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Kapitel 2
JC sa� auf der sperrigen Holzbank und zog sich das Shirt �ber seine gut sichtbaren Rippen, �ber die Schultern und lies dann den weichen Stoff seine blassen Arme hinabgleiten. Chris beobachtete ihn neidisch. Wo bei JC sich Muskelstr�nge unter der Haut abzeichneten und sich bei jeder Bewegung strafften oder sich unter dem Fleisch versteckten, war bei Chris nichts. Er sah entt�uscht an sich herunter.

Kein Waschbrettbauch, kein schlanker, gedrungener K�rper, einfach nur ein Chris K�rper. Starke, breite Chris Arme, behaarte Chris Brust und ein schlichter, unmuskul�ser Chris Bauch. Er brummte miesgelaunt und sein Blick wanderte wieder zu JC r�ber, der jetzt durch den Umkleideraum tappte und sich nach was schickem umsah.

�Hey, wie findet ihr das?�
Er hielt ein rosa Shirt hoch und lachte.
�Und dann noch diese sch�nen roten Lederhosen dazu. Modisch perfekt, oder?�
Die M�nner fingen an zu lachen, nickten zustimmend und machten sich weiter �ber das pinke Hemd lustig.
�Und dazu noch wundersch�ne Ballettschuhe!�, br�llte Joey und brach in Lachen aus.
JC brummte, zog ein olivefarbenes Hemd aus dem Kleidergewirr und nickte zustimmend.
�Das nehm ich. Justin, das gibt�s auch in hellblau, glaub ich.�
�Was?�
Justin sprang auf, st�rmte zu ihm her�ber und durchw�hlte hastig die Kleider, die auf den B�geln aufgeh�ngt waren.
�Wo? Wo, wo, wo?�

JC zog es vor seiner Nase von der silbernen Stange herunter, reichte es ihm l�chelnd, ging wieder zu seinem Platz zur�ck und zog das ausgesuchte Hemd an. Chris beobachtete ihn dabei gr�ndlich. Lance war damit besch�ftigt sich eine Jeans anzuziehen, Justin bestaunte sein hellblaues Hemd, Joey hang sich eine schwere Kette um den Hals und betrachtete sich kritisch im Spiegel und JC blickte vorsichtig um sich.

Chris stand auf, ging zu dem Kleiderst�nder und tat so, als ob er nach einer Hose suche. Er schielte unauff�llig zu JC r�ber. Alle waren mit sich selbst besch�ftigt, also konnte JC jetzt getrost seine Schuhe ausziehen. Er krempelte ein Hosenbein hoch, schn�rte hastig die wei�en Senkel auf und zog sich geschickt den ersten Stiefel aus. Er schob ihn unter die Bank und legte sein Hemd dr�ber. Der zweite folgte schnell und er r�ckte sie so eng wie m�glich zusammen, so dass sie ja niemand entdecken konnte. Lance stand jetzt neben Chris, schnippte ihn am Ohr und sah ihn belustigt an.

�Erde an Chris, bitte kommen. Hallo? H�re ich da ein Signal?�
����h, was?�
Chris blickte verdutzt auf.
�Was willst du?�
Er kaute nerv�s auf seiner Unterlippe. Hatte er es denn noch nicht bemerkt?
�Ich will dich zur�ck ins Leben rufen. Du stehst da wie zugefroren.�
�Sorry.�
�Was ist los?�

Lance lehnte sich an die wei�e Wand neben ihm. Chris schaute etwas verlegen auf seine H�nde, dann Lance in die Augen.
�Die Schuhe von JC. Hast du schon mal darauf geachtet?�, fl�sterte er kaum h�rbar. 
Lance sch�ttelte den Kopf.
�Nein, wieso?�
�Heute und vorgestern hatte er, wie soll ich sagen...�
Er schielte zu JC r�ber, der sie jetzt beide ernst ansah.
�Springerstiefel an.�

