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Der Anfang vom Ende
Vorsichtig schwebte der Mann vom hinteren Teil des Shuttles in das Cockpit. Er wollte niemanden wecken, denn er war nicht alleine an Bord. Die anderen, drei Frauen und zwei M�nner, schliefen im hinteren Teil des Shuttles. Die Ruhe an Bord konnte man direkt f�hlen. Alles war ruhig. Das Schiff, die Besatzung und das, worin sie unterwegs waren. Vor den Cockpitfenstern zogen sich schmutzige wei�e bis gr�nlich schimmernde Schlieren. Sonst war nichts zu sehen.
Will Tompkins setzte sich auf den Pilotensitz, schnallte sich fest und �berpr�fte die Instrumente.
�Na ja,� sagte er zu sich selbst, �Scheint ja alles in Ordnung zu sein.�
Er starrte weiter in die seltsame Umgebung, die das Schiff einh�llte und dachte dar�ber nach, wie sie eigentlich in den ganzen Schlamassel hineingeraten waren. Seine Gedanken glitten zur�ck zu den Ereignissen die dazu gef�hrt hatten. Vereinzelte Bilder blitzten vor seinem inneren Auge auf. Die Raumstation ISS auf der er mit seinen Kollegen gearbeitet hatte; war dort der Beginn zu suchen? ,Nein,� dachte er, ,damals war alles schon am laufen. Wann hat es wirklich angefangen?� Er dachte weiter zur�ck, bis er endlich zu einem Schlu� kam, der ihn mehr befriedigte. Eigentlich hat die ganze, seltsame, Geschichte mit dem verhinderten Frieden zwischen Israel und Pal�stina im Fr�hjahr 2001 begonnen. Beide L�nder konnten oder wollten sich nicht auf einen dauerhaften Frieden einigen. Die Pal�stinenser ver�bten andauernd Gewaltakte auf Israelis, die wiederum mit Gegenma�nahmen antworteten. Bis dann, im Jahr 2002 der zweite Jom Kippur Krieg um Israel begann. Zuerst war es nur eine milit�rische Auseinandersetzung die zwischen Israel und Pal�stina stattfand. Doch dann griffen �gypten, Syrien und Saudi Arabien ein. Der Irak nutzte seine Chance Kuwait wieder zu erobern, w�hrend der Iran zum Angriff auf den Irak r�stete. Die ganze arabische Welt wurde mit hineingezogen und versank in einem m�rderischen Durcheinander. Amerika, da� sich selbst zum H�ter des Weltfriedens sah, war angesichts dieses Chaos hilflos. Es kam sogar zu Angrif-fen und Selbstmordkommandos auf Amerikanische Schiffe, St�tzpunkte und Botschaften, so da� die Amerikaner sich geschlagen aus der Golfregion zur�ckziehen mu�ten. Die Folge war, da� der Preis f�r Treibstoff ins unerme�liche stieg und sich die Industriestaaten auf alternative Energien umsehen mu�ten. Es gab viele gute Ans�tze, wie Biodiesel oder Wasserstoffautos, doch keinen richtigen Durchbruch. Noch dazu legten sich die Regierungen quer, da sie auf diese Treibstoffe keine Mineral�lsteuer einheben durften. Es wurde �berall, wo es nur m�glich war, geforscht. In den Labors die man in der W�ste, im Dschungel und unter Wasser errichtet hatte. Selbst die seit Jahresende 2000 in Betrieb stehende Raumstation ISS war mit der Entwicklung eines neuen, umweltfreundlichen Treibstoffes besch�ftigt. Doch sollten auch neue M�glichkei-ten des Terraformingprozesses entwickelt werden. Der Mars mu�te in Reichweite r�cken, da die, durch den Krieg hervorgerufene, Umweltverschmutzung immer st�rker wurde. Experten berechneten eine j�hrliche Erw�rmung des Klimas um ~ 0,6�C aus. Es war notwendig, da� bald etwas geschah.
Doch auch das war nicht der komplette Anfang des Debakels. Das lag noch einige Monate zur�ck. Im Herbst des Jahres 2000 sank das Russische Atom U - boot �Kursk�, dem im Oktober das Frachtschiff �Ievoli Sun� im �rmelkanal folgte. Es war vollbeladen mit giftigen Chemikalien und drohte in einen Graben, mit illegal entsorgten Radioaktiven Giftm�ll, zu rutschen. Die zur Bergung herbeigeeilten Marineeinheiten mu�ten unverrichteter Dinge wieder abziehen, da die Container leckgeschlagen waren und giftige, �tzende D�mpfe aufstiegen. Ein aufkommender Sturm trieb dann auch das Schiff in den Graben wo es auf die Atomm�llf�sser stie�. Diese gef�hrliche Mischung begann dann auch zum Jahreswechsel zu mutieren und im �rmelkanal brach eine f�rchterliche Seuche aus. Fast alle Fischbest�nde litten darunter. Im Herbst 2001 starben Millionen Fische, manche wurden total ausgerottet, so da� der Hochseefischfang global verboten wurde.
Damals hatte die Welt das erste Mal die Chance gehabt wirklich zusammenzuarbeiten. Und Angesichts einer solchen gro�en Katastrophe, waren die eigenen Grenzen nicht mehr wichtig. Amerika und Europa gr�ndeten mit Ru�land und China die Europ�ische � Amerikanische � Asiatische � Union, kurz EAAU genannt. Doch auch Amerika mu�te �ber einen gro�en Schatten springen. Im Jahre 2001 entschied der damalige Pr�sident Bush, da� Amerika nicht an die Klimavertr�gen von Kyoto gebunden sei. Das hatte zur Folge, da� die weltweite Klimaerw�rmung viel schneller vonstatten ging als gedacht.
