Der ermordete Polizist und das "Vergessene"

von Peter Grimm (Die Achse des Guten, 03. Juni 2024)

Bilder, Anmerkungen & ergänzende Links: Nikolas Dikigoros

Alle politischen Verantwortungsträger geben sich betroffen, dass der jüngste islamistische Angriff nun ein Todesopfer gefordert hat und wollen ganz entschlossen vor allem die Frage umschiffen, ob dieser Mordanschlag auch etwas mit der Migrationspolitik der letzten Bundesregierungen zu tun haben könnte.

Der 29-jährige Polizist Rouven L. ist tot. Das war die bestürzende Nachricht am Sonntagabend. Getötet hat ihn offiziell der 25-jährige Afghane Suleiman A., der seit zehn Jahren in Deutschland lebt. Er hatte zuerst den Islamkritiker Michael Stürzenberger am Infostand seiner "Bewegung Pax Europa" angegriffen, bevor er auf den jungen Polizisten einstach. Stürzenberger wurde bekanntlich schwer verletzt, und es gab weitere vier Verletzte.

Der blutige Angriff erfuhr immerhin überregionale Aufmerksamkeit in den Medien, und auch die deutschen Spitzenpolitiker reagierten - sowohl direkt nach dem Anschlag als auch noch einmal, nachdem der Tod des jungen Polizisten bekannt wurde. Und in Mannheim gab und gibt es am Tatort Mahnwachen und Kundgebungen.

Vielen politischen Verantwortungsträgern geht es dabei erwartbar darum, dass nicht die "Falschen" politisches Kapital aus diesem Angriff schlagen können. Auch verschiedenen Meinungsbildnern in deutschen Redaktionen ist das enorm wichtig. Am Sonntag gerade konnten sie eine Umfrage vermelden, nach der das AfD-Ergebnis einen Prozentpunkt Verlust auswies. Das könnte sich angesichts eines tödlichen islamistischen Anschlags eines Afghanen aber schnell ändern, deshalb finden die Aspekte des naheliegenden islamistischen Tatmotivs und die Herkunft des Täters allenfalls eine möglichst zurückhaltende Erwähnung.

Am Wochenende hieß es noch, die Ermittler hielten ein islamistisches Motiv für wahrscheinlich, am Montagmorgen wurde gern darauf verwiesen, es wäre noch nicht hinreichend geklärt. Und bei dem im afghanischen Herat geborenen Täter wird darauf verwiesen, dass er schon im Alter von 15 Jahren nach Deutschland kam.

Wer will daran erinnern?

Die Fragen, warum er nach Deutschland kam und wieso er auch in den zehn Jahren, die er hier im Lande lebt, seinen Hang zur Messergewalt entwickelte, bleiben. Und die Antworten dürften Teil einer verheerenden Bilanz dessen sein, was die letzten Bundesregierungen ihre "Migrations- und Integrationspolitik" nannten. Wer will daran erinnern - noch dazu kaum eine Woche vor einem Wahlsonntag?

Allerdings ist es vor diesem Wahlsonntag auch nicht angeraten, die Tat zu ignorieren. Das haben die Verantwortungsträger in diesem Falle offenbar verstanden. Und so reagieren sie zwar offiziell betroffen, aber nur mit den allgemeinsten Allgemeinplätzen, wie der Bundespräsident:

"Ich bin tief erschüttert über den Tod des Polizisten, der in Mannheim mutig eingriff, um Menschenleben zu schützen. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seinen Angehörigen [...] Mein Dank gilt allen Polizisten im Einsatz. Ich habe große Sorge angesichts der Verrohung der politischen Auseinandersetzung und der wachsenden Gewaltbereitschaft in unserem Land. So darf es nicht weitergehen. Gewalt gefährdet, was unsere Demokratie stark gemacht hat."

