Gabun liegt in Zentralafrika und grenzt an Kamerun, Äquatorialguinea und Kongo/Brazzaville. Es ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven vor der Küste. Das Land ist zu 85% von Wald bedeckt. Gabuns Waldfläche ist rund zwanzigmal größer als die der Schweiz.
Die Hauptstadt Libreville hat etwa 750.000 Einwohner.
Trotz guter Bedingungen für Landwirtschaft - es gibt hervorragende, ungenutzte Böden - importiert Gabun fast alle Nahrungsmittel. In den Supermärkten von Libreville und Port Gentil gibt es fast nur teure importierte Produkte zu kaufen. 1967-2009 wurde Gabun beherrscht von Omar Bongo, der dank Öl-, Mangan- und Holzexporten zu sagenhaftem Reichtum kam. Er starb am 7. Juni 2009 in Barcelona. Er hinterließ ein Vermögen, das auf mehrere Milliarden Euro geschätzt wird. Seither führt sein Sohn Ali Bongo das Regime weiter. Am 27. August 2016 musste dieser sich zur Wahl stellen.
Das Ergebnis der Wahl war denkbar knapp. Bongo erhielt 49,8% und sein aussichtsreichster Gegenkandidat Jean Ping 48,23%. Für den Wahlsieg reichte Bongo die einfache Mehrheit der Stimmen. Gabun hat 105.640 Beamte, das heißt 55 für 1.000 Einwohner. Das ist auch für Afrika ein Rekord. (Anm. Dikigoros: Wieso "auch"? Die BRDDR hat einen erheblich höheren Satz, wenn man alle "Angestellten im Öffentlichen Dienst" bis hinunter zu den kommunalen Sesselpupsern mitzählt, locker das doppelte!) In Gabun gibt es 41 Ministerien. (Anm. Dikigoros: In der BRDDR und ihren "Bundesländern" zusammen mehr als fünfmal so viele, "Bundesämter" und in "Privatbetriebe" umgewandelte Ex-Ministerien in Bundeshand, wie die Bahn AG, die Post AG und die Telekom nicht mitgerechnet.) Hohe Beamte, die für ihre Dienstreisen in der 1. Klasse bis zu 11.000 Euro in Rechnung stellten, müssen künftig Business fliegen. (Anm. Dikigoros: Das wäre in der gut-demokratischen BRDDR undenkbar!) Auch die Gehälter sollen um 5-15% gekürzt werden. (Anm. Dikigoros: dto!)
Trotz einiger Fortschritte, z.B. dem Ausbau der Infrastruktur (Anm. Dikigoros: die in der BRDDR mehr und mehr verfällt) und eigener Holzverarbeitung, nimmt die Armut in Gabun weiter zu und betrifft ein Drittel der 1,7 Millionen Einwohner. Der Herrschaftsapparat dagegen will seinen Champagner stilgerecht trinken und hat sich dafür einen zweiten Golfplatz für 6 Millionen Euro geleistet. Staatschef Bongo zahlte im Juli 2015 dem Fußballer Lionel Messi 3,5 Millionen Dollar für Händeschütteln und die Grundsteinlegung eines neuen Fußballstadions in Gabun. (Anm. Dikigoros: Die BRDDR-Regierung zahlt dem Grünling von Kijiw täglich mehr als 3,5 Millionen Euro für seinen Ausrottungskrieg gegen die russisch-sprachige Zivilbevölkerung im Donetsbecken.) Was macht es da schon, dass die Wasser- und Elektrizitätsabschaltungen in Libreville häufig sind? Auch in Gabun gibt es viele Menschen, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen, und andere, die in einem märchenhaften Überfluss leben. Die Reichen sehen laut Jeune Afrique in herablassender Weise auf das Lumpenproletariat herab ("regardent de haut le lumpenprolétariat"). Ein Arzt verdient im Monat gerade mal 80.000 FCFA [150 Euro]. (Anm. Dikigoros: [Impf-]Ärzte sind Mörder, die verdienen nichts weiter als den Galgen, pardon die Todesspritze!) Die Kluft zwischen Arm und Reich und der Mangel an sozialer Gerechtigkeit werden immer größer. Libreville, die Hauptstadt von Gabun, leistet sich einen Bürgermeister, der monatlich etwa 30.500 Euro erhält (zum Vergleich: sein Kollege in Berlin verdient 12.250 Euro), während viele der 700.000 Einwohner ohne fließendes Wasser, Abwasserbeseitigung und regelmäßige Stromversorgung auskommen müssen.
Die in Paris erscheinende Zeitung "Le Monde Afrique" berichtete 2015, dass die Schweizer Firma Travcon AG der Familie Bongo zwischen 2008 und 2010 für die Anmietung von Flugzeugen für Flüge, z.B. nach Las Vegas, 86 Millionen US-Dollar in Rechnung gestellt hat. (Anm. Dikigoros: Von so niedrigen Flugkosten für die Reisen ihrer Politbonz[inn]en in alle Welt können die BRDDR-Steuerzahler nur träumen! Außerdem hat Familie Bongo die Flüge offenbar aus eigener Tasche gezahlt - auch das wäre in der BRDDR undenkbar! Man denke nur an die hunderte Privatflugreisen - mit Nutten - von Bongos Amtskollegen Bruder Johannes auf Steuerzahlerkosten!)
