| Optimiert für Internet Explorer Holgers Kramkiste - die ultimative (Kellas-)Seite im Netz
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Es gibt Krankheiten, die braucht man zum Großwerden. Es gibt Krankheiten, die "steckt" man ganz einfach weg. Es gibt Krankheiten, die hat man das ganze Leben und weiß es nicht. |
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| Es gibt Krankheiten, die gibt es nicht in der Medizin, und man bekommt sie doch. | Es gibt leise und laute Krankheiten; offen agierende und heimliche. | Es gibt Krankheiten, mit denen wird man geboren und stirbt mit ihnen. | ||||
| Es gibt Krankheiten, die bekommen nur Kinder. Es gibt Krankheiten, die bekommen nur Erwachsene. Es gibt Krankheiten, die zählt man noch nicht zu den Krankheiten. |
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| Und
es gibt den Herzinfarkt. |
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| In den meisten Fällen kommt diese Erkrankung aus dem 'heiteren Himmel'. Unser Körper kann sich auch an veränderte und krankhafte Zustände sehr gut anpassen. In dieser Zeit fühlt man sich wohl und gesund, hat man doch im Laufe der Zeit das Gefühl für 'wohl und gesund' schon lange verloren. |
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| Frei nach dem Motto: "Geraucht, gehurt, gefressen und gesoffen... und nun schnell mal auf den Doktor hoffen."
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| Und so kommt, was kommen muss: Der Körper kann nicht mehr, die Seele auch nicht, beide schießen vereint eine volle Breitseite mit 100%iger Trefferwahrscheinlichkeit. 50% sterben. 50% überleben.
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| Begünstigende
Faktoren |
An einem Tag des herrlichen Sommermonats Juli des Jahres 1998 hatte ich 167 Plusstunden im Dienst angesammelt, hatte drei Stangen filterlose Zigaretten eingekauft, war am Nachmittag nach vier Stunden Stau-Fahrt zuhause angekommen, schrubbte noch 1200 Quadratmeter Rasen auf eine Einheitshöhe von 3cm, machte alle 30 min mit zwei Zigaretten Pause, packte dann mit der Familie alle Koffer und Taschen, verlud sie ins Auto, brachte den 'Dachsarg' an und stopfte ihn voll mit Zelt, Lebensmitteln und Angeln. Schimpfte über den grinsenden Nachbarn, über meine Arbeit, über die doofen Kollegen, über meinen dicken Bauch (ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel - dachte ich damals), über die Menschen im Allgemeinen und die ganze Welt im Speziellen. Trank nach dem Abendessen noch ein paar Bier 'zum Durchschlafen', ging dann mit dem 'Weibe' zu Bett, um nach vier Stunden Schlaf den dreitägigen Weg in den Norwegenurlaub anzutreten. So wollte ich es. Und so sollte es sein. |
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Rauchen, Trinken, Bewegungsarmut, fettes und übermäßiges Essen, unzureichender und oberflächlicher Schlaf. |
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Übergewicht, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Medikamentenmißbrauch (Schmerz- und Schlaftabletten). |
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Seelische Faktoren, wie: Einsamkeit, Unglück, permanente Streitigkeiten in der Partnerschaft oder Ehe, Tod eines geliebten Menschen, Zukunftsangst, |
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lange Arbeitslosigkeit, Depressionen, langjährige finanzielle Sorgen, nervenaufreibende Arbeit, ewiger Streit mit Kollegen. |
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| Gegen
den Infarkt |
Nach kurzem Schlaf weckte mich ein ziehender und stechender Schmerz hinter dem 'Schlips', der erst in den linken Arm ausstrahlte, dann in den rechten. Schimpfend über das elende Rasenmähen ging ich ins Bad und 'pfiff' zwei Tabletten rein. Wozu gibt es diese Dinger denn sonst ?! Die Schmerzen gingen trotz Wartezeit nicht weg - sie wurden schlimmer. Der Notarzt rückte mit Blaulicht an, schrieb ein EKG und konnte nichts erkennen, tropfte mir Nitro unter die Zunge, verpackte mich und nahm mich mit ins Krankenhaus - Familie weinte, ich war fertig, Urlaub vergessen, toll. |
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Freude am Leben, Wein und Weib (Mann) und Gesang (alles in Maßen), |
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| Schlaf, gesunde Kost, viel Bewegung an frischer Luft. |
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Substitution von Medikamenten
