PFERDERASSEN
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Andalusier (Pferd der reinen spanischen Rasse)

Der Andalusier oder besser Pferd der reinen spanischen Rasse, wie er heutzutage genannt wird, ist eine Rasse, die sich im Lauf ihrer Entstehungs-geschichte häufig verändert hat. Der echte alte Andalusier, ohne jegliche Fremdbluteinkreuzung, ist heute nur noch in den uralten besonders reinen Linien der Karthäuser (Cartuhanos) oder später auch unter dem Namen Zapata bekannt gewordenen Pferde zu finden.
Außer der Karthäuser-Linie gibt es noch andere, sehr bekannte reinblütig züchtende Familienzuchten in Spanien, die alle ihre verschiedenen Brände haben. Daher ist der zweite oben genannte Name für seine heutige Erscheinungsform eher zutreffend.
Der Andalusier ist ein sehr stolzer, harmonisch ge-bauter, mittelgroßer, im Quadratformat stehender leichter Warmblüter von außergewöhnlicher Aus-strahlung und Brillianz. Seine Hauptverwendung liegt auch heute in der des traditionellen Reit- und Stier-kampfpferdes, aber zunehmend dienen sie auch dem Freizeitsport. Gezüchtet werden diese Pferde in Süd- und Südwestspanien. Weiterhin gibt es auch sehr viele gute Privatzuchten. Die Geschichte des Andalusiers ist eng mit der europäischen Geschichte verbunden und hat dadurch ständiges Wechseln in der Zucht erlebt.
Über die Entstehung dieser Rasse gibt es die ver-schiedensten Theorien und Auffassungen, was die Beteiligung der verschiedensten "Altrassen" betrifft. Sicher ist eines, der Andalusier entstammt direkt vom ausgestorbenen Phönizierpferd, dem wieder-entdeckten spanischen Wildpferd (Sorraia) und dem ausgestorbenen Altspanischen Pferd. Dazu kam mit dem ausgestorbenen Numidischen Pferd ein ge-wisser Einfluß der von ihm abstammenden Araber und Berber. Weiterhin soll der Andalusier auch vom ausgestorbenen Diluvialpferd, einem schweren Ramskopfpferd, dem Ahnen unsere Kaltbüter, ab-stammen. Mit Sicherheit ist er jedoch ein fast rein iberische Hippologe Ruy d`Andrade in den ausge-trockneten Flußniederungen des Sorraia eine 30 köpfige Einhufergruppe. Er erwarb diese Herde und noch weitere Pferde dieser Art aus Südportugal und Südspanien und nannte sie Sorraia. Nach langen Untersuchungen und Beobachlungen stand für ihn fest, dass es sich hier um den "Urandalusier", also Reste des südiberischen Wildpferdes, handelt. Durch später entdeckte iberische Höhlenmalereien, die langbeinige und schlanke Pferde zeigen, wurde seine Therorie bestätigt.
Die Zucht des Andalusiers blühte auf. Er beeinflußte zahlreiche europäische Reitpferderassen. Jeder Königshof Europas wollte solche Pferde. Der Niedergang der Zucht kam im 16. Jahrhundert, als der damalige König Philipp lll. in den Andalusier
N e a p o l i t a n e r, Dänen, Holländer und Freder-icksborger eingekreuzen ließ, um ihn stärker und solider zu machen. Nur die Karthäusermönche weigerte sich, dieses Fremdblut in ihre Herden zu bringen; und ihnen ist es zu verdanken, dass es noch heute reinrassige Andalusier gibt.
Heute erscheinen Andalusier in zwei Typen. Der erste Typ ist der der reinen spanischen Rasse von geradem Profil und orientalischem Typus. Es sind Pferde im Quadratformat, die sich durch einem edlen Kopf mit geradem Profil, langen Gesichtsteil, feinen Nüstern, einem etwas spitzzulaufenden Maul und großen und lebhaften Augen auszeichnen. Die Gliedmaßen sind sehr trocken mit deutlich mark-ierten Sehnen und Gelenken. Die Fesseln zeigen keine Körperbehang. Die Pferde haben besonders feines Deckhaar. Die häufigste Farbe ist die des Schimmels oder Apfelschimmels, oft immer mit einem bläulichen Schimmer auf dem Haar, da die schwärzliche Haut unter dem dünnem Deckhaar oft durchschimmert. Andalusier dieses Typs zeigen sich aber je nach Zuchtlinie, Zuchtgrundlage und Zuchtgebiet in drei weiteren Varianten.
Der zweite der beiden Grundtypen ist der soge-nannte subkonvexe (ramsnasig) Andalusier. Diese Pferde sind nicht ganz so edel und stehen nicht mehr im Quadratformat, die Gliedmaßen sind länger und die Pferde dadurch auch größer. Sie sind solider und knochenstärker, korrekter in Gang und Stand.
Wegen seines Exterieurs ist der Anddalusier ein besonders gutes Reit- und Freizeitpferd. Er eignet sich zwar weniger für den großen Sport, doch vor dem Wagen, am Stier und unter dem Reiter zeigt er seine Stärken. Durch seine Quadratformat bietet er dem Reiter die bestmöglichste Art der Versamm-lung. Die beachtliche Ganaschenfreiheit und das bewegliche Genick erlauben es dem Reiter, auch Hengste mit mächtigem Kamm und sichtbarem Unterhals mühelos beizuzäumen. Der Andalusier hat ein sehr gutes Temperament und einen ausge-glichenen Charakter und ist sehr umgänglich und menschenbezogen. Seine Robustheit, Leichtfuttrig-keit und Fruchtbarkeit ist sprichwörtlich, der heutige Andalusier hat eine Widerristhöhe um ca. 150 cm. Man findet am Meisten Schimmel und Braucne, aber auch andere Farben, nur keine Füchse und Schecken.
(aus: "Pferde heute")