Will Tompkins wu�te nicht inwieweit das alles zutraf, aber was ihn betraf, begann alles sechs Monate vor dem jetzigen Datum. Au�er wenn er auf den Bordchronometer sah.
Damals hatte er noch auf der Erde, in einem Forschungslabor des Weltraumbahnhofs Baikonur, gearbeitet. Pascal Lion, der auch an Bord war, war erst einen Monat vor ihrem Abflug eingetroffen. Will hatte ihn im Raumfahrttrainingcenter getroffen und sich mit ihm angefreundet. Doch die Weiten der Kasachischen Steppe hatten sie verlassen m�ssen, als sie auf die ISS versetzt wurden. Aufgrund der steigenden Luftverschmutzung konnten kaum mehr Flugzeuge starten und landen. St�rme von noch nie dagewesener Heftigkeit fegten �ber die Erde. Jeder Start einer Rakete war ein fast unkalkulierbares Risiko geworden.
Die Giftm�llkatastrophe in der Nordsee hatte, im Jahr 2023, als Will zur ISS kam, noch gr��ere Auswirkungen als vorhergesehen. Gro�britannien, Irland, der Norden Frankreichs, Belgien, die Niederlande und der Norden Deutschlands, sowie D�nemark mu�ten evakuiert werden. Die Lebenserwartung in den verseuchten Gebieten sank auf vierzig bis maximal f�nfzig Jahre, so da� die Regierung der EAAU die totale Absiedlung der Bewohner anordnete. Sie ging sogar soweit, da� sie Gro�grundbesitzer enteignete, um f�r die Umweltfl�chtlinge Platz zu finden. Mehr als einhundertf�nfzig Kilometer drang die giftige Mischung landeinw�rts. Viele schafften es in die �neue Heimat�, doch gro�e Teile Nordeuropas waren unwiederbringlich verloren. Und auch die russische Tundra war alles andere als ein einladendes Gebiet.
Zur�ckblickend war seine damalige Stationierung auf der ISS ein regelrechter Gl�cksfall gewesen. Au�er wenn er zur Erde hinunterblickte. Die Wolken wurden immer dunkler und die Zyklonaugen h�ufiger.
Seit der Katastrophe auf der Erde, waren die Menschen bestrebt, neues Land im Weltall zu besiedeln. Die, damals modernste Raumstation ISS wurde ausgebaut und bereits im Jahre 2021 war sie doppelt so gro� wie zuerst. Doch war nicht immer genug Geld f�r eine komplette Mannschaft vorhanden, so-da� die Station meistens oft sp�rlich besetzt war. So auch, als die kleine Crew unter der Leitung von Leon King ihre erste Bekanntschaft mit einer neuen Sache hatten.
Pascal Lion war im Labor und werkte an einer, f�r seinen Kollegen Will Tompkins, unverst�ndlichen, Mixtur herum, als ein Kurzschlu� den gesamten Laborbereich lahmlegte. Will war damals f�r die Computer und Stromversorgung zust�ndig, als Pascal ihn �ber Intercom anfunkte.
�Verdammt, Will, kommen sie mal r�ber zum Labor. Wir �aben �ier einen totalen Blackout! K�nnen sie sich das mal anse�en?� sein franz�sischer Dialekt war nicht zu �berh�ren.
Will machte sich auf den Weg zur Destiny, da er auch f�r die Elektronik zust�ndig war, nahm seinen Notfallkoffer, setzte die Kopfbeleuchtung auf und schwebte vom Zentralmodul zum Labor. Doch sein Ausflug dorthin wurde durch die verriegelte T�r abrupt gebremst.
�Will, wo bleiben sie?� meldete sich Pascal wieder. �Ich �ab mir schon zweimal den Kopf an irgendwas angesto�en. Meine Retorten brauchen auch das Licht.�
�Bin ja schon an der T�r, Pascal,� beruhigte Will ihn, w�hrend er die Wandverkleidung zum Verteiler abnahm. �Ich mu� nur noch die Verriegelung aufbringen.�
Kurze Zeit sp�ter, ging die T�r auch schon leise zischend auf und Pascal schwebte ihm entgegen.
�Wurde aber auch Zeit, Will. Sie wissen ja, wie sehr ich Dunkel�eit �asse.�
�Ist ja nichts Schlimmes passiert, Pascal. Die Sicherung ist fl�ten gegangen. Haben sie schon wieder mal zuviel von ihrem Spielzeug an den Verteilern h�ngen?�
�Das ist kein Spielzeug,� entgegnete er eingeschnappt. �Ich bin einer sehr interessanten Sache auf der Spur. Kommen sie.� Er winkte Will in sein Reich, schwebte an den Zentralrechnern vorbei und hakte sich an den Retortenb�nken fest.
�Se�en sie, Will,� er deutete begeistert auf kleine Fl�ssigkeitsbeh�lter, die unter bl�ulichem Licht schimmerten.
�Und was soll das sein?�
�Das, mein lieber Will, wird die Raumfahrt revolutionieren,� er strahlte �ber das ganze Gesicht. ��offe ich wenigstens. Dieser Stromausfall k�nnte alles vernichtet �aben. Ich werde das gleich mal �berpr�fen.� Und schon war er wieder in sein kleines Reich getaucht. Au�er einem gelegentlichen �Hmmm,� �Ja,� �Seltsam,� lie� er nichts vernehmen.
Schlie�lich meinte er: �Will, wir sollten mal die Drohne klar machen. Ich will was ausprobieren.�
�Moment mal, Pascal. Die Drohne darf nur vom Kommandanten pers�nlich startklar gemacht werden. Du darfst die Vorschriften nicht umgehen.�
�Ach, pfeif doch auf die Vorschriften! Das ist Wissenschaft. Die k�mmert sich nicht um Vorschriften.�
Vor sich hinzeternd glitt er an Will vorbei und machte sich auf den Weg zur Andockbucht. Will hingegen, machte sich daran den Kommandanten zu informieren.
