Warum betreibt der Mainstream dieses massive rechts-Bashing? Dazu hielt Robert Willacker bei den Wiener Festwochen letzte Woche eine höchst bemerkenswerte Rede, die sowohl die Bigotterie des links-grünen Zeitgeistes als auch dessen notwendige Abgrenzung gegenüber "rechts" aufzeigte. Er konfrontierte das (eher links zu verortende) Publikum mit einem Befund im Sinne der von Sigmund Freud begründeten Psychoanalyse: Sie brauchen rechte Parteien, um ihre eigenen "Schuldgefühle" zu kompensieren. Bemerkenswert dabei vor allem diese Passage:
Starker Tobak, totale Stille im Saal. Willacker traf offenbar ins Schwarze, den schwarzen Punkt der linken Seele. Und der brasilianisch-stämmige Politikberater legte nochmals nach. Damit das Publikum verstehen könnte, warum ein Migrantenkind wie er zu den "Rechten" gehöre, bräuchte man "einen positiven Zugang zu nationaler Identität, zu Geschichte und tradierter Kultur." Doch diesen Zugang verwehre sich die Linke selbst; schließlich stünde ein Verständnis von rechts ja dem Kampf gegen rechts im Weg. Schließlich machte der Politik-Insider auf den wirtschaftlichen Faktor dieses angeblich so hoch-ethischen Kampfes aufmerksam:
Man muss diese Rede selbst sehen und hören, um sich die Tragweite dieser Aussagen bewusst zu machen. In den sozialen Netzwerken findet man sie schnell (z.B. hier). Eines kann hier jedoch schon festgehalten werden: Um die (für jeden Konservativen so paradox wirkende) Euphorie des links-grünen Zeitgeists zu verstehen, bietet Willacker mit seiner psychoanalytischen Determination aller "gegen rechts" Protestierenden erste verlässliche Hinweise. Ohnehin war ja nie klar, gegen wen sich dieses pauschale rechts-Bashing richtet: etwa auch gegen die CDU oder gegen das Bündnis von Sahra Wagenknecht? Oder gegen jeden, der noch Auto fährt, Fleisch isst oder sich erdreistet, überhaupt noch öffentlich diskutieren zu wollen?
Jetzt wird klar: Es geht um Abgrenzung, um Entlastung des Selbst, um Entschuldung des eigenen Tuns. Die eigene Schlechtheit wird gemildert, ja sogar exkulpiert, wenn man sich ein Feindbild schafft: Menschen, die noch viel schlechter sind als man selber und dabei keinerlei Reue zeigen. Abschließend dazu noch ein etwas bigottes, aber typisches Beispiel aus Willackers Rede:
Klaus-Erich Strohschön (56) studierte in seiner Heimatstadt München Germanistik. Parallel lernte er bei Harry Kupfer das Regie-Handwerk und wirkte als freier Opernregisseur. Dem schloss sich eine Karriere in der Werbung an. Begonnen als Texter, wurde er schnell zu einem führenden Werbe-Strategen und arbeitete für große Marken wie Mercedes-Benz.
Burghard Gust (13.06.2024):
Wunderbar, die versteinerten Gesichter im Publikum; ein bißchen Mordlust war zu spüren...
Robert Schleif (13.06.2024):
Manchmal ist die Wahrheit derart einfach, dass man sich wundert, dass man da nicht selbst drauf gekommen ist... Leider handelt es sich bei den Linksgrünwokisten aber in der Überzahl um schwer gestörte Persönlichkeiten, denen diese Wahrheit nicht wirklich helfen kann.
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