ARABER

Das arabische Pferd ist berühmt für seine Schönheit, seine Intelligenz und seine Ausdauer. Die Rasse nahm Ihrem Ursprung in der Wüste der arabischen Halbinsel, wo die harten Umweltbedingungen eine erbarmungslise Selektion bewirken. Schon früh wurden die Vorzüge der arabischen Pferde erkannt, und in alle europäischen Rassen wurden Araber eingekreuzt, um Adel und Ausdauer zu fördern. Araberhengste waren auch die Stammväter des englischen Vollblutes. Arabische Pferde sind ideale und problemlose Familienpferde und Gefährten des Menschen. Ihr ausgeglichener, freundlicher Charakter, ihre Gelehrigkeit, die Robustheit und Genügsamkeit, haben sie dazu präsentiert. Ihre Vielseitigkeit können sie nicht nur als sichere Freizeitpferde, sondern auch bei Distanzritten, am Wagen, bei Dressur- und Spring-
prüfungen und in Rennen unter Beweis stellen, wobei vor allem ihre Intelligenz, Härte und Ausdauer hervortreten.
Araber können Braune, Füchse oder Rappen sein, aber niemals Schecken, meist sind sie Schimmel. Ein arabisches Pferd sollte die Eigenschaften eines in allen Teilen korrekten Reitpferdes besitzen und sich zusätzlich durch folgende rassenspezifische Merkmale auszeichnen.
Der normale Stockmaß liegt bei 145-158 cm, aber das Zuchtziel liegt zwischen 148 und 158 cm.

Hannoveraner

Hannoveraner war vom Beginn des 18. Jahrhunderts an Teil des Britischen Empires. Im Landgestüt Celle (gegr. 1735-1736) wurden neben preußischen, holsteinischen, spanischen und Mecklenburger Hengsten zahlreiche englische Voll- und Halbblut-beschäler aufgestellt. Nach der Lösung von England 1837 wurden bis zum Beginn der Motorisierung gute Kavallerie- und Wirtschaftspferde gezüchtet. Nach dem 2. Weltkrieg griff man auf Veredlerhengste anderen Rassen, besonders Trakehner und Vollblut, zurück, um ein modernes, vielseitiges Sportpferd zu erhalten. Der Hannoveraner zählt zu den häufigsten und beliebtesten Rassen, er tritt als Dressur-, aber auch als ausgezeichnetes Springpferd hervor.