Er wendete sich den Kleidern zu, zog eine Jeans heraus, die ihm passen k�nnte und suchte noch nach einem Pullover oder T-shirt. Lance starrte auf den Boden, traute sich nicht zu JC r�berzublicken.
�Das ist doch unm�glich. JC und solche Stiefel? Das ist ja l�cherlich!�
Chris packte ihn bei den Schultern und zischte so leise wie m�glich: �Mensch Lance, es ist wahr! Ich habs doch selber gesehn!!! Schwarz, mit N�GELN in den Sohlen! Glaubst du ich finds nicht verr�ckt?�
Lance schaute zu JC her�ber und ihre Blicke trafen sich. JC l�chelte, stand auf und ging zu einer anderen Stange, voll mit Kleidern.

�Sicher?�, fl�sterte Lance.
Chris nickte trotzig und zeigte mit seinem Finger auf den kleinen Haufen unter der Bank.
�Unter seinem Hemd. Nach dem Shooting musst du ihn mal beobachten.�
Lance zuckte mit den Schultern, zog sich einen Pullover an und verlies dann als erster, ganz angezogen den Umkleideraum. JC folgte ihm und kurz danach gingen auch Joey und Justin.

Chris war nun ganz allein mit den Stiefeln. Er starrte auf das Hemd unter der Bank, schlich langsam darauf zu und kniete sich vor ihm hin. Er zog den Haufen hervor, hob den leichten Stoff hoch und blickte auf die schwarzen, ledernen Stiefel hinab.
�Wei�e Schn�rsenkel, wasn das?�

Er schaute sie genauer an, tastete die Spitzen ab, in die Metall eingen�ht waren. Er legte das Hemd schnell wieder auf die Schuhe und schob sie unter die Bank, als er Schritte n�her kommen h�rte.
Schon trabte er zu seinem Platz her�ber, zog sich hastig sein ausgew�hltes T-shirt an und kn�pfte die Hose, die er schon halbangezogen hatte zu. Er strich gerade den Stoff auf seinem Bauch glatt, als JC durch die T�r platzte.
�Mann Chris, beeil dich mal. Alle warten nur auf dich!�
Chris l�chelte halbherzig, nickte und folgte ihm dann die T�r hinaus und den Gang runter zum Raum, in dem das Fotoshooting stattfinden sollte.

~*~

JC konnte sich nicht konzentrieren. Der Photograph meckerte ihn an, wenn er pathetisch in die Kamera starrte oder einfach nur wegguckte.

�Ob es Chris bemerkt hat?�, geisterte es ihm das tausendste Mal durch den Kopf.

Er f�hlte Joeys warme Hand auf seiner Schulter und legte seine eigene auf die von Lance.

�Bitte nicht. Mann, was hab ich mir dabei gedacht! Meine Stiefel zu einem Fotoshooting mitzunehmen! Wie bl�d kann man sein?!?�

Er l�chelte in die Kamera, um den Photograph endlich zufrieden zu stellen und lie� seine wei�en Z�hne aufblitzen.

�Was hab ich getan? Warum musste ich mir unbedingt diese verfluchten Schuhe kaufen?�

Er sah verf�hrerisch in das Objektiv, innerlich verzweifelte er.

�Was soll ich denn sagen, wenn er mich danach fragt? Hey Chris, die sind doch cool, oder? Echtes Leder und ganz Schwarz! Willst du auch mal anprobieren? W�rden dir echt gut stehen!�


Er seufzte und blickte auf den Boden.
�JC! In die Kamera, immer in die Kamera schauen!�
Er zwang sich aufzusehen und starrte mit nachdenklichen Augen wieder in das kleine schwarze Loch der Fotokamera.

