�Oh Gott,� sagte Nathalie, �ich bin sch�n langsam neugierig, wohin wir jetzt geflogen sind.�
�Mich w�rde viel mehr interessieren, ob jetzt der Computer oder ob wir recht haben,� antwortete Jessica.
�Mich interessiert beides,� warf Will ein, �doch viel mehr interessiert mich, ob uns die Sachen hinten um die Ohren fliegen w�hrend wir abbremsen.�
Schnell begaben sich alle wieder in den hinteren Sektor des Shuttles. Alles wurde verstaut, gesichert und weggeschlossen. Dann beeilten sie sich wieder ins Cockpit zu kommen, schnallten sich an, sicherten sich noch mit den Fangnetzen ab. Die Kacheln hatten einstweilen wieder zu gl�hen begonnen und die Stille war einem infernalischen L�rm gewichen. Es h�rte sich an, als ob ein Dauerfeuer aus Granaten an die Schiffsw�nde h�mmerte und gipfelte in ei-nem immer lauter werdenden Gekreische als ob Stahl �ber Stahl kratzte.
Genauso schnell, wie das Wei� gekommen war, wich es auch wieder. Nahtlos schwarzes All h�llte sie wieder ein. Nur ein kleiner heller Punkt wurde vor ihnen immer gr��er. Ein schimmernder Planet raste mit irrsinniger Geschwindigkeit auf sie zu. Wie ein riesiger Smaragd hing er im Dunkel des Weltalls. Schimmerte die Erde blau, war die Ausstrahlung dieses Planeten ein schmutziges gelbbraun auf dem gro�e St�rme tobten. �ber dem ungastlich aussehenden Planeten hingen ungef�hr f�nfzig riesige Asteroiden. W�hrend sie die Bremsraketen z�ndeten, starteten seltsam schlanke Raumschiffe von einem der Asteroiden.
�Kommunikation einschalten,� befahl Will. Leon, der Copilot war, legte den Schalter um. �Kommunikation ein!�
�Okay, dann wollen wir mal,� meinte Will. �Betet, da� sie uns nicht angreifen.� Er dr�ckte den Knopf und sendete auf allen Frequenzen.
�Hier ist das Raumschiff Pionier 1 von der Erde. Wir sind unbewaffnet und kommen in Frieden. Ich wiederhole. Hier ist das Raumschiff Pionier 1 von der Erde. Wir sind unbewaffnet und kommen in Frieden!�
Stille breitete sich im Shuttle aus. Es schien Ewigkeiten zu dauern bis es im Empfang knackte und sich eine befehlsgewohnte Stimme meldete: �Raumschiff Pionier 1. Wir haben sie verstanden. Schlie�en sie sich unserem Konvoi an. Jede Abweichung wird als feindlicher Akt verstanden und wir sind gezwungen das Feuer zu er�ffnen!�
�Scheint als w�re das, das Empfangskomitee,� meinte Jessica. �Ich frage mich nur, woher die Englisch k�nnen.�
W�hrend das Shuttle den schlanken Raumj�gern zu einer gro�en Asteroidenstation folgte, blieb es im Inneren des Shuttles still. Niemand wollte reden. Alle blickten nur auf den immer gr��er werdenden Felsen im All. Niemand an Bord des Shuttles konnte es glauben, da� im Inneren des Asteroiden jemand lebte. Doch deutlich werdende Luken und Fenster widerlegten diese Eindruck. Es knackte wieder im Lautsprecher. �Raumschiff Pionier 1. Schalten sie s�mtliche Antriebsarten ab. Sie werden in einen Hangar gezogen.�
Ein kurzer Ruck best�tigte den Fangstrahl. Will schaltete alle Antriebe ab. An der Seite des gro�en Asteroiden �ffnete sich eine riesige Luke, die vorher nicht sichtbar war. Langsam und beh�big glitt das Schiff in den Hangar. Leon fuhr die R�der aus.
W�hrend sich die Hangartore majest�tisch schlossen, setzte das Schiff auf dem Boden auf. Alarmt�ne gellten durch die Halle und verstummten allm�hlich. Sie wurden von finster dreinblickenden Soldaten in Vollk�rper � Kampfan-z�gen umringt. Eine Leiter wurde herangefahren und an der Luke befestigt.
�Geht ihr mit?� fragte Will, w�hrend er sich aus den Fangnetzen befreite. Es war eine unn�tige Frage, denn alle waren neugierig auf das was hier geschehen sollte.
Will stieg als erster aus, die H�nde erhoben. Die anderen folgten ihm stumm. Unten angekommen kam ein wichtigerer Soldat auf sie zu. Will erkannte es sofort an der goldenen Schnalle auf seinen Schultern. Au�er seinem Gesicht konnte man nichts genaues erkennen, da sein K�rper, genauso wie die der anderen Soldaten, in einem massiven Schutzanzug steckte.
�Kommen sie bitte mit,� sagte er nur. Es gelang Will nicht, einen Blick auf das Namensschild zu werfen. Er war sich auch nicht sicher, ob der Offizier �berhaupt eines trug. Er brachte die Gruppe weg vom Hangar, in einen steril wirkenden Raum. An der Wand hingen Overalls die in Plastikh�llen eingeschwei�t waren.
�Bitte legen sie ihre Kleidung ab und ziehen sie diese Overalls an.�
�Warum sollten wir ...?�
�Wegen der Bakterien, die sie mit sich f�hren,� antwortete der Offizier. �Sie werden hier mit dem Normverfahren von Bakterien und Viren gereinigt. Diese Overalls sind steril.� Dann verschwand er.