Meist großer, gerader oder leicht geramster Kopf; langer, selten schwacher oder unkorrekter Hals. Gute, schräge Schulter, ausgeprägter Rist, langer Rücken und tiefer Rumpf. Meist gute, manchmal jedoch etwas flache, kantige Kruppe. Kräftige Gliedmaßen mit starken, trockenen Gelenken und hervorragender Hebelung, große Hufe. Raum-greifende, energische Bewegungen, hervoragendes Springvermögen, ehrlicher Charakter. Bei ca. 162 bis 175cm Stockmaß unterschiedliches Kaliber. Alle Grundfarben, viele Füchse und Braune.

HAFLINGER

Dieses Alpenpony wurde jahrhundertelang in der Nähe des Südtiroler Bergdorfs Haflinger gezüchtet. Durch Zufuhr orientalischen Blutes wurde es verfeinert. Das hübsche und beliebte Pony gib6t es als Palomino und als Fuchs mit flachsfarbenem Mähnen- und Schweifhaar. In den Alpen wird es als Packtier und in der Landwirtschaft verwendet. Es ist so zäh, dass es bis zu vierzig Jahre als arbeitstier eingesetzt werden kann. Das Brandzeichen der Haflinger ist ein Edelweiß mit einem "H" in der Mitte.

FRIESE

Der Friese (oder Westfriese) gehört zu den besten europäischen Wagenpferden. Er ist Abkömmling einer alten Kaltblut-Rasse; heute hat er Anteile von orientalischem und andalusischem Blut. Obwohl er vorwiegend in der Landwirtschaft verwendet wird, ist der Friese ein guter Traber. Er rennt gern und zeigt bei Fahrturnieren seine beste Seite. Die nur etwa 155 Zentimeter großen Rappen haben einen üppigen Behang an den Beinen.

Lipizzaner

Diese weißen Pferde machten die Spanische Hof-reitschule in Wien berühmt. Der Name kommt vom Gestüt Lipizza bei Triest, das 1580 gegründet wurde. Vorfahren des Lipizzaners waren Andalusier und andere eng mit ihm verwandte spanische Pferde. Obwohl man Lipizzaner meist nur mit der Hofreitschule und der dort gepflegten Hohen Schule verbindet, werden sie auch als Reit- und Kutsch-pferde in Ungarn und der Tschechoslowerkei gezüchtet. Ihre Durchschnittsgröße liegt bei 152 cm, ihre Erscheinung ist muskelös und kompakt. Die Fohlen kommen schwarz oder braun zur Welt und werden bis zur Reife weiß. Bis zum 18. Jahr-hundert gab es nicht nur Schimmel, wie heute, sondern auch Falben, Isabellen und Schecken. Von Isabellen ist der goldfarbene Palomino mit weißer Mähne und weißem Schweif am schönsten. Falben haben gelbliches bis graues Haar mit schwarzer Mähne und schwarzem Schweif. Manche haben einen dunklen Aalstrich auf dem Rücken.

MAREMMANO

In der feuchten, heißen Maremma zwischen Tiber und Arno werden vermutlich schon seit etruskischen Zeiten Pferde gezüchtet. Seit dem Altertum nahmen verschiedene Rassen Einfluß; manche Merkmale des Berbers etwas meint man noch heute im Maremmer zu erkennen. Die Rinderhirten der Maremma sind bis heute auf diesen Pferden beritten, welche wendig und zuverlässig sein müssen und einen gewissen Cow-sense besitzen. Zur Verbesserung der alten Rasse kreuzte man im 1850 gegründeten Gestüt Tombolo Hengste aus dem königlichen Gestüt San Rossore, zwei englische Halbblüter und einen Araber, ein. Neuer-ding wird der Einsatz von Vollblut verstärkt, um ein leichtes Sportpferd mit guten Points zu erreichen.

Der Maremmano besitzt einen langen geramsten Kopf mit kleinen Augen, der von einem muskulösen, eher kurzen Hals getragen wird. Die Schulter ist zumeist kurz und ziemlich steil, der Widerrist kräftig. Der lange Rücken geht in eine abgeschlagene, kantige Kruppe über, der Schweif ist tief angesetzt. Die Beine sind sehr stabil, trocken und mit guten , breiten Gelenken ausgestattet. Extrem harte, klobige Hufe, die Bewegungen sind energisch, fördernd, besonders im Galopp. Bei einer mittleren Höhe von 155cm Stockmaß hauptsächlich Rappen und Dunkelbraune, seltener Schimmel und Füchse.