�Leon,� rief er ins Intercom. �Kommen sie mal zur Landebucht. Pascal will was mit der Drohne probieren.�
�Nicht schon wieder!� kam es zur�ck, �Ich wei� nicht, ob uns die Weltraumbeh�rde eine weitere Drohne genehmigt.�
Kurze Zeit sp�ter traf er auch in der Landebucht ein. �Was zum Kuckuck machen sie da schon wieder?� fragte er Pascal.
�Ich mu� unbedingt etwas ausprobieren,� antwortete Pascal nur. �Die Drohne fliegt nur ein kleines St�ck, dann k�nnen wir sie wieder zur�ck�olen.�
�So wie beim letzten Mal, als sie gleich nach dem Start explodiert ist?�
�Ach, das sind R�ckschl�ge mit denen wir leben m�ssen.�
�Ihr R�ckschlag hat der NASA eine neue Andockklappe gekostet.�
�Kommandant, bitte,� bettelte Pascal schlie�lich. �Nur ein kurzer Ausflug.�
Es war nicht anders zu erwarten, aber Leon gab schlie�lich klein bei und Pascal bekam seinen Ausflug mit der Drohne. Er belud sie mit einem weiteren Tank, in dem eine seltsam fluoreszierende Fl�ssigkeit war. Setzte sie auf dem Abschu�schlitten und begab sich auf die Br�cke. Sie sa�en alle gespannt da und harrten dem was kommen sollte. Doch es �bertraf ihre Erwartungen bei weitem.
Die Drohne schwebte langsam mit dem konventionellen Antrieb aus der Landebucht und hielt erst als sie circa einen Kilometer entfernt war. Dann z�ndete Pascal den Extratank. Erst tat sich nicht viel. Das Zeug str�mte aus der D�se, leuchtete leicht gr�n und die Drohne begann sich weiter zu entfernen. Pl�tzlich ver�nderte sich der Aussto�. Er fing so stark zu gl�hen an, da� wir die Schirme verdunkeln mu�ten. Die Drohne wurde immer l�nger � zumindest sah es so aus � dann verschwand sie, mit einem f�rchterlich hellen Blitz, einfach in der Ferne.
�Verdammt noch mal, Pascal!� rief Leon aus. �Was haben sie mit meiner Drohne gemacht?�
�Um ehrlich zu sein,� antwortete dieser mit unschuldigem Augenaufschlag, �Ich �abe keinen blassen Dunst.�
�Und wie zum Henker soll ich das der NASA erkl�ren?�
Doch das sollte nicht ihr Problem sein. Denn die Zentrale hatte das seltsame Ph�nomen schon lange aufgenommen und r�tselte ihrerseits dar�ber. Die �bliche Langsamkeit der B�rokratie lie� auch auf sich warten, denn schon am n�chsten Tag kam eine dringliche Anfrage �ber die abh�rsichere Leitung.
�Ich wei� nicht, ob ich ihnen gratulieren soll oder nicht,� meinte der kahlk�pfige Dreisternegeneral mit Bauchansatz am anderen Ende der Leitung. �Wir haben ihren Start mit der Drohne beobachtet und hatten gr��te M�he ihr zu folgen. Sie ist jedoch,� er sprach sehr gedehnt, �mittlerweile von unseren Schirmen verschwunden. Haben sie eine Ahnung, wohin sie geflogen ist?�
Das sollte eigentlich nur eine rhetorische Frage sein, doch Pascal war so �berzeugt von sich, da� er hervortrat und einfach plapperte.
�Ich �abe die Drohne vorher gedreht. In Richtung Epsilon Eridiani. Also ge�e ich davon aus, da� sie dort�in unterwegs ist.�
�Nun, Mr. Lion, dann darf ich ihnen gratulieren,� der Glatzkopf grinste verschlagen. �Sie werden mit ihren Kollegen die ersten sein, die Epsilon Eridiani sehen werden.�
Es verschlug ihnen die Sprache. Leon fand sie als erster wieder. �Wie kommen sie darauf, da� sie gerade uns nach Epsilon Eridiani schicken wollen?�
�Meine Herren,� die Stimme des Kerls wurde zuckers��. �Sie erwarten doch mit dem n�chsten Startfenster doch Nachschub an Personal.� Das stimmte. Die NASA wollte ihre Ehefrauen, die auch in der Forschung arbeiteten herauf-schicken. �Ihre Frauen werden, sozusagen ,Passagiere� sein. Die eigentliche Ersatzmannschaft wird aus Dr. Fjodor Uljanow Entwicklungsspezialist f�r Chemiebausteine, Dr. Kim Chu He Chinesisches Genie in der Computerentwicklung und Dr. Daniel Freudenberg seines Zeichens der beste Astrophysiker Eu-ropas bestehen. Sie werden ihren Flug �berwachen und sie auf ihrer Reise dorthin begleiten.�
Die drei waren platt. Keiner von ihnen wu�te eine passende Antwort, so da� der General einfach die Leitung abdrehte.
�Sacrebleu! Die k�nnen doch nicht einfach,...� begann Pascal, doch Leon schnitt ihm das Wort einfach ab.
�Und ob sie k�nnen,� fauchte er ihn an. �Schon mal im Dienstvertrag den Absatz vier gelesen? Darin hei�t es, ich zitiere: sollte es den betreffenden Personen an Bord der Forschungsstation gelingen, einen Durchbruch in der Raum-fahrt zu erzielen, haben sie die Ehre dem ersten Kommando zu den Sternen anzugeh�ren.�
Pascals Gesicht verlor zusehends an Farbe. �Aber wir �aben doch niemanden, der Astronautikerfahrung hat,� meinte er.