�Hoffentlich hat Chris nichts bemerkt. Ist ja auch m�glich. Verdammt JC, konzentrier dich besser auf dieses bl�de Fotoshooting! Heut Nacht hast du genug Zeit zum nachdenken.�

Er strahlte wieder, versuchte die Worte �Schuhe� und �Chris� aus seinem Kopf zu verbannen. Im Unterdr�cken von Gedanken und Gef�hlen war er normalerweise ziemlich gut- so wie jetzt auch. Er verschr�nkte die Arme voreinander, grinste trotzig ins Objektiv und bekam sofort sein Lob vom Fotographen.

~*~
                   
Vor dem Fenster schimmerte schwach eine Stra�enlaterne. Im Zimmer brannte Licht, trotzdem war der Raum nur in ein schwaches und dumpfes Licht getaucht. JC sa� barfuss auf seinem Bett, starrte seine F��e an und seufzte.

�Sie sind zwar sch�n, dr�cken aber ungemein!�, dachte er und betrachtete bitter die Blasen an seinen Fu�sohlen.


Er lies sich in das weiche Laken fallen, seufzte und starrte die Decke an. Das Fotoshooting hatten sie endlich hinter sich gebracht. Danach wurden sie noch zu einem Interview gefahren und eigentlich st�nden ja noch f�nf Stunden Tanzen f�r die Tour auf dem Programm, weil Wade aber schwerkrank war und sonst niemand die Schritte konnte, mussten diese ausfallen. Jetzt war es kurz vor Mitternacht und JC lag total ersch�pft auf seinem Bett in dem Hotelzimmer.

Er sah seine H�nde an. Er blickte auf seinen nackten Bauch, beobachtete die Muskeln, rieb sich die kalten Arme und deckte sich dann mit dem frischen Laken zu. Der Sommer war dieses Jahr qu�lend hei�, er schwitzte schon vom Nichtstun. Er schmiss das Laken wieder von seinem unruhigen K�rper herunter. Irgendwas hatte er vergessen. Er setzte sich auf, streckte sich zum Lichtschalter und schon war es duster im Zimmer. Seine Augen gew�hnten sich an die Dunkelheit und er legte sich wieder hin.
Es machte keinen Sinn sich schlafen zu legen, es war eindeutig zu hei�. Orlando war toll, aber nicht im Hochsommer.
Er h�rte Schritte drau�en, auf dem Gang.

�Bist du sicher?�, h�rte er eine tiefe und ged�mpfte Stimme sagen.
�Hundert Pro!!�
�Still!!! Mann, es ist nach Mitternacht!�
�Sorry.�, sagte die andere Stimme nun leiser, als zuvor.
�Aber... das kann doch nicht sein.�

Lance, der jetzt vor der T�r zu seinem Zimmer stand sch�ttelte den Kopf.
�JC ist viel zu sozial, um nur daran zu denken solche Dinger anzuziehen.�
�Sicher? Vielleicht hat er eine... eine dunkle, verborgene Seite. Vielleicht konnte er sie nur bis jetzt sehr gut vor uns verstecken.�

Lance sch�ttelte den Kopf und schob die Magnetkarte durch das elektronische Schloss.
�Ich vertraue JC. Wenn er Probleme oder so was hat, sind wir die ersten die das erfahren. Entweder er wird noch zu uns kommen oder es ist ein Missverst�ndnis.�
�Oder er will es uns einfach nicht sagen.�, schnitt ihn Chris ab, schnappte nach Lances Arm und hielt ihn auf, in sein Zimmer zu fliehen.
�Lass mich los!�, protestierte Lance, entriss ihm den Arm und stie� ihn sanft zur�ck.
�Vertrau ihm doch einfach.�

Stille. JC lauschte, traute sich nicht zu regen oder zu atmen.

