Verschiedene Spielregeln
Mein bevorzugter Regelsatz Gustave Jéquier Timothy Kendall R-C Bell Prof. John Tait Anonyme Vorschläge Varianten

Zuerst möchte ich den Regelsatz vorstellen, nach dem ich meist spiele. Ich kann ihn nicht einem Autor allein zurechnen, denn er enthält Elemente verschiedener Vorschläge.

Ziel des Spieles ist es alle Steine über die S-förmige Bahn ausszuspielen. Dabei ist der Aufbau des Feldes wie folgt:

1         2      3      4      5      6       7      8      9    10
20    19    18    17    16    15    14    13    12    11
21    22    23    24    25    26    27    28    29    30

Die fettgedruckten Felder sind markiert.

Die Felder 15, 26, 28 und 29 sind geschützte Felder. Ein darauf stehender Stein kann nicht geschlagen werden.

Kommt ein Stein auf Feld 27, muß er zurück auf Feld 15 gezogen werden oder, wenn dieses Feld besetzt ist, auf das letzte freie Feld.

Die Würfe der Wurftstäbe werden folgendermaßen gewertet:

1 flache Seite oben:        1 Punkt
2 flache Seiten oben:      2 Punkte
3 flache Seiten oben:      3 Punkte
4 flache Seiten oben:      4 Punkte
keine flache Seite oben: 6 Punkte

Ein Spieler ist solange am Zug bis er eine 2 oder 3 wirft.

Es darf immer nur ein Stein auf einem Feld stehen.

Es besteht Zugzwang.

Kann mit einem Wurf kein Stein nach vorne gezogen werden muß zurückgezogen werden. Ist auch das nicht möglich, verfällt der Zug.

Kommt ein Stein auf ein Feld auf dem ein gegnerischer Stein steht tauscht er mit ihm den Platz.

Steine in eine Reihe von 2 gleichfarbigen Steinen können nicht geschlagen werden.

Eine Reihe von 3 gleichfarbigen Steinen kann vom Gegner nicht übersprungen werden.

Grundaufstellung: Die weißen Steine werden auf die ungeraden, die schwarzen Steine auf die geraden Felder der ersten Reihe gesetzt.

Wer zuerst eine 1 wirft, bekommt die schwarzen Steine und zieht mit dem Wurf.

Mit dem Ausspielen kann erst dann begonnen werden, wenn kein eigener Stein mehr in der ersten Reihe steht. Wird ein Stein in die erste Reihe zurückgeschlagen, kann nicht weiter ausgespielt werden.

Zum Ausspielen muß über das letzte Feld hinaussgespielt werden. Ein exakter Wurf ist dabei nicht notwendig.

Wenn über mehrere Partien gespielt werden soll, wird folgendermaßen gewertet:
Der Sieger erhält für jeden Stein des Gegners in der
3. Reihe 1 Punkt
2. Reihe 2 Punkte
1. Reihe 3 Punkte.

Gustave Jéquier

Dieser Regelsatz ist meinem bevorzugten Regelsatz sehr ähnlich, die wenigen Unterschiede sind:

Der erste Spieler muß von Feld 10 auf Feld 11 vorrücken, darf danach aber jeden Stein spielen.

Der zweite Spieler muß seinen ersten Zug von Feld 9 aus ausführen.

Kommt ein Stein auf Feld 27 muß er zurück auf das letzte freie Feld.

Nur die Felder 26, 28 und 29 sind geschützte Felder.

Mit dem Ausspielen kann erst dann begonnen werden, wenn alle eigenen Steine in der letzten Reihe stehen. Wird ein Stein in die erste oder zweite Reihe zurückgeschlagen, kann nicht weiter ausgespielt werden.

Es wird mit einem exakten Wurf auf das letzte Feld ausgespielt.

Timothy Kendall

Jeder Spieler hat 7 Steine, die zu Beginn des Spieles abwechselnd auf die ersten 14 Felder aufgestellt werden, die weißen Steine auf die ungeraden und die schwarzen Steine auf die geraden Felder.

Die Würfe der Wurftstäbe werden folgendermaßen gewertet:

1 flache Seite oben:        1 Punkt
2 flache Seiten oben:      2 Punkte
3 flache Seiten oben:      3 Punkte
4 flache Seiten oben:      4 Punkte
keine flache Seite oben: 5 Punkte.

Der Spieler der zuerst eine 1 wirft beginnt mit dem ersten Zug eines schwarzen Steines von Feld 14 auf Feld 15.

Bevor ein Stein ausgespielt werden kann muß er auf Feld 26 gestanden haben und darf nicht hinter das Feld zurückgeschlagen worden sein.

Es muß mit einem genauen Wurf ausgespielt werden, also von Feld 26 mit 5, von Feld 28 mit 3 und von Feld 29 mit 2.

Ein Stein der nicht ausgespielt werden kann muß zurück auf Feld 27 und dann auf Feld 15 oder auf das letzte freie Feld.

Wird ein Stein geschlagen wechselt er mit dem schlagenden Stein die Position

Prof. John Tait

Professor Tait ist Edwards Professor of Egyptology, am, Deptartment of Egyptology, University College London und eine Autorität auf dem Gebiet Senet und andere ägyptische Brettspiele und Ausstattungen.

Die Steine beginnen von außerhalb des Brettes.

Wird eine 4 oder 6 geworfen, werden sie auf die entsprechenden Felder eingespielt.

Die Steine dürfen nur vorwärts gezogen werden.

Es besteht Zugzwang.

Wenn kein zugelassener Zug möglich ist, ist das Spiel verloren.