Nachdem sich die Gruppe umgezogen hatte, kam der Offizier wieder. Er hatte sich umgezogen und war jetzt in einer schwarzen, mit silbernen Streifen versehenen Uniform. Der Offizier dirigierte sie durch unz�hlige Korridore, die alle wie ausgestorben wirkten. Endlich blieben sie vor einer wichtig aussehenden T�r stehen. Er stie� sie auf und meinte nur: �Der Kommandant und der Senat erwarten sie. Bitte treten sie ein.�
Will und seine Begleiter wu�ten nicht was sie davon halten sollten, traten aber ein. Ein riesiger Tisch beherrschte die Szene. An der Wand war eine goldene Galaxis eingelassen. Der Mann an der Front des Tisches stand auf.
�Sie sind also von der Erde,� sagte er nur und starrte die Gruppe mit eisblauen Augen an.
�Ja,� antwortete Will. �Wir sind vor zweieinhalb Monaten von der Erde gestartet und hoffen jetzt auf Epsilon Eridiani zu sein. Mich wundert allerdings, da� sie Englisch sprechen.�
�Da� sie auf Epsilon Eridiani sind, kann ich ihnen leider nicht best�tigen. Englisch, wie sie unsere Sprache nennen sprechen wir nicht. Es ist, wie wir es nennen, Interstandard. Und da� sie vor zweieinhalb Monaten von der Erde gestartet sind, ist absolut unm�glich.�
�Warum?� fragten Will und die anderen gleichzeitig.
�Weil der Planet hier unter uns die Erde ist � oder vielmehr war � und dort kein Leben mehr existieren kann. Andauernde Umweltkatastrophen haben sie unbewohnbar gemacht.� Er machte eine kleine Pause. �In gewisser Weise,� sage er gedehnt, �haben sie Gl�ck gehabt. Sie sind eindeutig Menschen. Woher werden wir sp�ter kl�ren. Aber wenn sie einen Tag sp�ter gekommen w�ren, h�tten sie nur mehr den zerst�rten und verlassenen Planeten vorgefunden. Wir hier in den Asteroiden, sind die letzten Menschen der Erde und wir warten nur mehr auf die Bewilligung durch den Galaktischen Rat. Dann sind wir weg von hier.�
Will kam es vor, als w�rde man ihm den Boden unter den F��en wegziehen. ,Das kann doch nicht sein,� dachte er. Jessica hielt sich so stark an seiner Schulter fest, da� ihre Kn�chel wei� hervorkamen. Sie zitterte so stark, da� Will sie halten mu�te. Auch die anderen hatten �hnliche Zust�nde.
�In welchem Jahr sind sie abgeflogen?� fragte ein hochrangiger Milit�roffizier.
�Unser Abflug war am 12. August 2023. Wir sind von der ISS gestartet. Welches Datum haben wir jetzt eigentlich?�
�ISS?� der Offizier dachte nach. �Ich glaube mich zu erinnern, da� ich in den Geschichtsb�chern so etwas gelesen habe. Ich setze den Zentralcomputer darauf an.�
�Ja, General, tun sie das. Wir warten so lange. Was ihre Frage nach dem Datum angeht: wir haben das Jahr 2439.� Der Mann am anderen Ende des Tisches schaltete sich wieder ins Gespr�ch ein. Er machte eine einladende Handbewegung. �Aber bitte, setzen sie sich doch. Wir sind alle hier um die Wahrheit zu erfahren nicht um zu foltern.� Er legte den Finger auf seinem, am rechten Handgelenk befestigten, Intercom.
�Bringen sie uns bitte Wasser,� er wandte sich wieder an die Gruppe. �Verzeihen sie, wollen sie auch etwas essen?�
�Danke, aber mit frischem Wasser w�re uns am meisten gedient.�
�Wie sind eigentlich ihre Namen?�
�Ich bin Will Tompkins, Captain des Shuttles,� er zeigte auf Jessica, �meine Frau, Jessica.� Dann auf die anderen. �Leon King, mein Copilot und seine Frau Nathalie, Dr. Pascal Lion und seine Frau Catherine.�
�Eine gro�e Gruppe f�r so ein kleines Schiff.�
�Dr. Lion hatte das Gl�ck einen Treibstoff mit Namen Hyperflux zu erfinden. Die Regierung hat uns daraufhin als Gruppe auf diese Expedition geschickt, da wir damals zusammengearbeitet haben.�
�Hyperflux, sagten sie: Hyperflux?�
�Ja, kennen sie es etwa?�
�Der Unfall auf der ISS,� rief der General pl�tzlich. �Jetzt erinnere ich mich wieder. Wann war das noch mal?� er kratzte sich am Kopf. �2045 oder so. Die Station war gerade �ber Europa als es passierte. Durch dieses Zeug hat sich der Sauerstoff in der Atmosph�re immer mehr verd�nnt. Nichts konnte es aufhalten.�
Pascal, der es bisher vorgezogen hatte stehen zu bleiben, mu�te sich jetzt auch setzen. Er zitterte so stark, da� die anderen glaubten, er habe einen Herzinfarkt. �Das kann ich nicht glauben,� fl�sterte er. �Sind sie ganz sicher, da� die Erde kein Leben mehr �at?�
