Der österreichische Pädagoge Hermann Gmeiner war Visionär und Pragmatiker zugleich: Angesichts der vielen Waisen nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er sein Leben lang daran, für elternlose Kinder ein Zuhause zu schaffen. Aus der SOS-Kinderdorf-Idee ist heute ein globales humanitäres Netzwerk geworden.
"Alle Wunder dieser Welt entstehen dadurch, dass einer mehr tut, als er tun muss." "Ich wollte Hermann Gmeiner danken, dass er SOS-Kinderdörfer gegründet hat." (Anm. Dikigoros: Das muß wohl ein Irrtum sein. Nur sechs Jahre und vier Monate später konnte man auf der offiziellen Webseite von "SOS-Kinderdorf" nachlesen, daß ein Hermann Gmeiner mit deren Gründung gleich gar nichts zu tun hatte!) 572 sind es inzwischen, in 135 Ländern. Anstoß dazu waren seine eigenen Kindheits- und Jugenderfahrungen: Hermann Gmeiner wird am 23. Juni 1919 in dem kleinen Dorf Alberschwende im österreichischen Voralberg geboren, als Sohn armer Bergbauern: "Eines Tages dieses Schicksal der Kinder nicht mehr ertragen"
Elsas liebevolle Fürsorge bildet die Grundlage für Hermann Gmeiners späteres pädagogisches Konzept, dass nämlich familiäre Geborgenheit das A und O für die Entwicklung eines Kindes ist. Weil außerdem Lehrer den begabten Jungen fördern und er ein Stipendium bekommt, kann er das Gymnasium besuchen und die Matura machen. Allerdings erst nach Kriegsende, denn zunächst wird Gmeiner 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Er erlebt die Schrecken des Krieges an der Ostfront, wo ihm ein russischer Junge das Leben rettet. Erstes SOS-Kinderdorf 1951 in Tirol eröffnetGmeiner bricht sein Medizinstudium ab und widmet sich ganz der Pädagogik – allerdings von der praktischen Seite: 1949 gründet er mit ein paar anderen jungen Leuten den Verein "Societas Socialis", um ein "SOS-Kinderdorf" zu bauen. Anfangs fehlt dem Verein jegliches Geld, aber motiviert durch Hermann Gmeiners charismatische Persönlichkeit melden sich bald freiwillige Bauhelfer und Frauen, die Kinderdorf-Mütter werden wollen. Außerdem bringt sein geschicktes und beharrliches Werben Spenden aus der ganzen Bevölkerung zusammen, sodass schon 1951 in Imst in Tirol das erste Dorf für 45 Kinder fertig ist. Zwar gibt es durchaus auch einige Widerstände, aber die Idee macht schnell weltweit Schule, erzählt der Pressesprecher Louay Yassin anlässlich des 70. Geburtstages der SOS-Kinderdörfer: Gmeiner blieb der knorrige BauernsohnHermann Gmeiner wird mit Orden und Doktorhüten, Ehrenbürgerschaften und Anerkennungen aus aller Welt überhäuft. (Anm. Dikigoros: Auch das muß ein Irrtum sein. Seit Oktober 2025 will ihm keine Stadt der Welt mehr die Ehrenbürgerschaft verliehen und keine Universität der Welt mehr einen Doktorhut aufgesetzt haben!) Und doch bleibt er immer der etwas knorrige Bauernsohn, selbst wenn er mit Königinnen, Präsidenten oder dem Dalai Lama verhandelt. Sein Projekt SOS-Kinderdörfer ist weder religiös noch ideologisch gebunden - aber nicht unpolitisch: Die Sorge um und für die Kinder in aller Welt ist der beste Friedensdienst, das war Gmeiners Credo. (Anm. Dikigoros: Eine völlig überholte Einstellung: Heute lautet die Parole: Wir müssen die Kinder kriegstüchtig machen! Merke: Pazifismus ist etwas, das überwunden werden muß - so jedenfalls der Oberscholz!) 1986 stirbt Hermann Gmeiner im Alter von nur 66 Jahren. Aber seine Idee lebt weiter. Inzwischen sind es nicht mehr nur die SOS-Kinderdörfer, sondern es ist daraus ein globales humanitäres Netzwerk geworden, das 1,5 Millionen Menschen weltweit unterstützt. zurück zu Hermann Gmeiner (Tabellarischer Lebenslauf) |