 

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  • Februar 1941: Verhandlungen mit Washington. Japan will auf Expansion verzichten falls es freie Hand auf China bekommt. Die USA besteht auf dem Status quo.
  • Als Deutschland am 22.6.1941 die Sowjetunion angreift, war Japan überrascht. Ein japanischer Angriff auf die Sowjetunion wird entschieden abgelehnt. 
Noch am Vorabend des Krieges zwischen Deutschland und Russland hatte Japan mit Moskau einen Neutralitätsvertrag abgeschlossen (13.4.1941). (Dieser Vertrag sollte Japan bis 1945 vor einem Zweifrontenkrieg bewahren!)
  • Juli 1941: Die Japaner dringen in Indochina ein. Vormarsch der japanischen Truppen bis nach Thailand. Die Antwort der USA ist ein vollständiges Embargo.. Japan verliert dadurch 75% seines Außenhandels. Verhandlungen scheitern.
  • 29.11.41 Die zivile Regierung und das Militär Japans beschließen einen Operationsplan: Nacheinander sollen die Philippinen, Hongkong, die Malaiische Halbinsel, Burma und Niederländisch-Indien besetzt werden. 
In den Augen Japans war die Expansion notwendig, um in den Besitz der lebensnotwendigen Rohstoffe zu kommen. Der Entscheidungsprozess für eine Expansion war jedoch äußerst langwierig.  Schließlich folgte man dem Argument, dass man die Entwicklung in Europa ausnutzen sollte. 
  • 7.12.1941 Japanischer Angriff auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor. Keine Kriegserklärung. Von 15 Schlachtschiffen werden fünf versenkt, drei schwer beschädigt.
  • Dezember 1941 - März 1942: Der japanische Vorstoß nach Süden findet keinen ernsthaften Widerstand. Nach schnellen Anfangserfolgen (Versenkung von zwei englischen Schlachtschiffen im Golf von Siam, Fall von Hongkong, Eroberung der Malaiischen Halbinsel, Einnahme Singapurs, Besetzung Niederländisch-Indiens) kommt der japanische Siegeszug erst in Burma zum Stehen. Japan ist an der Grenze seiner kriegswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. 
Japan war in Südostasien in ein Machtvakuum vorgestoßen. Niederländer und Franzosen waren wegen der Ereignisse in Europa nicht in der Lage, ihren Kolonialbesitz zu verteidigen. 

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Der Zusammenschluss der Alliierten

  • USA hatten sich bei Ausbruch des Krieges für neutral erklärt. Doch weitgehende Begünstigung Großbritanniens. Bis November 1939 Verbot von Waffenexport
    Am 31.8.1935 hatten die USA das erste Neutralitätsgesetz (bis 1937 folgten zwei weitere) verabschiedet. Ein "unparteiisches Embargo" belegte alle Kriegsbeteiligten mit einem totalen Rüstungsverbot für amerikanische Rüstungsgüter. Alle Aggressoren der folgenden vier Jahre hatten ein militärisches Eingreifen der USA nicht zu befürchten. 
  • 'Cash- and Carry-Klausel' der USA im Sommer 1940: Großbritannien konnte bei Barbezahlung und eigenem Transport in den USA Waffen kaufen.
  • Am 8.12. 1940 fordert Churchill in einem Brief an Präsident Roosevelt Geleitschutz für die amerikanischen Lieferungen sowie 2000 Kampfflugzeuge.
  • Am 24.1.1941 finden die ersten geheimen Generalstabsbesprechungen zwischen Großbritannien und den USA statt.
  • Am 1.3.1941 tritt das 'Lend-Lease-Act' der USA in Kraft. Der amerikanische Präsident wird ermächtigt, Kriegsgerät zu verleihen oder zu verpachten (Rüstungslieferung an die Alliierten). 
  • Nach dem Angriff der Deutschen auf die Sowjetunion (22.6.1941) Hilfeangebot Großbritanniens an die Sowjetunion - trotz Anti-Bolschewismus und trotz des ursprünglich schlechten Verhältnisses.
Überlegungen Großbritanniens: Bei einer Niederlage der Sowjetunion kann Deutschland auf die dortigen Rohstoffe zugreifen. Dies würde eine Verschlechterung der Lage bedeuten.

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  • 23.6.1941 Hopkins-Sonderkommission der USA in Moskau: Zusage amerikanischer Materiallieferungen (doch keine Panzer und keine LKWs)..
  • 12.7.1941 Englisch-sowjetischer Vertrag: Versprechen gegenseitiger Hilfe. Stalin fordert zweite Front in Westeuropa; Großbritannien ist dazu nicht in der Lage, die USA bleibt neutral.
  • 30.7.1941: USA-Angebot an Sowjetunion, Kriegsmaterial zu liefern
  • 14.8.1941 "Atlantic-Charta": Erklärung über die Kriegs- und Nachkriegsziele Großbritanniens und der USA: Endgültige Vernichtung der Nationalsozialisten, keine territorialen Veränderungen, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Freihandel, soziale Sicherheit, internationales System der allgemeinen Sicherheit. Im September 1941 unterzeichnete auch die Sowjetunion die Charta.
Nicht gelöstes Problem: Stalin hatte einen Teil Polens annektiert und bestand darauf, dass diese Erwerbungen nicht rückgängig gemacht werden.
  • Angriff auf Pearl Harbor am 7.12.1941 beseitigte die isolationistische Position des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt.

Franklin Delano Roosevelt (1882 - 1945)
  • Am 8.12.1941 erklärte Roosevelt Japan den Krieg. Am gleichen Tag tat dies auch Großbritannien.
  • 22.12.1941: Konferenz in Washington (Churchill und Roosevelt treffen sich zum erstenmal): Einigung auf gemeinsame Anstrengung, kein separater Sonderfrieden eines der beiden Länder, gemeinsamer Generalstab (ohne Sowjets!). Einigung auf "Hitler first" - erst danach Japan.

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Wenn Deutschland besiegt war, war auch Großbritannien frei. Bei einem Sieg über Japan konnte Deutschland immer noch die Sowjetunion besiegen. Also: Offensive im Atlantik, Defensive im Pazifik.