�Absolut sicher,� antwortete der General. Sein Interkom piepste. �Moment, ich bekomme gerade die Daten. ISS, eine alte Raumstation, die in den Jahren 1999 bis 2002 gebaut und in den Jahren 2015 bis 2020 das erste Mal und 2030 bis 2038 das zweite Mal erweitert wurde.� Er macht eine Pause. �Ah, ja,� rief er pl�tzlich aus. �Da haben wir es ja. 12 August 2023 startete ein sechsk�pfiges Forschungsteam nach Epsilon Eridiani. Der Kontakt ri� allerdings schon am zweiten Tag ab, soda� die Erdregierung die Forscher f�r tot erkl�rte. Dr. Pascal Lion bekam posthum den Nobelpreis verliehen. Am Hyperflux wurde weitergeforscht um es weiter zu verbessern. Dem machte ein Unfall auf der ISS am 31. August 2049 ein Ende. Der gr��te Teil der Station wurde zerst�rt, die Forschung wurde eingestellt, da man mittlerweile den Antrieb mit Wasserstoffturbinen erfunden hatte.� Der General blickte in die Gruppe. �Das ist �brigens die, noch immer g�ngige Antriebsart,� erkl�rte er. Dann fuhr er fort. �Das durch die Explosion ver�nderte Hyperflux drang in die Atmosph�re ein, ohne da� man es zun�chst nachweisen konnte. Im Jahre 2095 konnte man die Umweltverschmutzung das erste Mal auf das Hyperflux zur�ckf�hren und man versuchte sie vergeblich zu bek�mpfen. 2215 war die Umweltverschmutzung so stark, da� man nichts mehr dagegen unternehmen konnte. Das war der Beginn von unserem Exodus.�
Stille breitete sich im Saal aus. Pascal, der das alles nicht glauben konnte, fragte: �Aber warum �aben sie denn nicht schon fr��er ...? Ich meine, wo�in wollen sie jetzt?�
Der Vorsitzende ergriff wieder das Wort. �Als wir anfingen Asteroiden zu sammeln, damit wir sie als Raumschiffe verwenden konnten, wurden die Oliveirier auf uns aufmerksam. Sie und der Galaktische Rat haben die letzten Jahrzehnte �ber unsere neue Heimat diskutiert. Morgen bekommen wir die genauen Flugdaten in unsere Schiffscomputer �berspielt. Dann k�nnen wir, nach f�nfzig Jahren im Weltraum, unsere Reise antreten.�
�Und wo liegt das Ziel?�
�Das werden wir morgen erfahren. Ich darf sie bitten, da� sie einstweilen in unseren G�stequartieren einziehen. Wir werden sie morgen dem Gesandten des Galaktischen Rates vorstellen. Ich hoffe, da� ihr Erscheinen keine �nderung in unserer Abflugsequenz birgt.�
Damit stand er auf und der junge Offizier, der sie hier hergebracht hatte f�hrte sie wieder weg.
Sie gingen durch die steril wirkenden G�nge der Station ohne ein weiteres Wort zu wechseln. Als sie an einer orangefarbigen T�r ankamen, machte der Offizier halt. Er legte seine Handfl�che auf ein Scannerfeld und blickte in eine Optik.
�Ich wurde angewiesen, sie hier her zu bringen,� sagte er. �Sie wohnen vor-l�ufig hier im Sicherheitsbereich, bis man andere Quartiere f�r sie gefunden hat.�
Die T�r glitt zischend auf. Ein weiterer Uniformierter wartete bereits auf der an-deren Seite.
�Sergant Ivanov wird ihnen ihre Unterk�nfte zeigen.� Er drehte sich um und ging wieder.
Schweigend gingen sie hinter dem Sergant weiter in den Orangen Bereich.
�Dies ist die Sicherheitszone des Schiffes,� erkl�rte er. �Hier kann niemand oh-ne Berechtigung heraus oder herein.�
�Ein Gef�ngnis, w�rde ich meinen,� sagte Pascal leise. Doch der Sergant hatte ihn geh�rt.
�Durchaus kein Gef�ngnis. Hier werden nur unsere wertvollsten G�ste untergebracht.�
�Wertvoll, f�r wen?�
�F�r uns Menschen. Hier sind die besten K�pfe untergebracht. Weit im Inneren des Asteroiden, in einer, im Notfall, vollkommen autarken Sektion.�
Eine weitere T�r �ffnete sich und gab den Blick auf ein ger�umiges Wohnzimmer frei.
�Dies ist ihre Unterkunft,� sagte der Sergant. Er mache eine einladende Geste. �Sie werden vorl�ufig zusammen leben m�ssen. Bis wir wissen, in welchem unserer Schiffe wir sie unterbringen k�nnen. Es sind genug Schlafm�glichkeiten vorhanden. Sie k�nnen �ber Sprachsteuerung alles bekommen, doch bitte verstehen sie, da� sie noch keine Ausgangsm�glichkeit haben. Ihre Daten werden in dem Schiff, mit dem sie weiterreisen werden, eingegeben. Wenn sie raus wollen, benutzen sie das Interkom und fragen sie nach mir. Ich bringe sie dann weiter.�
Er drehte sich um und wollte gehen.
�Sind sie sicher, da� wir keine Gefangenen sind?� fragte Pascal.
�Ganz sicher,� antwortete Ivanov und schritt aus der T�r�ffnung, die sich sofort wieder schlo�.
�Na toll,� seufzte Catherine resignierend. �Erst in ein Shuttle �ber Monate, oder eigentlich Jahr�underte, eingesperrt und jetzt �ier.�
�Wenigstens �aben wir �ier einen Komfort, den wir im Shuttle nicht �atten. Wir sollten uns nicht beschweren.�
�Was mich betrifft,� sagte Nathalie, �werde ich mal eine ausgiebige Dusche genie�en.� Sie blickte Leon aus dem Augenwinkel an. �Kommst du mit, Schatz?�
Er lie� sich nicht lange bitten. �Ich mach mich gleich auf die Suche nach dem Bad,� sagte er und verschwand in einem angrenzenden Raum. �Ihr k�nnt euch einstweilen ausschnapsen wer als n�chster Duschen will. La�t euch ruhig Zeit.� Kurze Zeit sp�ter konnten sie ein freudiges: �Hab�s gefunden!� vernehmen.