�Ich wei� nicht.�
JC stiegen Tr�nen in die Augen. Chris vertraute ihm nicht einmal. Nach so vielen Jahren. Er schluckte, h�rte weiter den Zweien drau�en auf dem Gang zu.
�Gute Nacht, Chris.�
Wieder Stille.
�Wirst du mit JC reden?�, fragte Chris leise.
�Wei� nicht.�
�Abwarten?�
JC konnte sich vorstellen, wie Lance nickte und langsam die T�r zuzog.
�Schlaf gut, Bass.�, murmelte Chris noch bevor die T�r schloss, dann ging er langsam den Gang hinab zu seinem eigenen Zimmer. JC lag bedr�ckt auf seinem Bett und h�rte, wie sich die Schritte entfernten.

�Was war das?�, dachte er und merkte pl�tzlich, dass er vor K�lte schlotterte. 
Er starrte entgeistert auf seine G�nsehaut. Ihm war so hei�, trotzdem zitterte er wie Espenlaub.

�Warum? Warum mach ich den Schei� �berhaupt? Warum qu�le ich mich so und zieh diese Stiefel an?�

Er wusste warum, traute es sich aber nicht laut auszusprechen.
�Weil du ein...�, er schluckte.

�Nein. Joshua Chasez ist ein sozialer, cooler Kerl, der versucht alle zu verstehen und jeden respektiert. Oder? Ich bin kein egoistischer, engstirnischer Depp. Ich war noch nie so und werde nie so sein.�
, versuchte er sich selbst zu �berzeugen.

�Du magst keine intoleranten Menschen, Chasez. Dann m�sstest du dich ja selbst hassen, wenn du so einer von denen w�rst.�

Er sch�ttelte den Kopf und schauderte.

�Rassist!�, schrie eine kleine geh�ssige Stimme in seinem Hinterkopf.
�NEIN!�, wies er seine eigenen Gedanken zurecht.
�Ich bin kein R..r.-�, er konnte es nicht aussprechen. Er atmete tief durch und konzentrierte sich auf sich selbst.
�Ich hab so was gar nicht n�tig. Ich muss nicht einer dieser unmenschlichen Deppen sein, ich bin der nette JC, der intelligent genug ist, um zu wissen, dass so was falsch ist.�
Er nickte zufrieden, legte sich langsam wieder auf die Matratze und schlummerte unter seinem warmen Laken ein.

~*~

Joey, Lance, JC, Chris und Justin lungerten auf den zwei weichen Sofas herum, sie dachten �ber die neue Tour nach und machten sich Sorgen, ob sie dreizehn verschiedene Choreographien innerhalb von vier Wochen lernen konnten. JC hatte bis jetzt vor sich hingestarrt, merkte aber pl�tzlich, dass er beobachtet wurde. Er f�hlte regelrecht, wie zwei Augen von irgendwoher ihn verfolgten und seine Bewegungen studierten. Er kannte das Gef�hl genau und lag bis jetzt noch nie falsch, wenn ihn dieses gewisse �Feeling� �berkam.

Er linste nach rechts. Joey biss auf seinen Fingern�geln herum, guckte nur auf den Boden. Lance, der neben Joey lungerte, strich sich �ber die wilden Haaren, lie� seine Finger knacken und versuchte sich irgendwie selber zu besch�ftigen. JC schielte jetzt zu seiner linken Seite. Justin lies einen Basketball auf seinem Zeigefinger kreisen, dann wanderten seine Augen zu Chris r�ber.
Ihre Augen trafen sich. JC kaute nerv�s auf seiner Oberlippe, wusste nicht genau was er machen sollte. Chris sah auf JCs F��e und seine Augen blitzten gef�hrlich auf, als er die alten Turnschuhe erblickte.

�Ha Chris, ich muss dich entt�uschen, aber meine Stiefel sind heut sicher im Gep�ck verstaut!�
, dachte JC sp�ttisch und grinste. Er freute sich, machte sich �ber Chris lustig und lachte ihn aus, denn er wusste jetzt, auf was er achtete.
Chris sah ihn ernst an und durchbohrte JC mit gl�hendem Blick. Die beiden braunen Augen blickten tief in seine eigenen kristallblauen und suchten nach Antworten auf die Fragen, die ihn schon lange plagten. 
JC h�tte ihm nicht antworten k�nnen, nicht einmal, wenn er wollte.