Mit Machthabern, denen ihre eigene Bevölkerung gleichgültig ist, muss man Klartext reden. (Anm. Dikigoros: Dann fang mal in Berlin an!) Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hat im August 2012 den Anfang gemacht. Öl- und Erdgaskonzerne wie Exxon-Mobil und Chevron sowie andere Rohstoffförderer müssen seither Zahlungen an Regierungen detailliert offenlegen. (Anm. Dikigoros: Das tun sie schon lange, und zwar freiwillig - sonst könnten sie die ja nicht von der Steuer absetzen :-) Damit soll verhindert werden, dass weiterhin das Geld von den Machteliten eingestrichen wird, während die Bevölkerung in Armut verharrt. (Anm. Dikigoros: Quatsch ohne Sauce - wie soll denn das gehen?!?) Die Geheimniskrämerei ist Ursache von Korruption, Armut und Instabilität. Natürlich werden China und andere Länder die Geldströme wie bisher nicht veröffentlichen, aber das Scheinwerferlicht wird endlich auf die Ursachen der Armut gelenkt.
Die Familie Bongo gilt als typisches Beispiel für die Françafrique-Politik, mit der Paris versuchte, nach der Unabhängigkeit der Ex-Kolonie Einfluss auf die Politik und Zugriff auf Rohstoffe zu behalten. Omar Bongo, Frankreichs bester Freund im postkolonialen Afrika und 1967 mit kräftiger Nachhilfe des Elysées an die Spitze des kleinen Staates gekommen, hat das Spiel zum gegenseitigen Vorteil sogleich begriffen. Ehemalige Kolonialbeamte übernahmen wichtige Ämter in der neuen Regierung und Verwaltung Gabuns, und Frankreich prägte weiterhin die Politik des unabhängigen Staates (Anm. Dikigoros: und seine Münzen :-). Bis zu seiner Privatisierung 1994 war der Ölmulti Elf Aquitaine die Schmiergeldmaschine zwischen Frankreich und Gabun. Wirklich aufgeklärt wurde das Gestrüpp aus Geld und Politik bis heute nicht.
Französische Medien berichteten, dass die Familie Bongo mindestens 39 Immobilien in Paris und Nizza besitzt. (Anm. Dikigoros: Grünling und seine Stammverwandten sollen erheblich mehr haben - und die haben dafür weder Öl noch Mangan noch Holz geliefert!) Allerdings untersucht die französische Justiz den Erwerb von Immobilien, die aus "unrechtmäßigen Gewinnen" (biens mal acquis) stammen. Hintergrund sind Klagen aus dem Jahr 2007 von mehreren Anti-Korruptions-Verbänden wie Sherpa und Transparency International. (Anm. Dikigoros: Für "Klagen" fehlt es denen doch an der Aktivlegitimation. Und Strafanzeigen? Nun ja, da wird halt ein paar Jahr[zehnt]e herum "ermittelt", und dann wird das Verfahren eingestellt.) Sie prangerten die Veruntreuung öffentlicher Gelder an, welche zu bedeutenden Vermögen auf französischem Boden afrikanischer Führer aus Gabun, Äquatorialguinea, Kongo/Brazzaville oder ihrem Gefolge führten. (Anm. Dikigoros: Ja, sollen die denn das schöne Geld anderswo verprassen? So wird es wenigstens in Europa "recycliert" :-)
Die französische Justiz hatte im Rahmen der Affäre "Biens mal acquis" am 30. Januar 2019 die Durchsuchung von mehreren Appartements der Familie Bongo in Paris angeordnet. Nach der Durchsuchung wurde festgestellt, dass drei Luxusappartements und mehrere Luxusautos der Bongo-Tochter Pascaline gehören, ohne dass sie nachweisen kann, woher die Mittel stammten. Zur Lebenszeit ihres Vaters Omar Bongo Ondimba war sie Außenministerin und später allmächtige Direktorin im Kabinett des Präsidenten. Sie war außerdem im Verwaltungsrat von Total Gabon und Delta Synergie, der Familienholding, die die 50 Gesellschaften beaufsichtigte, an denen die Familie Bongo beteiligt ist. (Anm. Dikigoros: Das ist doch wohl Nachweis genug - oder?) Nach dem Tode des Vaters wurde sie von ihrem Präsidenten-Bruder Ali von ihren Aufgaben entbunden. Die Botschaft war klar: Der Präsident brauchte keine "première Soeur" (erste Schwester), um regieren zu können. Sie verließ mit einer Entourage von 20 Personen das Land und ließ sich in Beverly Hills nieder, wo sie eine Villa besaß. Inzwischen musste sie das Haus bei Los Angeles für 17.495 Millionen Dollar verkaufen, ist wieder in Gabun und schart die zahlreichen unzufriedenen Mitglieder der Familie um sich, die keinen Zugang zum Präsidenten haben.
Im Demokratie-Index 2019 von The Economist belegt Gabun Platz 121 von 167. CPI Platz 123 von 180.
(Anm.: Das war vor der "Corona"-Panhysterie. Seitdem hat sich Manches verändert. Die BRDDR würde Dikigoros nach seit der letzteren auf Platz 180 von 180 einordnen.
Volker Seitz war 1965-2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Bestsellers "Afrika wird armregiert".
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