�Verbraucht nicht das ganze Wasser!� rief Will ihnen hinterher. Dann machte er sich mit Jessica daran, die anderen R�ume zu �berpr�fen. Pascal, der noch immer Wei� wie die Wand war, sa� mit Catherine auf dem gem�tlichen Sofa.
Den restlichen Tag verbrachten sie damit zu duschen und danach ersch�pft ins Bett zu fallen. Einzig Pascal konnte nicht gut schlafen. Als sie am n�chsten Tag durch einen leisen Summton geweckt wurden, sa� er bereits angezogen auf dem Sofa. Seine Augen waren rot unterlaufen und dunkle Schatten umspielten sie. Als sie sich angezogen hatten, erklang ein sanfter Gong an der T�r. Ein Teil der T�r flimmerte kurz, dann zeigte sich das Gesicht von Sergant Ivanov darauf.
�Ich hoffe, ich st�re sie nicht,� sagte er. �Ich wollte ihnen ihr Fr�hst�ck bringen. Darf ich eintreten?�
�Aber sicher,� best�tigte Leon, �Kommen sie nur herein.�
Die T�r glitt auf und Ivanov brachte ein Tablett mit herrlich duftenden K�stlichkeiten herein. �Ich hoffe, sie haben gut geschlafen,� meinte er und stellte das Tablett ab. Erst da sah er Pascals dunkel ger�nderte Augen. �Scheint so, als ob nicht alle ausgeschlafen sind.� Besorgnis war in seiner Stimme. �Ich w�rde ihnen empfehlen, diesen Saft hier zu trinken,� er zeigte auf einen Krug mit gr�nlicher Fl�ssigkeit, �dazu essen sie am besten diese Frucht. Gemeinsam wirken sie am besten.� Er drehte sich wieder zur T�r. �Sagen sie Bescheid, wenn sie fertig sind. Dann gehe ich mit ihnen die Tagespl�ne durch.� Wieder war er weg.
Sie sa�en schweigend da und betrachteten die Speisen. Catherine go� Pascal liebevoll ein Glas der gr�nlichen Fl�ssigkeit ein, sch�lte ihm die birnenf�r-mige Frucht und reichte sie ihm zum Essen. ��ier, mein Schatz,� sagte sie, �du mu�t was essen. Sie werden uns schon nicht vergiften.�
Pascal nahm stumm das Glas, trank davon, bi� in die Frucht und trank wieder. Als er mit der Frucht fertig war, hatte er wieder eine gesunde Farbe und die schwarzen Ringe um seine Augen waren auch nicht mehr da.
�Ich wei� nicht, was das Zeug war,� meinte er dann, �aber es �ilft.�
�Du siehst auch nicht mehr so ausgespuckt aus,� sagte Will.
Pascal mu�te l�cheln. �Es war wohl alles etwas viel f�r mich.�
�Scheint so. Bereit f�r den Tagesplan?�
�Warum nicht,� seufzte Nathalie, �Wir haben sowieso nichts anderes vor.�
�Interkom, Sergant Ivanov bitte.�
Wieder erschien auf der T�r das Gesicht des Sergeanten. �Sind sie bereit?�
�So bereit, wie man nur sein kann,� antwortete Will.
�Sehr sch�n, ich komme gleich.� Und das Gesicht verschwand wieder.
Ein paar Minuten sp�ter stand er auch schon vor der T�r.
�Wir haben jetzt halb zehn Normzeit. Die Delegation kommt um zehn Normzeit an. Es werden Oliveirier, Massanogen und Raflagen anwesend sein. Sie sind die Hauptv�lker der Liga. Der Senat wird zuerst mit der Delegation beraten. Ich m�chte sie allerdings bitten, sich bereit zu halten. Wenn die Delegation mit ihnen sprechen m�chte, m�ssen sie im Vorzimmer sein. F�r ihr Vorsprechen bei der Delegation mu� ich ihnen sagen, da� sie bitte nur auf die Fragen antworten, die ihnen gestellt werden. Die Beratung wird dann nach ihrem Vorsprechen abgeschlossen. Danach sollten wir die Koordinaten f�r unserer neuen Heimat erhalten. Haben sie noch Fragen?�
�Nur eine, was werden sie uns fragen?�
�Das kann ich ihnen auch nicht beantworten. Wollen sie, in der verbleibenden Zeit, noch etwas das Schiff besichtigen?�
�Warum nicht. Wir haben ja noch etwas Zeit und es ist nicht schlecht, wenn man sich auf dem Schiff auskennt.�
�Ich werde sie wieder bis zur Grenze begleiten,� antwortete Ivanov. Er griff in seine Tasche und fischte ein paar Scheckkartengro�e und ebenso flache Teile aus seiner Tasche. �Dies sind ihre vorl�ufigen Interkoms. Sie m�ssen sie nur auf ihren Handr�cken kleben. Damit sind sie im gesamten Schiff erreichbar und im Notfall k�nnen wir sie auch orten.�
Pascal nahm ein Interkom in die Hand. �Dagegen sind �andys wie wir sie kannten ja m�chtig schwer.�
�Sie brauchen das Interkom nur auf ihren Handr�cken legen und leicht andr�cken. Das ist alles. Zur Aktivierung einfach dar�ber streichen und den Namen des gew�nschten Teilnehmers nennen. Das ist alles.�
Sie nahmen alle die Interkoms entgegen und machten sich wieder auf den Weg zum �u�eren Schott. Dort wartete wieder ein anderer Soldat, der sie durch die verschiedenen G�nge und Hallen f�hrte. Will kam sich vor, als w�rde er eine Fabrik in einem Science Fiction Film besichtigen. Doch die wichtigen Sektionen, wie Br�cke oder Maschinenraum wurden nicht gezeigt. F�nf Minuten vor zehn trafen sie im Vorzimmer des Sitzungssaales ein.