Viele Journalistenkollegen hingegen sind bei solchen Taten auch im Relativieren geübt. Jesko Matthes hat an dieser Stelle bereits ein Beispiel aus der FAZ gewürdigt. In der taz wird dem Gewalt-Opfer, dass das erste Angriffsziel war, unterschwellig unterstellt, den Angriff provoziert zu haben:

"Doch man muss sich auch fragen, warum ein Extremist wie der angegriffene Michael Stürzenberger seit Jahren auf Marktplätzen der Republik seine Hasspropaganda gegen Muslime verbreiten darf. Nichts rechtfertigt den brutalen Anschlag auf ihn. Dennoch greift es zu kurz, ihn als bloßen 'Islamkritiker' zu bezeichnen, wie es manche jetzt tun."

Das ist ungefähr auf dem Niveau, wie die Bemerkung zu einem Vergewaltigungsopfer, dass man ja nicht im Minirock unterwegs sein müsse. Mag die Islamkritik von Stürzenberger manchem Zuhörer zu radikal sein - er nimmt mit seinen Auftritten nichts weiter in Anspruch als seine Grundrechte. (Anm. Dikigoros: Welche Grundrechte? Die einstigen "Grundrechte" des "Grundgesetzes" sind seit 2020 unbefristet suspendiert!)

Wie lange hält Erinnerung?

Vielleicht kommt der passendste Beitrag zum Thema von der Berliner Zeitung, auch wenn der sich gar nicht mit dem Mannheimer Anschlag beschäftigt, sondern mit dem Schicksal eines Überlebenden des islamistischen Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. Dieser Mann kämpft seit fast acht Jahren um seine Behandlung und Opferentschädigung.

Immer wieder treffen die Opfer vom Breitscheidplatz und ihre Angehörigen auf Politiker. Schmidt hat Briefe von Franziska Giffey, Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, von Steinmeier. Alle bedanken sich für das Treffen mit ihm, aber teilen mit, dass sie wenig für ihn tun können. Bei einem Treffen mit Horst Seehofer, damals Innenminister, erzählt Schmidt, dass er keine Reha bekomme. Das ist Ende 2019. Danach bewilligt das Lageso den Antrag.

Im März 2021 kommt Schmidt für zwölf Wochen zur Reha in die Klinik am Waldschlösschen. Dreieinhalb Jahre nach dem Anschlag. Dort wird festgestellt, dass seine psychischen Störungen chronisch geworden sind. Zusammen mit Soldaten, die in Afghanistan waren, nimmt Schmidt an Gruppen- und Einzeltherapien teil, macht Qi Gong, Bogenschießen, Yoga. Am Ende geht es ihm deutlich besser. "Ich habe mich wieder gespürt", sagt er.

Die Klinik empfiehlt einen Mix aus ambulanter und stationärer Behandlung, bietet ihm eine baldige Wiederaufnahme an. Eine Soldatin erzählt ihm, dass sie schon in drei Monaten zurückkommen werde. Er stellt einen Antrag beim Lageso. Im April 2022 lehnt die Behörde die Wiederaufnahme ab."

Seither muss er weiter kämpfen, die Zeitung hatte ihn zu einem Gerichtstermin begleitet.

Wie lange wird sich wohl die Erinnerung an den mörderischen Messerangriff in Mannheim halten? Wie lange an Rouven L.?


"Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.


(ausgewählt und z.T. leicht gekürzt von Dikigoros)

Jörg Themlitz (03.06.2024):
Aus der vieltausendjährigen Menschheitsgeschichte ist mir kein weiteres Beispiel bekannt, dass eine Regierungskaste "Gewalt durch Vielfalt" gegenüber dem eigenen Volk derartig gefördert hat.

