Am nächsten Morgen folgte, was folgen mußte: Große Wäsche. Die Zeit, in der die Waschmaschine mit unseren Klamotten beschäftigt war, nutzten wir zur weiteren Erkundung des Städtchens Bar Harbor. So mußten wir doch herausfinden, wie hier das Eis schmeckt.

BootstaufeDer Nachmitag brachte die Salzwassertaufe unserer Flotte in den Wassern des Atlantik. In der Otter Cove ließen wir Kanu und Kayak zu Wasser und paddelten ein Stück auf's Meer hinaus. Unsere Nachwuchskapitäne beherrschten ihr Handwerk exzellent und tummelten sich eine ganze Weile in der Bucht, bis uns die einsetzende Flut und die sinkende Sonne zum Einpacken zwangen.Das Rinnsal unterhalb der Brücke, daß wir zum Ausfahren gerade so benutzen hatten können, hatte sich inzwischen durch die steigende Flut zu einem Wildwasser Stufe II entwickelt, das beachtliche Ansprüche an unsere Skipper stellte, damit die Boote nicht an den Brückenpfeilern scheiterten.

An diesem Abend gingen wir früh zu Bett, denn wir wollten am nächsten Morgen zu den ersten Menschen in den USA zählen, die die Sonne aufgehen sahen. Um dies zu erreichen, ließen wir den eigens zu diesem Zweck mitgebrachten Wecker bereits um 4 Uhr früh klingeln und machten uns nach einer Katzenwäsche auf den Weg zum Gipfel des höchsten Berges der Insel, des Mt.Cadillac. Dort oben angelangt, als Nachwuchsamerikaner mit dem Auto natürlich, begegeneten wir einigen Wanderern, die noch viel früher aufgestanden sein mußten, um den Berg zu erklimmen. Über unseren Köpfen spannte sich ein kristallklarer Himmel, der in allen Tönen von schwarz bis gelb auf den nahenden Sonnenaufgang hinwies. Die Bergkuppe selbst wurde von einem bitterkalten Wind umweht.

Sonnenaufgang auf Mount CadillacUnser geduldiges (zähneklappernders) Ausharren sollte sich jedoch auszahlen. Um 5.23 Uhr erschien die Sonne, begleitet von einer Sinfonie von Farben über dem östlichen Horizont. Mt. Cadillac ist zwar nicht der östlichste Punkt der Vereinigten Staaten, aufgrund seiner Höhe von 466m wird er dennoch als erster Punkt des Landes von den Sonnenstrahlen des neuen Tages getroffen. Nach unserer Rückkehr zum Zeltplatz, blieb Chris noch eine Weile im Auto, um den verlorenen Nachtschlaf nachzuholen. Micha verbrannte unterdessen den Großteil des von den Buben gesammelten Feuerholzes, zum Teil zum Frühstückmachen, zum Teil als Freudenfeuer. Nach dem Abbau des Zeltes mußten wir dann gegen 12 Uhr unserem Zeltplatz Ade sagen. Vorher gingen wir doch noch zu den Parkrangern, um die ehrlich verdienten Junior-Ranger-Anstecker der Kinder in Empfang zu nehmen. Anläßlich dieser Zeremonie bekamen beide einen waschechten Government-Issue (G.I.) Ranger Hat geliehen, den sie zur großen Enttäuschung Michaels hinterher wieder zurückgeben mußten.

Unsere Tagesetappe beendeten wir in einem Motel in South Paris in Western Maine, dessen Pool wir nach einem heißen Tag gern ausnutzten. Pizza Hut versorgte uns mit Nahrung und bald tönten Schlafgeräusche aus unserem Zimmer.

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