Vom ECU . . .   ecu - euro  . . . zum Euro  

 

ECU: Die "Europäische Währungseinheit" (= ECU, "European Currency Unit") ist eine im Rahmen des Europäischen Währungssytems (EWS) geschaffene Währungseinheit, deren Wertbestimmung auf Grundlage eines Währungskorbes erfolgt. Sie ist ein rein rechnerisches Konstrukt auf Basis der unten aufgeführten 12 EU-Währungen. Dabei werden zur Berechnung des ECU- Wertes die einzelnen Währungen gemäß der relativen Wirtschaftskraft der EU-Länder unterschiedlich gewichtet. Die betragsmäßigen Gewichtungsfaktoren sind in der 3.Spalte der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Sie wurden im Laufe der Zeit mehrmals monetären Veränderungen angepaßt. Die letzte Anpassung fand am 21. September 1989 statt. Diese Gewichtungsfaktoren wurden mit Inkrafttreten des Vertrages von Maastricht endgültig eingefroren, ändern sich aber mit den Kursen.
W�hrungsgewicht =    W�hrungsbetrag                            
Umrechnungskurs (W�hrung/ECU)
Innerhalb des EWS dient die ECU als Bezugsgröße für den Wechselkursmechanismus sowie als Rechen-, Transaktions- und Reserveeinheit zwischen den Notenbanken der Gemeinschaft. Sie dient als Grundlage und Bezugsgr��e f�r die Errechnung der Abweichungsschwelle zwischen den Gemeinschaftsw�hrungen. Haushalt und Ausgaben der EU werden in ECU angegeben.
Ferner wird aus der Berechnung der "Korb-ECU" deutlich, daß die Währungen der neuen Beitrittsländer Finnland, Schweden und Österreich nicht berücksichtigt werden. Ebenso ist erkennbar, da� die Korb-ECU einzelne W�hrungen ber�cksichtigt, die nicht zum 01. Januar 1999 durch den Euro ersetzt werden.

Korb-ECU

Nationale W�hrung Zusammensetzung des
ECU-Währungskorbs
nach Währungsbeträgen
Gewicht der Währungen
für die Bezeichnung der
ECU (in %)
(Kurs/Stand: 1. 7. 1996)
Euro-Club

Deutsche Mark 0,6242 DM 32,58 ja
Französischer Franc 1,332 FF 20,56 ja
Britisches Pfund 0,08784 UKL 10,85 nein
Niederländischer Gulden 0,2198 HFL 10,23 ja
Belgischer Franc 3,301 BFR   8,37 ja
Italienische Lira 1,51,8 LIT   7,86 ja
Spanische Peseta 6,885 PTA   4,27 ja
Dänische Krone 0,1976 DKR   2,68 nein
Irisches Pfund 0,008552 IRL   1,09 ja
Portugiesischer Escudo 1,393 ESC   0,71 ja
Griechische Drachme 1,44 DRA   0,48 nein
Luxemburgischer Franc 0,13 LFR   0,32 ja
Finnische Mark nein   0,00 ja
Österreichischer Schilling nein   0,00 ja
Schwedische Krone nein   0,00 nein



Euro: Die neue Währung Euro ist eine eigenständige Währung, deren innerer und äußerer Wert allein von der Geldpolitik der künftigen Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig ist. Hingegen bestimmt sich der ECU-Wert nach dem Wert der Währungen, die zu ihrer Berechnung herangezogen werden, d.h. letztendlich nach den Geldpolitiken, die in den 12 EU-Länder im einzelnen betrieben werden. Dies verdeutlicht, daß der Währungskorb ECU als rein rechnerisches Konstrukt keine Gemeinsamkeiten mit dem künftigen Euro als eigenständige Währung aufweist.
Trotzdem haben die Staats- und Regierungschefs auf dem Madrider Gipfel im Dezember 1995 beschlossen, daß "im Falle von Verträgen, die unter Bezugnahme auf den offiziellen ECU-Währungskorb der Europäischen Gemeinschaft denominiert sind, die Umstellung auf den Euro gemäß dem Maastrichter Vertrag vorbehaltlich etwaiger Sonderbestimmungen einzelner Verträge im Verhältnis 1:1 vorgenommen wird."
Einigkeit besteht �ber Namen und St�ckelung der neuen W�hrung. Bezahlt werden soll demnach k�nftig in Euro und Cent, wobei 100 Cent einem Euro entsprechen. Der h�chste Nennwert der M�nzen soll zwei Euro betragen, der geringste Nennwert der Banknoten f�nf Euro. Geplant sind weiterhin weitere Banknoten bis zu 500 Euro. Die �u�ere Erscheinungsform der Noten und M�nzen steht noch nicht vollst�ndig fest. Ebenso ist noch offen, ob f�r die einzelnen L�nder nationale Symbole auf die Scheine gedruckt werden.
Der Zeitplan zur Einf�hrung des Euro sieht drei wesentliche Stufen vor.

