Unseren Etappenstop hatten wir mit Vorbedacht so gelegt, daß uns am nächsten Tag nur eine kurze Wegstrecke von Perham's Steinbrüchen in West Paris trennte. So konnten wir die steilen Hänge, an denen edelsteinführende Gesteinsschichten zu Tage treten, noch in der relativen Kühle des Morgens erklettern. EdelsteinsucherDie hier befindlichen Steinbrüche der Firma Perham sind ein beliebter Tummelplatz für Edel- und Halbedelsteinsammler aus den USA. Die Sammler sind offiziell auf dem Gelände der aufgelassenen Steinbrüche geduldet. Die Firma selbst gibt einen Handzettel mit Anfahrthinweisen aus, den man in ihrem Fabrikladen in West Paris erhält (wohin man auch zurückkehren und ein paar Steine kaufen kann, wenn man nichts findet). Ein recht wirksamer Fremdenverkehrsmagnet in einer Gegend, die gegen die White Mountains und Green Mountains konkurrieren muß. Neben zahlreichen Mückenstichen und etlichen hübschen Steinen, die wir erbeuteten, konnte Christoph den Fang des Tages landen. Er fand einen stattlich großen Granat auf dem Steilhang unterhalb eines Felsbrocken.

Nach dem Abstieg setzten wir unsere Fahrt Richtung Westen fort. Wir rasteten für eine kurze Weile im Schattten der Bäume am Rande dieser Schlucht, um der größten Mittagshitze zu entgehen. Am Nachmittag erreichten wir den Saco River, der von den Reiseführern als besonders sauber angepriesen worden war.

Für die nächsten zwei Tage wollten wir hier Station machen, um mit den Booten den Fluß zu befahren. Zunächst mußten wir jedoch eine Unterkunft finden. Der Outfitter, der unsere Boote transportierte, unterhielt auch einen Zeltplatz. Er bot uns einen Trailer mit TV (oh ja, Papa) für $60 pro Tag (oh nein, Kids) an. Zudem war der Campingplatz völlig vermückt. Fünf Meilen weiter fanden wir dann eine geräumige Unterkunft für $35. Deal!

Der neue Platz hatte sogar einen eigenen Badesee, den wir am gleichen Abend noch einweihten. Bei dieser Gelegenheit hörten wir das erste Mal den eigenartigen Schrei des Loons, der uns mit seiner Eindringlichkeit noch eine geraume Zeit verfolgen sollte. Am nächsten Morgen starteten wir um 11Uhr von unserem Trailer und legten gegen 12.30Uhr vom Zeltplatz des Kanu-Outfitters ab. Saco RiverDie Brücke über den Saco-River war das letzte Zeichen der Zivilisation für einen großen Teil des Nachmittags. Unsere ausdauernden Fischzüge waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Der Saco River wand sich in vielen Biegungen durch waldreiches Farmland. Die Sandbänke wurden von anderen Flußwanderern zum Camping und Baden benutzt. Trotz vieler malerischer Stellen wie dieser streckte sich die zurückzulegende Distanz erheblich. Nachdem wir schon fünf Stunden unterwegs gewesen waren, schien es uns, daß der Fluß im Kreis verlief. Die endlosen Schleifen glichen einander wie ein Ei dem anderen. Wir waren sehr froh, um 19Uhr endlich die mit dem Shuttle-Service vereinbarte Landungsstelle zu finden. Nach kurzer Wanderung ins Dorf zum Anrufen dauerte es nicht mehr lange, bis der versprochene Bus mit Hänger auftauchte und uns zu unserem Auto zurückbrachte.

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