Die militärische Wende in Europa 1942 / 1943

Der Russlandfeldzug bis zur Schlacht in Stalingrad
  • 5.3.1942: Hitler befiehlt die Eroberung der Krim, der Halbinsel Kertsch und Sewastopols.
  • 5.4.1942 Weisung Hitlers: Sommeroffensive in der Sowjetunion. Ziele: Zugriff auf das Öl nördlich und südlich des Kaukasus, Besetzung der unteren Wolga. Rasche Raumgewinne. Um die Erfolge zu sichern, befiehlt Hitler den Angriff auf Stalingrad.
  • Schneller Vormarsch, wenig Gefangene. Russen wichen immer wieder einer Schlacht aus. Am 28.6.1942 war man am westlichen Stadtrand von Stalingrad. 

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  • 19.8.1942: Angriff der 6.Armee unter General Friedrich Paulus auf Stalingrad. 

Schlacht um Stalingrad

  • 19.11.1942: Die sowjetische Armee beginnt eine Offensive zur Umzingelung von Stalingrad. Die Front einer rumänischen Armee wird durchbrochen.
  • 23.11.1942: Ring um Stalingrad ist geschlossen (300.000 deutsche Soldaten sind eingekesselt).
  • 31.1.1943: Kapitulation des deutschen Südkessels in Stalingrad
  • 2.2.1943: Kapitulation des deutschen Nordkessels in Stalingrad - politisch-psychologischer Wendepunkt des Krieges. 

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Der Afrikafeldzug bis Tunis
  • Januar 1941: Bildung des deutschen Afrikakorps unter General Erwin Rommel zur Unterstützung Italiens, das im August und September 1940 Britisch-Somaliland und das  Königreich Ägypten besetzt hatten.
  • 4.4.1941: Eine deutsch-italienische Offensive führt zur Rückeroberung der Cyrenaika in Nordafrika.
  • Juli 1942: Rommel gelingt es, in Ägypten El Alamein zu erreichen. Hoffnung, nach Syrien und dem Irak vorzudringen und im Indischen Ozean die Verbindung mit den Japanern aufnehmen zu können.  Doch große Versorgungsprobleme da Nachschub von Sizilien nach Tripolis von der englischen Flotte bedroht ist.
  • Am 8.10.1942 kann der englische General Montgomery von Ägypten her einen Gegenangriff einleiten, der bis an die Grenze von Tunis führt.
  • Am 8.11.1942 landen Briten und Amerikaner an der atlantischen Westküste Marokkos und in den Mittelmeerhäfen Algeriens.
Hitler hatte es am 3.11. abgelehnt, die unhaltbar gewordene Stellung in El Alamein zu räumen. Im Gegenteil, er führt den deutschen und italienischen Truppen Verstärkungen zu, so dass schließlich 250.000 Mann in Tunesien zusammengedrängt werden - von jedem Nachschub abgeschnitten.
  • Die Kapitulation erfolgt am 13.5.1943.

Die militärische Wende im Pazifik


  • 1942 hat Japan seine territorialen Ziele erreicht. Die Eroberungen sollen gegen die USA und Großbritannien verteidigt  werden. Langfristig strebt man Arrangements mit diesen Ländern an. Danach soll eine Neuordnung des südostasiatischen Raums erfolgen. In den eroberten Gebieten präsentieren sich die Japaner als asiatische Macht (Befreiung von den Kolonialmächten). 

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  • Ziel war nun die Vernichtung der britischen Ostflotte
  • 4.-8.5. 1942 Schlacht am Korallenmeer - keine Entscheidung. Es war See- und Luftschlacht. Flugzeugträger waren entscheidende Waffen.
  • 3.-7.6.1942 Niederlage der japanischen Flotte bei den Midway-Inseln.
Die Amerikaner hatten den Funkverkehr der Japaner entschlüsselt und waren so auf den Angriff vorbereitet. Die Flotte der USA versenkt in einem für die Japaner ungünstigen Moment (beim Auftanken und bei der Munitionierung) drei der vier japanischen Flugzeugträger.
  • Im August 1942 geht die USA zur Offensive über.
Deutschlands Scheitern vor Moskau und die Niederlage der Japaner bei den Midway-Inseln bedeuten Scheitelpunkte des Zweiten Weltkriegs.

Die Konferenzen der Alliierten von Casablanca bis Teheran


  • 14. - 25.1.1943 Konferenz in Casablanca. Stalin hatte Einladung ausgeschlagen. Er wollte eine zweite Front. 
  • Aufforderung Deutschlands und Italiens zur bedingungslosen Kapitulation (am 24.1.1943 durch Präsident Roosevelt)  
  • Planung der Landung in Nordfrankreich, Vorbereitung für die Landung auf Sizilien
  • Stärkung der Seeverbindungen über den Atlantik. Die Geleitzüge sollen nun von Flugzeugträgern begleitet werden. Einsatz der Radartechnik.
Im August 1942 hatte es große Erfolge der deutschen U-Boote gegeben, die Transportkapazitäten der Alliierten waren geringer geworden.

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  • Strategische Bombenoffensive auf Deutschland (zur Demoralisierung der deutschen Bevölkerung)
  • Verdopplung der Kriegsanstrengungen im Pazifik.
  • Verbesserung der Allianz mit der Sowjetunion
  • Im Oktober 1943 treffen sich in Moskau die Außenminister der Alliierten (European Advisory Commission): Festlegung der Grenzen der Besatzungszonen, Beschluss zur Aburteilung der Kriegsverbrecher.
  • Ende 1943: Gipfelkonferenz in Teheran (Stalin, Roosevelt, Churchill). 

Winston Spencer Churchill (1874 - 1965)

 

Landung in Nordfrankreich im Mai oder Juni 1944. Gleichzeitig sollen die sowjetische Sommeroffensive und die Besetzung Italiens erfolgen
  • Roosevelt fordert den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan
  • Diskussion über die zukünftige Behandlung Deutschlands: Roosevelt schlägt Teilung in fünf Staaten vor, dazu noch internationale Gebiete (z.B. Ruhrgebiet). - Es kam zu keinem Entschluss.
  • Diskussion über das politische Verhältnis zwischen Polen und der Sowjetunion. Großbritannien wollte die Vorkriegsgrenze wieder herstellen. Stalin bestand auf dem Status quo. Die "Westverschiebung Polens" wird geplant (Entschädigung Polens auf Kosten Deutschlands).

