Lost in Frustration (Teil 3): Was tun?

von Andreas Zimmermann* (Die Achse des Guten, 6.10.2023)

Anmerkungen und ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Der deutsche Staat leidet an einer schweren Autoimmunerkrankung, denn seine Feinde sitzen fast ausschließlich in staatlichen und staatsnahen Institutionen. Die entscheidende Frage ist, ob eine Heilung überhaupt noch möglich ist, und falls ja, wie sie gelingen könnte.

Aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass mehr und mehr Menschen Zweifel am aktuellen Kurs der Bundesrepublik entwickeln. Auch Umfragen zeigen, dass satte 50% der Deutschen einen Absturz der deutschen Wirtschaft erwarten. (Anm. Dikigoros: und die andere Hälfte traut sich wahrscheinlich nicht, es zu sagen.) Die Frage, ob und wenn ja wie sich der katastrophale Kurs, den die deutschen Politiker schon vor einer Weile eingeschlagen haben, noch umkehren lässt, ist daher von einer gewissen Dringlichkeit. Oder, wie es in einem Leserbrief auf einen meiner letzten Artikel sinngemäß stand: "Das ist alles bekannt. Wir brauchen Lösungsvorschläge." Nun bin ich eigentlich der Meinung, dass ich als Naturwissenschaftler eher nicht für Lösungsvorschläge für gesellschaftlich-politische Probleme zuständig bin. Auch als Autor der Achse des Guten sehe ich meine Aufgabe eher darin, über Dinge zu berichten, um Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu archivieren. Die Lage scheint mittlerweile hoffnungslos und bei aus der Politik kommenden Lösungsvorschlägen, wie etwa die Wohnungsnot zu bekämpfen, indem Rentner aus ihren „zu großen“ Wohnungen gedrängt werden, denke ich mir: "Wenn das die Lösung sein soll, dann hätte ich gerne mein Problem zurück."

Was tun also? Nun, der Titel ist nicht ganz zufällig gewählt, denn er schmückt auch ein kleines Büchlein, das der belgische Historiker David Engels bereits 2019, noch vor dem Wahnsinn der Testpandemie, veröffentlichte. Er fragt darin, wie ein "Leben mit dem Niedergang Europas" möglich sein könne. Sein Fazit: Die westlichen Staaten seien kaum noch zu retten. 2018 sei er deshalb nach Polen ausgewandert. In Deutschland folgen mittlerweile schon seit Jahren ungefähr eine Viertelmillion, meist gut ausgebildete Deutsche, seinem Vorbild, weil sie hier wegen der verheerenden Politik keine Zukunft mehr sehen. (Anm. Dikigoros: Aber kaum jemand sonst ist so dämlich, ausgerechnet nach Polen zu gehen! Der nächste Bromberger Blutsonntag kommt bestimmt!) Diese Entscheidung ist verständlich, denn bisher gib es keine Anzeichen dafür, dass die deutschen Politiker, wie etwa die dänischen Sozialdemokraten, die seit einiger Zeit für eine restriktive Einwanderungspolitik stehen, zu einer geistigen Kehrtwende in der Lage sind. Was also bleibt denen, die ihr Heimatland nicht verlassen können oder gar aus, horribili dictu, Vaterlandsliebe nicht verlassen wollen?

Wie ein Twitter-Nutzer schrieb: Das Blödeste, was man sich einreden lassen kann, wäre, dass egal sei, was man denkt und fühlt. Man könne ja doch nichts ändern. Falsch. So füttere man nur die Allmachtsfantasien der "Wahrheitsbesitzer" und "Führer", mache es den Demagogen leicht.

Ich erwarte von niemandem, seine wirtschaftliche Existenz aufs Spiel zu setzen, schließlich schreibe ich selber unter Pseudonym. In meinem privaten und beruflichen Umfeld kennt aber jeder, der danach fragt, meine Meinung zu Themen wie Corona oder Energiewende. Wenn man den Ausführungen Mattias Desmets in seinem Buch „Die Psychologie des Totalitarismus“ Glauben schenkt, zeigt die Geschichte totalitärer Regime, dass es gerade beim Wegbrechen des Widerstands besonders gewalttätig würde. Daher müssen sich möglichst viele Menschen in diesem Land dem politisch verordneten und medial unterstützten Wahnsinn wie auch immer widersetzen, so dass nicht der Eindruck entsteht, das Regierungsnarrativ wäre die einzige Auffassung der Realität.

