|
Am nächsten Morgen schliefen wir uns erst einmal ausführlich aus und erkundeten das Städtchen Moab nach einem umfangreichen Frühstück. Zur Vorbereitung unserer Green River Paddelexpedition hatten wir einen Erholungstag eingeplant, den wir zur Ergänzung der Vorräte nutzten. Hier kam auch Robert endlich dazu, sich eine Angelausrüstung zu kaufen, die er durch streng riechenden Catfish- (Katzenwels-) köder komplettierte. Die Stadt war voller Allrad-Freaks, die hier ihr jährliches Ostertreffen feierten. Dies sowie die Mountainbikepfade der Umgebung wie der “Slickrock Trail” stellen die Hauptanziehungskraft der Tourismusindustrie der Gegend dar. Im Nachhinein beglückwünschte ich mich noch einmal zur Reservierung unserer Unterkunft. Die Nationalparks “Arches” und “Canyonlands”, für die wir uns interessierten, liefen nicht so hoch in amerikanischer Gunst. Nach dem Mittagessen bei Wendy’s, für das wir beim KOA einen Coupon erhielten und bei dem Robert durch gleichzeitiges In-den-Mund-stecken von 20 Pommes Frites einen neuen offiziellen Ferienrekord aufgestellt hatte, unternahmen wir unseren ersten Ausflug in das Arches-Gebiet. Wir fuhren dabei an einem mit meterhohem Maschdraht umzäunten Gebiet vorbei, von dem wir später erfuhren, dass es zu einem hier ansässigen Uranbergwerk gehörte. Moab, dass seine Gründung dem naheliegenden, einzigen Übergang über den Colorado River in dieser Region verdankt, erfuhr in den 50er Jahren einen unerhörten Aufschwung durch die hier lagernden Uranvorkommen, die die Grundlage des amerkanischen Kernwaffenarsenals bildeten. Daneben spielte die Stadt eine große Rolle in der amerikanischen Filmindustrie, da ihre Umgebung in vielen berühmten Western und SciFi-Streifen gern als Hintergrund benutzt wurde.
Im Arches-Nationalpark angekommen, begaben wir uns schnellstmöglich in die abgelegeneren Teile dieses Klettergartens, wobei wir die Hinweise der Parkranger so gut wie möglich beherzigten, indem wir Vegetation mieden und uns nur auf felsigem Untergrund bzw. in von Wasser ausgewaschenen Rinnen bewegten. Diese Verhaltensweisen sollen den menschlichen Einfluss im Park auf ein Mindestmaß reduzieren, ohne zu größeren Einschränkungen in der individuellen Routenwahl, sprich dem Verbot des Verlassens der Wege, zu führen. Dieses Bemühen, die empfindliche Wüstennatur zu schonen, in der biologische Prozesse sehr viel langsamer ablaufen als in gemäßigten Regionen, sollte uns auch bei unserer Flussexpedition von deren Veranstaltern wieder ans Herz gelegt werden. Den Erfolg eines offenbar recht konsequenten Einhaltens dieser Regeln konnten wir sowohl im Arches-Nationalpark als auch später am Green River bewundern. Nach einiger Zeit waren wir des Kletterns müde und bewegten uns sodann auf normalem Wege zu solchen Attraktionen wie Landscape Arch und Partitioned Arch, wobei sich Micha auch mal eine Weile den Transport auf Roberts Rücken gefallen ließ.
Nach unserer Rückkehr ließen wir den Tag mit einem stattlichen Abendessen und Siedlerspielen ausklingen. Die Waschmaschine des Zeltplatzes sorgte derweil für einen ausreichenden Vorrat sauberer Wäsche für unsere Flussexpedition.
  
[ Previous | Home |
Next ]
|