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Der Zusammenbruch Italiens


  • 10.6.1943 Alliierte landen in Sizilien. Fast kein Widerstand.
  • 24.7.1943 In Rom tritt der "Große Faschistische Rat" zusammen und erwirkt mit neunzehn gegen sieben Stimmen die Absetzung Mussolinis. Neuer Regierungschef wird Badoglio (auch ein Faschist).
  • Versuch Italiens aus dem Krieg auszuscheiden (schwierig weil deutsche Truppen in Italien standen und die Italiener an vielen Fronten vertreten waren). Bodoglio schließt einen geheimen Waffenstillstand. Am 8. September gibt Badoglio die Kapitulation Italiens bekannt. Deutschland entwaffnet die italienische Armee.
  • Am 11.9.1943 erreichen die Alliierten die italienische Landesgrenze. Deutsche bleiben in Norditalien. Mussolini wird am 12.9. durch die SS befreit; er richtet eine republikanisch-faschistische Regierung ein (die jedoch kaum etwas zu sagen hat).
  • Am 22.1.1944 landen die Alliierten in Italien im Rücken der deutschen Front in Italien bei Anzio.
  • 4.6.1944 Besetzung Roms durch die Alliierten

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Der Zusammenbruch Deutschlands


  • Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 (5000 Schiffe)
Hitler hatte auf die Landung der Alliierten an der Nordküste Frankreichs gehofft. Zuversicht,  die feindlichen Streitkräfte an der Küste mit neuen Waffen (V1) schlagen zu können.

Die Rüstung Deutschlands steht auf dem absoluten Höchststand (Index der Rüstungsproduktion zu Beginn des Krieges = 100, im Juli 1944 = 322). Die Rüstungsproduktion entsprach dem Blitzkriegskonzept Hitlers. Nachdem dieses Konzept gescheitert war, musste die Rüstungsproduktion gesteigert werden. Der 'totale Krieg' begann für Deutschland nach der Niederlage in Stalingrad im Februar 1943.

  • Juli 1944: Bei vollkommener Luftherrschaft der Alliierten wird der Verteidigungsring der Deutschen durchbrochen. Landung auch in Südfrankreich. Befreiung von Paris. Bis Ende Juli befinden sich etwa 1,5 Millionen Amerikaner und Briten in Frankreich. Im Oktober 1944 war Frankreich von deutschen Truppen geräumt.

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  • Synchron zu den Aktionen der Alliierten im Westen beginnt im Juni 1944 die Sommeroffensive der Sowjetunion. Die 'Heeresgruppe Mitte' muss sich zurückziehen.
In diesen Zeitraum - genau am 20.7.1944 - fällt das Attentat auf Hitler. Der mutige Aufstand war die letzte Tat der Anhänger der monarchistischen Staatsform. Hitler, dem man zum Schutz der eigenen Klasse zur Macht verholfen hatte, sollte das Vaterland nicht in den Untergang führen. Die Tötung des Diktators misslingt.

Im Sommer 1944 geschieht - parallel zu den kriegerischen Auseinandersetzungen -  noch Schreckliches: Hitler lässt ein halbe Million Juden aus Ungarn deportieren und in den Gaskammern von Auschwitz ermorden. Die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa", wie er sie am 30.1.1939 im Reichstag verkündet hatte, stand als Ziel zumindest gleichrangig neben der kriegerischen Macht- und Raumerweiterung.

  • Ende 1944 waren die Alliierten an den Reichsgrenzen Deutschlands. Ziel der Alliierten  war die Einnahme der Grenzbefestigung Hitlers, des Westwalls.
  • Letzte Gegenoffensive der Deutschen (Ardennenoffensive). Alliierte sollen eingekesselt werden. Alliierte sollten eingekesselt werden. Offensive der deutschen Truppen erzielt Geländegewinne, kam jedoch Mitte Dezember 1944 bei Lüttich zum Stehen..
  • Offensive der Sowjets an der Weichsel. Am 25.4.1945 vereinigen sich amerikanische und sowjetische Truppen.
  • 30.4.1945 Selbstmord Hitlers; Dönitz wird Reichspräsident, Goebbels wird Reichskanzler.
Das Testament Hitlers enthielt keine Ermächtigung zur Kapitulation. Stattdessen heißt es dort, es möge "zum Ehrbegriff des deutschen Offiziers gehören ..., dass Übergabe unmöglich sei... . Dönitz verweigert den Befehl zum Untergang.
  • 5.5.1945 Kapitulation im Norden und Nordwesten.
  • 7.5.1945 Erste Kapitulation in Reims. Stalin verlangte, dass Kapitulation noch einmal in Berlin erfolgen sollte (9.5.1945).

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Die Konferenzen von Jalta und Potsdam


  • Konferenz von Jalta 4. - 11.2.1945
  • Einschätzung der Alliierten, dass der Zusammenbruch Deutschlands im Herbst 1945, derjenige Japans Ende 1946 erfolgt. Auf diesen Zeitrahmen waren alle Planungen bezogen.
  • Nach der Niederlage Deutschlands sollen Truppen der Alliierten nach Ostchina verlagert werden.
  • Die Sowjetunion soll an dem Krieg gegen Japan teilnehmen. Stalin sagt Einmarsch in Japan zwei Monate nach der Beendigung des Westkrieges zu - falls seine Forderungen erfüllt werden.
Forderungen der Sowjetunion (Geheimprotokoll):  Rückgabe der Gebiete, die Russland 1904 an Japan verloren hatte, ebenfalls Rückgabe der Kurileninseln, Positionen auf chinesischem Territorium, Eingliederung der baltischen Staaten.

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  • 17.7. - 2.8.1945 Potsdamer Konferenz
  • Der amerikanische Präsident Roosevelt war am 12.4.1945 gestorben. Churchill hatte Wahlen zum Unterhaus verloren (Sieg der Konservativen). Konferenzteilnehmer: Stalin (Sowjetunion), Attlee (Großbritannien), Truman (USA)
  • Der Kriegseintritt der Sowjetunion in Japan wird noch einmal beschlossen. Die Forderungen Stalins werden akzeptiert.
  • Beschluss der Einrichtung eines 'Alliierten Kontrollrats' in Deutschland (Viermächteregierung).