Worum es am Ende geht

Aber auch, indem sie grüne Politiker auf Wahlkampfveranstaltungen ausbuhen, womit diese, nachdem sie von den staatsnahen Medien stete Zustimmung gewöhnt sind, schwer zurechtkommen. Oder auch, indem sie Falschmeldungen etwa des RKI auf Twitter als solche bezeichnen und generell in den sozialen Medien die Deutungshoheit nicht der Regierung und ihren medialen Hilfstruppen überlassen. Wortmeldungen auf Twitter ändern nichts, heißt es oft, den psychologischen Effekt auf Gegner wie Mitstreiter sollte man aber nicht unterschätzen, wenn erkennbar wird, dass die Widerständigen gar keine kleine Minderheit sind. Gerade für Menschen, die von der deutschen Justiz mit unbarmherziger Härte verfolgt werden, ist Solidarität wichtiger als vielleicht gedacht. Für den Fall des Arztes Heinrich Habig, der für das Ausstellen falscher "Impfbescheinigungen" zu fast drei Jahren Haft verurteilt wurde, hat der Rechtsanwalt Christian Moser hier ausgeführt, wie wichtig jede Art der Unterstützung für Menschen in einer solchen Situation ist.

Das gilt auch für den kafkaesken Fall des in Berlin lebenden Schriftstellers C. J. Hopkins, der von einem deutschen Gericht zu einer Strafe von 3.600 Euro verdonnert wurde (alternativ könnte er auch eine 60-tägige Haftstrafe antreten). Grund ist ein Tweet, in dem das Cover seines aktuellen Buchs zu sehen ist. Es zeigt eine Maske, auf der schattenhaft ein Hakenkreuz zu erkennen ist. Obwohl offensichtlich ist, dass er vor Entwicklungen in Deutschland und anderen westlichen Staaten warnen will, urteilte das Gerichte, er hätte "Propaganda" verbreitet, "deren Inhalt dazu bestimmt ist, die Ziele einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation zu fördern."

Auch finanzielle Unterstützung - anfallende Anwaltskosten liegen weit über den Kosten der reinen Geldstrafe - ist wichtig, man lese dazu einfach, wie sich C. J. Hopkins für die erfahrene Unterstützung bedankt. Das gilt auch bei Journalisten oder Mitgliedern anderer Berufsgruppen, die etwa Schweinereien aufdecken und Dokumente freiklagen, und generell freien Medien, ohne die unsere Medienlandschaft doch ein arger Meinungseinheitsbrei wäre.

Man sollte nicht aufgeben, Menschen mit Argumenten zu überzeugen. Das ist fast immer anstrengend und oft genug fruchtlos, doch steter Tropfen höhlt den Stein. Mittlerweile gibt es jedoch genug Themen, bei denen die Gegner der Regierungslinie vermutlich eine sogar deutliche Mehrheit haben. Carl Heneghan und Tom Jefferson von "Trust the evidence" betonen, was auch in zahlreichen Leserbriefen gesagt wird: Man sollte Texte freier Medien weiterverbreiten, vor allem solche, die sich möglichst nüchtern mit den schlichten Zahlen beschäftigen, wie etwa diese Analyse der Daten des britischen "Office for National Statistics". Sie zeigt klar, dass die Gesamtsterblichkeit in allen Alterskohorten bei "vollständig Geimpften" (bedeutet, drei sogenannte "Covid-Schutzimpfungen" erhalten zu haben) deutlich höher ist als bei "Ungeimpften". (Anm. Dikigoros: Das würde noch viel klarer, wenn nicht alle Totgespritzten, die binnen zwei Wochen nach dem "Piks" sterben, in die Lügenstatistik von Gesetzes wegen als "ungeimpfte Corona-Opfer" eingehen würden!)

Schließlich gibt es die Wahlen, demnächst etwa in Bayern. Ich möchte hier gar keine positive Wahlempfehlung geben, sondern nur anmerken, dass man die Einheitsbrei-Parteien nicht wählen muss, dem ich als Naturwissenschaftler und gleichgültiger Atheist selbst die Partei bibeltreuer Christen vorzöge. Zwar gibt es keine Erfolgsgarantien für meine Vorschläge, doch solange man in diesem Land lebt, sollte man versuchen, die Dinge zum Besseren zu wenden. Einer der Säulenheiligen der Linken, Bertolt Brecht, sagte angeblich: "Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." (Anm. Dikigoros: Das hat B.B. - wie fast alles, wofür er bekannt geworden ist - sinngemäß abgeschrieben, in diesem Fall aus Hitlers "Mein Kampf" :-) Ich würde das leicht abwandeln: "Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur einzigen Chance, die bleibt." Am Ende geht es, wie Rechtsanwalt und Corona-Kritiker Christian Moser kürzlich formulierte, nicht nur um "die Rückkehr der Macht von der Politik zum Volk", sondern auch darum, "den Grundstein zu legen für die Freiheit unserer Kinder und Enkelkinder."


