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LUXEMBURGER GESCHICHTE

Malteser in Luxemburg

im vergangenen Jahrhundert …


Südlich von Vianden wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts das Schloss Roth von den Tempelherren errichtet, denen der Graf von Vianden die Basilika von Roth übergeben hatte. Nach der Aufhebung des Templerordens im Jahre 1311 fiel das Rother Schloss an die Johanniter. Von der ehemaligen Templerkommende ist nichts übriggeblieben. Das Torhaus stammt aus dem 16. Jahrhundert, das heutige Schloss wurde 1733 erbaut. Während der Ardennenschlacht wurde es 1945 schwer beschädigt und nach dem Wiederaufbau als Hotel eingerichtet.

Auch in Düdelingen gab es ein Johanniterkloster. Und zwar gründeten am 23. Juni, dem Vorabend des Festes des hl. Johannes des Täufers, der Burgherr Johann von Bolchen und seine Gattin Margarete von Elter ein Kloster "längs" der Kapelle. Verwalter waren sieben Brüder des Johanniterordens. Als 1542 während des Krieges zwischen dem deutschen Kaiser Karl V. und dem französischem König Francois Ier die 50 m entfernte Burg ins Kampfgeschehen geriet, ließ Salentin von Insenburg das Kloster aus strategischen Gründen abreißen.

Die Malteser auf dem Düdelinger Johannisberg hatten die Verpflichtung genau so viele Kranke aufzunehmen, als es Ordensbrüder gab. Der Vorsteher des Klosters war zu jener Zeit auch gleichzeitig Pfarrer von Düdelingen. Im Türpfosten der Kapelle, die dem hl. Johannes dem Täufer geweiht ist, wurde ein Stein der alten Kapelle mit dem Wappen der Malteser eingebaut. Das Wappen der Malteser findet sich auch in einem Fenster wieder, das auch das Datum des 23.6.1464 zeigt.

… und heute


Im Jahre1967 konstituierte sich in Luxemburg unter dem Impuls von Caritasdirektor Alfred Hemes die A.s.b.l. "Premiers Secours de la Croix de Malte au Grand-Duché de Luxembourg" mit der Aufgabe, karitativ tätig zu werden, Freiwillige in erster Hilfe auszubilden und u. a. bei Unfällen und Katastrophen Hilfsdienste zu leisten.

Im Jahre 1973 gründeten die aktiven Sekuristen im Rahmen der bestehenden Vereinigung ohne Gewinnzweck den Malteser Hilfsdienst "Croix de Malte - Sektion Luxemburg Stadt", dessen erster Präsident Michel Modo wurde. Die meisten Gründungsmitglieder waren bereits bei anderen Organisationen in erster Hilfe oder als Sanitäter ausgebildet worden. Zu den ersten Aufgaben zählten Sicherheitswachen und Sanitätsposten im Stadttheater, im Kapuzinnertheater und bei größeren überwiegend kulturellen und sportlichen Veranstaltungen.

Am 1. April 1974 startete die Stadtverwaltung Luxemburg einen Spezialdienst zur Betreuung hilfsbedürftiger alter Menschen: die Aktion "Repas sur roues". An den Samstagen übernahmen die Malteser die Auslieferung dieses "Essens auf Rädern" und erhielten 1974 auch hierfür ihren ersten Dienstwagen. Am 1. April 1988 wurde diese Aktion auch auf die Sonntage ausgedehnt. Bald übernahmen die Malteser-Helfer diesen Dienst auch täglich in Bartringen und Strassen, und seid 1997 auch in Walferdingen.