�Pascal, ich sollte dir vielleicht sagen, da� ich vor f�nf Jahren im Raumhafen von Baikonur an einem Programm f�r Tiefenfl�ge teilgenommen habe,� antwortete Will. Pascal verlor noch mehr Farbe :�Ich glaube, ich mu� kotzen!� und weg war er.
Leon sah Will an. �Meine Frau wird nicht gerade begeistert sein, wenn sie das h�rt.�
Will konnte ihm das gut nachf�hlen. Seine Frau Jessica und er, hatten sich vor seinem Dienstantritt auf der ISS ein kleines Haus in S�dspanien gekauft. Nun mu�ten sie es zur�cklassen und sich auf den Weg in eine ungewissere Zukunft begeben.
F�r den guten Pascal, gab es in den n�chsten zwei Wochen genug zu tun. Sie stellten jeden Tag die gleichen Bedingungen wie am Tag des Stromausfalls nach, doch es wollte uns nicht gelingen. Keine der Fl�ssigkeiten hatte die selbe Zusammensetzung wie die getestete. Es war zum Verzweifeln.
�Ich mu�! Ich mu�! Ich mu�!� heulte Pascal eines Abends. Er war am Rande eines Nervenzusammenbruches. Leon entschied sich ihm ein Beruhigungsmittel zu geben, damit er schlafen konnte. Will und Leon brachten ihn in seine Schlafbucht, schnallten ihn fest und gingen dann selber schlafen.
Als sie am n�chsten Morgen wieder aufwachten, war Pascal nicht mehr da. Panik machte sich breit. Leon und Will schossen vom Schlafmodul zum Laborbereich. Pascal schlummerte friedlich wie ein Baby in einem stockdunklen Raum. Er wu�te nicht mehr, wie er dorthin gekommen war. Doch sie hatten den ersten Liter seines Zaubertranks erhalten.
�Vielleicht solltest du immer im Schlafen arbeiten,� meinte Will im Spa�. �Dann hast du mehr Erfolg und wir sehen dich nicht.�
�Wenn du meinst,� antwortete Pascal, �dann k�nnt ihr ja auch ohne mich fliegen. Ich ��nge sowieso mehr an diesem Planeten als ihr.�
�Jetzt sei nicht gleich eingeschnappt, Pascal.� Leon versuchte die Situation zu entsch�rfen. �Du hast doch Erfolg gehabt. Wir brauchen uns nur die Videoaufzeichnung anzusehen, die Computereinstellungen nachvollziehen und der Massenproduktion steht nichts mehr im Wege. Du wirst reich sein, wenn wir zur�ckkehren!�
�Wenn ich es dann noch genie�en kann,� antwortete er d�ster und flog aus dem Labor.
Die folgende Woche waren die drei nur noch damit besch�ftigt, mehr von dem seltsamen gr�nen Zeug herzustellen. Insgesamt konnten sie �ber hundertf�nfzig Liter zusammenbrauen. Es stank f�rchterlich, so da� Leon sich gezwungen sah die Filter der Sauerstoffaufbereitungsanlage zu verst�rken. Es half wenig, doch konnten sie wenigstens ohne Kopfschmerzen schlafen.
Dann kam der Tag als das Shuttle mit ihren Frauen und der zweiten Mannschaft startete. Das Wetter war � wider Erwarten � gut der Wind hielt sich in Grenzen. Es schien sogar die Sonne auf Zentraleuropa und die s�dlichen Ge-biete Amerikas. Das Shuttle kam, wie ein gl�nzender Fisch, durch das All geschwebt. Ein majest�tischer Anblick, der Will immer wieder daran denken lie�, wie klein die Menschen doch sind. Das Andockman�ver war exzellent, nicht einmal die empfindlichen Ger�te in Pascals Labor wurden durcheinandergesch�ttelt.
Leon, Pascal und Will schwebten erwartungsvoll in der Andockbucht, w�hrend sie den Schlauch zum Shuttle dirigierten. Leons Man�ver war wie aus dem Lehrbuch.
�Ich h�tte das aufnehmen sollen,� scherzte Will. �K�nnten die auf der Erde gut brauchen.�
Als der Druckausgleich geschaffen war, sahen sie auch schon, wie sich die Insassen durch den Schlauch bewegten. Ihre Schatten wurden �bermenschlich an die Schlauchwand geworfen. Als erste kam ihre ,Abl�se�. Den Anfang machte Daniel Freudenberg, ein hagerer Kerl der schon etwas sch�tteres Haar bekam. Ihm folgte Fjodor Uljanow ein Sibirier wie er im Buche steht. Fest, hart mit blitzenden Augen und dunklem Haar. Zum Schlu� kam Kim Chu He, ein eher kleiner zarter Chinese mit den typischen Rundbrillen. Dann folgten ihre Frauen. Pascal war froh, wenn er auch etwas Angst davor hatte, was seine Frau zu dem Ereignis sagen w�rde. Dabei war Catherine eine herzensgute Frau.
�Wo ist dieser wahnsinnige Erfinder,� h�rten wir aus dem Schlauch. Pascal wurde noch blasser als er schon war.
