Kurz nach dem recht beschwerlichen Aufstieg zum Rand des Canyons waren wir dann wieder auf der Straße. Unser Weg zum Nord-Ost-Eingang des Parkes führte uns an bisher ungesehenen Merkwürdigkeiten vorbei. Die mancherorts sichtbaren Basaltschichten sind aus extrem harten, säulenförmigen Steinkristallen aufgebaut, die sich im Laufe des Abkühlens eines Lavaergusses bildeten. Die Säulenschicht auf unserer Seite des Tales diente als willkommene Grundlage zum Bau einer haltbaren Straße. Tief unten im Tal rauschte immer noch der Yellowstone River, unser treuer Begleiter,den wir an der nächsten Kreuzung verlassen und erst unzähligen Meilen und Höhenfüßen (oder besser Höhenmetern) wiedertreffen sollten.
Im Laufe der Zeit drangen wir immer tiefer in diesen Teil der Rocky Mountains ein. Zunächst waren die Berge noch hügelig, in der Ferne zeigten sich jedoch bereits schroffe Felszacken. Am Rande des Weges waren Reste einer ehemaligen Springquelle, der Soda-Butte zu besichtigen. Die Höhe der Kalkablagerungen spricht für einen sehr lange aktiven Geysir, der, wie die Erosion seiner Basis andeutet, wohl schon vor der Entdeckung Amerikas seinen Dienst eingestellt hatte. Langsam erklomm unsere Straße die Höhen der Rockies. Von Zeit zu Zeit beschien die Sonne saftige Bergweiden, auf denen die Kühe ohne Aufsicht und Elektrozaun weiden. Diese "Openrange"- Weiden verlangen dem Kraftfahrer ein erhöhtes Maß Aufmerksamkeit ab, da hinter jeder Kurve ein ausgewachsenes Rindvieh auf der Straße stehen kann. Erster "Höhe"-punkt auf unserem Weg durch die Rocky Mountains war der Colter-Pass mit 2400m Höhe. Ein kleiner Ausflug auf einer Seitenstraße endete an einem Hinweisschild, das die Weiterfahrt nur für allradgetriebene Fahrzeuge empfahl. Da unser "Wagen" diese Spezialausrüstung nicht aufwies, kehrten wir lieber um und erfreuten uns an einem der kleinen Bergseen.