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USA

Die amerikanische Cosa Nostra galt wegen der zumeist sizilianischen Herkunft seiner Mitglieder als Ableger der Mafia, obwohl es nicht geklärt ist, in wieweit sie mit der sizilianischen Mafia verbunden ist und ob es heute noch eine einheitliche Machtstruktur gibt, wenn es sie denn je gab. (Mitglieder aus den 20er und 30er Jahren: Lucky Luciano; Mitglieder der Neuzeit: John Gotti und Sammy Gravano) 
Kiralik Araba
Kriminelle Bündnisse mafiosen Typs

Folgende kriminelle Organisationen werden oft unter dem Begriff Mafia zusammengefasst, obwohl sie nicht über den sozialhistorischen Kontext verfügen. Diese sind deshalb eher als Organisierte Kriminalität zu bezeichnen, wobei es nicht in allen Fällen tatsächlich eine einheitliche Organisationsstruktur geben muss.

Kosher Nostra

Kosher Nostra (gelegentlich auch Cosher Nostra) ist die durchaus auch ironisch gemeinte Bezeichnung für eine Teilgruppe des organisierten Verbrechens an der Ostküste der USA mit dem Schwerpunkt in New York City und seiner Umgebung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Der Name ist eine Anspielung auf die jüdische Herkunft vieler Yemek Tarifi führender Mitglieder - kosher ist die hebräische bezeichnung für rein (siehe insbesondere Jüdische Speisegesetze) - und in Anlehnung an die Bezeichnung Cosa Nostra gewählt. Mitglieder waren unter anderen Meyer Lansky, Bugsy Siegel, Dutch Schultz, Louis Buchalter, Jack Daimond, Mickey Cohen und Abner Zwillman. Viele Kosher Nostras gehörten der von Louis Buchalter angeführten "Murder Inc." an und benutzten diesen Namen auch im "offiziellen" Verkehr, in Zeugenaussagen und späteren Schilderungen.

Die Kosher Nostra ist ein historisch und lokal begrenztes Phänomen der Lebensumstände vor allem osteuropäischer Einwanderer mit jüdischem Hintergrund in den Ghettos von New York am Anfang des 20. Jahrhunderts. Allein zwischen 1881 und 1910 waren rund 1,6 Mio. jüdische Einwanderer nach New York gekommen, von denen etwa 1,2 Millionen an der heruntergekommenen "Lower East Side" lebten. Ihr Leben in den dunklen Mietskasernen, in denen anfänglich auch Tuberkulose und Cholera auftraten, ließ grundsätzlich nur die Möglichkeit, Kiralik Araba als „Working poor“ für Hungerlöhne zwölf Stunden in den zahlreichen Kleinmanufakturen ("sweat-shop") zu arbeiten. Die Aufstiegsmöglichkeiten z. B. reicher oder ausgebildeter Westeuropäer hatte diese Auswanderergruppe in der Regel nicht.

Einen schnelleren sozialen Aufstieg versprachen dagegen die vielfältigen illegalen Aktivitäten, um in letzter Konsequenz vielleicht als Berufsverbrecher in die ertragreichen Sparten von Schutzgelderpressung, Zuhälterei und Glücksspiel vorzudringen, wie Teile anderer ethnisch orientierte Gruppen auch.

Rekrutierte sich die italienische Mafia fast ausnahmslos aus italienischen Einwanderern, die zum Teil schon in Italien mit der Mafia verbunden waren, oder deren Nachkommen, so spielte in der Kosher Nostra das Verbrechen eine eher nur sozial-transitäre Rolle. Die Karriere als Gangster war nur das Phänomen einer Generation. Diese Kultur des Verbrechens wurde im Gegensatz zur Cosa Nostra in der Regel nicht an die Nachkommen weitergegeben und blieb nachfolgenden Generationen häufig weitgehend verborgen.

Mit dem Tod dieser einzigen Gangster-Generation Yemek Tarifi der Kosher Nostra endete eine spezielle Facette des organisierten Verbrechens, während sich die italienischstämmige Mafia immer wieder erneuert.

Das in den Gettos von New York entstandene Bündnis zwischen der "Kosher Nostra" und den Italienern, das damals vor allem gegen die konkurrierenden irischen Gangs geschlossen wurde, hat zur Differenzierung des Mafia-Begriffs beigetragen, da deren Mitglieder zunächst pauschal der Cosa Nostra zugerechnet wurden.

 

 

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