Der Zusammenbruch Japans

  • Plan der USA, zuerst die Philippinen  zu erobern. Militärisches Vorgehen: 'Springen' von Insel zu Insel, doch Mitte 1944 noch 3000 km von den Hauptinseln Japans entfernt. 
  • April 1944: Die USA erobert die Philippinen
  • September 1944: japanische Offensive in China und Burma
  • Oktober 1944: Bei der Landung einer Insel mittlerer Größe gerät die amerikanische Flotte in eine Falle der Japaner. Es kommt zur größten Schlacht in Ostasien. Einsatz von Kamikaze-Fliegern (Kamikaze = göttlicher Wind). Unentschiedener Ausgang.
  • Mai 1945: Niederlage der Japaner in Burma
  • 26.7.1945: Warnung der Westmächte vor dem Einsatz einer Atombombe, Erwartung einer bedingungslosen Kapitulation Japans - "otherwise utter destruction" (Potsdamer Erklärung).
  • 6.8.1945: Abwurf der Atombombe auf Hiroshima (50.000 - 80.000 Tote). Das japanische Kabinett will einen Kompromissfrieden. Das japanische Militär verharmlost die Katastrophe.  (Die spätere Entscheidung zur Kapitulation ist nicht aufgrund der Atombombe gefallen!).
  • 9.8.1945: Die Sowjetunion tritt in den Krieg ein, am gleichen Tag Abwurf einer Atombombe auf die Stadt Nagasaki.

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  • Der oberste Kriegsrat Japan, bestehend aus sechs Personen, soll über die Fortführung des Krieges entscheiden. Abstimmungsergebnis: 3:3. Nun wird der Kaiser um seine Entscheidung gebeten. Die Position des Kaisers ist nicht bekannt, doch am 10.8.1945 erfolgt ein japanisches Kapitulationsangebot.
  • 14.8.1945: Zweite kaiserliche Konferenz. Überzeugung der Streitkräfte über ein erforderliches Kriegsende ist schwierig. Ansprache des Kaisers an das Volk: "Es ist die Zeit gekommen, das Unerträgliche zu ertragen".
  • 2.9.1945 Endgültige Kapitulation Japans

Der Zusammenbruch Deutschlands 1949


  • Die Übernahme der Staatsgewalt durch die Siegermächte
  • Am 5.6.1945 erfolgte die formelle Übergabe der  Staatsgewalt an den Alliierten Kontrollrat. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen, Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. Die östlichen Gebiete Deutschlands bis zur Oder-Neiße-Linie wurden abgetrennt und von Stalin zunächst eigenmächtig verwaltet, schließlich mit Billigung der Westmächte, sowjetischer bzw. polnischer Verwaltung übergeben.  
Der Alliierte Kontrollrat mit Sitz in Berlin war die oberste Instanz der vier Siegermächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich). Er hatte die zentrale Gewalt in allen Fragen, die das gesamte Besatzungsgebiet betrafen. Eine einstimmige Beschlussfassung war erforderlich. Die jeweiligen Militäroberbefehlshaber verfügten jedoch in ihren Besatzungszonen eigenverantwortlich über die Entscheidungsgewalt.

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  • Wirtschaftliche und soziale Kriegsfolgen
  • Bis zum Jahresende 1946 kamen mehr als 10 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten in die vier alliierten Besatzungszonen.
Stand 29.10.1946 Bevölkerung (Mill.) Flüchtlinge und Vertriebene (Mill.)
Amerikanische Zone 17,2 2,7
Sowjetische Zone 17,3 3,6
Britische Zone 22,3 3,1
Französische Zone 5,9 0,8
Berlin 3,2 0,1
  • Die noch vorhandenen industriellen und landwirtschaftlichen Ressourcen in den Besatzungszonen genügten nicht, die Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln und Energie zu versorgen. Die Verkehrsverbindungen und damit auch das Transportwesen waren fast völlig zusammengebrochen.

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Große Teile der Industrieanlagen waren während des Krieges zerstört worden. Dazu kamen noch Maßnahmen der Alliierten zur Entflechtung der Großindustrie sowie die Entnahme von Reparationen. Verlust der vorwiegend landwirtschaftlichen Gebiete im Osten.

Soweit in den verbliebenen landwirtschaftlichen Gebieten etwas angebaut wurde, verblieb es auf dem Lande, wo es von den Verbrauchern im Tauschhandel erworben werden musste. "Hamstern" wurde zum Überlebenskampf, der Schwarzmarkt blühte.

  • In den Großstädten war mehr als die Hälfte des Wohnraumbestandes von 1939 durch die Flächenbombardements der Alliierten und die Kampfhandlungen vor Kriegsende zerstört worden.13,7 Millionen Haushaltungen standen nur 8,2 Millionen Wohnungen gegenüber.
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  • Die persönliche Situation der meisten Menschen in Deutschland war schwierig, oft katastrophal. Millionen Deutsche lebten buchstäblich in Trümmern. 

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Die Deutschlandpolitik der Westmächte


  • Schon ein Jahr nach Kriegsende gaben die USA ihr Prinzip der 'strikten Niederhaltung' Deutschlands auf. Angesichts des Wiederausbruchs des Konfliktes mit der Sowjetunion sollte die durch den Krieg schwer geschädigte Wirtschaft Europas  gestärkt und insbesondere der Wiederaufbau Westdeutschlands gefördert werden. Gemeinsames Ziel der Westmächte war die Einbeziehung Westdeutschlands in ihren Machtbereich.
  • Deutschland war eines der Hauptfelder des "Kalten Krieges", in dem keine Seite der anderen strategisch wertvolles Terrain in der Mitte Europas überlassen wollte. Dies hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Politik der Besatzungsmächte in Deutschland. (Frankreich spielte dabei insoweit eine Sonderrolle, als es bis etwa 1948 vordringlich einen starken deutschen Staat zu verhindern suchte.)
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  • Bereits im September 1946 rief der damalige amerikanische Außenminister, James F. Byrnes, in seiner Stuttgarter Rede dazu auf, die im Potsdamer Abkommen auferlegten Beschränkungen für die deutsche Eisen- und Stahlproduktion zu lockern und von der Entflechtung großer Industrieunternehmen und Banken Abstand zu nehmen. 
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  • Das Meinungsbild der Deutschen über die künftige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung geriet in den Sog des Ost-West-Konflikts. So gab es auch in den Westzonen eine breite politische Tendenz zugunsten von Sozialisierung und Mitbestimmung. Das Ressentiment gegen Demokratie, Parlament und Parteien war ebenso ausgeprägt wie die Wertschätzung für autoritäre Systeme. Viele große Unternehmen fürchteten, ihre ehemals autarke Wirtschaft unter dem Druck der Westmächte nach den Prinzipien des freien Wettbewerbs umgestalten zu müssen und sich dem Weltmarkt zu öffnen. Auch die Diskussion über die zukünftige außenpolitische Orientierung war eine Folge des "Kalten Krieges" 

