Die n�chste Woche sprach JC kaum noch mit Lonnie und versuchte so weit es geht, seinem Bodyguard aus dem Weg zu gehen, sich von ihm fern zu halten. Wenn Lonnie ihn etwas fragte, antwortete er ihm oft kaum oder gar nicht. Schon bald gab Lonnie den Versuch mit ihm ein Gespr�ch zu f�hren auf und sie schwiegen sich tags�ber oft nur an. Lance und Chris beobachteten sie nerv�s, tauschten besorgte Blicke aus und fragten sich, wann es die anderen wohl merken w�rden. Justin dachte sich nichts bei JCs neuem Verhalten und blieb treu sein bester Freund. Doch als JC ihm dann an einem Morgen den Sch�del kahl rasierte, fing er langsam an, �ber ihn nachzudenken....

Justin stand im Bad und polterte mit seiner Rasierschaumdose und den Klingen herum, lies das Wasser laut durch den Hahn rauschen und klapperte mit der Zahnb�rste auf dem Waschbecken. JC gab den Versuch weiterzuschlafen auf und qu�lte sich aus seinem sch�n warmen Bett. So fr�h morgens, war die Luft noch k�hl und JC fr�stelte, als er aus dem Fenster lugte und auf den von Laternen beleuchteten Autos Raureif schimmerte. M�de schlurfte er zu seiner Reisetasche, zog irgendetwas raus, schmiss es aufs Bett und ging dann zu Justin ins Bad.

�Bist aber schon fr�h wach.�, brummte er miesgelaunt.
Justin nickte leicht, schnitt sich sofort in seine Wange und Blut perlte aus der Wunde heraus.
�Mist!�, fluchte er, strich es mit seinem Zeigefinger weg und rasierte sich weiter.
JC setzte sich auf den Badewannenrand und beobachtete Justin, mit dem er das Zimmer hatte teilen m�ssen. Als er fertig war und jetzt den Versuch, seine Haare mit einem Kamm in Zaum zu halten, startete, schlug es bei JC wie ein Blitz ein. Er starrte Justins wilden Lockenkopf an, stand langsam auf und blickte Justin durch den Spiegel in die Augen.

�Was ist? Warum schaust du mich so an?�
JC l�chelte und zuckte mit den Schultern.
�Nerven dich diene Haare eigentlich nicht?�
�Ich k�nnte dich das Gleiche fragen.�, konterte Justin und k�mpfte weiter mit seinen verzottelten Str�hnen.
�Warum schneidest du sie nicht k�rzer?� 
Justin zuckte mit den Schultern, zog den Kamm aus den Haaren und drehte sich zu JC um.
�Warum sollte ich?�
�Es w�r ein Versuch wert. Nur mal so, zum ausprobieren, wies aussieht.�
Justin fuhr sich mit einer Hand �ber die weichen Locken und sah unschl�ssig auf den Boden.
�Wei� nicht.�
�Komm schon. Nach ein paar Monaten sind die doch schon wieder l�ngst nachgewachsen.�

Justin biss sich auf seine Lippe, betrachtete sich im Spiegel und nickte dann langsam.
�Ich k�nnt�s ja mal irgendwann mal ausprobieren.�
JC grinste, schnappte seinen Kulturbeutel und kramte nach seiner Schere. Justin sah ihm bedr�ckt zu.
�Aber, du kannst doch gar keine Haare schneiden.�
JC zuckte nur mit den Schultern.
�Ich schaff das schon.�
Er zog eine Schere aus dem kleinen Beutel, grinste Justin teuflisch an und trat n�her.
�Ich skalpier dich jetzt!!�, witzelte er und jagte Justin einen kalten Schauer �ber den R�cken.
�JC, ich glaub nicht, dass das ne gute Idee ist.�
�Du hast aber schon zugesagt.�
Justin f�hr sich ein letztes Mal �ber die Haare, ruckte den Hocker, der im Bad stand zu sich hin, setzte sich auf ihn und brummte: �Jetzt mach schon, bevor ich�s mir noch mal anders �berleg.�

Die Schere klapperte �ber seinen Nacken, dann h�rte er das Schnippen an seinen Ohren und schlie�lich fielen auch ein paar Locken in das Waschbecken, in das er starrte. JC krallte sich Justins Nagelschere, gab der Frisur den letzten Schliff und erlaubte ihm dann, sich aufzurichten. Justin schluckte, blickte auf und schreckte zur�ck, als er sich im Spiegel ansehen musste.

