Märchen über das Alltagsleben der Mongolen
Ein Großteil der mongolischen Märchen beschreibt die Schwierigkeiten und Tücken des alltäglichen Lebens der mongolischen Nomaden, wobei die beschriebenen Szenen oft unglaublich komisch sind. Dabei spielt das Verhältnis zwischen den "einfachen" Araten, also den nomadischen Viehzüchtern, und den Khans, den mongolischen Fürsten, eine besondere Rolle. Nicht umsonst wird diese Gruppe von Märchen oft auch als sozialkritische Märchen bezeichnet.
Vor allem seit dem 17. Jahrhundert, nachdem die Mongolei also dem mandschurischen Reich einverleibt worden war, erscheinen die Khans zunehmend als gierig und herrschsüchtig. Hier spiegeln sich die tatsächlichen Verhältnisse wider: Die Fürsten lebten in Saus und Braus, verschuldeten sich bei chinesischen Händlern, und die Bevölkerung mußte dafür zahlen. Im wörtlichen Sinne. Natürlich wurde diese Entwicklung von der mandschurischen Herrschaft gezielt gefördert, um die Mongolen unter Kontrolle zu halten.
In den Märchen wird dem Leser nun mit Vorliebe ein gieriger, dummer Khan oder ein reicher Viehzüchter präsentiert, die dann von einem einfachen Mann, einem klassischen Underdog sozusagen, reingelegt bzw. übertrumpft werden. Der Underdog der mongolischen Volksliteratur ist der lamaistische Wander- und Bettelmönch, der Badartschin. Er ist so eine Art Mischung aus Robin Hood und Eulenspiegel, indem er seine Cleverness zum Wohl der einfachen Leute einsetzt.
oder warum man mit seinen Versprechungen vorsichtig sein sollte.
oder wie sich ein einfacher Hirtenjunge als klüger als der Khaan und dessen weise Berater erweist.
oder was man alles übersehen kann
Ich hoffe, dass ich es schaffe, bald noch mehr Märchen hierzu hochzuladen...