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Einbindung der westlichen Besatzungszonen in internationale Institutionen
  • Politik der Westmächte war es, zumindest ihre Besatzungszonen in ein Netzwerk internationaler Institutionen einzubinden und dadurch zur Kooperation zu verpflichten. Selbstverständlich diente dieses Konzept auch dazu, die politische Entwicklung und das wirtschaftliche Potenzial in den Westzonen zu kontrollieren. 
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  • Mit der am 16.4.1948 gegründeten "Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit" (OEEC) wurde der erste Schritt auf dem langen Weg zur europäischen Integration getan.

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Die spätere Bundesrepublik wurde am 15.12.1949 vollberechtigtes Mitglied der OEEC. 

Der wirtschaftlichen Union wurde am 4.4.1949 mit der NATO ein nordatlantisches Verteidigungsbündnis zur Seite gestellt. Wirtschafts- und Sicherheitspolitik wurden so miteinander verknüpft. Der Beitritt der BRD zur NATO erfolgte 1954 im Rahmen der Pariser Verträge. 

  • Territoriale Neuordnung in den westlichen Besatzungszonen
  • Im September/Oktober 1945 wurden in der amerikanischen Besatzungszone neue Länder geschaffen. In der britischen Zone nahm man die territoriale Neuordnung ein Jahr später in Angriff.

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Die Absicht der westlichen Besatzungsmächte war, in Deutschland eine ausgewogene föderale Ordnung zu etablieren, d.h. eine starke Zentralgewalt zu verhindern. Obwohl durch die Neuordnung alte staatliche Bande zerschnitten wurden, erwiesen sich die neuen Länder langfristig als tragfähig.

Die Regierungschefs der neu geschaffenen Länder in den Westzonen wurden zunächst von den Besatzungsmächten ernannt. - Nach der Verabschiedung von Verfassungen und nach ersten Wahlen wurden demokratisch legitimierte Länderregierungen gebildet.

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  • Unter französischem und sowjetischem Protest erfolgte am 1.1.1947 der Zusammenschluss der amerikanischen und der britischen Zone. Für diese "Bizone" wurden der 'Verwaltungsrat' als exekutives und der 'Wirtschaftsrat' als legislatives Gremium eingerichtet. Die Abgeordneten des Wirtschaftsrats wurden von den acht Ländern der Bizone gewählt.

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Mit den neuen Institutionen wurden der deutschen Seite ein Teil an politischer Mitsprache und Mitgestaltung gewährt, auch wenn alle Entscheidungen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Besatzungsmächte standen.
  • Der zur Versorgung der deutschen Bevölkerung notwendige institutionelle Wiederaufbau begann zunächst bei den Gemeinden und mittleren Verwaltungseinheiten.
Da die Besatzungsmächte die dringenden Aufgaben bei der Versorgung der deutschen Bevölkerung nicht alleine bewältigen konnten, wurden politisch unbelastete Deutsche mit deren Erfüllung beauftragt. So wurden Bürgermeister und Landräte, später auch Ministerpräsidenten eingesetzt.
  • Wirtschaftliche und soziale Maßnahmen der Westmächte
  • Durch die Wiederherstellung einer für die Selbstversorgung der Bevölkerung ausreichenden Wirtschaftskraft sollte ein Gegengewicht gegen den Einfluss der Sowjetunion (u.a. die Infiltration kommunistischen Gedankenguts)  geschaffen werden. 
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  • Die Bildung der Bizone sollte dazu beitragen, sowohl die Versorgungslage als auch die Beschäftigungslage der Bevölkerung zu verbessern.
Die Verschmelzung von Rohstoffvorkommen und verarbeitender Industrie in einem größeren Wirtschaftsraum sollte die Wiederbelebung von Industrieproduktion und Außenhandel ermöglichen. 
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  • Mit dem von dem amerikanischen Staatsekretär Marshall im Juni 1947 angekündigten Europäischen Wiederaufbauprogramm sollte Europa finanziell unterstützt werden. Dieser "Marshall-Plan" hatte das Ziel, die westlichen Demokratien weniger anfällig für die sowjetische Einflussnahme zu machen.

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George Catlett Marshall (1880-1959), amerikanischer Politiker und General

 Staatssekretär des Äußeren 1947/48, Verteidigungsminister 1950/51

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Der Anteil Westdeutschlands an diesem Hilfsprogramm betrug 1,5 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Geld konnte die Lebensmittelversorgung verbessert und der wirtschaftliche Wiederaufbau forciert werden.

Die Unterstützung Westdeutschlands durch den Marshall-Plan war bei den westlichen Siegermächten umstritten. Der für die amerikanische Zone zuständige Militärgouverneur, Lucius D. Clay, drückte seine Zweifel am 4.2.1948  wie folgt aus: "Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland wird wahrscheinlich der Revanchegeist der Deutschen verstärkt aufleben, und sie werden dann noch eingehender überwacht werden müssen".

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  • Voraussetzung für die Wirksamkeit der Marshallplanhilfe war eine grundlegende Bereinigung der Währungsverhältnisse. Durch die Kriegswirtschaft stand eine riesige Geldmenge einem nur geringen Warenangebot gegenüber. Am 20./21. Juni 1948 wurde in den drei Westzonen eine Währungsreform durchgeführt und damit die Vorbedingung für die wirtschaftliche Konsolidierung geschaffen.
Löhne, Gehälter, Pensionen, Renten und Mieten wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt, die meisten anderen Verbindlichkeiten 10:1. Sparguthaben wurden im Verhältnis 100:6,5 abgewertet. Demgegenüber wurden die Besitzer von Sachwerten begünstigt.

Die Sowjetunion antwortete auf die Währungsreform mit dem Auszug ihrer Vertreten aus dem 'Alliierten Kontrollrat'  und mit der Blockade der Zugangswege zu den Westsektoren Berlins. Mit der elf Monate andauernden 'Berlin-Blockade' versuchte die Sowjetunion, die Bildung eines gegen sie gerichteten westdeutschen Teilstaats zu verhindern. 

