Die
Eigenart der hiesigen Landschaft wird durch Monumente wie Devils Tower noch
verstärkt. Um diesen Überrest eines uralten Vulkankamins rankt
sich eine schöne Indianersage. Der indianische Name des Felskegels lautet
"Mateo Tepee", zu deutsch "Haus des Bären". Einst spielten acht
Indianerkinder in dieser Gegend, sieben Schwestern und ihr Bruder.
Urplötzlich verwandelte der Junge sich in einen Bären. Die Geschwister
erschraken furchtbar, sie rannten davon und der Bär setzte ihnen nach.
Sie kamen zum Baumstumpf eines ehemals riesigen Baumes und der Baumstumpf
sprach zu ihnen. Er bot den Schwestern an, sie mögen auf ihn klettern.
Sobald sie dies getan hatten, wuchs er mit ihnen in den Himmel. Der Bär
jagte ihnen nach, sie waren jedoch bereits außerhalb seiner Reichweite.
Da erfüllte ihn Wut und er zerkratzte mit seinen Klauen die Rinde des
Riesenstumpfes, Spuren dieses erfolglosen Angriffes sind jetzt noch sichtbar.
Die sieben Schwestern jedoch waren gerettet, sie bilden heute die sieben
Haupsterne des Sternbildes "Großer Bär".
Der Berg hat eine putzige Nachbarschaft, eine Präriehund-Stadt. Diese possierlichen Nager stehen die meiste Zeit des Tages in der Nähe ihrer Schlupflöcher, um bei Gefahr einen Pfiff auszustoßen und wie der Blitz in ihrem Bau zu verschwinden. Als wir die Gegend des Devils Towers verließen, dunkelte es bereits. Die einsetzende Dunkelheit brachte schwere Gewitter, die zeitweise die ganzen umgebenden Wolken in gleißende Helligkeit tauchten im Gegensatz zu der alles verschlingenden Schwärze des nassen Highways bei Nacht. Um 23 Uhr erreichten wir nichtsdestotrotz nach 395 Meilen Fahrt unser Etappenziel Sheridan, Wyoming. Dieses Etappenziel war ausreichend weit von den Black Hills, einer offensichtlichen Touristenattraktion entfernt, um freie Motelkapazität zu besitzen. Versuche, vorher eine Unterkunft zu finden, waren aussichtslos gescheitert.