�Was hast du getan?!?�, br�llte er und gaffte seine raspelkurzen Haare an. Er fuhr sich mit der Hand �ber die wenigen Millimeter, die JC �brig gelassen hatte und atmete tief durch. 
�Ich hab doch gesagt nicht zu kurz!�, jammerte er und sah jetzt JC an.
�Also ich finds gut so.�
Er zuckte mit den Schultern, l�chelte und rieb Justin �ber den Sch�del. Kleine Stoppel fielen in das Waschbecken.
�Du siehst so viel erwachsener aus.�
�Aber... aber... MANN!�
Justin drehte sich, fuhr sich �ber den Kopf und sch�ttelte ihn dann.
�JC, das sieht beschissen aus!! Total zackig und ohne �berg�nge und... �
Justin sah ihn flehend an.
�Tu doch was!�

JC schmunzelte, warf einen Blick in seinen Kulturbeutel und zog dann seinen Rasierer raus. Er drehte den Wasserhahn auf, wendete die Klinge unter dem Wasserstrahl und lie� sie dann ein paar Sekunden abtropfen.
�Was hast du vor??�, fragte Justin aufgeschreckt und ruckte zur�ck.
�Nicht kahl. Nein!�
�Mensch Justin, ich scher dich doch nicht kahl. Aber ich will versuchen in deine Haar-... Haarreste deinen �bergang reinzubringen. Dann isses nicht mehr so streifig.�
Justin seufzte, JC fuhr mit dem Rasierer �ber die Haarspitzen und versuchte rund um Justins Kopf eine einheitliche Haarl�nge zu schneiden. Ohne Justin zu fragen, setzte er dann in seinem Nacken die Klinge an und rasierte erbarmungslos die Haarfussel weg.

�Und jetzt lass mal n bisschen Wasser auf deinen Kopf, reib alles dann mit einem Handtuch ab und du siehst aus als w�rst du beim Fris�r gewesen.�, sagte JC zufrieden und wendete sich zur Dusche.
�Hier.� Er reichte Justin den Duschkopf, der beugte sich �ber die Badewanne, lies das lauwarme Wasser �ber seinen brennenden Kopf laufen und rieb sich dann mit einem Handtuch trocken.
�Der alles entscheidende Blick in den Spiegel...�, grinste JC.

Justin lies das Handtuch langsam zu Boden sinken, drehte sich um und sah in den Spiegel.
�JC?�
Seine Stimme klang noch etwas unsicher.
�Yo?�
�Sieht sogar OK aus.�
JC l�chelte und rieb ihm zufrieden �ber den Kopf.
�Hat zwar etwas l�nger gedauert�, er warf einen Blick auf seine Armbanduhr, �Aber daf�r siehst du jetzt richtig gut aus.�
Justin nickte still, fuhr sich �ber die Schl�fen und betrachtete sich l�chelnd im Spiegel.
�Hey danke.�
Er grinste jetzt.
�Wusste gar nicht, dass du so schwul bist, dass du schon Fris�r werden kannst!�
�HEY!!�

JC packte ihn bei den H�ften, fing an ihn erbarmungslos zu kitzeln, bis sich Justin schlie�lich prustend aus dem Zimmer rette und ihn aus sicherem Abstand beobachtete. Er strich mit der Hand �ber seinen Kopf, drehte sich dann langsam um und suchte seine Kleider zusammen, die wild im Zimmer verstreut herumlagen. JC grinste, sch�ttelte den Kopf und sah sich dann im Spiegel an.

�Was soll das Josh?�, h�rte er eine Stimme in seinem Kopf fragen. 

JC blinzelte. Jetzt wurden auch schon seine Gedanken selbst�ndig.

�Warum hast du Justin den Kopf rasiert? Warum? Was hat dich auf diese verr�ckte Idee gebracht?�


Er seufzte, sah sich im Spiegel an und sch�ttelte den Kopf.
�Wei� nicht.�, fl�sterte er.
�Hast du was gesagt, Josh?!?�
�N- nein, ich rede mit mir selbst. �
�Aha.�
JC schloss die T�r und lehnte sich mit dem Kopf gegen die Wand.
�Halt doch endlich die Fresse.�, fuhr er sich selbst an.

