Fargo verließen wir am nächsten Morgen gegen 11 Uhr, um weiternach Osten zu reisen. Via Highway 10 und kleinere Straßen gelangtenwir in eine Gegend, die durch Hausbauweise, zunehmenden Baumbewuchs und besondersdurch die Namensgebung an Skandinavien errinnerte. Hier sollen die Nachfahrender Wikinger, die unter Leif Eriksson bzw. dessen Nachfolgern Amerika langevor Columbus erreichten, gesiedelt haben. Auf jeden Fall war dieses Gebietein beliebtes Ziel skandinavischer Auswanderer, die sich hier späterniederließen. Gegen Mittag überquerten wir den Mississippi-River,der hier unweit seiner Quelle noch nicht so eindrucksvoll war wie der gleicheFluß auf unserer Hinfahrt. Hier war er dafür viel schöner,wie wir fanden.
Die Wälder wurden immer dichter und waren nur noch hin und wieder vonSeen unterbrochen. Bis nach Duluth hätten wir es wahrscheinlich nichtmehr geschafft, weshalb wir Ausschau nach einem Zeltplatz hielten. Der ersteNational Forest Campground, den wir fanden, war leider geschlossen. Unweitdieses Platzes wurden wir jedoch mit einer wahren Perle fündig. DieNational Forest Campsite am Big Sandy Lake im Savanna Forest war brandneurenoviert und ausgestattet mit Duschen, heißem Wasser zum Abwaschen,großem Blockhaus mit Kamin für Feste und kostenlosem Feuerholzaus Abfällen einer Sägemühle. Die Streifenhörnchen nahmenmit ausgesprochener Freude an unserem Abendbrot teil. Der schöne Standortam Ufer des Big Sandy Lake war die Krönung dieses Tages, der uns 220Meilen näher nach Hause gebracht hatte.
Big Sandy Lake verließen wir um 10.30 Uhr. Kurz nach unserer Abfahrtfing es an, warm und nieselig zu regnen. Zuerst umgaben uns Birkenwälderwie in der Taiga. Auch die Fauna war entsprechend, wie wir im Laufe der Fahrtbeobachteten. Eine Herde Rehe spazierte kurz nach unserer Vorbeifahrt überdie Straße und am Waldesrand sahen wir drei Bobcats auf der Lauer liegen.Ab Duluth hörte der Regen auf und wolkiger Himmel umgab uns. Die Uferdes Lake Superior waren von großen Piers gesäumt, die fürdie Schüttgutverladung eingerichtet schienen. Kohle und Metalle ausWisconsin und Michigan wurden hier in der Vergangenheit in großemMaße verschifft. Heute sah alles ein bißchen verlassen aus.Nachmitags erreichten wir die Upper Peninsula Michigans, die im Laufe desWeges immer bergiger wurde. Mehr und mehr kanadische Vans bevölkertendie Straßen. Der Abend überraschte uns durch eine Gewitterfront,die uns in Negaunee, Michigan nach 340 Tagesmeilen zur Flucht in ein Motelzwang.