Der folgende Tag brachte nur leichten Wind mit sich, was wir zum Anlass nahmen, die eigentlich für White Sands geplanten Raketenstarts durchzuführen. Etwas außerhalb von Moab fanden wir ein ausreichend großes und flaches Feld, dass sich für unsere Zwecke gut geeignet erwies. Wir begannen mit der kleinsten Rakete, Twister genannt, weil sie sich bei Brennschluss in zwei Teile zerlegt, die daraufhin zu Boden trudeln. Nach dem zweiten Start war allerdings das Hinterteil verloren gegangen. So starteten wir mit einer gewissen Resignation das Vorderteil allein, mit der Vermutung es wegen seiner Winzigkeit nun auch noch einzubüßen. Was für eine Überraschung, als wir das verlorengeglaubte Raketenhinterteil in einem halben Meter Entfernung vom eben gelandeten Vorderteil wiederfanden. Nach dem erfolgreichen Start mehrerer anderer Raketen mutig geworden, sollte dann auch das erste Mal die Zweistufenrakete fliegen, die wir in Maryland nie starten konnten, weil dort die Felder nicht groß genug waren, um sie wiederfinden zu können. Leider war die Stufentrennung nicht so sauber wie geplant und die zweite Stufe entfernte sich mit hoher Geschwindigkeit in einem sauberen 45°-Winkel in Richtung auf den am Horizont sichtbaren Kleinflughafen. Ob sie ihn erreicht hat, wollten wir dann doch nicht erfragen und gaben somit diese Rakete auf. Da wir alle unsere größeren Triebwerke mittlerweile vertan hatten, nahmen wir den Zwischenfall zum Anlass, unseren Startplatz abzubrechen. Einziges Hindernis hierbei war die Tatsache, dass Micha inzwischen Drachensteigen gegangen war und in seiner Euphorie die gesamten 100 Meter Drachenschnur abgewickelt hatte. Zum Glück opferte sich Robert und half ihm durch das Aufwickeln eines guten Anteils der Schnur.

Rainbow Arch Auf dem Rückweg nach Moab schauten wir noch einmal im Arches Nationalpark vorbei, da wir dessen Hauptattraktion Delicate Arch, der das Wahrzeichen Utahs ist, noch nicht gesehen hatten. Nach einer strammen Wanderung erreichten wir auch dieses Felsgebilde, das am Rande eines steinernen Amphitheaters liegt und durch Größe sowie Hintergrund einen wahrhaft majestätischen Eindruck hinterlässt. Nachdem uns auch hier wieder ein Schauer mit Schnee überrascht und somit ein zumindest fragwürdiges Bild auf die Wetterentwicklung der nächsten Tage geworfen hatte, besuchten wir auf der Heimfahrt noch kurz Tex’s Riverways in Moab, um die Treffzeit für den nächsten Tag zu erfragen und zwei wasserdichte Säcke auszuleihen, in die wir unsere Schlafsäcke packen konnten. Ein kurzer Abstecher in einen von Moabs Rockshops erbrachte noch einen Saurierzahn, den Micha schon lange ausgeguckt hatte. Um acht Uhr früh sollten wir abfahrfertig an der Tür von Tex’s Riverways stehen, weshalb ich den Wecker auf fünf Uhr früh stellte und die ganze Bande früh ins Bett scheuchte.

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