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Die folgenden Tage wurde ich 'durch den Wolf gedreht'. Auf der 'Intensivtherapie Station' wurden alle erdenkliche Untersuchungen gemacht - nichts, man untersuchte meine Speiseröhre und den Magen (Verdacht auf Speiseröhren- oder Magenkrebs !!!) - nichts, selbst der Chefarzt bequemte sich an mein Bett - nichts. Dann schob man mich auf die Innere Station ab und gab mir zu verstehen, dass ich mir wohl nur alles einbilde. Dachte ich langsam auch und schimpfte schon wieder mit allen und mir. Und dann kam die Nacht der Nächte. Ein furchtbarer Schmerz ließ mich im Bett aufschrecken, vor meinen Augen tanzten Sternchen, ich konnte mich nicht mehr richtig bewegen, mir brach der Schweiß aus und mein Bettnachbar betätigte die Klingel. Die Schwester kam, sah, daß ich es war und wollte mir später eine Tablette vorbeibringen. Erst nach Androhung des Einschaltens eines Anwaltes war sie bereit, einen Arzt zu holen. Auf der IT bekam ich starke Schmerzmittel, Blut wurde genommen, EKG geschrieben und NICHTS wurde diagnostiziert. Am Morgen lag ich wieder im normalen Zimmer der Inneren Abteilung. Für die Ärzte gesund - ich war so schwach, daß ein kleiner Junge mich umgeschupst hätte. Nach dem zweiten Frühstück flog die Tür auf, drei Schwestern und zwei Ärzte stürzten sich auf mich und schrien, daß ich mich nicht bewegen solle, die Laborwerte seien da und ich hätte einen schweren Herzinfarkt gehabt.
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Bitte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt ! Viele Medikamente (Fettsenker, Blutverdünner, Beruhigungsmittel, ...) kann man durch einfache andere Maßnahmen ersetzen. Fettsenker sind oft nicht mehr nötig, wenn man sich fast ausschließlich pflanzlich ernährt (kein Mensch hat was gegen ein saftiges Steak - ab und zu), sich ausreichend bewegt und versucht, sein Idealgewicht zu erreichen und zu halten. Blutverdünner kann man durch Abspecken, gesunde Kost, viel Bewegung und das permanente Essen von Koblauch (je 2 Kapseln früh, mittags und abends) vollständig ersetzen. Ein großer Abstand zu den Dingen des Lebens, die anderen Menschen nicht als Feinde sehen, das Leben genießen, alles in Ruhe erledigen, und die wunderbare Wirkung von Johanniskraut (früh, mittags und abends 2 Pillen) macht Beruhigungsmittel überflüssig. Die Nieren danken dafür. |
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| Beta-Blocker |
Nach zwei Wochen wurde ich ins Herzzentrum nach Berlin gefahren (wieder mit Blaulicht und Sirene) und mir in einer Not-OP ein Bypass gelegt. Mein Herz hatte vor der OP nur noch 47% Leistungsfähigkeit - ganz im Gegensatz zu der Auffassung der Ärzte des Krankenhauses, die mich zur Reha schicken wollten. | |||||
| Es
sind die wohl am umstrittensten Medika-mente. Sie senken den Blutdruck,
verringern die Häufigkeit des Herzschlags und schonen so das ange-griffene
Herz. |
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| Ergänzende
Behandlung |
Neben mir starb ein Mitpatient vor meinen Augen. Ursache - Herzinfarkt. Grund - ein unfähiger Arzt. Ich gedenke Peter - er war ein lieber Mensch. |
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Die ergänzende Behandlung
durch einen sensiblen Heil-praktiker ist zu empfehlen. |
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Ich gedenke derer, die es nicht schafften. Deren Herz gebrochen war und nicht mehr die Kraft fand, sich zu erholen. Ich gedenke derer, die auch danach nicht verstanden hatten und versuchten weiterzuleben, so wie davor. Ich gedenke derer, die an Ärzte geraten sind, die nicht würdig sind, den Titel zu tragen. Und ich gedenke der Menschen, die bis jetzt nicht verstehen, daß wir anders geworden sind.
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Hinweis: Für alle Betroffenen noch einen Hinweis auf einen Service, den die Deutsche Herzstiftung e.V. gratis anbietet. Per Telefon (069-9551280), Fax (069 - 955128313), im IN unter www.herzstiftung.de oder per E-Mail ist ein Nothilfeausweis zu erhalten. Ausgefüllt ist dieser ein wertvoller Helfer, falls es dem Besitzer einmal nicht gut gehen sollte und keiner an seiner Seite ist, der über seine Erkrankung Bescheid weiß. Schon das 'Bei-sich-tragen' des Ausweises gibt ein Stück Sicherheit. Wer erst vor Kurzem einen Infarkt oder eine Bypass-OP hatte, braucht solche kleinen Unterstützungen des Selbstbewußtseins sehr dringend. |
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| (c) Holger Kellas - 2004 | ||||||