. . . zum Euro
ECU:
Die "Europäische Währungseinheit" (= ECU, "European Currency Unit")
ist eine im Rahmen des
Europäischen Währungssytems (EWS)
geschaffene Währungseinheit, deren Wertbestimmung auf Grundlage eines
Währungskorbes erfolgt. Sie ist ein rein rechnerisches Konstrukt auf Basis der unten aufgeführten
12 EU-Währungen. Dabei werden zur Berechnung des ECU-
Wertes die einzelnen Währungen gemäß der relativen Wirtschaftskraft der
EU-Länder unterschiedlich gewichtet. Die betragsmäßigen
Gewichtungsfaktoren sind in der 3.Spalte der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Sie wurden im
Laufe der Zeit mehrmals monetären Veränderungen angepaßt. Die letzte
Anpassung fand am 21. September 1989 statt. Diese Gewichtungsfaktoren wurden mit
Inkrafttreten des Vertrages von Maastricht
endgültig eingefroren,
ändern sich aber mit den Kursen.
| W�hrungsgewicht = | W�hrungsbetrag
Umrechnungskurs (W�hrung/ECU) |
| Nationale W�hrung | Zusammensetzung des ECU-Währungskorbs nach Währungsbeträgen |
Gewicht der Währungen für die Bezeichnung der ECU (in %) (Kurs/Stand: 1. 7. 1996) |
Euro-Club |
| Deutsche Mark | 0,6242 DM | 32,58 | ja |
| Französischer Franc | 1,332 FF | 20,56 | ja |
| Britisches Pfund | 0,08784 UKL | 10,85 | nein |
| Niederländischer Gulden | 0,2198 HFL | 10,23 | ja |
| Belgischer Franc | 3,301 BFR | 8,37 | ja |
| Italienische Lira | 1,51,8 LIT | 7,86 | ja |
| Spanische Peseta | 6,885 PTA | 4,27 | ja |
| Dänische Krone | 0,1976 DKR | 2,68 | nein |
| Irisches Pfund | 0,008552 IRL | 1,09 | ja |
| Portugiesischer Escudo | 1,393 ESC | 0,71 | ja |
| Griechische Drachme | 1,44 DRA | 0,48 | nein |
| Luxemburgischer Franc | 0,13 LFR | 0,32 | ja |
| Finnische Mark | nein |
0,00 | ja |
| Österreichischer Schilling | nein |
0,00 | ja |
| Schwedische Krone | nein |
0,00 | nein |
Euro:
Die neue Währung Euro ist eine eigenständige Währung,
deren innerer
und äußerer Wert allein von der Geldpolitik der künftigen
Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig
ist. Hingegen bestimmt sich der ECU-Wert nach
dem Wert der Währungen, die zu
ihrer Berechnung herangezogen werden, d.h. letztendlich nach den Geldpolitiken, die in den
12 EU-Länder im einzelnen betrieben werden. Dies verdeutlicht, daß der
Währungskorb ECU als rein
rechnerisches Konstrukt keine Gemeinsamkeiten mit dem künftigen Euro als
eigenständige Währung aufweist.
Trotzdem haben die Staats- und Regierungschefs auf dem
Madrider Gipfel im Dezember 1995 beschlossen, daß "im Falle von
Verträgen, die unter Bezugnahme
auf den offiziellen ECU-Währungskorb der Europäischen
Gemeinschaft
denominiert sind, die Umstellung auf den Euro gemäß dem
Maastrichter Vertrag
vorbehaltlich etwaiger Sonderbestimmungen einzelner Verträge im
Verhältnis
1:1 vorgenommen wird."
Einigkeit besteht �ber Namen und St�ckelung der neuen W�hrung.
Bezahlt werden soll demnach k�nftig in Euro und Cent, wobei 100 Cent
einem Euro entsprechen. Der h�chste Nennwert der M�nzen soll zwei Euro
betragen, der geringste Nennwert der Banknoten f�nf Euro. Geplant sind
weiterhin weitere Banknoten bis zu 500 Euro.
Die �u�ere Erscheinungsform der
Noten und
M�nzen
steht noch nicht vollst�ndig fest.
Ebenso ist noch offen, ob f�r die einzelnen L�nder nationale
Symbole auf die Scheine gedruckt werden.
Der Zeitplan zur Einf�hrung des Euro sieht drei wesentliche Stufen vor.
EWS:
Das 1979 errichtete Europ�ische W�hrungssystem (EWS) ist der bislang
zentrale Ordnungsrahmen f�r Fragen der w�hrungspolitischen Zusammenarbeit.
Er dient der Stabilit�t der Wechselkurse innerhalb der EU und soll 1999
durch die Einf�hrung der Europ�ischen W�hrungsunion ersetzt werden.