�Du machst dich noch selbst verr�ckt. Beruhig dich.�


Er atmete tief durch, stie� sich von der Wand ab und kramte im Kulturbeutel nach seiner Zahnb�rste. Er lauschte still Justin, der �Changes� von 2Pac sang, putzte sich die Z�hne und erinnerte sich an den Tag, an dem Justin das Lied zum ersten mal auswendig konnte. 
�I see no changes, all I see is racist faces....�, klang es durch die T�r, JC schloss die Augen und ballte seine H�nde zu F�usten.

~*~

Die Heizung gluckerte, als JC sie etwas aufdrehte und sich dann wieder neben Lance auf das Bett setzte.
�Mann ist das kalt.�, murmelte er und vergrub seine zitternden H�nde in den Hosentaschen. �Viel zu kalt f�r Sp�tsommer.�
Lance nickte, griff nach der Decke und vergrub sich unter ihr.
�Hey, gib mir auch was ab!�, meckerte JC, schnappte sich eine Ecke und zog kr�ftig an ihr.
�Ist ja gut.�
Lance �berlies ihm einen Teil und jammerte, dass er doch selbst ein Bett habe. JC reagierte nicht. Er vermisste Lance. Seit ein paar Wochen ging er JC immer h�ufiger aus dem Weg. Er inhalierte leise seinen Geruch und �berlegte sich, was er zu Lance sagen k�nnte.

�Hey, warum magst du mich nicht mehr? Lance, gibt es da irgendetwas, das dir an mir nicht gef�llt. Was ist los, warum bist du so distanziert? Hab ich irgendwas falsches gesagt?�


JC sah zu Lance r�ber. Er war nur wenige Zentimeter von ihm entfernt und starrte auf den Boden.
�Lance?�, fragte er vorsichtig und setzte sich gerade auf. Lance schielte zu ihm hoch und l�chelte leicht.
�Ja?�
�In letzter Zeit...�, er stockte und �berdachte seine Worte.
�Was ist in letzter Zeit?�
�Nein, nichts.�
�JC?�, hakte Lance nach und setzte sich auch aufrecht hin.
�Was wolltest du sagen?�
�Nein, nichts wichtiges.�

Lance sah ihn mit seinen hellgr�nen, klaren Augen an und kippte seinen Kopf leicht zur Seite. JC blickte rasch auf seine H�nde. Er wusste, dass er bei seinem Blick immer weich wurde, schielte hoch und wollte sich selbst f�r seine Dummheit ohrfeigen.
�Es ist nur...�
Lance sah ihn geduldig an.
�Nein, es ist wirklich nichts ernstes.�
�OK.�
Lance schob die Decke von seinem Scho� herunter, stand auf und ging zu seinen Schuhen r�ber.

�Ich geh heut wahrscheinlich mit Joey und Chris in ne Bar. Kann sein, dass wir erst sp�t zur�ck kommen. Du wirst wahrscheinlich schon schlafen.�
JC lachte.
�Selbst wenn die Bar zu hat und ihr nach zehn Minuten wieder da seid, werd ich schon pennen.�
�Passt du auf Justin auf, dass er keinen Mist baut?�
�Lance!�, warnte JC.
�Er ist alt genug, um auf sich selbst aufzupassen.�
�Sicher?�

Lance sah ihn kritisch an, zog sich seine Jacke an und musterte JC ein letztes mal.
�Ich versuch leise zu sein, wenn ich zur�ck bin.�
�Danke.�
Lance nickte, �ffnete die T�r, trat auf den Gang und klopfte seinem Bodyguard, der dort schon wartete auf die Schulter.
�Gehn wir. Joey und Chris warten bestimmt schon.�
Die T�r wurde leise geschlossen und JC war wieder alleine. Er seufzte, streckte sich auf dem Bett aus und starrte die Decke an.
Sein Blick wanderte zu der schwarzen Lederjacke, die auf seinem Bett lag.

�Nur ich bleib allein zur�ck.�, murmelte er, setzte sich auf und schnappte nach der Fernsehbedienung. Er schaltete den Fernseher ein und eine Wetterkarte flackerte �ber den Bildschirm.
�Langweilig.�
Klick. Ein Jeep qu�lte sich durch verstaubte Trampelpfade, klick, Charly Chaplin begr��te eine �ltere Dame, klick, ein muskelbepackter Kerl ballerte blind mit einem Maschinengewehr um sich, klick, David Hasselhof rettete ein Kind aus den tobenden Wellen, klick, ein Glatzkopf grinste frech in die Kamera.
JC lies die Fernsehbedienung langsam sinken.
�Ich bin stolz darauf Skinhead zu sein!�, sagte der Kerl im Ferseher laut und nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche.
�Es ist einfach ein Lebensgef�hl. Mann kann es nicht beschreiben. Entweder man ist Skin, oder nicht, das hat �berhaupt nichts mit Rassismus oder Fremdenhass zu tun. Das w�re genauso als w�rde ich sagen, dass jeder Russe zwei Flaschen Wodka am Tag s�uft. Russen trinken zwar viel, aber nur wenige saufen so extrem viel.�

�Apropos Wodka...�
JC stand langsam auf, ging zu seiner Reisetasche hin�ber, zog eine halbvolle Wodkaflasche heraus und schraubte den Deckel ab. Dann setzte er sich wieder aufs Bett, umschlang sein Kissen mit den Armen und nahm einen raschen Schluck aus der Flasche. Es sch�ttelte ihn, er verzog das Gesicht und er nahm schnell noch einen Schluck. Er beschloss sich doch nicht zu betrinken, schraubte die Flasche wieder zu und stellte sie neben das Bett.
�Wodka ist schei�e.�, murmelte er und konzentrierte sich weiter auf den Bildschirm.

�Nigger raus!�, kreischte ein Glatzkopf, hob die rechte Hand und legte die andere auf die Brust. Die Kamera schwenkte zu einem Jugendlichen mit noch ein paar Haarstoppeln auf dem Kopf und zoomte zur�ck. Er war jetzt auf dem ganzen Bildschirm zu erkennen. Schwarze Stiefel mit wei�en Schn�rsenkeln schm�ckten seine F��e, die Jeans war halber hochgekrempelt und auf seinem wei�en Hemd knallte ein Oi! hervor.
JC lehnte sich zur�ck und dachte an Lonnie, der jetzt wahrscheinlich in seinem Zimmer sa� und darauf wartete, dass er rausgehen wollte und einen Bodyguard br�uchte.

Er blickte sehns�chtig zum Fenster und w�nschte sich nur f�r diese bestimmten Momente kein Star zu sein und dass er machen k�nnte, was er wollte, ohne dass ihm Presse und Bodyguard dicht auf den Fersen waren. Ein Seufzen entrann seinen Lippen und er wendete sich wieder zum Fernseher.

Eine T�towierung f�llte den Bildschirm. JC zuckte zusammen, denn eine Nadel brannte dem Mann ein Hakenkreuz auf die Reichsflagge, die schon auf seinem R�cken im Wind wehte. Die Fahnenstange hielt ein Mann mit Seitenscheitel und Schnurrbart, ihm folgten Soldaten mit Gewehren und das Bild war von Stacheldraht umrandet. Im Hintergrund konnte man schwach Musik h�ren. JC wurde schlecht. Im Raum hing eine Britische Flagge, Zinnsoldaten standen auf einem kleinen Regal und Bilder von anderen T�towierungen s�umten die Wand.
�K�nnen wir mal die Musik etwas lauter machen?�, fragte der Reporter im Fernseher. Der dicke Mann, der die T�towierung gebrannt hatte nickte und deutete auf die Stereoanlage.
�Bedienet se sich.�
Ein Assistent drehte die Musik lauter und jetzt war der Gesang deutlich zu vernehmen.

�...werden bis zum Tode
Gegen Fremde Rassen und Rote

Adolf Hitler, ein Mann der alles tat
Adolf Hitler, wir tun uns nicht sch�men
Adolf Hitler, du wirst in unserem Land sein
Du wirst in unseren Herzen weiterleben

Folgt ihm auch und...�

JC schaltete den Fernseher aus und starrte geschockt den schwarzen Bildschirm an. Eine Locke fiel in sein Gesicht, er pustete sie von seinen Augen und sie fiel wieder zur�ck in sein Blickfeld. Er schob sie langsam hinter sein Ohr, st�tzte sich dann nach vorne und griff wieder nach der Wodkaflasche.
Der Deckel fiel klappernd auf den Boden und er w�rgte zittern die klare Fl�ssigkeit herunter. Ihm standen Tr�nen in den Augen, er senkte die Flasche wieder und schluchzte.
�Verdammt JC, bleib stark.�
Er seufzte, lehnte sich zur�ck und schloss schnell die Flasche.

�Sie h�tten mich filmen sollen. Ich bin genauso ein beschissener, verfluchter  Nazi!�

Der Bildschirm flackerte wieder auf, diesmal sa� ein kurzhaariger Mann an einem Tisch und blickte auf seine H�nde.
�K�nnen Sie uns ein bisschen von ihrer Vergangenheit erz�hlt? Welche Erfahrungen haben Sie als Skinhead gemacht?�
Der Mann seufzte.