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Die Neubildung der Parteien 


  • Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Volksparteien, die nicht mehr als Vertretungen von Klassen angesehen werden konnten. 
  • Bereits im Jahr 1945 gaben die Siegermächte den Weg zur Bildung demokratischer Parteien in ihren Besatzungszonen frei. 
Beim Neubeginn des politischen Lebens spielten Anhänger der 1933 verbotenen Parteien eine wesentliche Rolle. Vorreiter in der Zulassung politischer Parteien war die sowjetische Besatzungsmacht, in deren Zone sich ab Mitte Juni 1945 KPD, SPD, Liberale und Christdemokraten konstituierten. Amerikaner und Briten zogen im Spätsommer 1945 nach, während in der französischen Zone die Parteien erst Anfang 1946 lizenziert wurden.

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Schon bald zeichnete sich ein Muster von vier Parteien ab, die in allen Besatzungszonen entstanden. Kommunisten wie Sozialdemokraten konnten hierbei an alte Strukturen der Weimarer Zeit anknüpfen und sich rasch in allen vier Zonen etablieren.

  • Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  • Am 15.6.1945 forderte der Zentralausschuss der SPD in Berlin eine weit gehende Sozialisierung Deutschlands und ein Zusammengehen mit der KPD. Der ehemalige Reichstagsabgeordnete Kurt Schumacher, der bereits vor Kriegsende mit dem Wiederaufbau der SPD-Organisation begonnen hatte, lehnte den gesamtdeutschen Führungsanspruch des Berliner Zentralausschusses ebenso ab wie dessen Forderung nach Vereinigung mit der KPD.
Auf der "Reichskonferenz" der SPD in Hannover am 5.10.1945 einigte man sich darauf, dass der Zentralausschuss für die sowjetische Zone und Kurt Schumacher für die Westzonen zuständig sein sollten.
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  • Vor dem Zweiten Weltkrieg  überwiegend eine Arbeiterpartei wurde die SPD zur Volkspartei, die von allen Schichten der Bevölkerung gewählt und getragen wird.
Schon unter dem Nationalsozialismus und durch die Zerstörungen des Krieges war eine Einebnung der alten Klassengegensätze erfolgt. Durch die ungeheuren Bevölkerungsverschiebungen nach dem Krieg wurden jene Klassengegensätze, die den Umbruch von 1918 überstanden hatten, endgültig vernichtet.

Durch die Spaltung Deutschlands hatte die SPD den Arbeiterschwerpunkt in Ostdeutschland (Magdeburg, Sachsen) verloren.

  • Kurt Schumacher präsentiert die SPD als nationale Partei. Er spricht vom "Recht der nationalen Selbstbestimmung" und vom "Anspruch auf politische Gleichberechtigung" der Bundesrepublik.
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  • Im Gegensatz zur KPD verwirft die SPD die diktatorische Übernahme der Regierungsgewalt. Sie setzt sich vielmehr für die Einhaltung demokratischer Regeln ein. 
Im Gegensatz dazu bildet sich in der späteren DDR eine Einheitspartei der Arbeiterklasse, die politische Gegner, auch Liberale, verfolgt. Politische Gegner werden brutal unterdrückt.
  • Im Anti-Kapitalismus ist sich Kurt Schumacher mit den Kommunisten einig. Die Großindustrie und die Großbanken sollen durch die Überführung in Gemeineigentum entmachtet werden.
  • Unter dem Vorsitz von Kurt Schumacher ist die SPD auf dem Gebiet der internationale Kooperation eher zögerlich.

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Kurt Schumacher hat Vorbehalte gegen die USA, weil er deren puren Kapitalismus strikt ablehnt. Außerdem glaubt er, dass eine Westintegration der BRD eine weitere Annäherung der DDR an den Osten zur Folge haben würde. Er will sich auch nicht an die Sowjetunion annähern. Kontakte mit der DDR lehnt er ab. 1948 empfiehlt er einen Alleingang der Bundesrepublik zur Lösung der deutschen Frage.
  • Christlich Demokratische Union / Christlich Soziale Union (CDU/CSU)
  • Am 17.6.1945 wurde in Köln die "Christlich-Demokratische Partei" gegründet. Am 15.9. kam es in Frankfurt zur Gründung der "Christlichen Demokratischen Partei". Mitte Dezember einigten sich die regionalen Gruppierungen in Bad Godesberg auf den gemeinsamen Namen "Christlich Demokratische Union" (CDU). In Bayern bildete sich mit der Christlich Sozialen Union (CSU) eine selbständige christliche Partei, die sich als Schwesterpartei der CDU verstand. 
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  • CDU und CSU entstanden aus einer christlich-bürgerlichen Bewegung, in der sich ehemalige katholische Zentrumspolitiker, christliche Gewerkschaftler sowie diejenigen protestantische Schichten zusammenfanden, die in der Weimarer Republik ihre politische Heimat bei den Deutschnationalen oder den liberalen Parteien hatten. In CDU und CSU sollten sowohl Unternehmer- als auch Arbeitnehmerinteressen vertreten werden.  
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  • Anfang 1946 übernahm Konrad Adenauer den Parteivorsitz der CDU sowohl im Rheinland als auch in der britischen Zone. Als sich die CDU im Oktober zu einer bundesweiten Partei konstituierte, wurde Adenauer erster Bundesvorsitzender.
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    Die konservativen Parteien, die einst die agrarischen Interessen im Osten Deutschlands vertraten, hatten ihr Wählerpotential verloren.

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    Das 'Zentrum', die ehemalige Vertretung der Katholiken, war nach 1945 in ihren ehemaligen Hochburgen wiedererstanden, ging jedoch bald danach in der  überkonfessionellen christlichen Volkspartei auf. Dies erklärt sich vor allem daraus, dass die Katholiken durch die Bevölkerungsverschiebungen über die gesamte Bundesrepublik verteilt und die beiden christlichen Konfessionen, anders als früher im Reich, zahlenmäßig gleich stark waren.