�Na, dann verkr�meln wir uns mal,� sagte Freudenberg w�hrend er sich mit seinen Kollegen entfernte, nachdem er das geh�rt hatte. �Ihre Ladys sind ganz sch�n sauer. Wir richten uns erst mal ein. Besprechung gibt es sp�ter.�
Sie waren kaum verschwunden, da kamen auch schon die Frauen aus der R�hre. Allen voran Catherine, Pascals Frau. Ihre zarte Gestalt sah verloren aus in dem viel zu gro�en Raumanzug. �Was �ast du dir eigentlich dabei gedacht,� begr��te sie Pascal, was diesen zu einem geduckten R�ckzug veran-la�te. �Jetzt lauf nicht weg, du Riesenbaby.� Schalt ihn Catherine wieder, �Ich fresse dich schon nicht auf.� Sie glitt zu ihm hin�ber. W�hrend sie mit einem niedergeschlagenen Pascal die Andockbucht verlie�, kamen Leons Frau Nathalie und Will Tompkins Frau Jessica. Nathalie kam, elegant wie immer, hereingeschwebt, begr��te Will und entschwebte mit Leon. Jessica blickte Will aus ihren dunklen Augen an. �Na, du,� meinte sie nur. �Aus unserem Urlaub an der Spanischen K�ste wird wohl nichts.� Dann umarmte sie ihn und gab ihm einen Ku�.
�Tut mir leid mein Schatz. Aber wenn Pascals Wunderzeug so gut ist, wie es aussieht, dann sind wir im Sommer wieder zur�ck.�
�Tja, dann sieht es wohl so aus, da� ich den Vertrag mit der Regionalregierung voreilig abgeschlossen habe.�
�Welchen Vertrag?� Will war verwirrt.
�Einen Vertrag, da� der Besitz auf uns geschrieben bleibt, egal wie lange wir weg sind. Schlie�lich sind wir ja jetzt ber�hmt. Die ganze Welt schaut auf uns. Du kannst dir nicht vorstellen, wie zuvorkommend die Beamten sein k�nnen, wenn man ihnen sagt, da� man mit Will Tompkins verheiratet ist.�
,Nun ja,� dachte Will, ,das war wenigstens eine gute Nachricht.� Das Haus blieb ihnen auf alle F�lle. Nachdem es nicht mehr genug bewohnbares Land in Europa gab, sah sich die Regierung gezwungen, zu gro�e Besitzt�mer zu verkleinern. Teilweise kam es auch zu totalen Enteignungen. Will war sich sicher, da� Jessica alle juristischen Register gezogen hatte um den Vertrag aus-zuarbeiten. Schlie�lich hatte sie die Juristerei gelernt, bevor sie in die Raum-physik und Astronautik gewechselt hat. Sie entfernten sich von der Andocksektion und schwebten erst mal in Richtung Schlafmodul. Jessica mu�te sich, wie die anderen auch erst mal einrichten, bevor sie zum wesentlichen kommen konnten.
�Wie nennt ihr das Wundermittel eigentlich?� fragte sie Will auf den Weg dort-hin.
�Pascal hat ihm noch keinen Namen gegeben.�
�Dann w�re vielleicht Pascalin passend.�
Will mu�te lachen. �Klingt wie Penicillin,� meinte er. �Vielleicht hilft es auch gegen irgendeine Krankheit.�
Will und Jessica lachten noch, als sie ins Schlafmodul kamen. Catherine hatte Pascal offensichtlich verziehen, denn sie hingen in einer innigen Umarmung im Raum.
Jessica stupste Will an. �Ich glaube, ich werde mich sp�ter einrichten,� fl�sterte sie ihm zu. �Ich lege meine Sachen erst mal nur in die Koje.�
Eine Stunde nach dem Eintreffen der neuen Besatzung, trafen sie sich in der Messe der ISS zu einer ersten Besprechung. Freudenberg, der jetzige Vorstand der Station, er�ffnete die Sitzung indem er alle �ber den Forschungsflug informierte.
�Einen Tag bevor sie abfliegen werden, kommt eine weitere Crew an Bord der ISS. Haupts�chlich Milit�rs und Astronautikbeobachter. Sie werden mit uns ihren Flug �berwachen und falls es notwendig sein sollte von hier aus helfen.�
�Ich wei� nicht,� antwortete Leon, �ob uns die Milit�rs oder ihr hier auf der Station �berhaupt helfen k�nnen. Wenn ich die Geschwindigkeit, mit der die Drohne verschwand, richtig berechne, werden wir schneller sein, als irgend ein Signal.�
�Das ist der Grund warum weitere Besatzungen hier herkommen. Man bastelt bereits an einer Sendeanlage, die stark genug ist, die Distanz schnell genug zu �berbr�cken.�
�Soll das hei�en, sie k�nnten unseren Kurs, von hier aus beeinflussen?�
�Nun ja, falls es notwendig sein sollte.�
�Das w�re ja ein totaler Blindflug. Wozu braucht ihr dann noch eine Besatzung?�
�Wir k�nnen, wahrscheinlich, nicht sehen was ihr seht,� antwortete Uljanow. Sein russischer Akzent klang noch schwerer als Will angenommen hatte.
�Wie benennen sie ihre Erfindung eigentlich?� Dr. Kim, der sich bis jetzt im Hintergrund gehalten hatte, meldete sich zu Wort. Wir sahen alle gespannt auf Pascal.
�Ich, �h, nun ja,� stotterte er. �Eigentlich �abe ich mir noch keine Gedanken �ber den Namen gemacht.�
�Wie w�r�s mit Hyperflux?� meinte Leon l�chelnd.