�Meinen ersten Haarschnitt haben mir damals ein paar Kumpels mit einem Rasierer verpasst, als ich gerade mal 14 war. Damals war mir das eigentlich so ziemlich schnuppe, ich wollte einfach nur so aussehen wie meine Freunde und die waren halt Glatzk�pfe. �ber einen privaten H�ndler hab ich dann auch meine ersten Doc. Martens gekriegt und bald lief in meiner Stereoanlage nur noch St�rkraft und so Zeug.�
�Was haben Sie davor geh�rt?�, fragte jetzt der Reporter und sah den ca. 25j�hrigen Mann aufmerksam an, dem das anscheinen unangenehm war.
�Davor hab ich so gut wie alles geh�rt. Manchmal sogar Bob Marley oder so Kram halt, den 13j�hrige Kids h�ren.�
�Sie haben einige Straftaten begangen...�
�Ja, das Asylantenheim. Nachts haben wir uns da hingeschlichen, mit Backsteinen die Scheiben eingeschlagen und Molotowcocktails reingeschmissen. Das Haus brannte sofort, wir rannten so schnell wie m�glich weg, was mit Springerstiefeln leider nicht so gut geht und wurden dann doch noch von der Polizei eingefangen.�

JC sah den Mann an. Seine Z�ge schienen ihm ruhig und immer �berdacht, fast schon ein bisschen weise.

�Was hat Sie dann doch noch umgestimmt?�
�Im Knast hat man eine Menge Zeit zum nachdenken. Ich habe lang gebraucht, aber war schlie�lich davon �berzeugt, dass das Dasein als Nazi schei�e ist. Naja, und als ich dann raus gekommen bin und das erste mal wieder in meinem Zimmer stand, tauschte ich zuerst die Reichsflagge gegen eine Englandfahne aus, r�umte meine rechtsradikalen CDs aus und verkaufte sie. Es war ein total neues Gef�hl Skin zu sein.�
�Was planen sie jetzt f�r die Zukunft?�
�Ich werd mir erst mal einen gescheiten Job suchen und vielleicht finde ich dann auch die Zeit eine Familie zu gr�nden...�
Er l�chelte, seine Augen blitzten auf und er sah wie jeder andere normale Mensch aus.
�Ein Skin muss noch lange nicht rechtsradikal sein. Die Leute haben was gegen Vorurteile, merken aber nicht, dass sie selber welche haben. Wenn sie einem Skin �Nazis raus!� hinterher br�llen, ist das auch nichts anderes als wenn ein Skin nem Schwarzen �Nigger raus!� ins Gesicht sagt.�
Er atmete tief durch und l�chelte wieder leicht.

JC schaltete den Fernseher wieder aus, ging zum Fenster und blickte nachdenklich hinaus. Er strich sich durch die weichen Haare, seufzte und fr�stelte in der eisigen Luft. Lance hatte Vorurteile. Und er selbst auch. Jeder hatte Vorurteile, manche wussten es, manche nicht und andere standen sogar dazu. Er wendete sich rasch vom Fenster ab, der Boden schaukelte unter ihm und die W�nde kippten leicht.

�Verdammter Wodka!�
Vorsichtig schlurfte er zu seinem Bett und setzte sich auf die kalten Lacken.
�Es ist OK Skin zu sein.�
Er zog sein Shirt aus, dann die Hose und Socken. Mit seinen Shorts an, kroch er unter die Laken. Er schaltete das Licht aus, schloss die Augen und f�hlte kalte Tr�nen auf seinen Wangen.
�Warum ich?�

�Warum muss ich durch den ganzen Schei� durch, warum muss ich eine Identit�tskrise haben und Justin nicht? H�r auf dein Herz... das ist doch stumpfsinnig. Dann w�rde ich jetzt hier mit Glatze hocken.�


Er wischte sich die Tr�nen vom Gesicht, trotzdem rollten sie noch an seinem Gesicht hinab.

�Und was ist falsch daran?�


Er atmete tief durch.

�Meinungsfreiheit. Jeder kann denken, was er will.�

�Auch ich.�

Er stie� die Luft wieder zitternd aus seinen Lungen, schlang die Decke eng um sich herum und schlummerte langsam in der angenehmen W�rme ein.
Kapitel 3
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