  • Die Freie Demokratische Partei (FDP)
  • Die Liberalen überwanden nach 1945 ihre Spaltung in eine rechts- und linksliberale Partei.
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    Diese Spaltung war 1866 unter Bismarck erfolgt und hatte den Zusammenbruch von 1918 überdauert.
  • In Berlin wurde am 5.7.1945 die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) gegründet, die einen gesamtdeutschen Anspruch erhob, faktisch aber auf die sowjetische Zone beschränkt blieb.
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  • Der Schwerpunkt liberaler Parteigründungen in den Westzonen lag in Württemberg und Baden, wo Theodor Heuss und Reinhold Maier die 'Demokratische Volkspartei' (DVP) aufbauten.

Theodor Heuss (1884 -1963)

1948 erster FDP-Vorsitzender in Deutschland, Bundespräsident der BRD von 1949 bis 1959.

  • In Hamburg wurde im September 1945 die 'Partei der Freien Demokraten" gegründet. Am 11.12.1948 schlossen sich die Landesverbände in den Westzonen zur 'Freien Demokratischen Partei' (FDP) zusammen.
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  • Bei aller programmatischen Vielfalt war den Liberalen die Ablehnung kirchlichen Einflusses auf den Staat und das Eintreten für eine privatwirtschaftliche Ordnung gemeinsam.

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  • Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
  • Zulassung für alle Besatzungszonen am 10.6.1945
  • Ziele: Enteignung der Nationalsozialisten und Großgrundbesitzer, Verstaatlichung lebenswichtiger Versorgungsbetriebe, parlamentarische Demokratie (Ablehnung des Sowjetsystems für Deutschland).
  • Die KPD findet im Westen keine Massenbasis.
  • Kleinere Parteien
  • Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 
  • Bayernpartei (Ziel: souveränes Bayern)
  • Deutsche Reichspartei (sehr konservativ und national)

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Die Gründung der Bundesrepublik 

  • Die entscheidenden Weichen zur Gründung der Bundesrepublik wurden im Frühjahr 1948 auf einer Sechs-Mächte-Konferenz in London gestellt. Die drei Westalliierten sowie die Benelux-Staaten einigten sich darauf, die westdeutschen Ministerpräsidenten zu autorisieren, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen, welche eine Verfassung für den zu schaffenden westdeutschen Staat ausarbeiten sollte.
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    Die Ministerpräsidenten wiesen in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass vermieden werden müsse, "die Spaltung zwischen West und Ost zu vertiefen". Sie wehrten sich gegen den Staatscharakter des zu errichtenden Gebildes und plädierten für ein Provisorium, das einen organisatorischen Rahmen für den Bereich der Westzonen bilden sollte. Auch eine Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf lehnten die Ministerpräsidenten ab; die Länderparlamente sollten das 'Grundgesetz' ratifizieren (Die Bezeichnung 'Grundgesetz' sollte den vorläufigen Charakter deutlich machen).

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    Die grundsätzlichen Bedenken gegenüber einer westdeutschen Teilstaatsbildung wurden aufgegeben, nachdem der US-Militärgouverneur Lucius D. Clay mit Konsequenzen für das eingeschlossene Berlin gedroht hatte.

    Die Ministerpräsidenten erreichten, dass das Grundgesetz nicht von einer vom Volk gewählten Nationalversammlung, sondern von einem 'Parlamentarischen Rat' erarbeitet wurde, dessen 65 Mitglieder die Länderparlamente zu bestimmen hatten.

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  • Der 'Parlamentarische Rat', der ab Anfang 1948 in Bonn tagte, setzte sich zum Ziel, den Rechtsstaat in Deutschland neu zu befestigen und eine parlamentarische Demokratie westlichen Musters zu errichten. Man stimmte darin überein, dass man "Lehren aus Weimar" ziehen, also Strukturmerkmale der Weimarer Verfassung beheben wollte, die den Untergang der ersten deutschen Demokratie begünstigt hatten.
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  • Am 12.4.1949 stimmen die westdeutschen Ministerpräsidenten in Bonn dem von den Westalliierten am 8.4. vorgelegten Besatzungsstatut als Voraussetzung für die Gewährung  der künftigen westdeutschen Teilsouveränität zu.

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  • Nach dem Besatzungsstatut liegt die oberste Regierungsgewalt praktisch bei den westlichen Alliierten, die sich Sonderbefugnisse in wichtigen Bereichen vorbehalten haben (Abrüstung, Militarisierung, Ruhrkontrolle, Demontage und Entflechtung der Großindustrie, auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft). Gesetze treten nur in Kraft, wenn die Besatzungsmächte keine Einwände erheben. Sie können die Regierungsgewalt jederzeit aus „Sicherheitsgründen oder zur Aufrechterhaltung der demokratischen Ordnung" in Deutschland übernehmen.
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  • Mit dem Besatzungsstatut wurde die direkte Militärregierung der westlichen Besatzungsmächte beendet. Die politischen Kontrollbefugnisse werden auf die Alliierten Hohe Kommissare John J. McCloy (USA), André Francois-Poncet (Frankreich) und Sir Brian Robertson (Großbritannien) übertragen.

