| Wurfstäbe | Spielfeld | Spielsteine | Die religiöse Bedeutung |
Senet wird meist als ein Spiel für
zwei Spieler dargestellt.
aus dem Grab des Htjj, Beni
Hasan
Man fand Senet Feldmarkierungen eingeritzt
in Fußböden und einfache Spielsätze mit Spielsteinen aus
Holz und Brettern mit eingeritzten oder aufgemalten Feldmarkierungen, komplette
Spielsätze aus
Keramik, aber auch sehr prunkvolle Spielsätze mit Steinen aus
Fayence (einem typisch altägyptischen Werkstoff, der, ähnlich
unserem heutigen Porzellan, aus Quarz mit einer alkalischen Glasur bestand),
aus Knochen und aus Elfenbein. Aber es gab wohl auch Spielsteine aus Gold
und Silber. Einige prachtvolle Bretter wurden ohne die entsprechenden Steine
gefunden, die wahrscheinlich Grabräubern in die Hände gefallen
waren. Die Bretter der Reichen waren aus Ebenholz und Elfenbein hergestellt.
Die Wurfstäbe sind eine typische antike
Vorform unseres kubischen Würfels. Sie sind hölzern oder aus
Holz und Elfebein zusammengesetzt, geformt wie Halbzylinder und ungefähr
so lang wie ein Zeigefinger. Die Enden wurden üblicherweise abgerundet,
geformt wie Fingerspitzen oder mit Tierköpfen verziert. Die gerundete
Oberfläche ist schwarz oder dunkel während die flache Oberfläche
weiß oder hell ist.
Einige spätere Spielsätze enthielten
Finger oder Fußknöchelchen statt Wurfstäben.
Die Wurfstäbe wurden vermutlich zu
rechteckige Prismen mit den Zahlen 1 bis 4 auf ihren Seiten weiterentwickelt.
Daraus wurden später die kubischen Würfel mit ihren 6 Seiten.
Ein Senet enthält normalerweise vier
Wurfstäbe.
Die Wurfstäbe wurden in einer Hand
in einem vertikalen Bündel ein paar Zentimeter über dem Tisch
gehalten. Dann wurden sie fallen gelassen und die weißen (flachen)
Seiten gezählt. Wir kennen den Gebrauch der Wurfstäbe, weil sie
bis ins 17. Jahrhundert in Asien verwendet wurden. Einige Ureinwohner Amerikas
verwendeten dasselbe Prinzip mit Nußschalenhälften. Zu beachten
ist daß 2 der häufigste Wurf ist (6 von 16 Würfen), 1 und
3 etwas seltener (4 von 16 Würfen) und 4 und 0 die unwahrscheinlichsten
Würfe (1 von 16 Würfe).
Das Senet-Spielfeld besteht aus 30 Feldern (Häuser ägyptisch Peru), die in 3 Reihen zu je 10 Feldern angeordnet sind. In Übereinstimmung mit den (meisten) Regelvorschlägen beschreibe ich das Feld (hier als Beispiel auf dem großen Senet Tutenchamuns) nach folgendem Aufbau:
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 20 | 19 | 18 | 17 | 16 | 15 | 14 | 13 | 12 | 11 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 |
Jedes Feld hat eine ungefähre Kantenlänge
von 34mm. Es gibt einige besonders gekennzeichnete Felder (15, 26, 27,
28, 29), die auf den meisten Brettern in ähnlicher Form auftauchten
und wohl auch in den Regeln eine bestimmte Rolle gespielt haben. Einige
wenige Bretter hatten Zeichnungen auf allen Feldern, es bleibt aber wahrscheinlich,
daß dies nur rein dekorative Gründe hatte.
Beginnend in der Mitte und entlang des
Weges zum unteren rechten Ende sind die besonderen Häuser:
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
zweiten Lebens - Das Haus der Kraft und des Lebens - Das Haus des wiederkehrenden Lebens |
Schönheit - Gutes Haus - Schönes Haus
|
Erniedrigung - Haus des Wassers
|
Richter - Haus der 2 Wahrheiten
|
Richter - Haus des Re-Aton
|
Spielsteine
(Tänzer ägyptisch Yebao oder Ibau).
Während des Alten Reiches hatte jeder
Spieler sieben Steine. Später wurde die Anzahl auf fünf reduziert,
aber es gab auch Spiele mit bis zu zehn Steinen. Die am meisten verbreiteten
Spielsteine waren fünf konusförmige Steine gegen fünf (garn-)rollenförmige
Steine.
Die Koni sind grün, weiß oder
hell gefärbt während die Spindeln schwarz, dunkel oder rot gefärbt
sind. Einige waren graviert, sodass sie wie Löwen oder Schakalköpfe
aussahen oder hatten die Form knieender, gefesselter Kriegsgefangener.
Die religiöse Bedeutung (eine Vermutung).
Die fünf Steine jedes Spielers repräsentieren
die fünf Teile der Seele eines Verstorbenen, die den Douat,
die ägyptische Unterwelt, durchwandern und sich mit Osiris
vereinen wollen, dem Gott der Toten. Der Sieger ist der erste, dem es gelingt,
alle seine Tänzer vom Brett auszuspielen. Er ist dann "gerechtfertigt".
Das erste Ziel der Tänzer ist das
Haus der Schönheit. Dieses stellt das Ende der Mumifikation (70 Tage)
dar. Haben sie dieses Feld erreicht dann können sie den Nil oder eigentlich
dessen Urbild, den Nun, den uranfänglichen Ozean, der eines
Tages die Welt wieder verschlingen wird, überqueren (dargestellt durch
das Haus des Wassers) um ihr Urteil zu erwarten. Einmal von Schuld freigesprochen,
darf jeder Teil der Seele sich mit Osiris vereinen.
![]() |
![]() |
| Die Welt entsteht aus einer Lotusblume, die auf dem Urozean wächst. | Der Tote steht vor Osiris und dem Rat der Götter um sein Urteil zu empfangen. |