�Perfekt,� begr��te sie der selbe junge Offizier, der sie gestern bereits hierher gebracht hatte. �Es wird gleich nach ihnen gefragt werden. Danke Perkins, sie k�nnen gehen.� Wandte er sich an den Soldaten.
Als dieser den Raum verlassen hatte, ging die T�r zum Sitzungssaal auf. �Die Forschergruppe wird gebeten einzutreten.� Meldete ein anonymer Sprecher.
�Na, dann, Leute,� sagte Will. �Auf in den Kampf.� Er atmete tief durch und machte sich mit Jessica an seiner Seite auf den Weg. Leon und Nathalie folgten ihm sofort. Nur Pascal z�gerte. Doch er wurde von Catherine einfach mitgenommen.
Die Delegation war der n�chste kleine Schock der sie erwartete. Vor den verschiedenen Mitgliedern standen die jeweiligen Flaggen. Davor waren, f�r die Neuank�mmlinge, in Englisch die Rassennamen auf einem Schild geschrieben.
Die Massanogen waren den Menschen am �hnlichsten. Sie waren von gedrungener Gestalt, und der m�chtige Bauch war am auff�lligsten. Sie verliehen ihnen ein Birnenf�rmiges Aussehen. Es setzte sich in ihrer Kopfform fort. Sie hatten hervorstehende Augen, einen lippenlosen Mund und keine sichtbare Nase. Ihre Haut gl�nzte �lig.
W�hrend die Massanogen den Menschen noch ein wenig �hnlich waren, konnten die Raflagen keinen Bezug zu Menschen herstellen. Sie waren reptilischer Abstammung jedoch hatten sie keine Schuppen. Sie sahen aus wie riesige Fische. Die gro�en Augen seitlich am Kopf, am Kinn Tastorgane und zwischen ihren Fingern noch deutliche Schwimmflossen. Da ihr K�rper das Wasser notwendig hatte, war ihr Anzug gewisserma�en ein tragbares Aquarium, da� die empfindliche Haut mit allem Notwendigen versorgte.
Doch am seltsamsten waren die Oliveirier. Sie schienen nicht greifbar zu sein. Will versuchte einige Male sie anzusehen, doch er war sich nie sicher, was und ob er sie gesehen hatte. Sergant Ivanov erkl�rte ihm sp�ter, da� sie an der Grenze zu einer anderen Dimension lebten. Dadurch schillerten sie manchmal in allen Spektralfarben, doch �berwiegend waren sie blau.
�Ich bin die Vorsitzende der Delegation,� sagte das schimmernde Wesen. Die Stimme hallte, als h�tte eine feine Glocke gesprochen. �Ich wei� ihre Namen und ihre Gebr�uche. Doch bitte ich mir zu vergeben wenn ich meinen Namen nicht nenne. Wir sprechen normalerweise nicht in diesen tiefen T�nen. Bitte erz�hlen sie uns ihre Geschichte. Wir wollen sie pr�fen.�
Will erz�hlte von ihrer Reise. Jessica und Leon f�gten manchmal etwas hinzu. Dinge die ihnen speziell aufgefallen waren. Doch die Oliveirier wollten auch den Anfang wissen. Sie fragten nach dem Hyperflux. �Haben sie noch die Formel?�
Pascal, der wieder Mal sein Mundwerk nicht halten konnte antwortete prompt: �Aber nat�rlich �aben wir noch was davon. Wir �aben ja erst die ��lfte verbraucht.�
�Wir w�rden es gerne untersuchen,� sagte die helle Glockenstimme. �Wenn es noch brauchbar ist, k�nnen die Menschen vielleicht einmal wieder auf die Erde zur�ck. Ihr seid nur sechs Leute,� fuhr das Wesen fort. Ich denke nicht, da� sie die Menschheit gef�hrden. Wir werden jetzt beraten.�
Daraufhin wurden sie wieder in den Vorraum gef�hrt. Lange Warten mu�ten sie allerdings nicht. Ungef�hr zwanzig Minuten sp�ter wurden sie wieder hineingebeten.
�Wir sind zu der Entscheidung gekommen, da� sie die Menschen begleiten d�rfen. Im Gegenzug erhalten wir ihr restliches Hyperflux. Senator, hier haben sie den Datentr�ger,� ein kleiner silbriger Zylinder erschien ihn ihrer, Hand? �Sobald er in ihrem Schiff aktiv ist, �bertr�gt er sich auf die anderen Schiffe.�
Die Beratung schien aufgel�st zu sein, doch Pascal hatte offensichtlich noch etwas zu sagen. �Ich m�chte noch etwas,� begann er z�gernd.
