Nach einer abschließenden Schneeballschlacht sagtem wir dem Canyon für heute Lebewohl und machten uns auf die Rückfahrt nach Williams. Die Anstrengungen des Tages waren im Pool des Campgrounds schnell vergessen, nur die abendliche "Siedler"-Spielrunde war diesmal etwas kürzer, dafür intensiver. Die Wanderung und das abendliche Toben im Pool ließen die Augenlider bald schwer werden, so dass diesmal früher als sonst das Licht in der Hütte ausging. Am nächsten Morgen dauerte es ebenfalls eine geraume Weile, ehe Leben in unsere Bude einkehrte. Der helle Sonnenschein trieb uns schließlich doch aus den Schlafsäcken und lockte zur nächsten Expedition. Nach dem Frühstück und dem Betanken unseres Automobils in Williams befuhren wir zunächst ein kurzes Stück auf der Historic Route 66. Bald jedoch bogen wir auf die Interstate 40 East ab, die hier parallel zur Rt.66 führt und ein wesentlich schnelleres Vorankommen sichert. Ziel unseres heutigen Tagesausfluges waren der Meteor Crater bei Winslow sowie das Petrified Forest National Monument.
Meteor Crater Eine 'kurze' Strecke nach Winslow entdeckten wir endlich den Wegweiser zum Krater. Rundum flache Wüstenlandschaft, soweit das Auge blicken konnte. Nach weiteren 5 Meilen Fahrt sahen wir eine leichte Aufbeulung in der Landschaft, die sich von der sonstigen, nur wenig hügeligen Geländeform merkwürdig unterschied. Je näher man kam, um so mehr verschwand der Kontrast des Kraters zur Umgebung. Auf dem Parkplatz des Visitor Centers jedoch wurde uns mit einem Male bewusst, dass wir am Hang eines beachtlichen Hügels standen. Auch hier kann man erst nach Entrichtung des Eintrittsgeldes die wahren Ausmaße der Sehenwürdigkeit ermessen. Das Besucherzentrum, mit Souvenirladen natürlich, erstreckte sich hangaufwärts und am oberen Rande des Kraters konnte man die recht interessante Ausstellung durch eine Tür verlassen und den Kraterinnenraum in Augenschein nehmen. Zunächst mussten wir uns jedoch vorsehen, nicht vom Wind davongeweht zu werden, der an dieser exponierten Stelle mit Sturmstärke wehte.

Einschlag-AVI Der Krater selbst ist gigantisch, Worte können dies nur unzureichend beschreiben. Auch Zahlen sind im Vergleich zum Eindruck des Anblickes wenig hilfreich, leider fehlen mir hier bildliche Vergleiche. Er hat einen Durchmesser von 1.2 Kilometern (und passt damit gerade mal so auf drei aneinandergereihte Weitwinkelfotos), ist etwa 200 Meter tief und entstand vor 50 000 Jahren durch den Einschlag eines Nickeleisenmeteoriten mit schätzunsweise 50 Meter Durchmesser und 11 Kilometer pro Sekunde Einschlaggeschwindigkeit. Die umgesetzte Energie entsprach dabei etwa der des Gefechtskopfes einer Titan II Rakete (siehe Tucson / Green Valley) mit etwas mehr als 20 Megatonnen TNT. Selbst die NASA war so beeindruckt, dass sie diesen Krater als eine offizielle Trainingsstätte für die Apollo Astronauten benutzt hat. Die Wucht des Einschlages hat den größten Teil des Meteoritenmaterials verdampft, so dass man bestenfalls winzige Eisentröpfchen finden kann, wenn man sich mit einem starken Magneten bewaffnet auf die Suche in der Wüste macht. Dies ist natürlich (aus wissenschaftlichen Gründen) strengstens verboten, weil es geschäftsschädigend ist. Dafür konnte man dann im benachbarten Souvenirladen für $5 ein Beutelchen Sand kaufen und mittels darin enthaltenem Magneten und Lupe nach Eisenspritzern durchforsten. Unser Hausgeologe Christoph tat dies dann auch und konnte in der Folgezeit eine wirklich erstaunliche Anzahl dieser Metallfragmente (ca.15 Vol.%) aus dem Sand gewinnen. Damit nicht genug, hielten wir bei unserer Rückfahrt nach etwa 2 Meilen am Straßenrand an und während Micha versuchte, seinen Drachen steigen zu lassen, fahndete Chris nach weiteren 'Zeugen der Vergangenheit'. Leider wurde unsere Rast nach etwa 5 Minuten durch das Auftauchen eines Aufpassers beendet, der uns ziemlich bestimmt weiterschickte. Dies war insofern nicht schlecht, als dass wir noch eine geraume Strecke bis zum Petrified Forest zurückzulegen hatten. Der immer noch sehr starke Seitenwind machte die nächste Stunde Fahrt etwas abenteuerlich. Dafür lachte die Sonne von einem azurblauen Himmel, den keine Wolke trübte.

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