N. Schneider (03.06.2024):
Wer der Islamisierung in den Weg stellt, verfolgt Muslime, sogar wenn er von ihnen angegriffen wird. Er ist Täter, die Muslime sind Opfer. Diese Dschihad-Regel gibt Sulaiman A. und anderen Allah-Terroristen die Rechtfertigung Anschläge gegen die Kuffar zu begehen. Ist der Islam doch dazu berufen, über die ganze Welt zu herrschen. Dieser islamischen Logik folgen in gewisser Weise auch Politik, Medien, Behörden, steuergeld-finanzierte (N)GOs bis zu den Schlägertrupps der Antifa, wenn sie Michael Stürzenberger diffamieren und diskreditieren, der Verfassungsschutz ihn mit der Begründung „Verfassungsschutzrelevanter Islamfeindlichkeit“, „islamfeindliche Agitation“, „islamfeindliche Äußerungen“, „islamfeindliche Bestrebungen“ beobachtet.

Peter Petronius (03.06.2024):
Die Erinnerung wird bleiben, Herr Grimm, aber anders. Der Mannheimer an sich ist ein gebürtiger Sozi und neigt dazu, sich die Welt zurecht zu biegen. Ein gutes Beispiel ist die "Mannheimer Erklärung für ein Zusammenleben in Vielfalt" aus dem Jahr 2009. Die Stadt Mannheim schreibt auf ihrer Homepage hierzu:

"Die ursprüngliche Erklärung ist im Kontext eines interreligiösen Konflikts in 2009 entstanden und umfasste die Dimensionen der Religion bzw. Weltanschauung und der kulturellen Herkunft."

Wenn man "interreligiöser Konflikt" liest, so ist man geneigt an einen Kreuzzug 2.0 zu denken, weit gefehlt. Tatsache ist, daß es im Rahmen der "Operation Gegossenes Blei" Israels im Gazastreifen im Jahreswechsel 2008/09 zu heftigen antisemitischen Aussschreitungen in Mannheim kam. Von diesem Antisemitismus (von wem begangen?) ist in der "Mannheimer Erklärung" oder dem Begleittext kein Wort zu lesen. Geglückte Geschichtskorrektur! Witzig ist, daß es just die islamischen Gemeinden sind, die sich auf diese Erklärung berufen, wenn sie etwas, wie z.B. aktuell die Islamisten-Moschee in Mannheim-Käfertal, durchsetzen wollen. Die Erklärung wurde seinerzeit von der Jüdischen Gemeinde Mannheim initiiert!

Jens Happel (03.06.2024):
Vielleicht sollte man § 17a Versammlungsgesetz überarbeiten, der es nicht erlaubt Schutzwesten bei Demos und Veranstaltungen zu tragen. Stürzenberger war dies angeblich aus diesem Grund verwehrt worden.

Joerg Machan (03.06.2024)
Muslime wachsen auf in dem Glauben, dass sie die Auserwählten und die Herrenmenschen dieser Welt sind. Dann erleben sie die westliche Welt und werden zunehmend neidisch und frustriert. Außerdem stellen sie fest, dass es hier keine Familienclans gibt, die eine Tat rächen würden, und Gerichte keine echten Strafen verhängen. Und dann kommt auch noch jeder sofort ins Paradies, wenn er bei der Ermordung eines Ungläubigen selbst ums Leben kommt.