TRAKENER

Diese aus Ostpreußen stammende Rasse gehört zu den ältesten Warmblütern und hat eine bewegte Vergangenheit. Schon fünfmal mußten die Pferde in Kriegszeiten aus Reakehnen (heute Polen) in Sicherheit gebracht werden. Während des Zweiten Weltkrieges gelang es, eine kleine Gruppe von Trakehnern in die heutige Bundesrepublik Deutschland zu bringen. Seither gibt es Trakehner in ganz Europa. Das Gestüt Trakehnen wurde 1723 von König Friedrich Wilhelm 1. von Preußen begründet, der Kavallerie-Pferde brauchte. Die Rasse entstand aus einem Stamm kleiner, ostpreußischer Stuten, die mit Araber- und Englischen Vollblut-Hengsten gekreuzt wurden. Das Ergebnis war ein gutes, verläßliches Reit- und Springpferd, das zur Zucht vieler anderer Warmblüter beitrug.



Geschichte:
60 Millionen Jahre kann die Wissen-schaft heute die Entwicklung des Pferdes zurückverfolgen - damit reicht die Entstehungsgeschichte der Pferde viel weiter in die Vergangenheit zurück als die des Menschen. Der sogenannte "Eophippus" hatte freilich mit unseren heutigen Pferden nicht viel zu tun: die nur etwa fuchsgroßen Tiere (25 bis 45 cm klein) waren Laubfresser, die im brodelnden Sumpfwald ihre Nahrung suchten. Vier Zehen in den Vorder- und Hintergliedmaßen sorgten dafür, dass die leichten Tiere auf dem Sumpfboden nicht einsicken konnten.
Im Lauf vieler Millionen Jahre
veränderte sich die Temperatur auf der Erde, der Laubwald schwand, es gab mehr Nadelwald, mehr Gras, mehr festen Boden. Allmählich paßten sich die Pferdevorfahren in ihrer Entwicklung den veränderten Lebens-bedingungen an; sie wurden größer und damit schneller, ihr Gebiss veränderte sich, die Zehen der Vorder- und dann auch der Hintergliedmaßen wuchsen allmählich zusammen, bis das Pferd zum Zehenspitzengänger mit Hufen wurde, so wie wir es heute kennen.
Freilich ging diese Entwicklung nicht so einfach und gradlinig vor sich, wie es sich hier liest. Riesige Natur-katastrophen haben in die Entwicklung der Pferde eingegriffen: das Auseinanderreißen vormals zusammen-hängender Kontinente hat die Pferde bei der Suche nach neuen Leben- räumen auf riesige Wanderungen getrieben; die dramatisch veränderten Umweltbedingungen während der Eiszeit heben das Tier der Gattung Equus (lat: Pferd) teilweise aussterben lassen, zum Beispiel in Nord- und Süd-amerika. Dorthin brachte erst Kolumbus wieder Pferde aus Spanien, die seine abenteuerliche Suche nach dem Seeweg Richtung Indien mitge-bracht hatten!


Tabelle: Futtermengen pro Tag

Bei leichter Bewegung Im Training
Pony bis 200kg 1kg Hafer
2kg Heu
1,5 kg Hafer
2kg Heu
Kleinpferd bis 400kg 1,5kg Hafer
3kg Heu
2,5kg Hafer
3,5kg Heu
Großpferd bis 600kg 3,5kg Hafer
5kg Heu
5kg Hafer
5kg Heu


Araber



Auszug aus dem Tierschutzgesetz:

§ 1
Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Schäden zufügen.

§ 2
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muß dem Tier artgemäße Nahrung und Pflege sowie eine verhaltensgerechte Unterbringung gewähren.
2.darf das artgemäße Bewegungs-bedürfnis eines Tieres nicht dauernd und nicht so einschränken, dass dem Tier vermeidbare Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden.

§ 3
Es ist verboten,
1. einem Tier, außer in Notfällen, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen,
2. ein Tier zu einer Ausbildung ... heranzuziehen, sofern damit offensichtlich erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.


Trakener

Borth, klein aber fein

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Marion Steinitz
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Update: 08.07.2002
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