�Klingt gut. Der Name d�rfte es auch treffen.�
�Gut, da wir so weit alles besprochen haben, kommen wir mal zum Thema Gesundheit,� Dr. Freudenberg nahm das Gespr�ch wieder in die Hand. �Wie sieht es mit ihrer k�rperlichen Ert�chtigung aus?�
�Wenn sie unsere Saugglocke meinen,� antwortete Will, �die ben�tzen wir alle drei Tage. Jeder darf einen Tag rein. Die Trainingsstunden wurden immer von der Erde �berwacht.�
�Ich mu� sie darauf vorbereiten, da� sie den Flug auch gut �berstehen. Wir wissen weder, ob sie �berhaupt Andruckkr�ften ausgesetzt sind noch ob sie schwerelos sein werden. Das Shuttle wurde speziell ausgestattet. Es enth�lt Sicherheitsnetze, die sie, im Falle eines zu gro�en Andruckes, vor diesem sch�tzen werden. Sicherheitstechnisch das neueste was es gibt. Leicht, extrem dehnbar, organisch abbaubar und k�rpervertr�glich.�
�Sind sie sicher, da� uns die Netze nicht in St�cke schneiden werden? Ich m�chte nicht unbedingt filetiert ankommen.�
�Ich kann sie beruhigen, Dr. Lion. Die Netze wurden intensiven Tests unterzogen, bevor man daran dachte sie in der Raumfahrt zu verwenden.�
�Wie sa�en diese Tests denn aus? Wir werden doch die ersten sein, die eine solche Geschwindigkeit erreichen.�
�Durch ihr Hyperflux, wenn wir mal die Bezeichnung lassen, werden sie tats�chlich eine bisher ungeahnte Geschwindigkeit erreichen. Doch diese Netze dehnen sich nicht nur der L�nge nach, sie passen sich auch der Breite nach an. Sie sind, sagen wir mal, intelligent.�
�Und das soll ich ihnen glauben?�
�Sie k�nnten sogar einen Pudding mitnehmen, Dr. Lion. Doch nun mu� ich mit ihnen ihre neuen Trainingseinheiten durchgehen. Das hei�t im Klartext, sie, Mr. Lion, werden mit Mr. Uljanow und Mrs. King zusammen an dem Hyperflux arbeiten. Die Trainingseinheiten werden sie nebenbei absolvieren. Sie, Leutnant Tompkins, und sie Kommandant King, werden von Mr. Kim und mir in die Technik des Shuttles eingef�hrt. Sie, Mrs. Tompkins werden mit Mr. Kim und Mrs. Lion an dem neuesten Navigationscomputer eingeschult. Sie werden w�hrend des Fluges laufend Daten an uns �bermitteln, damit wir ihnen folgen k�nnen.�
�Na,� meinte Catherine, wobei sich ein leichter Spott in ihre Stimme schlich, �langweilig wird uns offensichtlich nicht.�
Das konnte man beim besten Willen nicht behaupten. Die Technik war das neueste, was sich menschliche Gehirne ausdenken konnten. Kompliziert, f�r Wiedereinsteigende wie Will, zeitweise unlogisch und, wie Leon sagte, v�llig hirnrissig. Doch Jessica und Catherine waren gottlob nicht besser dran. Kim verlor sich oft so sehr in Details, da� man fast einschlief. Das wirklich Interessante waren die gespeicherten Sternenkarten. Man konnte sie interaktiv ver-�ndern, je nach dem wo man sich gerade befand. Der Computer rechnete die Abflugdaten mit der Geschwindigkeit zusammen, blickte auf die Sternenkonstellation zur Zeit des Abfluges, ma� die Ver�nderung der Sterne dazu und verband sie mit der zur�ckgelegten Strecke. So hatte man ein aktuelles Bild, mit den gespeicherten Sternennamen. Au�erdem konnte man eventuell vorhandene Planeten einspeichern, die bei sp�teren Raumfl�gen erforscht wer-den konnten. Es war ein H�llenjob. Doch nicht nur sie, sondern auch Uljanow hatte es nicht leicht. Pascal, der schon immer ein etwas schusseliger Wissenschafter war, brachte ihn bereits am ersten Tag zur Wei�glut. Will mu�te zugeben, da� man seinen Gedankenspr�ngen oft nicht folgen kann. Doch bei Uljanow lief er f�rmlich zur H�chstform auf.
�Ich verstehe nicht, da� ein Mensch wie er einen akademischen Grad hat,� schimpfte Uljanow als er wutentbrannt aus dem Labormodul scho�. �Er hat einfach keine Ahnung was er macht.�
Pascal sah ihm nur entgeistert nach, sch�ttelte den Kopf und fuhr fort seine Erkl�rungen an Nathalie weiterzugeben.
Eine Woche sp�ter waren alle mit den Nerven am Ende. Das idealste Startfenster n�herte sich und keiner kam auf die erforderlichen Werte. Leon und Will beherrschten die Steuerungsautomatik nicht, Catherine und Jessica hatten Probleme mit dem Navigationscomputer und Uljanow hatte t�gliche Wutausbr�che mit Pascal.
An einem Tag lieferten sie sich ein Schreiduell, da� man beide in verschiedenen Sektionen der Station unterbringen mu�te. Will glaubte, sie h�tten sich sonst geschlagen. Uljanow zog sich mit einer Flasche Wodka, die er mit hinaufgeschmuggelt hatte in das Messemodul zur�ck. Sp�t in der Nacht kam auch Pascal in die Messe. Er erz�hlte sp�ter, da� er auch Lust hatte etwas zu trinken. Zumindest fanden sie die beiden am n�chsten Morgen friedlich vereint. Sie schliefen beide, eingehakt in den Sesseln.
Wenn Will dort gewesen w�re, h�tte er darauf gewettet, da� sie wieder zu streiten anfangen. Doch das war ein komplett unverhofftes Bild.
�Ich hoffe, wir k�nnen jetzt wieder zur normalen Tagesordnung zur�ckkehren,� meinte Freudenberg als er die beiden sah. Catherine scho� noch ein Erinnerungsfoto bevor die beiden endg�ltig erwachten.