Das EWS besteht aus drei Elementen:
einem Wechselkurs- und Interventionssystem,
der ECU,
sowie
verschiedenen Kreditmechanismen.
Das wichtigste Element ist der Wechselkurs- und Interventionsmechanismus.
Er funktioniert mit Hilfe eines Parit�tengitters. Die am EWS teilnehmenden
W�hrungen werden unter Ausrichtung auf die ECU in bezug zueinander gesetzt.
So entsteht ein Netz aus bilateralen Leitkursen, die innerhalb einer
bestimmten Bandbreite nach oben oder nach unter voneinander abweichen
d�rfen. Erreichen die Kurse die Toleranzwerte von derzeit 15 % Abweichung,
so m�ssen die betroffenen Notenbanken eingreifen. Politisch bedeutet diese
Konstruktion: Je enger die Bandbreiten festgelegt sind, desto h�her ist der
Bedarf einer koordinierten Geld-, Finanz- und Wirtschaftspolitik. Aus
diesem Grund sind nicht alle EU-Länder sofort und dauerhaft am EWS
beteiligt. Derzeit (1996) gehören Gro�britannien, Italien und Griechenland
dem EWS nicht an.
EWWU:
Die Europ�ische Wirtschafts- und W�hrungsunion (EWWU, tlw. auch WWU) ist ein
Wirtschafts- und W�hrungsraum, in dem die Grundfreiheiten des
Binnenmarktes verwirklicht sind, die Wirtschaftspolitiken zwischen den
Mitgliedstaaten eng aufeinander abgestimmt werden, die Wechselkurse der
Teilnehmerl�nder unwiderruflich festgelegt sind und die Geld- und
Wechselkurspolitik gegen�ber Drittlandsw�hrungen nur noch einheitlich
betrieben wird. L�ngerfristig geh�rt zu einer WWU auch die Einf�hrung
einer einheitlichen W�hrung.
Um sicherzustellen, da� nur wirtschaftlich stabile EU-L�nder in die W�hrungsunion
eintreten k�nnen, wurden im Maastrichter-Vertrag �konomische Bedingungen
- die sogenannten Konvergenzkriterien- vereinbart.
Die Einhaltung dieser Kriterien entscheidet �ber den Eintritt
in die EWWU.
Es ist nicht davon auszugehen, da� alle EU-L�nder auf einen
Schlag Mitglieder der EWWU werden.
Entgegen teilweise widerspr�chlicher Kommentare in den Medien m�ssen wir (im Juli 1997)
daher nach wie vor davon ausgehen, da� die Europ�ische Wirtschafts- und
W�hrungsunion programmgem�� am 1.1.1999 mit Deutschland, Frankreich,
�sterreich, den Beneluxstaaten und voraussichtlich Finnland und Irland
starten wird. Zus�tzlich haben sich die Chancen
von Spanien, Portugal und Schweden deutlich erh�ht, ab 1.1.1999 beim
Euro dabeizusein.
Die Europäische Kommission
erkl�rte in ihrem einstimmigen Votum vom 25.3.1998 Deutschland,
Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Irland, Österreich,
Finnland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg als für den
Euro-Start am 1.1.1999 qualifiziert.
Aber es gibt mehr als nur diese elf Staaten, die die Währungsunion bilden bzw. an ihr teilnehmen, nein, es gibt ausser in Europa auch Euro-Club-Mitglieder in Amerika und Afrika...
Grossbritannien, Schweden und
Dänemark hatten bereits zuvor erklärt, sie wollten gar nicht
"pünktlich ins Euro-Zeitalter" starten; und Griechenland hat die
"Maastricht-Kriterien" nicht erfüllt.
Trotz Angleichung der
Inflationsraten, Zinsniveaus und Haushaltsdefizite gibt es noch immer
teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften:
von einer realen Konvergenz der Euro-Kandidaten kann also
keine Rede sein.
F�r diesen Text erfolgte ein
webnap(p)ing am 21.1.97 aus den Wwweb-Seiten der
West-LB bzw. der
Vereinsbank
und am 31.7.97 von der �sterreichischen
Spar-Casse
und dem deutschen
BMF
;
alle informieren auch über weitere Stichworte rund um den EURO und Europa.
Zu Berechungen zwischen DM und ECU ?:
hier entlang...
Zur Begriffsklärung von ECU, Euro, EWS,..:
hier entlang...
Zu den globalen Teilnehmern der Euro-Währungsunion:
hier entlang...
Zum grünen Kurs in der EU?:
hier entlang...
Letzte wesentliche Änderung: 8.11.1998
© 1999 by Heinrich Hinze, Eichenstr.32, D-38527 Meine