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  • Am 8.5.1949 beschließt der Parlamentarische Rat das Grundgesetz. In der Schlussabstimmung wird es von 53 der 65 Delegierten befürwortet. In der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rats am 23.5.1952 wird das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet. Es wird von Konrad Adenauer, dem Präsidenten des Parlamentarischen Rates, unterzeichnet
  • Vergleich des Grundgesetzes mit der Weimarer Verfassung
  • Wie in der Weimarer Verfassung werden im Grundgesetz individuelle Freiheits- und politische Mitwirkungsrechte garantiert. Neu ist, dass die Grundrechte als vorstaatliche Menschenrechte angesehen werden, die unter den Schutz einer Verfassungsgerichtsbarkeit gestellt sind.
    Das 1951 geschaffene Bundesverfassungsgericht wurde zum "Hüter der Verfassung". In der Weimarer Republik war der Schutz der Verfassung höchstens indirekt über den Art. 48 (Notstandsparagraph, Reichsexekution) möglich; prinzipiell konnten alle Artikel mit Zweidrittelmehrheit geändert werden.
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  • Die Rechte des Staatsoberhaupts (des Bundespräsidenten) wurden deutlich beschnitten. Der Präsident wird nicht mehr direkt vom Volk gewählt, sondern von der 'Bundesversammlung', die je zur Hälfte aus Mitgliedern des Bundestags und aus Abgeordneten der Landesparlamente besteht.
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  • Die Stellung des Kanzlers und seiner Regierung wurde gestärkt. Die Entscheidung über seine Wahl (oder Abwahl) liegt allein beim Parlament. Über das Instrument des 'konstruktiven Misstrauensvotums' kann er nur dann zum Rücktritt gezwungen werden, wenn sich gleichzeitig eine parlamentarische Mehrheit für einen neuen Kanzler findet. Diese Regelung festigte die Position des Kanzlers gegenüber dem Parlament. Der Kanzler hat außerdem das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. Er legt die Zuständigkeiten eines jeden Ressorts fest und bestimmt generell die "Richtlinien der Politik".
Während der Weimarer Republik war die Stellung der Regierung wegen der Möglichkeit eines 'einfachen Misstrauensvotums' durch das Parlament relativ schwach. 
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  • Das Parlament bekam zu seiner traditionellen Gesetzgebungs- und Kontrollfunktion noch die Möglichkeit, den Kanzler zu bestimmen. Die Regierung muss sich auf eine Mehrheit im Parlament stützen.
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  • Dem Bundesrat, dem Organ für die Vertretung der Länder wurde in bestimmten Fragen (vor allem in Fragen der Steuererhebung und der Steuerverteilung) ein Mitspracherecht an der Gesetzgebung des Bundes eingeräumt.
In den Fragen nach dem Freiraum der Landespolitik und über die Rolle und das Gewicht der Länder in Angelegenheiten der Bundespolitik hatte es sowohl innerhalb des Parlamentarischen Rats als auch zwischen der deutschen Seite und den Alliierten Konflikte gegeben. Grundsätzlich einigte man sich auf eine Stärkung der Rechte der Ländervertretung. In der Weimarer Republik hatte der 'Reichsrat' nur eine geringe Mitwirkungsmöglichkeit an der Legislative.

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Mit dem Grundgesetz war die Basis für eine parlamentarische Demokratie in Deutschland gelegt. Die junge Bundesrepublik sah sich jedoch noch immer unter die Vormundschaft der 'Alliierten Hohen Kommission' gestellt, die im September 1949 an die Stelle der Militärgouverneure getreten war. Die Westmächte bestimmten nach wie vor über die Souveränität; sie bestimmten nicht nur die Außenpolitik sondern übten auch eine generelle Kontrolle über die Politik der Bundesregierung aus.

In der Ära Adenauer  konnten die Vorbehaltsrechte der Alliierten in mehreren Schritten abgebaut werden.

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Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik

  • Schaffung von Verwaltungsstrukturen
  • Kadergruppen, die während des Krieges in der Sowjetunion ausgebildet wurden, übernahmen bereits vor Kriegsende ihre Tätigkeit in Berlin (Walter Ulbricht), Sachsen und im Ostseegebiet.
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  • Im Juli 1945 kam es zur Schaffung von fünf Landes- und zwölf Provinzialverwaltungen. Im Oktober 1945 erlaubte die sowjetische Militärorganisation (SMAD) die Bildung der ersten deutschen Zentralverwaltung. Den Landes- und Provinzialverwaltungen wurde das Recht übertragen, Verordnungen mit Gesetzescharakter zu erlassen.
  • Parteien
  • Im Juni 1945 ergeht der Befehl der Sowjetunion zur "Bildung und Tätigkeit antifaschistisch-demokratischer Parteien". Sie unterstehen der Kontrolle der SMAD. Während der Monate Juni und Juli wurde die Gründung folgender Parteien genehmigt: KPD (Wilhelm Pieck), SPD (Otto Grotewohl), Christlich-Demokratische Union Deutschlands, Liberal-demokratische Partei Deutschlands.
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  • Am 14.7.1945 werden die vier Parteien zum "antifaschistisch-demokratischen Block" zusammengeschlossen.
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  • Am 22.4.1946 werden KPD und SPD zwangsweise zur 'Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands' (SED) verschmolzen.

Plakat der SED

Berlin, Staatliche Museen - Kunstbibliothek.

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  • Gesellschaftliche und wirtschaftliche Reformen
  • Im September 1945 werden Verordnungen über die Bodenreform erlassen. Mehr als 7000 Großgrundbesitzer werden entschädigungslos enteignet. Zwei Drittel des enteigneten Landes gehen an bisher landlose Bauern.
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  • Einrichtung von staatlich geförderten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG).
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  • Überführung der Industrieproduktion in Staatsbesitz.
Bis Frühjahr 1948 befinden sich 45% der gesamten Industrieproduktion in Staatsbesitz. Die Unternehmen werden zu 'Volkseigenen Betrieben' (VEB) umgewandelt. 25 Prozent der Gesamtindustrie werden im Rahmen der Reparationszahlungen von der Besatzungsmacht übernommen.
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  • Gleichschaltung des kulturellen Lebens (Theater, Kinos, Rundfunk, Zeitungen, Fernsehen, Literatur u.a.)
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  • Durchsetzung der zentralen Planwirtschaft und Ausbau der volkseigenen Industrie
Die sowjetische Deutschlandpolitik
  • Ausrichtung der Deutschlandpolitik am sowjetischen Sicherheitsbedürfnis. Der sowjetische Machtbereich sollte durch die Schaffung eines 'Schutzgürtels' gegenüber der westlichen Einflusssphäre abgeschirmt werden.
Die Schaffung des Schutzgürtels wurde durch direkte Annexionen (Baltikum) und durch Gründung von sog. 'Volksdemokratien' (Rumänien, Polen, Bulgarien) geschaffen. 
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  • Die sowjetische Besatzungszone sollte zunächst neben anderen Staaten (CSSR, Ungarn, Jugoslawien) eine "Pufferzone" zwischen Kapitalismus und Sozialismus bilden. Unter dem Druck der amerikanischen Eindämmungspolitik (containment-policy) wurde die SBZ in den 'volksdemokratischen' Gürtel einbezogen.
  • Die offizielle Gründung des zweiten deutschen Staates am 7.10.1949 ist Endpunkt einer Entwicklung, deren Ziel von Beginn an die Gründung einer "deutschen demokratischen Republik" war.
Vor der Gründung der DDR war die in der sowjetisch besetzten Zone verwirklichte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung als Beispiel für eine gesamtdeutsche Lösung definiert worden. Andererseits wurden während der Besatzungszeit Vorarbeiten für die Gründung eines ostdeutschen Separatstaates geleistet.
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