Von diesem Tag an ging alles so, wie es schon vorher h�tte laufen sollen. Es wurde leichter ohne die dauernden Streitereien. Uljanow, oder Fjodor, wie er den anderen angetragen hatte, hing den ganzen Tag mit Pascal im Labor herum. Das hatte zur Folge, da� Pascal etwas ordentlicher und Fjodor etwas schusseliger wurde. Nathalie kam von vornherein mit Pascal zurecht, da sie schon auf der Erde mit ihm gearbeitet hatte. Leon und Will kamen auch besser mit Kim und seinem Computer zurecht und auch Catherine und Jessica bekamen den Navigationscomputer in den Griff.
Der Tag der Abreise r�ckte n�her. Jetzt wurde das Team, noch dazu mit unserer Saugglocke gequ�lt. Jeden Tag stand immer mehr Sport auf dem Programm. Sie liefen, bis sie nicht mehr konnten.
�Sch�n langsam glaube ich, wir sollen einen Marathonlauf nach Epsilon Eridiani machen,� n�rgelte Pascal.
Doch Freudenberg verneinte dieses vehement. �Es ist nur ihrer Gesundheit zuliebe,� entgegnete er. �Sie wollen doch fit sein wenn sie wieder zur�ck sind.�
F�r die Gesundheit des Teams war der Raumfahrtbeh�rde wirklich nichts zu teuer. Selbst eine solche Saugglocke war im Shuttle vorhanden.
Doch auch f�r Abwechslung w�hrend des Sports war gesorgt. Damit sich ihre Muskeln wieder an normale Schwerkraft gew�hnen konnten, durften sie die letzte Woche vor dem Start noch einmal zur�ck auf die Erde.
Die Wolken, die den Amerikanischen Kontinent verh�llten waren zur Zeit nicht so stark, so da� man relativ gefahrlos landen konnte. W�hrend sich die Kacheln des Shuttles, bei ihrem Wiedereintrittes, rot f�rbten, konnte Will sehen, da� �ber dem gesamten Europ�ischen Festland eine dicke, braun wei�e, Wolkendecke lag. ,Nicht schon wieder Hochwasser,� dache er sich. Doch es war so gut wie sicher, da� die Wolken wieder einmal das Land �berschwem-men w�rden. �ber dem Amerikanischen Kontinent hingegen war keine einzige Wolke zu sehen und die Bev�lkerung st�hnte unter der Belastung.
Die, relativ, frische Luft und die Schwerkraft, die sie in der russischen Taiga genie�en konnten, war das letzte, an das sie sich f�r die n�chsten Monate an Bord der Explorer 1 erinnerten. Sie genossen diese eine Woche in vollen Z�gen. Die gesamte Mannschaft ging wandern und tankte Energie und Ruhe. Doch die Woche ging zu schnell vorbei. Als sie im Flugzeug nach Baikonur sa�en, seufzte Jessica: �Ich hoffe, da� wir bald etwas finden.�
�Was meinst du?� fragte Will.
�Egal. Entweder, da� wir wirklich Epsilon Eridiani erreichen und der Planet zum besiedeln ist oder da� wir etwas gegen dieses Klima machen k�nnen.�
�Ich glaube, dein letzter Wunsch wird nicht in Erf�llung gehen.�
�Dann bleibt uns wenigstens noch der andere.�
Endlich war es so weit. Auf der ISS war ein hektisches Treiben bemerkbar. Die Station war so voll wie lange nicht mehr. Das Schiff wurde mit einem Vorrat an Lebensmitteln f�r ein halbes Jahr beladen und das Team besiedelte gleich nach der Ankunft das Innere des Shuttles. Sie mu�ten Platz machen f�r das n�chste Team das ankam. Das anf�ngliche Entsetzen, �ber ihren Abflug war einem erwartungsvollen Gl�cksgef�hl gewichen. Nun wurde es spannend, denn am �bern�chsten Tag, nach der Ankunft der milit�rischen Crew flogen sie ab.
Nachdem sie die ISS routinem��ig verlassen, die Systeme gecheckt und sich seelisch vorbereitet hatten, fingen sie an das Schiff auszurichten, damit der Extratank mit Hyperflux gez�ndet werden konnte.
Sie h�ngten sich vorschriftsm��ig in die Auffangseile, befestigten alles was herumfliegen konnte und begannen mit dem Countdown.
Leon z�hlte herunter und als er bei null angekommen war, z�ndete Will das Hyperflux. Es war wie bei der Drohne. Erst flo� es unbeeindruckend aus dem Antrieb, fing dann zu gl�hen an, w�hrend die Erde mit der davor schwebenden ISS immer l�nger wurde. Schlie�lich zerri� ein unheimlich greller Blitz das All und sie entschwanden in einer undefinierbaren Umgebung.
Die Nachrichten der ISS �ber ihren Flug kamen immer verzerrter in das Shuttle. Will kam es vor, als ob der Schall versuchte durch schalldichte W�nde zu kommen. Es gelang ihm nur teilweise. Die Kacheln ihres Shuttles fingen an hellorange zu gl�hen, und es wurde immer w�rmer im Cockpit. Von der Umgebung war nichts mehr zu erkennen au�er dem Gl�hen der Kacheln und dem Leuchten der Instrumente waren sie von einem undurchdringlichen, mil-chigen Gr�nschleier umgeben.
Die Zeit verging langsam und der L�rm nahm von Minute zu Minute zu. Bald mu�ten sie sich anschreien, damit sie sich verst�ndigen konnten. �Wenn ich gewu�t h�tte, da� sie uns hier grillen wollen, h�tte ich einfach einen gro�en Backofen erfunden,� rief Pascal. Dann ri� die Beschleunigung pl�tzlich ab.
