Gegen 3 Uhr nachmittags verließen wir die Missile Range und machten uns an die Absolvierung der Tagesstrecke. Das bedeutete diesmal 60 Meilen Landstraße nach Las Cruces und danach etwa 250 Meilen Interstate 10 bis zum KOA Campground in Benson, Arizona, der unser Basecamp für die nächsten Tage sein sollte. Auf diesem Zeltplatz hatten wir eine Hütte reserviert, nachdem uns der Besitzer zugesichert hatte, dass sowohl der geheizte Pool als auch der Whirlpool geöffnet wären. Vom Whirlpool machten wir am gleichen Abend noch Gebrauch, um die Strapazen der Reise zu vergessen. Er war gut geheizt, die einzig kritische Strecke lag zwischen dem Ausstieg aus dem Pool und dem Eingang unserer Hütte, etwa 30 Meter, die wir dampfend zurücklegten. Der Ausblick aus dem nicht überdachten Becken auf den klaren Sternenhimmel Arizonas ließ aber auch dieses Handicap gering erscheinen.
Einfahrt in Copper Queen Mine Nachdem wir am nächsten Morgen den Reif von den Fensterscheiben des Autos entfernt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Bisbee, Stadt der sagenumwobenen Copper Queen Mine. Immer wieder fielen uns an den Abhängen von Bergen in der Umgebung von Marktflecken und Städtchen einzelne gigantische weiße Buchstaben auf. Leider konnte (oder wollte) uns niemand über den Sinn oder Unsinn dieses Brauchtums aufklären. Da wir nach unserer Ankunft in Bisbee nach über zwei Stunden Zeit bis zur nächsten Tour in der Mine hatten, unternahmen wir noch eine kurze Stadtbesichtigung mit Imbiss. Kurz vor 14.30 war es dann soweit. Zunächst wurden wir mit Regenjacke, Helm und Batterielampe zünftig eingekleidet. Danach fuhren wir mit einem kleinem Zug mit einer Akkulok in die Copper Queen Mine ein. Ehemalige Bergleute führten uns in die eigentlichen Abbaustollen und erklärten den Aufbau der Mine, die Arbeitsweise der Bohrer und Sprengsätze, das Abbauverfahren und auch so notwendige Hilfsmittel wie z.B. den Klowagen.

Klowagen Die Copper Queen Mine legte nach ihren Ausführungen mit einem Kupfergehalt von 25% den Grundstein zum Reichtum der heute größten Kupferbergbaugesellschaft Amerikas. Auf der Rückfahrt kamen wir in eine Kontrolle der US Border Patrol. Der übliche "Große Bahnhof": Strassensperre, zwei Cop Cruisers, großer grauer Van, schwarz betuchter Officer mit der typischen Spiegelsonnenbrille im Pilotendesign. Auf die Frage: "You're all american citizens?", anwortete Chris vom Beifahrersitz ganz trocken: "Yeah", noch ehe ich irgend etwas drucksen konnte. Der Officer lächelte freundlich und winkte uns durch. Am Nachmittag gegen 4.30 waren wir wieder in Benson. Der strahlende Sonnenschein lockte uns sofort zum Pool. Die Schwimmfläche war mit blauem Bubblewrap abgedeckt, den wir zunächst sorgsam aufwickelten, um Zugang zum Wasser zu gewinnen. Nach kurzer Zeit hatte jedoch einer der Lausbuben den Geistesblitz, dass man die Folie wieder draufziehen könnte und dass sich diese neugewonnene Grenzfläche noch wesentlich besser zum Toben eignete. Zum Glück überstand die Folie die Tortur ohne offensichtliche Schäden. Nach Sonnenuntergang warf ich noch eine Ladung Würstchen auf den Grill, während die Buben in der Hütte 'Siedler' spielten.

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