�Mann, langsam nervt er mit seinem ewigen Starren.�

Sie blickten sich weiter an. Die Minuten schlichen leise davon und keiner wagte auch nur zu blinzeln. Chris Augen fingen an zu tr�nen, JC verschwamm vor ihm und kleine Flammen brannten in seinen sch�nen braunen Augen. JC versuchte so ruhig wie m�glich zu bleiben. Er musste gewinnen. Ein kleiner Blick zur Seite hatte sich sofort in einen Wettkampf verwandelt, ein was-wenn-ich-das-tue-Gedanke erbl�hte jetzt in sein Leben und der kluge JC verstand �berhaupt gar nichts mehr.  

Pl�tzlich merkte JC kleine z�ngelnde Feuer seinen noch klaren Kopf hochsteigen und das Blut in den Adern schneller flie�en. Das Herz pochte in der Brust und h�mmerte laut in seinem Kopf. Schlie�lich, als er nicht mehr weiterstarren konnte und wollte, stie� er sich schwungvoll vom Sofa ab und ging rasch und ohne ein weiteres Wort zu sagen zur T�r.

Er umfasste grob die T�rklinke, dr�ckte sie hinunter uns st�rzte jetzt nicht mehr halb so ruhig wie vorher aus dem kleinen Raum. Kaum hatte er einen Fu� in den Flur gesetzt prallte er gegen ein gro�es �Etwas�, taumelte zur�ck und st�rzte, unf�hig sich noch eine Sekunde l�nger auf den Beinen zu halten, auf den harten Parkettboden.
�Scheisse!�
JC lag auf dem R�cken, starrte die Decke an und f�hlte den Schmerz wie eine Million Ameisen durch seine Wirbels�ule wandern und sich in kleinen Stichen an seinen Rippen zu vergreifen. Er atmete tief ein.

�Was zum... oh Mann. Komm schon JC, steh auf. Was... was war das? Da an der T�r. Johnny? Kommt schon ihr verdammten Beine und Arme, bewegt euch! Ich hab keinen Bock hier ewig als T�rmatte zu vergammeln.�


Er hob seinen Kopf, st�tzte sich mit den Handfl�chen ab und sa� jetzt auf seinem Hintern. Er rieb mit den H�nden �ber seinen dr�hnenden Sch�del und kniff die Augen zusammen.
�Was,...�
Er blickte auf, sah Lonnie an der T�r stehen und mit runden Augen auf ihn runtergucken.
Sofort kroch ein eisiger Wind in die glimmende Glut in seinem Magen, Wut flammte auf und schlug mit funkenschlagenden Flammen wild um sich. 
�Pass doch auf, in wen du reintrampelst!�, zischte JC, rappelte sich schnell auf und klopfte den Staub aus seinem Hemd.
Unterdr�cktes Lachen von den Sofas. Lonnie sah ihn unschuldig mit seinen gro�en schwarzen Augen an, was JC noch w�tender machte.

�N�chstes Mal machst du gef�lligst deine verdammten Augen auf! Mann, anstatt dass du mich vor irgendwem besch�tzt, bringst du mich um!�, �bertrieb er und fuchtelte mit den Armen wild in der Luft herum. 
�Jetzt raff dich wieder.�, versuchte Lonnie sich zu verteidigen.

�Jetzt wird er auch noch frech!�, dachte JC und ballte die F�uste.

