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Den Sonnenaufgang des nächsten Tages verschliefen wir um Stunden. Erst gegen 10 Uhr regten sich erste Gestalten und stellten überrascht fest, dass unsere Nachbarin bereits auf und davon war. Um zwölf hatten auch wir dann unsere Morgenzeremonien beendet und starteten flussabwärts zur zweiten Etappe. Es war ein wunderschöner Tag geworden mit ca. 25 Grad Celsius im Schatten, viel Sonne und wenig Gegenwind. So beeilten wir uns, nachdem wir etwa eineinhalb Stunden lang von unseren zum Doppelpack zusammengebundenen Kanus die Canyonkulisse bestaunt hatten, dann doch noch rechtzeitig Bonita Bend, unser heutiges Etappenziel zu erreichen.
Dort angelangt, entdeckten wir einen der schönsten Zeltplätze dieser Fahrt. Die Sonne lockte, aber der Fluss war mit 10 Grad Celsius entschiden zu kalt zum Baden. Selbst Micha, der sonst immer der erste im Wasser war, zögerte. Wenigstens hatte er schon mal die Badehose an, Kultur in der Wildnis. Dann stellten wir fest, das das Wasser für eine zünftige Schlammschlacht mit dem braunen Modder des “Green” River doch nicht zu kalt war und schon entbrannte ein heftiges Gefecht. Nach wildem Hin und Her waren wir dann so dreckig, dass wir doch noch ins Wasser mussten.
Das war so kalt, dass kein Längenmaß mehr ausreichte. Beim Untertauchen, die Haare hatten auch gehörig was abgekriegt, zwickte richtig die Kopfhaut. Zum Glück hatte ich rechtzeitig die Solardusche gefüllt und in die Sonne gelegt, so dass wir uns schnell wieder aufwärmen konnten. Nach gründlicher Reinigung und Abendessen kletterten wir noch bis zur Basis des senkrechten Teils der Canyonwände, wo wir seltsame schwarzgrüne Querstreifen entdeckt hatten. Beim Näherkommen stellten diese sich als Sickerstellen heraus, an denen Wasser hervortrat, das hier Moosen und kleinen, hellblauen Blumen ein gutes Auskommen sicherte. Der Tag klang wie üblich am Lagerfeuer aus. Im Mondlicht sahen die uns umgebenden Canyonwände wie Eisberge aus.
  
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