Am Nachmitag mußten wir uns um Trinkwasser kümmern, da unsere mitgebrachten Vorräte zur Neige gingen. Die Vermonter hatten uns berichtet, daß es am gegenüberliegenden Ufer des Sees eine Quelle gäbe, die sauberes Wasser liefert. Das Wegzeichen war ein kahler schrägstehender Baum. Wir brauchten eine geraume Zeit, bis wir den richtigen gefunden hatten. Das Füllen unseres Wasserkanisters ging sehr leicht vonstatten, da vorhergehende Camper eine Einfassung fr die Quellemit einem Überlauf in der richtigen Höhe gebaut hatten. Auf der Rückfahrt wollten wir Isaak auf seiner Insel besuchen, der aber leider nicht anwesend war. Kurz vor unserem Zeltplatz begegneten wir ihm dann und konnten ihm etwas von unserem Wasservorrat abgeben. Er war bei seinem Auto gewesen, um Farben und Pinsel zu holen. Wir versprachen, ihn noch einmal zu besuchen, wenn er seine Kunstwerke fertiggestellt hätte.

NightfallDen Abend verbrachten wir mit erfolglosen Angelversuchen. Nachdem die Sonne verschwunden war, gingen über uns die Sterne auf. Sehr früh und sehr deutlich war auch das Band der Milchstraße zu erkennen. Nach einiger Zwiesprache mit den Loons, die auf unsere Rufe erstaunlich leicht hereinfielen, horchten wir aufmerksam an unseren Kopfkissen.

Am Morgen des folgenden Tages bedeckte Hochnebel den Himmel, der nach kurzen Schauern aufriss und um 9 Uhr der Sonne den Weg räumte. Zum Frühstück gab es Eierkuchen mit Blaubeeren, die (zum Ausgleich für die fehlenden Fische) reichlich und köstlich an unserer Campsite wuchsen.

Da wir aus leicht erklärlichen Gründen nicht wieder den gleichen Weg zurückgehen wollten, den wir gekommen waren, verbrachten wir den Nachmittag mit dem Auskundschaften eines neuen Rückweges. Dazu kanuten wir die Seven-Carries Route, die vergleichsweise kurze Portagen beinhaltet, hin und zurück. Am anderen Ende angelangt, holte ich das Auto von seinem bisherigen Parkplatz, was Dank mitnahmebereiter Autofahrer in einer knappen Stunde über die Runden ging. Die erste Teilstrecke konnte ich auf der Ladefläche eines Pickup-Trucks mitfahren. Kaum war die Kreuzung zum zweiten Teil des Weges erreicht und der Daumen in den Wind gestreckt, hielt auch schon das nächste Auto an. Um ehrlich zu sein, es verfehlte mich nur um Haaresbreite beim Bremsen. Etwas vorsichtig geworden, näherte ich mich der Beifahrertür und trug mein Fahrziel vor. "Hop in" war die Antwort. Gesagt, getan. Bei näherer Betrachtung stellten sich die Insassen als zwei Brüder heraus, die auf dem Wege zum Waschsalon waren. Offensichtlich hatten sie diesen Weg mindestens einmal zum Besuch einer Bar unterbrochen, jedenfalls hatte der Fahrer Mühe, das Auto auf der Straße zu halten. Ich war heilfroh, als wir am Parkplatz ankamen, ohne in engeren Kontakt mit Bäumen, entgegenkommenden Autos oder anderen Hindernissen zu geraten. Nach sieben Stunden erreichten wir schließlich den Ausgangspunkt unseres Ausflugs, unsere Campsite am St.Regis Pond.

Am darauffolgenden Sonntag zogen wir zu einem Zeltplatz an der Landspitze gegenüber Isaaks Inselchen um. Insgesamt waren eine Kayak- und zwei Kanufuhren notwendig, um unseren gesamten Plunder umzusetzen. Christoph fuhr als erster mit dem Kayak voraus, um den Platz vor dem Zugriff anderer Camper zu sichern. Da der Wetterbericht für den Nachmittag Schauer angekündigt hatte, bauten Micha und Chris ein Zelt mit der grünen Plane, um notfalls unsere Sachen trocken halten zu können. Ich holte in der Zwischenzeit unsere restlichen Siebensachen.

campsite 2Unser neuer Zelplatz war nicht nur wunderschön auf einer Landspitze gelegen, so daß man Ausblick nach drei Seiten hatte, er hatte sogar einen eigenen Hafen, der durch einen umgefallenen Baum gebildet wurde.


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