Der Zug wechselt jedesmal zwischen den Spielern außer beim Wurf einer 6 (Ausnahme: Mit diesem Wurf wird Feld 27 erreicht), nach dem Schlagen eines gegnerischen Steines und nach dem Ausspielen eines eigenen Steines.

Geschlagene Steine werden vom Brett genommen und müssen wieder eingespielt werden, jedoch darf, falls dies möglich ist, auch ein anderer Stein gezogen werden.

Kommt ein Stein auf Feld 27, wird er vom Brett genommen und muß wieder eingespielt werden.

Es muß mit einem genauen Wurf ausgespielt werden

R.-C. Bell

Ihm wurde ein Regelsatz (Bell a) zugeordnet nach dem Senet, im Vergleich zu den anderen Rekonstruktionen, rückwärts gespielt wird. In der aktuellen Ausgabe seines enzyklopädischen Werkes Board and Table Games from Many Civilizations schlägt er einen anderen Regelsatz (Bell b) vor.

Bell a
Die Würfe der Wurfstäbe werden folgendermaßen gewertet:

1 flache Seite oben:        1 Punkt
2 flache Seiten oben:      2 Punkte
3 flache Seiten oben:      3 Punkte
4 flache Seiten oben:      4 Punkte
keine flache Seite oben: 5 Punkte.

Eingespielt wird mit einem beliebigen Wurf auf den letzten 5 Feldern (30, 29, 28, 27 und 26).
Es gibt keinen Einspielzwang.

Geschlagene Steine werden vom Brett genommen und müssen neu eingespielt werden.

Alle markierten Felder (wahrscheinlich wird auch Feld 30 zu den markierten Feldern gezählt) sind sichere Felder, auf ihnen darf kein Stein geschlagen werden.

Das Spiel endet damit, daß alle Steine ihre Endposition erreicht haben. Der Spieler der seinen Stein auf das erste Feld bringt, muß die ungeraden Felder besetzen, der Gegner die geraden.

Bell b

Verwendet wird ein länglicher viereckiger Wurfstab, der an seinen vier langen Seiten folgendermaßen gekennzeichnet ist:
I, II, III, X

Entsprechend wird ein Wurf gewertet:

I:     1 Punkt
II:    2 Punkte
III:   3 Punkte
X:   4 Punkte

Jeder Spieler hat zehn Steine. Sie werden im Wechsel beginnend mit den weißen Steinen auf die ersten zwanzig Felder gesetzt.

Der Spieler, der die höhere Punktzahl wirft, beginnt mit dem ersten Zug. Er erhält die weißen Steine.

Es darf nur vorwärts gezogen werden.

Es darf nur ein Stein auf jedem Feld stehen.

Geschlagene Steine werden vom Brett genommen.

Steine sind nur auf den Feldern 26-30 geschützt, sie können sich nicht gegenseitig schützen.

Ein Stein der auf Feld 26 kommt, muß schnellstmöglich auf die Felder 27-30 gezogen werden. Von dort muß er schnellstmöglich mit einem exakten Wurf ausgespielt werden.

Jeder Spieler erhält für jeden ausgespielten Stein einen Punkt.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Anonyme Vorschläge verschiedener Varianten.

Es kann mit fünf, sieben, neun und zehn Steinen gespielt werden.

Man kann alle Würfe, bis eine 2 oder 3 geworfen wird, ansammeln und dann frei auf seine Steine verteilen.

Der zweite Spieler muss auch zuerst eine 1 werfen um zu beginnen.

Beim Zurückziehen darf nicht geschlagen werden.

Auf den letzten 5 Feldern darf (oder darf nicht) zurückgezogen werden.

Es gibt einen Ausspielzwang, d. h. wenn ein Stein ausgespielt werden kann muß er auch ausgespielt werden.

Um festzulegen wer mit welchen Steinen spielt nimmt ein Spieler einen Konus und eine Rolle jeweils in eine Hand, verbirgt sie hinter seinem Rücken, mischt die Steine und hält sie in der geschlossenen Faust nach vorne.
Der andere Spieler wählt eine Faust, und der erste Spieler öffnet sie, um anzuzeigen, welche Seite der andere Spieler spielen wird.

Eine andere mögliche Methode besteht darin, dass ein Spieler einen einzigen Wurfstab fallen läßt, während der andere Spieler hell oder dunkel ansagt (rund oder flach). Wenn er richtig angesagt hat, wirft er die Wurfstäbe zuerst.

Eine Variante zur Funktion des Feldes 27

Wenn ein Spieler einen Stein auf Feld 27 setzt, wird der Schutz seiner übrigen Steine aufgehoben. Während er einen Stein auf Feld 27 hat, kann er keinen anderen Stein ziehen. Falls der Stein auf Feld 27 gerät, während der Spieler die Wurfstäbe hat, kann er weiterwerfen in der Hoffnung eine 4 zu werfen, um damit den Stein auszuspielen. Wenn er dabei scheitert (d.h. eine 2 oder 3 wirft), kann er, wenn er wieder am Zug ist einerseits die Wurfstäbe annehmen und wieder auf eine 4 hoffen oder er entscheidet sich dafür, seinen Zug zu verlieren, um den Stein  zu retten. Der Stein wird dann zum Feld 15 gezogen (oder falls dieses Feld besetzt ist, zum nächsten freien Feld dahinter) und der Zug geht wieder an den gegnerischen Spieler.
Wenn ein Stein auf Feld 27 von einem gegnerischer Stein angegriffen wird, ist er gerettet - sie tauschen ihre Plätze!

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