*Andreas Zimmermann ist promovierter Naturwissenschaftler und lehrt an einer deutschen Hochschule. Er schreibt hier unter einem Pseudonym.


LESERPOST
(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros9)

Günter Oberwahrenbrock (06.10.2023)
[...] Was bei der Erziehung schiefgelaufen ist? Ganz einfach: fast nichts! Wir haben uns alle Mühe gegeben: Bildung, Eigenverantwortung, Toleranz usw. vermittelt, Rauchen, Alkohol und Drogenexperimente toleriert. Und dann haben sie studiert, und leider, wie bei Töchtern üblich, nicht MINT, sondern eher Laberfächer. Und nichttechnische Unis machen eben aus normalen Menschen linksverpeilte. Da kann man irgendwann nicht mehr diskutieren, sondern nur noch kapitulieren. Vernunft vererbt sich leider nicht, und Vorbild sein, ist wohl nur am Anfang der Erziehung noch relevant, ab einem gewissen Alter sind die Peer-Group-Einflüsse allein maßgebend. Schade...

Norbert Berning (06.10.2023)
„Umfragen zeigen, dass satte 50% der Deutschen einen Absturz der deutschen Wirtschaft erwarten.“ Auch die Staatsfinanzen werden in Kürze abschmieren, zuerst in den Kommunen – nicht nur in Mittelsachsen, auch im Westen werden in ein bis zwei Jahren die Torpedos einschlagen: eine Nachbarstadt hier in NRW, knapp 80.000 Ew., hat nach aktueller Projektion für 2024 ein Defizit von 32 Mio Euro in Aussicht; eine andere, nicht ganz halb so groß – ebenfalls eins von 32 Mio Euro... da kommt in den Gemeinderäten sicherlich Freude auf, vor allem, wenn dann die sog. Haushaltssicherung kommt, die keine freiwilligen Ausgaben mehr zulässt – wodurch die bisherige kommunalen Demokratie zum Puppentheater verkommt, erst recht bei der Einsetzung von ‚Sparkommissaren‘ von oben. Das heißt wir haben ein Szenario vor uns, das weniger „1933“ als vielmehr „1789“ ähnelt: Kaputte (Staats-)Finanzen bringen Gegenbewegungen auf, die zunächst moderat auftreten („Graf Mirabeau / Girondisten“), dann aber wegen ihrer Unfähigkeit, die Lage zu begreifen und mit ihr adäquat umzugehen, ins Radikale umschlägt („Jakobiner“) – daher sollte man auch von der AfD nicht allzuviel erwarten; die ist, da in erster Linie eine Retro-Partei („alles wieder so wie früher“), darauf im Prinzip genauso unvorbereitet wie damals die zunächst gutwilligen Revolutionäre; zumal heute noch eine hohe Verschuldung im privaten Sektor (Unternehmen & Konsumenten) dazukommt.

Gerd Alois Werz (06.10.2023)
Leider habe ich nicht mehr die Hoffnung, dass man in Deutschland noch irgendjemand überzeugen kann. Die meisten haben schon vor Jahren Dicht gemacht und wollen das alles nicht wissen. Sie haben mit sich selbst zu viel zu tun. Nachdem uns sogar aus der eigenen Familie die Nazi-Anwürfe entgegendrangen und man uns diffamiert, beleidigte, verunglimpfte, versuchte zu kriminalisieren, haben wir schon vor Jahren entschieden das Land zu verlassen. Das kann ich jedem, der mit dem Irrsinn in Deutschland nicht mehr zurecht kommt, raten, wenn er es sich leisten kann. Wir jedenfalls sind schon vor Jahren weg und kehren auch nicht mehr zurück. Sollen sie doch das Land gegen die Wand fahren. Wir sind zu alt, um dauernd anzukämpfen gegen den Irrsinn. Wir wollen uns nicht von linksradikalen Schlägertrupps oder der angeblichen "Polizei" (eher Schlägertrupp der Regierung, die Alte und Kinder verprügeln) oder korrupten "Staatsanwälten" und Pseudo-"Richtern" mit Klagen wegen Majestätsbeleidigungsparagraphen überziehen lassen. Wir sind weg, und das ist gut so [...]


zurück zu Teil 2

zurück zu Teil 1