Den größten Teil des nächsten Tages verbrachten wir mit einem
Besuch des "Norris Geyser Basins", welches sich unweit unseres
Zeltplatzes erstreckte. Hier befanden sich heiße Qellen und Seen,
Geysire und Dampfspeier sowie Mudvulcanos, in welchen heißer
Matsch blubberte. Der Echinus-Geysir machte uns dann noch die
Freude einer recht pünktlichen Eruption. Dieser Geysir ist der
weltgrößte Säure-Geysir, er spuckt saures Wasser mit einem
pH-Wert von 3.4, was etwa dem von Essig entspricht.
Am nächsten Tage brachen wir frühzeitig auf,
da wieder mal Tapetenwechsel angesagt war. Diesmal wurde es
noch ein Stück abenteuerlicher. Wir hatten zwei
Backcountry-Campsites im Grand Teton Nationalpark reserviert,
die nur mit dem Kanu erreichbar waren. Während der Fahrt nach
Jackson Hole schien die Sonne vielversprechend auf unser
unternehmunglustiges Trio. Beim Einladen des Kanus zogen
jedoch erste Gewittervorboten über den Bergspitzen auf. Wir
hatten keine große Wahl, also nichts wie hinein und los. Das
erste größere Hindernis war eine Portage, die wir eine Stunde
nach Abfahrt zu bewältigen hatten. Inzwischen hatte es schon
ein bißchen geregnet, wir hofften jedoch noch auf ein Einsehen
seitens Petrus. Doch dieser schien sich heute stur zu stellen.
Kurz nach Verlassen der Portage begann es heftig zu regnen, um
nicht vor Ablauf einer geschlagenen Stunde aufzuhören. So blieb
uns nichts anderes übrig, als den Regenguß in der Nähe einer
kleinen Insel unter unserer Plane abzuwettern. Zum Glück meinte
zumindest Rasmus es gut mit uns und ließ den Wind völlig
einschlafen. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann endlich unsere
Campsite Leigh Lake #16, die auch den schöneren Namen
"Paintbrush Inlet" trug. Anfängliche Befürchtungen über die
Anwesenheit von Bären ließen sich glücklicherweise rasch
zerstreuen und nach einem gemütlichen Abendbrot wiegte uns
das Rauschen eines nahen Wildbaches rasch in den wohlverdienten
Schlaf.