�Ja, Herr, Lion,� bemerkte ihn die Oliveirier. �Haben sie noch etwas zu sagen?�
�Nun ja. Ich wollte nur bitten, bei der Erforschung des Gegenmittels be�ilflich zu sein. Ich �abe das Zeug erfunden und es ��at die Erde zerst�rt. Wenn sie so wollen, bin ich f�r diese f�rchterliche Katastrophe verantwortlich. Ich m�chte meinen Fe�ler wiedergutmachen.�
�Wenn das ihr Wunsch ist, werden sie mit auf unser Schiff kommen.�
Will stand mit Jessica im Arm auf der Br�cke des Asteroidenschiffes. Leon und Natalie standen neben ihm. Auf den riesigen Schirmen sahen sie, wie sich das Schiff der Delegation entfernte. Der kleinere Schirm direkt vor ihnen zeigte Pascal und Nathalie.
�Bist du sicher, da� du das wirklich willst?�
�Das erste Mal, Will, bin ich sicher was ich will. Ich will mich bei euch bedanken. �offentlich se�en wir uns wieder. Und mit viel Gl�ck, finden wir ein Ge-genmittel. Ich mu� jetzt auf��ren. Der Captain �at mir gedeutet aufzu��ren. Adieu, und Bonne Chance.�
Der Bildschirm erlosch. Im All bl�hte ein kleines Gewitter auf und verschlang das Schiff.
�Hier spricht der Senatsvorsitzende,� t�nte es aus den Lautsprechern. �Wir beginnen jetzt mit dem Start zu unserer neuen Heimat. Dank der Liga k�nnen wir ab n�chster Woche wieder auf einem Planeten leben. Bitte nehmen sie ihre Posten ein. Gott m�ge uns beistehen.�
Will und die anderen nahmen die ihnen zugewiesenen Pl�tze ein, w�hrend sich das Gewitter aufbaute. ,Wieder eine Reise ins Nichts,� dachte er, als sie von den Blitzen verschlungen wurden. Zwei Minuten sp�ter war der Weltraum um die Erde leer. Nur mehr die St�rme tobten auf ihr.

                                                             
Interregnum I

Lange Zeit, f�r Menschen, tat sich nichts im ehemaligen Solaren Sektor. Einige Zeit sp�ter kamen wieder Raumschiffe, die mit Menschen gef�llt waren. Sie geh�rten zu Pascals Forschern. Erst kamen sie in gro�er Zahl, doch mit der Zeit schrumpfte die Zahl der Schiffe und die H�ufigkeit der Besuche. Irgendwann gab es keine Besuche mehr. Es war die Zeit, in der das Raumschiff, das au�erhalb der Dimensionen existierte, beobachtete und �berlegte was es jetzt anfangen sollte. Noch l�ngere Zeit ben�tigte es, Sonden zu starten um von der Oberfl�che Proben von Leben zu nehmen. Die letzen Besuche waren schon fast vergessen. Und noch einmal solange brauchte es um die st�rkste Lebensform genetisch umzuformen.
Will Tompkins und seine Nachfahren waren l�ngst zu Staub zerfallen, als sich wieder eine Sonde auf den Weg zur Erde machte um neues Leben zu s�hen. Unaufhaltsam n�herte sie sich der Oberfl�che, durchgesch�ttelt von den planetaren St�rmen setzte es, auf dem Kontinent der ehemals Afrika hie�, auf. Unz�hlige Roboteinheiten kletterten aus der ge�ffneten Laderampe, brachten genetisch angepa�te Pflanzen auf die Erde. Starke, dem Wind trotzende B�ume und Str�ucher sollten daf�r sorgen, da� die Erde wieder ein Planet des Lebens wurde. Erst wenn dieser Proze� abgeschlossen war, die Erde wieder genug eigenen Sauerstoff produzieren konnte, w�rde das Raumschiff beginnen die neuen Lebensformen zu s�hen. Doch das hatte Zeit. W�hrend diese genauso unaufhaltsam verrann, begannen auf der Erde die ersten Pflanzen zu keimen, zu bl�hen sich zu reproduzieren und zu zerfallen.
Der erste Kreislauf hatte wieder begonnen. Und w�hrend sich die B�ume und Str�ucher langsam wieder vermehrten um den sch�tzenden Sauerstoffmantel um den Planeten zu legen, filterten sie gleichzeitig die Schadstoffe aus der Luft. Sie banden sie in ihren Bl�ttern, St�mmen und Wurzeln, damit das neue Leben in einer Welt ohne menschliche Hinterlassenschaften aufwachsen konnte. In menschlichen Ma�st�ben vergingen Jahrtausende, bis die erste Sonde mit den angepa�ten Lebensformen auf die Erde schwebte. Die Luft war wieder merklich sauberer, die St�rme kamen nur mehr selten und die W�lder bedeckten die Kontinente fast vollst�ndig. Nur mehr hier und da durchzog ein leichter Steppenstreifen die Landstriche. Auf jedem Kontinent landete eine Sonde Die Robotereinheiten schw�rmten wieder aus und brach-ten die noch im Tiefschlaf befindlichen Nachfahren der Menschen aus dem sch�tzenden Schiffsrumpf. Noch waren sie schutzlos der Umwelt ausgeliefert, doch die Robotereinheiten blieben bei ihnen. Sie lehrten ihnen mit der Natur zu leben, die Tiere und Pflanzen zu achten und die gef�hrlichen zu f�rchten.

                                                            
Der neue Anfang

K�tanek war der letzte der Wissenden. Die anderen waren schon lange vor ihm gegangen. Jetzt wartete er auf Isneyl, den Sohn des Dorf�ltesten. Er sollte seinen Platz einnehmen, wenn es an ihm war zu gehen.
Das Dorf erhob sich auf einem kleinen H�gel an der Biegung des ruhigen Flusses. Es war umgeben von giftigen Skorpionb�schen. Kleine geduckte Aus-guckt�rme waren an strategischen Stellen angebracht, obwohl sie nicht not-wendig waren. Die H�tten waren allesamt aus dem harten, schwerbrennba-ren, Kygneholz gemacht. Somit war das Dorf vor den Blitzen und damit vor Br�nden sicher.