Albert Beckman (03.06.2024)
Die Leute, die sich an den Messerattacken stören, werden am Wahlsonntag ein Zeichen setzen, ganz unabhängig von den Medien. Da bin ich mir sehr sicher.
Anm. Dikigoros: Ach, welch eine naïv-unschuldige Seele schreibt da! Lieber A.B., "sicher" ist leider etwas ganz anderes: "Wahlen" dienen längst nicht mehr dazu, dem politischen Willen der Untertanen Geltung zu verschaffen - unliebsame Wahlzettel werden vernichtet oder für "ungültig" erklärt, unliebsame Parteien mit Verbot bedroht und ihre Abgeordneten unter absurden Anschuldigungen einer politischen Strafverfolgung ausgesetzt -, sondern nur noch dazu, ihre politischen Ansichten auszuschnüffeln: Alle Wahlzettel sind so markiert, daß man ihre Urheber ohne weiteres ermitteln kann. 2021 und noch einmal 2024 unterliefen der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn peinliche Pannen, als man versehentlich einigen Untertanen Wahlzettel zur Briefwahl geschickt hatte, auf denen diese Markierungen fehlten. Man rief sie sofort zurück und verschickte neue, die markiert waren. Nein, das hat sich Dikigoros nicht einfach so ausgedacht - das wurde ganz offen zugegeben. (Freilich mit dem salbungsvollen Hinweis, daß die Ermittlung des Wählerwillens lediglich "statistischen Zwecken" diene - warum werden die Markierungen dann heimlich angebraucht, so daß sie Otti[lie] Normalverbraucher[in] Normalwähler[in] nicht erkennen kann?) Es gibt also, entgegen dem papierenen Wortlaut des GG, keine freien, gleichen und geheimen Wahlen mehr, durch die das Regime beseitigt werden könnte - sonst wäre das längst geschehen, denn nach glaubhaften Umfragen stehen z.B. in den nicht mehr ganz so "neuen" Bundesländern hinter der größten Regierungspartei kaum noch 10%, hinter ihren Koalitionspartnern nicht mal mehr die 5%, die nötig wären, um die Hürde für die Quasselbude zu nehmen, aber hinter der einzigen echten Oppositionspartei - also nicht der mit dem "C" im Namen - über zwei Drittel der Wahlberechtigten Wahlberechtigt*innen.

finn waidjuk (03.06.2024)
Drei Dinge sind es, die das Attentat in Mannheim von dem Wald-und-Wiesen-Messermord unterscheiden, der mittlerweile seinen festen Platz in der deutschen Folklore gefunden hat. Das ist zum einen der tote Polizist. Wäre nur Stürzenberger zu Schaden gekommen, so hätte man in gewohnter Täter-Opfer-Umkehr ihm die Schuld zuschieben und zum schmutzigen Tagesgeschäft übergehen können.
(Anm.: Das war auch - fast wörtlich - der erste Kommentar von Frau Dikigoros. Aber schon in den nächsten Nachrichten war der Fall aus den staatlichen Nachrichten verschwunden; statt dessen faselte man etwas vom Prozeß gegen die ach-so-schröcklichen, "staatsgefährdenden" "Reichsbürger". Dabei wollten die letzteren doch gar nicht den Staat beseitigen, sondern nur das staatsgefährdende Verbrecherregime in Berlin; und das wäre nicht nur ihr gutes Recht gewesen - Art. 20 Abs. IV GG -, sondern auch ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit, wie für alle anständigen Staatsbürger!)
Aber über einen toten Polizisten lässt sich das dumme Wahlvieh nicht so einfach hinwegtreiben, da könnte der eine oder der andere möglicherweise scheuen. Zum anderen wurde die Tat gefilmt, das Video ging viral und es macht schon einen Unterschied, ob man "Mann sticht anderen Mann tot" bloß in der Zeitung ließt und achselzuckend zum Sportteil weiter blättert, oder ob man live und in Farbe sieht, wie so ein Messermord eigentlich abläuft. Man sieht, wie ein ein entmenschter Terrorist wie wahnsinnig um sich sticht, Blut fließt, Menschen schreien und sterben. Auch das könnte vielleicht ein paar weitere Wähler vom Wahn der Willkommenskultur heilen. Und drittens, was für das Regime möglicherweise das Schlimmste ist: dieses Video ist auch im Ausland zu sehen. Während man in Deutschland bis heute über das Motiv "rätselt" konnte man schon am gleichen Tag in den USA bei RVM News lesen: "Islamist Terror Attack: Multiple People Stabbed, Including An Officer in the Neck" und das Video dazu sehen. Ich denke, da wird sich im Ausland mancher Tourist überlegen, ob Germany ein gutes Ziel für den Sommerurlaub ist und manche Fachkraft wird sich fragen, warum um alles in der Welt sie dort einen Job aufnehmen sollte. Und so kann man nun sehen, wie aus dem Eiertanz der Medien in Deutschland ein ganzes Ballett geworden ist.