So pl�tzlich, wie sie in diese seltsame Umgebung eingetaucht und das Inferno um das Shuttle begonnen hatte, verstummte alles wieder. Der L�rm lie� nach, ebenso das Gl�hen der Kacheln. Der erste Tank war leer, und das Shuttle trieb in diesem seltsamen Raum. Die Funkspr�che, kamen nicht mehr bis zum Schiff und sie konnten nur raten wohin die abgesetzten Nachrichten gekommen sein konnten. Doch am schlimmsten war die Stille. Sie war so absolut, so undurchdringlich. Und die Ungewi�heit in der sich das Team befanden. Die Bordchronometer ma�en mit bester Genauigkeit die Zeit, die Stunden die vergingen. Doch erst am dritten Tag fiel Jessica etwas auf, das alle ziemlich beunruhigte.
�Sag mal, Will,� sie drehte sich zu ihm um. �Welchen Tag haben wir heute eigentlich?�
�Sag blo�, du kannst nicht mehr die Uhr lesen?� antwortete er sp�ttisch.
�Nein im Ernst.�
�Wir sind am Mittwoch abgeflogen. Das war vor drei Tagen. Warum fragst du?�
�Welches Datum war da?�
�Der 12. August 2023.� Will wurde langsam gereizt. �Warum fragst du?�
�Weil auf dem Bordchronometer der 13. August 2025 aufscheint.�
Zu diesem Zeitpunkt h�tte man sogar eine Feder aufschlagen h�ren k�nnen. Die Stille verkroch sich sprichw�rtlich in der letzten Nische.
�Aber, das kann nicht sein!� Leon und Pascal riefen es gemeinsam aus. ��ast du den Computer gecheckt?� �Sind die Systeme alle in Ordnung?� �Bist du auch wirklich alles durchgegangen?�
Alle waren pl�tzlich in hellster Aufregung. Die gesamte Besatzung dr�ngte sich um den Zentralcomputer. Alles wurde durchgecheckt, s�mtliche Systeme gepr�ft doch sie konnten nichts finden.
�Wenn der Computer recht hat, dann w�ren wir jeden Tag ein ganzes Jahr unterwegs gewesen,� sagte Nathalie. �Das kann doch unm�glich stimmen.�
�Aber wir �aben doch alles �berpr�ft.�
�Die einzige Erkl�rung, die ich anbieten kann, ist, da� diese seltsame milchige Masse dort drau�en die Zeit verzerrt. Doch wir k�nnen nicht sicher sein, welches Datum wir tats�chlich haben. Wir wissen nicht, ob der Zentralrechner, oder ob unsere innere Uhr recht hat.�
Doch das war nicht das schlimmste, was auf dieser Reise passieren sollte. Sie waren scheinbar noch immer in der Beschleunigungsphase, denn die Zeit verging von Tag zu Tag schneller. S�mtliche Computer und Systemchecks verliefen positiv. Doch die Bordchronometer zeigten immer schnellere Tages und Jahreswechsel an.
,Nun sind wir bereits seit zweieinhalb Monaten in dieser seltsamen Br�he unterwegs,� dachte Will. Jedenfalls, wenn er nach seiner inneren Uhr ging. Wenn er auf den Bordchronometer sah hatten sie allerdings das Jahr 2437. Das Hyperflux hatte demnach eine kontinuierliche Geschwindigkeitssteigerung bis zur f�nften Woche um jeweils das doppelte von der Vorwoche. Die f�nfte und sechste Woche stellten offensichtlich die Spitzengeschwindigkeit, denn ab der siebten Woche nahm die Geschwindigkeit ebenso kontinuierlich ab wie sie vorher zugenommen hatte. Den Berechnungen, die sie anstellten, hatte die Zeit eine perfekte Kurve gemacht.
Das Shuttle n�herte sich offensichtlich dem Ende seiner Reise. Die Zeit nahm nun t�glich nur mehr ein Jahr zu und das bereits seit sechs Tagen. Will rechnete jeden Moment damit, da� sie wieder in den Normalraum zur�ckfallen. Nur wu�te er absolut nicht, wo sie sich dann befanden. ,Ich werde nun die anderen wecken,� sagte er zu sich, ,damit alle, an Bord anwesenden, Zeugen der R�ckkehr werden.�
Will Tompkins stand auf, von seinem Schalensitz im Cockpit des Shuttles. Er befreite sich aus dem Auffangnetz, und schwebte nach hinten. Das Shuttle war eine Sonderkonstruktion. Im Laderaum befand sich haupts�chlich der Wohn und Schlafraum. Durch ein dickes Metallschott abgetrennt lagerte das restliche Hyperflux im Tank. Will schaltete das Licht ein und ein warmer Schein er-hellte den Raum. Die restliche Besatzung lag, festgeschnallt in ihren Schlafko-jen. Zuerst weckte er Jessica. Er gab ihr einen z�rtlichen Ku� auf die Wange. �Wach auf, mein Schatz,� fl�sterte er ihr ins Ohr. �Es mu� jeden Moment soweit sein.� Sie schlug die Augen auf, blickte ihm in seine sanften Augen und murmelte: �Gerade jetzt, wo ich so gut geschlafen habe?�
�Tja, kann man nichts machen. Ich wecke jetzt die anderen.�
Doch Pascal und Lion waren schon munter und entschwebten gerade ihren Kojen. Sie weckten ihre Frauen, w�hrend Will das Fr�hst�ck zubereitete.
�Ist euch was aufgefallen?� fragte Catherine w�hrend sie zusammensa�en und Instantkaffee aus abgedichteten Schnabeltassen tranken. �Es wird �eller drau�en.�
Alle st�rmten ins Cockpit, und blickten aus den Fenstern. ... / ... |
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