Isneyl kam zu sp�t. Er war aufgeregt als er in K�tanek�s H�tte kam.
�Wissender,� sprudelte es aus ihm heraus. �Ich habe heute morgen einen Tennokvogel gesehen.�
�Du kommst sp�t, Isneyl,� antwortete K�tanek. �Es ist nicht gut, sich zu versp�ten.�
Isneyl senkte sein Haupt. Er lie� aus Scham seine blattartigen F�hler h�ngen.
�Verzeih mir, Wissender. Aber als ich den Tennokvogel gesehen habe, waren meine Gedanken an die Lektion verschwunden.�
�Was meinst du, bedeutet der Tennokvogel?�
�Die w�rmende Periode beginnt. Wir sollten anfangen auf die Schlammfelder zu gehen.� Bei dem Gedanken an frischen, noch k�hlen N�hrschlamm fingen Isneyl�s Zehenwurzeln knisternd zu wachsen an.
�Isneyl, du wei�t da� es ungeh�rig ist, seine Zehenwurzeln in den Boden des Gastes zu graben.�
Wieder eine Lektion, die er vergessen hatte.
�Isneyl, du mu�t beginnen Verantwortung zu �bernehmen. Du sollst mein Nachfolger werden, wenn es f�r mich Zeit ist zu gehen.�
�Es tut mir leid, Wissender.�
K�tanek erhob sich aus seinem Stuhl. Seine Servogelenke heulten leise auf. Er wu�te, da� er �berf�llig war f�r ein Service. Doch es war noch so viel zu vermitteln. �Komm, junger Isneyl. La� uns vor den Wall gehen,� sagte er w�hrend Isneyl seinen Umhang aus geflochtenen Schilfgras holte.
Sie gingen langsam den Weg entlang, hinunter zum Eingang des Walles. Dort angekommen, spuckte Isneyl in eine Bl�te des Skorpionbusches. Sie zog sich zusammen und �ffnete einen Weg der f�r vier Leute breit genug gewesen w�re. Isneyl und K�tanek gingen langsam durch die �ffnung hindurch, w�hrend sich der Busch hinter ihnen wieder schlo�.
�Zeig mir, wo der Tennokvogel gelandet ist, Isneyl.� K�tanek�s Sprachmodul war auch nicht mehr das beste. Seine Stimme wackelte und er konnte die T�ne nicht mehr so gut halten.
�Dort hinten war es,� sagte Isneyl aufgeregt. Seine, in Saugn�pfen endenden Finger, wippten aufgeregt nach Osten.
In der Richtung, in die sie gingen lag der lange Dunkelwald. K�tanek rief die Landschaftsspeicher aus seinem Ged�chtnis ab. Zugleich scannte er die Gegend nach gef�hrlichen Tieren ab. Doch wirklich gef�hrlich konnte einem Selpat nichts werden. Selpats in Isneyls Alter waren f�r Tiere ungenie�bar, weil sie noch zu viel Gift von den Skorpionbuschfr�chten in sich trugen. Einzig die Kinder und Jungen konnten die sonst hochgiftigen Fr�chte essen. Wenn ein Selpat geschlechtsreif wurde, waren sie ungenie�bar f�r ihn. Doch die Gift-konzentration half �ber das anschlie�ende J�nglingsalter, soda� sich die Selpats gut vermehren konnten.
K�tanek war sowieso nicht genie�bar f�r die Tiere, da er k�nstlicher Natur war. Einzig der Glitschenbaum w�rde einen Angriff auf einen jungen Selpat wagen. Der Glitschenbaum war eigentlich kein richtiger Baum, doch stammte er von ihnen ab. Er war halbvegetativ wie die Selpats auch, doch er besa� kein ausgebildetes Gehirn. Die meiste Zeit verbrachte ein Glitschenbaum damit im Sumpf zu liegen und die giftigen N�hrkonzentrate der zerfallenden und sterbenden B�ume aufzunehmen. Doch wenn ein Sumpf austrocknete oder die Paarungszeit begann, kam es vor, da� Glitschenb�ume die S�mpfe verlie�en und weite Strecken hinter sich brachten bevor sie, befruchtet durch einen anderen Glitschenbaum, wieder zur�ckkehrten. Der Nachwuchs brauchte einen kompletten Sonnenumlauf, um heranzureifen. Dann wurde er von den �sten gesch�ttelt, plumpste in den Sumpf und verbrachte dort die Kindheit, w�hrend er sich mit den Giftstoffen vollpumpte. Meistens �berlebte nur ein junger Baum, derjenige, der die anderen assimilierte um zu wachsen. Wenn zwanzig Sonnenuml�ufe vollbracht waren, versuchten die meisten auch ihren Elternbaum zu assimilieren. Es gelang nicht immer, doch oft verlie�en die Elternb�ume den Sumpf vorher um sich auf die Suche nach einem neuen Sumpf zu machen. Viele verendeten bei diesem Versuch, gaben ihre Gifte wieder an das Land zur�ck und vernichteten dadurch oftmals den guten N�hrschlamm.
Doch K�tanek konnte keine Gefahr orten und so glitten sie weiter in Richtung Dunkelwald. Nach einer Weile, das lichte Geh�lz hatte schon begonnen, konnten sie bereits das Geschrei des Tennokvogels vernehmen. Isneyls F�hler vibrierten leicht, �nderten dabei oft ihre Richtung um die Ger�usche besser aufnehmen zu k�nnen.
