Das spätabendliche Duschen am Vortage war nur ein kümmerlicher Vorgeschmack auf die "Große Wäsche", die wir am nächsten Morgen veranstalteten. Danach ging es zum lange geplanten Ausflug zum Mount Washburn, der den ganzen Park überblickt. Auf dem Wege dahin kamen wir an bisher ungesehenen Attraktionen vorbei, wie zum Beispiel einem matschblubberndem "Mud-Vulcano". Die Gegend, in der diese heißen Quellen zu finden waren, hatte einen unangenehmen Beigeschmack nach faulen Eiern, eine Eigenschaft, die die anderen Geyser, die wir bisher besucht hatten, nicht teilten. Jedoch auch hier fanden sich Büffel inmitten der heißen Quellen, die nach Angaben der Parkranger in großen Gebieten nur durch eine dünne Gesteinsschicht von der Oberfläche getrennt sein sollen. Stellenweise sah man allerdings auch einige bleiche Knochen in Quelltöpfen liegen. Wir haben die Dicke der Deckschicht dann doch lieber nicht persönlich erprobt, schon weil es unfair gegenüber anderen Besuchern wäre, die Geyser durch Hineinfallen zu verunzieren.
Mount Washburn zeigte sich dann zunächst von seiner schönsten
Seite, mit sommerlichen Gebirgsblumen bewachsen. Nachdem wir
ihn eine Weile erklommen hatten, sahen wir eine bedrohliche
Gewitterwolke in unsere Richtung ziehen. Nach kurzem Kriegsrat
beschlossen wir, die weitere Besteigung abzubrechen und in
sicherere Regionen zurückzukehren. Fünf Minuten nach unserer
Ankunft fing es dann auch an, heftig zu pladdern. Das Unwetter
war jedoch ebenso schnell vergangen, wie es begonnen hatte. Wir
hatten noch Lust und Zeit für einen kleinen Abstecher zum
Firehole-River, der an seinem Unterlauf eine schöne Badestelle
hat. Das Badewasser war auf etwa 20°C vorgeheizt und machte
damit das Einsteigen viel leichter als der Leigh-Lake in Grand
Teton Nationalpark. Im Oberteil der Badestelle befindet sich ein
Canon, indem das Wasser noch wärmer war. Die Strömung war dort
jedoch reißend, so daß äußerste Vorsicht walten mußte.