Zelt am Little Long PondDer nächste Morgen überraschte uns mit völlig ungewohntem, jedoch nicht unerwartetem Wetter. Es regnete, erst leicht, nach dem Frühstück dann zeitweise wolkenbruchartig. Die Jungs hatten vorsorglich den Wetterbericht gehört und entsprechende Vorbereitungen getroffen. So konnte unser Zelt unter dem Schutz des Überdaches dem Ansturm der Wassermassen trotzen, während wir gemütlich in unsere Schlafsäcke gekuschelt "Tom Sawyers Abenteuer" zu Ende lasen. 15 Uhr zeigte sich die Sonne letztlich triumphierend, was uns die Möglichkeit gab, Mittag zu essen und einige Sachen zu trocknen. Das Kanu war bis zu einer Höhe von knapp zehn Zentimetern mit Wasser gefüllt. Nach dem Entleeren setzte Christoph zur Erkundung der Loonfamilie aus, die unsere Umgebung bevökerte. Nicht nur die Loons teilten den Zeltplatz mit uns, auch andere Tierarten machten sich mit uns (oder umgekehrt) bekannt. Frösche und Kröten waren seit jeher beliebtes Jagdobjekt beider Buben und Chipmunks haben schon immer versucht, unsere Abfälle zu stehlen. Loons sind elegante Schwimmer, Taucher und Flieger. Was uns verblüffte, war, wie lange sie nach dem Wasserstart zum Erreichen der Baumhöhe brauchten. Unter zwei Platzrunden ging es nicht ab. Das Abendbrot beschlossen wir feierlich mit einem Backcountry-Käsekuchen aus den Kompottschüselchen.

Little Long PondDer nächste und damit leider auch unser letzter Tag in der Wildnis brach wieder mit Sonnenschein an. Nachdem alles gepackt waren, badeten wir noch einmal ausgiebig auf der zum Zeltplatz gehörigen Badeinsel. Diese war durch einen umgefallenen (oder von Bibern gefällten) Baum mit dem Land verbunden, der sich schon größtenteils in Erde verwandelt hatte. Diese Landbrücke erinnerte uns daran, wie all diese Seen und Teiche entstanden sind, hauptsächlich durch die unermüdliche Arbeit der Biber. Um die Mittagszeit verließen wir unsere zeitweilige Heimstatt und machten uns auf den Heimweg. Der Heimweg brachte drei weitere Carries mit sich, die jedoch vergleichsweise leicht waren. Gegen Ende unserer Reise begegneten wir wieder einigen Schildkröten im Bog Pond. Von dort war es nur noch ein Katzensprung zum St. Regis Lake, auf dem uns eine Unzahl stattlicher Cottages auf den Inseln und am Ufer sowie zahlreiche Segelboote auffielen.

St. Regis LakeEs war nun klar, die Zivilisation hatte uns, oder wir sie, wieder. Schnell paddelten wir zum Auto, beluden es und machten uns auf den Heimweg, der uns vorerst wieder nach Keene führte. Nach dem Abendbrot bei Pizza Hut belegten wir eine Cabin und ließen die "Segnungen" der Zivilisation auf uns einwirken. Wie verschieden doch die Geschmäcker waren. Die Burschen waren heilfroh, fernsehen zu können, während ich mich für eine halbe Stunde in der Dusche einschloß. Schließlich "durften" sie dann auch (duschen).

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