�Ich glaube, er sitzt dort in dem alten Baum,� sagte er leise.
�Dann gehen wir einmal hin, und sehen uns sein Nest an.�
Sie n�herten sich dem Baum von der Windschattenseite, damit der Vogel sie nicht riechen konnte, falls er beim Nest war. Doch sie hatten Gl�ck. Der Tennokvogel war offensichtlich ausgeflogen um Material f�r seinen Nestbau zu suchen.
�Sehen wir uns mal an, was er so zusammengetragen hat,� meinte K�tanek. Er fuhr seine Fu�st�mme aus. F�r Isneyl sah es so aus, als ob sich K�tanek durch die Kraft seiner Fu�wurzeln in die H�he erhob, so wie er es tat. Die Tatsache, da� K�tanek�s Fu�wurzeln silbrig gl�nzten, schrieb er der Tatsache seines Alters zu.
An der Nesth�he angekommen blickten die beiden Selpats in das zusammengetragene Gewirr. Isneyl wu�te nicht so genau, ob sie etwas suchten, oder nur nachsahen wie das Nest zusammengesetzt war. K�tanek, jedoch, scannte den Inhalt nach eventuellen �berresten der Alten Zivilisation. Viel war nicht mehr �brig, von den ehemals imposanten Ruinen. Nur wer genau hinsah und gezielt danach suchte, konnte die Spuren sehen.
Doch diesmal hatte der Vogel offensichtlich noch nichts gefunden, denn K�tanek�s Augen konnten nichts entdecken.
�Offensichtlich ist es ein Neuling,� sagte er deshalb zu Isneyl. �Wir sollten sp�ter wiederkommen, vielleicht k�nnen wir dann etwas entdecken.�
Isneyl war zwar traurig, doch er konnte nichts dagegen einwenden.
�Ich wollte dich schon immer fragen, woher die Tennokv�gel ihren Nestschmuck finden,� sage er deshalb zu K�tanek.
�Nun, das hatte ich eigentlich als heutige Lektion gedacht. Wir sollten uns auf den Weg machen, junger Selpat. Es ist ein weiter Weg. vielleicht sehen wir auch den Tennokvogel.�
�Und wohin f�hrt uns unser Weg?�
�Durch den Dunkelwald. Wir m�ssen die alte Futterschneise entlang gehen. Danach sind wir noch einige Zeit unterwegs. Wir sollten die Stelle gegen Mittag erreichen.�
�Erz�hlst du mir, was wir dort finden werden?� Isneyl war neugierig. �Du warst bisher immer alleine dort. Was erwartet uns?�
�Ich will dir eine Geschichte erz�hlen,� begann K�tanek. �Eine Geschichte, die �ber das Land und die Wesen erz�hlt, die einst hier beheimatet waren.�
,Waren denn nicht immer Selpats hier?� kam es Isneyl in den Sinn zu fragen. Doch er verkniff sie sich, damit der Wissende nicht aufh�rte.
�La� mich nachdenken. Es ist schon lange her, da� ich diese Erinnerungen jemanden mitgeteilt habe, der Flu� der Zeit bewegt sich langsam aber stetig, und die Zeitalter kommen und gehen. Sie hinterlassen Erinnerungen, die zu Legenden werden. Irgendwann werden diese Legenden zu Mythen und wenn die Mythen lange vergessen sind, kommt das Zeitalter der Wiedergeburt zur�ck. Du weist, es gibt in unser Zeit viele Legenden und noch mehr Mythen, doch das was wir schon lange vergessen haben, hat sich wirklich einmal hier abgespielt. Die Alten, die vor uns auf diesem Planeten wohnten waren vollkommen verschiedener Natur. Sie waren uneins, untereinander und mit der Natur. Obwohl sie selbst ein noch junges Volk waren, glaubten sie, alles m�sse sich um sie selbst drehen. So kam es immer wieder zu Gewalt, Zerst�rung und Unterdr�ckung. Sie zerst�rten, bauten auf und wurden wieder zerst�rt. Sie erfanden immer schlimmere Mittel, sich selbst zu zerst�ren, bis sie, kurz vor ihrem Verschwinden, untereinander einig wurden. Doch da war es schon zu sp�t. Die Natur hatte ihren Feldzug gegen die Alten bereits begonnen und nahm ihnen immer mehr den Platz zum Leben. Doch die Alten waren nicht dumm. Sie gingen zu den Sternen, wo sie lange Zeit versucht haben, diesen Planeten wieder urbar zu machen. Doch, wie gesagt, das ist lange her. Ich kann dir nicht sagen, ob die Sterne sie aufgenommen oder verschluckt haben. Doch sie sind scheinbar verschwunden und keiner kann mehr etwas �ber sie sagen. Die einzigen, die uns noch Geschichten �ber die Alten erz�hlen, sind die St�tten in denen sie einst gehaust haben. Die alte Futterschneise, die wir unter uns haben, wurde von ihnen angelegt. Vielleicht haben sie uns erschaffen und uns eine Futterquelle gegeben damit wir die erste Zeit nicht verhungern. Ich habe keine Ahnung, doch es kann sein, da� wir ihre Nachkommen sind. Nachkommen vielleicht, die gelernt haben mit der Natur zu leben.�
Isneyl war still vor Staunen. Vor seinem inneren Auge sah er fremdartige Wesen die sich gegenseitig aufsogen, wie ein Glitschenbaum. Dann wiederum sah er sie brennend in den Himmel aufsteigen, wo sie verschwanden und zwischen den Sternen ein Loch hinterlie�en. Laut sagte er nur: �Wie sie nur ausgesehen haben?�
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