![[Ang Duong]](angduongbust.jpg)
![[Eroberung Saigons]](saigon1859.jpg)





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*Ihr gestattet doch, liebe Leser, daß Dikigoros das so - richtig - schreibt?!? Die Namen sind indisch, denn als jene Staaten entstanden, war "Indochina" - und darüberhinaus ganz Südostasien, d.h. auch das heutige "Thailand", das heutige "Malaysia" und das heutige "Indonesien" indisch geprägt. Es gibt - außer in den Gehirnen fantasiebegabter westlicher "Wissenschaftler" - kein zweisilbiges Wort "Síam" mit weichem, stimmhaftem "S" am Anfang, betontem, langen "i" und kurzem, unbetonten "a", sondern nur ein einsilbiges Wort mit scharfem, stimmlosem "ß" am Anfang, betontem "ja" in der Mitte und einem "m[a]" - mit stummem, da unbetonten Endungs-a. Dagegen ist das Endungs-a in "Kambodiyā" lang und betont, und vor dem "ja" steht kein Konsonant - weder ein "dsch" wie in Kambodscha noch ein "tsch" wie in "Kamputschea" -, sondern ein Vokal, nämlich ein [kurzes] "i"; das Wort ist also nicht drei-, sondern viersilbig. "Angkor" könnte man auch "Ångkor" oder "Ãkor" schreiben, denn das Anfangs-A wird sehr dunkel - zum offenen "o" hin - gesprochen, und das "n" ist kein Konsonant, sondern zeigt die Nasalierung an. Mouhot selber schrieb es "Ongcor". (Aber Dikigoros will die linguistische Korrektheit nicht auf die Spitze treiben :-) **Ang Duong gilt rückblickend als besonders tüchtiger König. Mag sein - nach heutigen Maßstäben. Aber zu seiner Zeit kam es darauf nicht in erster Linie an. In den ost- und südostasiatischen Sakral-Monarchien zählte vielmehr die legitime Abstammung, und da war er angreifbar: Er war zwar ein Sohn von König Ang Eng, aber nur von einer syāmesischen Konkubine. Als solcher wurde er zwar von den Syāmesen unterstützt, die 1831 in Kambodiyā einmarschierten; der legitime Thronerbe, sein älterer Halbbruder Ang Chang, behielt jedoch mit Hilfe der Annāmesen die Oberhand - und bis zu seinem Tode 1835 den Thron, auf dem ihm seine Tochter Ang Mei folgte - de facto als Marionette von Annām. 1841 marschierten die Syāmesen wieder in Kambodiyā ein, mit Ang Duong als ihrer eigenen Marionette im Schlepptau. Nach wechselhaften Kämpfen einigten sich Syām und Annām 1845 auf eine gemeinsame "Verwaltung" Kambodiyās, und 1847 durfte sich Ang Duong auf den Thron setzen, aber ohne wirklich zu herrschen. Um die fremde Oberhoheit abzuschütteln, wandte er sich zweimal vergeblich an Frankreich. (Britische Historiker halten ihn verständlicher Weise für weniger tüchtig; sie meinen, daß er besser in England um Schutz nachgesucht hätte - dort wäre ihm ein Protektorat sicher umgehend gewährt worden :-) ***Dikigoros verzichtet darauf, dem weiteren Schicksal der Tempelanlagen - Zerstörung durch die "Roten Khmer", Wiederaufbau mit deutschen Steuergeldern, Erklärung zum "Weltkulturerbe" durch die UNESCO, erneuter Streit zwischen Thailand und Kambodiyā, der bis in die Gegenwart andauert - nachzugehen. Über die neuere Geschichte Kambodiyās schreibt er an anderer Stelle mehr. Hier will er nur noch der guten Ordnung halber erwähnen, daß Mouhot in Frankreich auch lange nach dem Verlust Indochinas nicht vergessen ist. (Dies im Gegensatz zu Ländern wie den USA, dem UK und der BRDDR, deren Forschungsreisende, Entdecker, Pioniere, Archäologen pp. längst der so genannten cancel culture zum Opfer gefallen sind.) Seines 150. Todestages wurde jedenfalls anno 2011 auch amtlicherseits gedacht.
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