  1. Ein Jahr vor der Fixierung der Wechselkurse (also Anfang 1998) werden die Teilnehmer der W�hrungsunion vom Europ�ischen Rat bestimmt. Zeitgleich beginnt der konkrete Aufbau der Europ�ischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main (Arbeitsaufnahme: 1.7.1998).
  2. Am 1.1.1999 werden die Wechselkurse aller Teilnehmerl�nder unwiderruflich festgelegt. (realisiert: am 31.12.1998 f�r den 1.1.1999 in Br�ssel) Die Verantwortung f�r die Geldpolitik geht auf die Europ�ische Zentralbank �ber. (realisiert)
  3. Zum 1.1.2002 beginnt der Austausch des Bargeldes, der ca. sechs Monate dauern soll. Ab dem 1.7.2002 gilt dann im W�hrungsgebiet der EWWU nur noch der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.


EWS: Das 1979 errichtete Europ�ische W�hrungssystem (EWS) ist der bislang zentrale Ordnungsrahmen f�r Fragen der w�hrungspolitischen Zusammenarbeit. Er dient der Stabilit�t der Wechselkurse innerhalb der EU und soll 1999 durch die Einf�hrung der Europ�ischen W�hrungsunion ersetzt werden. Das EWS besteht aus drei Elementen:
       einem Wechselkurs- und Interventionssystem,
       der ECU,    sowie
       verschiedenen Kreditmechanismen.
Das wichtigste Element ist der Wechselkurs- und Interventionsmechanismus. Er funktioniert mit Hilfe eines Parit�tengitters. Die am EWS teilnehmenden W�hrungen werden unter Ausrichtung auf die ECU in bezug zueinander gesetzt. So entsteht ein Netz aus bilateralen Leitkursen, die innerhalb einer bestimmten Bandbreite nach oben oder nach unter voneinander abweichen d�rfen. Erreichen die Kurse die Toleranzwerte von derzeit 15 % Abweichung, so m�ssen die betroffenen Notenbanken eingreifen. Politisch bedeutet diese Konstruktion: Je enger die Bandbreiten festgelegt sind, desto h�her ist der Bedarf einer koordinierten Geld-, Finanz- und Wirtschaftspolitik. Aus diesem Grund sind nicht alle EU-Länder sofort und dauerhaft am EWS beteiligt. Derzeit (1996) gehören Gro�britannien, Italien und Griechenland dem EWS nicht an.


EWWU: Die Europ�ische Wirtschafts- und W�hrungsunion (EWWU, tlw. auch WWU) ist ein Wirtschafts- und W�hrungsraum, in dem die Grundfreiheiten des Binnenmarktes verwirklicht sind, die Wirtschaftspolitiken zwischen den Mitgliedstaaten eng aufeinander abgestimmt werden, die Wechselkurse der Teilnehmerl�nder unwiderruflich festgelegt sind und die Geld- und Wechselkurspolitik gegen�ber Drittlandsw�hrungen nur noch einheitlich betrieben wird. L�ngerfristig geh�rt zu einer WWU auch die Einf�hrung einer einheitlichen W�hrung. Um sicherzustellen, da� nur wirtschaftlich stabile EU-L�nder in die W�hrungsunion eintreten k�nnen, wurden im Maastrichter-Vertrag �konomische Bedingungen - die sogenannten Konvergenzkriterien- vereinbart. Die Einhaltung dieser Kriterien entscheidet �ber den Eintritt in die EWWU.
Es ist nicht davon auszugehen, da� alle EU-L�nder auf einen Schlag Mitglieder der EWWU werden. Entgegen teilweise widerspr�chlicher Kommentare in den Medien m�ssen wir (im Juli 1997) daher nach wie vor davon ausgehen, da� die Europ�ische Wirtschafts- und W�hrungsunion programmgem�� am 1.1.1999 mit Deutschland, Frankreich, �sterreich, den Beneluxstaaten und voraussichtlich Finnland und Irland starten wird. Zus�tzlich haben sich die Chancen von Spanien, Portugal und Schweden deutlich erh�ht, ab 1.1.1999 beim Euro dabeizusein.
Die Europäische Kommission erkl�rte in ihrem einstimmigen Votum vom 25.3.1998 Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Irland, Österreich, Finnland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg als für den Euro-Start am 1.1.1999 qualifiziert. Aber es gibt mehr als nur diese elf Staaten, die die Währungsunion bilden bzw. an ihr teilnehmen, nein, es gibt ausser in Europa auch Euro-Club-Mitglieder in Amerika und Afrika... Grossbritannien, Schweden und Dänemark hatten bereits zuvor erklärt, sie wollten gar nicht "pünktlich ins Euro-Zeitalter" starten; und Griechenland hat die "Maastricht-Kriterien" nicht erfüllt. Trotz Angleichung der Inflationsraten, Zinsniveaus und Haushaltsdefizite gibt es noch immer teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften:
von einer realen Konvergenz der Euro-Kandidaten kann also keine Rede sein.


F�r diesen Text erfolgte ein webnap(p)ing am 21.1.97 aus den Wwweb-Seiten der West-LB bzw. der Vereinsbank und am 31.7.97 von der �sterreichischen Spar-Casse und dem deutschen BMF ; alle informieren auch über weitere Stichworte rund um den EURO und Europa.
Zu Berechungen zwischen DM und ECU ?: hier entlang...
Zur Begriffsklärung von ECU, Euro, EWS,..: hier entlang...
Zu den globalen Teilnehmern der Euro-Währungsunion: hier entlang...
Zum grünen Kurs in der EU?: hier entlang...


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Letzte wesentliche Änderung: 8.11.1998
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