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Nach einer reichlichen Stunde Fahrt hauptsächlich auf Interstate 40 East durch die gewohnt flache Landschaft erreichten wir den Eingang des Petrified Forest National Parks. Vor dem eigentlichen Eingang mit der obligatorischen Rangerstation machten riesige Billboards auf zwei links und rechts der Straße gelegene Shops aufmerksam. Wie wir in Vorbereitung der Tour bereits erfahren hatten, ist das Auflesen von Steinen im Park natürlich strengstens verboten. Die strategisch plazierten Shops machten gutes Geschäft mit dem Hinweis auf diese Regelung, da man hier neben allen Arten Krimskrams, Indianerschmuck und anderen Raritäten auch Schliffe von versteinerten Bäumen erwerben konnte. Diese stammten angeblich von angrenzenden Privatgrundstücken, die der genannten Regelung natürlich nicht unterworfen sind. Nach ausführlichem Bummel durch die Auslagen hatten wir jeder etwas nach unserem Geschmack gefunden. Chris hatte es ein Geode angetan, der noch in geschlossenem Zustand verkauft wurde. Beim Aufschneiden zeigen diese Steine oft verblüffend vielfältige Kristallbildungen im inneren Hohlraum. Um nachschauen zu können, gaben wir das Aufschneiden des Steines noch in Auftrag, so dass wir den an den Schnittstellen polierten Stein beim Verlassen des Parkes wieder in Empfang nehmen konnten.
Vor ca.225 Millionen Jahren soll diese Gegend Schwemmgebiet großer Flüsse gewesen sein. Im Oberlauf dieser Ströme wuchsen stattliche Bäume, deren Stämme in Hochwasserzeiten flussab trieben. In dem Überflutungsgebiet wurden sie von Schwemmsand überdeckt und durch den Luftabschluss vorm Verrotten bewahrt. Im Laufe der Zeit versteinerte das Gewebe und bildete die heute sichtbaren, bunten Baumstämme des steinernen Waldes.
In der Nähe des Visitor Center sahen wir uns zunächst die reichhaltige Freiluftausstellung an, die wohl für die Besucher gedacht ist, die keine Zeit haben, in den Park selbst zu fahren. Wir hatten uns jedoch etwas Zeit eingeplant, auch einmal ein Stück in den Park zu fahren und uns die Beine auf den Rundkursen zu vertreten. Dabei mussten wir dann doch staunen, wie gut asphaltiert hier die Hiking Trails (Wanderpfade) waren. Natürlich fühlten wir uns deshalb verpflichtet, soviel wie möglich neben dem Asphalt zu laufen. Kaputt gehen konnte ja doch nichts, war ja alles aus Stein. Bis auf vereinzelte Kakteen sah man so gut wie keine Pflanzen, was die verschiedenartige Färbung der Schichten des Untergrunds sehr gut zur Geltung kommen ließ. An einer anderen Stelle rätselten wir über die Bedeutung der indianischen Petroglyphen, die wir durch das Fernglas inspizieren konnten. Allzu viel war nicht zu erkennen, wobei das wenige zu abenteuerlichsten Interpretationen inspirierte. Bald mussten wir jedoch auch wieder umkehren, da mit 17.00Uhr die Schließzeit des Parkes bedenklich nahe gerückt war. So holten wir noch schnell den aufgeschnittenen Geoden beim Felsenhändler ab und machten uns in die Spur auf Interstate 40 West. Auf der Heimfahrt merkten wir auch unseren bedenklichen Hunger, den die Erlebnisse des Tages bisher in den Hintergrund gedrängt hatten. Die erste Raststation am Highway liefen wir an und plünderten das All-You-Can-Eat Buffet bei Tony’s Pizza. Unser Tisch erlaubte uns einen schönen Ausblick über das Treiben an der Tankstelle, die von abenteuerlich beleuchteten Eighteen-Wheelers stark frequentiert wurde. Besonders bei der Einfahrt kamen diese Kolosse unserem Fenster manchmal bedenklich nahe. Es ging jedoch alles gut und nach etwa einer Stunde machten wir uns gesättigt und vollgetankt auf den Weg nach Williams.
  
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