Vom 13 bis 27 Mai 1976 halfen drei Luxemburger Malteser acht Tage lang im Erdbebengebiet in Udine in Oberitalien. 1985, beim Besuch des Papstes in Luxemburg, übernahmen sie den Sanitätsdienst. Seit mehreren Jahren auch fahren Luxemburger Miglider mit Kranken aus dem Großherzogtum nach Lourdes. Seit den Überschwemmungen in Luxemburg sind die Malteser bei der Evakuierung der Krankenhäuser mit aktiv. Bei Großbränden liefern sie die Verpflegung und Erfrischung der Rettungsmannschaften der Berufsfeuerwehr. Jeden Mittwoch erhalten die Malteser Instruktion im puncto Sanitätsausbildung. Diese Kurse werden jährlich durch eine größere Rettungsübung abgeschlossen wobei ihre eigene Höhenrettungsgruppe seid 1998 auch aktiv ist.

Humanitäre Hilfe wurde die letzten Jahre in Rumänien, Ukraine und Bosie-Herzegowina geleistet. Die luxemburger Malteser haben sich im Krankentransport und in verschiedenen sozialen Diensten spezialisiert.

Der Verwaltungsrat der a.s.b.l. "Premier Secours de la Croix de Malte au Grand-Duché de Luxembourg" besteht aus dem Präsidenten Dean Spielmann; dem Ehrenpräsidenten Lambert Dupong; dem Vize-Präsident, Nationaler Koordinator und Pilgerdirektor Graziano Di Floriano; dem Kassierer Edouard Simon; der Sekretärin Jeanne Probst-Carier; Chanoine Paul Klein, Vertreter des Erzbischofs von Luxemburg; Comte Henri de Limburg Stirum und Leopold Körholz, Vertreter des Malteserordens, und den Damen und Herren Suzy Decker, Michel Modo und Michel Neyens.

In der Organisation der Sektion Luxemburg-Stadt sind vertreten Graziano Di Floriano als Präsident, Suzy Decker als Kassiererin, Sanny Weydert als Sekretärin, ferner Sylvie Drauden, Klees Jacques Philippe Poorters und Gerard Scheiden. Die Sektion zählt 31 aktive Mitglieder.

Die 1998 gegründete Sektion Hesperingen zählt 14 Mitglieder und ist vertreten durch: Graziano Di Floriano als Präsident f.f., Suzy Decker als Kassiererin f.f., Sanny Weydert als Sekretärin f.f., ferner Sabaheta Sefer, Federico Arcelli (Malteser Ritter), Fränz Bricher, Jemp Dondelinger und Jean Elcheroth.

Die verschiedenen Dienste werden in der eigene Zentrale von Sylvie Drauden und Michel Hilbert organisiert. Es stehen den täglichen Arbeiten, wie Krankentransport, Essen auf Räder und soziale Dienste, ein hauptberuflicher Mitarbeiter und 6 Arbeitslosen (RMG) zu Verfügung.

Das Material der Helfer besteht heute aus drei Krankentransportwagen, zwei Rettungstransportwagen, einen Dienstwagen (VSL), zwei Dienstwagen für die Aktion "Essen auf Rädern" und zwei Spezialfahrzeuge zum Transport von drei oder fünf Rollstuhlfahrern. Vorgesehen sind noch folgende Fahrzeuge: ein Rettungstransportwagen (Kastenaufbau), ein Elektrowagen für Essen auf Räder und ein Spezialwagen zum Transport von einem Rollstuhlfahrer. Ferner besitzt die asbl zwei medizinisch ausgestattete Sanitätszelte für je drei oder sechs Patienten, einen Stromerzeuger, Kaffeemaschinen und sonstiges Material zur Verpflegung der Mannschaften bei Großbränden und sonstigen Katastrophen.

Die Malteser besitzen ihr eigenes "Funknetz", über welches sie über einen großen Teil des Landes erreichbar sind. Dieses Funknetz ist unter anderem an die Zentrale von "SOS-Senior" der Stadt Luxemburg angeschlossen, da die Malteser auch noch Sozialarbeit leisten. Mit zwei Personenrufgeräten sind sie auch an Wochenenden und Feiertagen erreichbar.

Die Croix de Malte ist ein katholischer Verein und als solcher Mitglied der Konföderation Caritas und durch Graziano Di Floriano vertreten.



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