Seine Fingern�gel schnitten sich in sein Fleisch und er glaubte er k�nne das warme Blut durch seine Finger rinnen f�hlen. Er atmete tief durch, sein K�rper fing an zu zittern und er f�hlte seine Knie immer schw�cher werden. Ohne Lonnie noch einen weitern Blick zu schenken, drehte er sich um und stapfte den Gang hinab. Niemand lief ihm hinterher. JC drehte sich kurz um. Weder Lance noch Justin standen in der T�r und sahen ihm nach, wie sonst. Er seufzte. Keiner wollte mit ihm reden. Er warf noch mal einen Blick �ber seine Schulter.

�Meine Freunde haben Angst vor mir.�, dachte JC verbittert und f�hlte die Tr�nen in seine Augen steigen.

�Was hab ich getan? Lonnie war total unschuldig. Er... er hat es ja nicht mit Absicht gemacht.�


JC stoppte. Am Ende des Ganges wurde die T�re langsam geschlossen und er stand ganz alleine in dem d�mmrigen Flur.

�Schei�e!�, fluchte er laut und rammte seine Faust gegen eine der tapezierten W�nde. Blut tropfte hinunter und kroch durch seine schlanken Fingern. Er f�hlte nichts mehr. Blind ging er zu M�nnertoilette, sp�lte die blutende Hand ab und wollte sich nicht im Spiegel ansehen.

�Mensch Lonnie. Ich hasse dich, aber trotzdem tuts mir leid.�


Als er sicher war, dass seine Hand wieder in Ordnung war, ging er langsam wieder den engen Flur hinab und blieb unschl�ssig vor der T�r stehen. Er dr�ckte die Klinke herunter, atmete tief durch, trat ein und f�nf Augenpaare richteten sich sofort auf ihn. JC blickte auf den Boden, schob die T�r langsam mit seinem Fu� und stand unschl�ssig im Zimmer herum. Lonnie und die fier anderen sa�en auf den Sofas, unweit von ihm und blickten JC aufmerksam an.

�Ich kann das nicht. Der dumme Nigger muss halt mehr aufpassen und nicht blind durch die Gegend rennen.�


�Hey.�, sagte JC mit zittriger Stimme und l�chelte leicht. Er war schon immer gut im Schauspielern.

�Setz dich doch.�, sagte Lance mit d�steren Augen und bot ihm den noch freien Platz neben ihm an.

JC nickte, schlich zu dem Platz hin und setzte sich vorsichtig. Er w�re lieber wieder weggelaufen, h�tte sich im Klo oder sonst wo eingeschlossen und versteckt. Aber sie lauschten nur gemeinsam der Stille.
�So geht das nicht weiter!�, fing Justin an und schaute JC ernst in die blauen, schimmernden Augen.
�Was ist los mit dir?�

JC schwieg, blickte kurz zu Lance r�ber und erhaschte einen Blick in seine gr�nen Augen. Er f�hlte sich schlecht, dachte wieder an Chris und Lances Gespr�ch, drau�en auf dem Flur vor seinem Zimmer und musste schlucken. Hatten sie sich mit Absicht dort hin gestellt? Weder Chris noch Lance waren dumm. Sie wussten wahrscheinlich schon vor JC, was mit ihm los war. Und sie scheuten sich bestimmt nicht, es Justin und Joey zu erz�hlen.
�Josh?�, h�rte er die beruhigende, tiefe Stimme neben sich sagen.
�Lass uns reden.�

�Nein!!! Ich will nicht!! Oh man JC, benimm dich nicht wie ein Kleinkind. Du bist ein Erwachsener, der f�hig sein m�sste eine sinnvolle Konversation mit seinen Freunden zu f�hren. Mach dich nicht l�cherlich, sag irgendetwas- egal was.�

Er seufzte.
�OK.�
Seine Stimme klang j�mmerlich und schwach. JC setzte die F��e auf die Kante des Sofas, schlang seine Arme um sie und tat so, als ob es nicht interessanteres als das Parkett gab. Er sp�rte Lances Hand auf seinem R�cken und zuckte zusammen.
�OK. Danke!�
JC sprang auf, trampelte aufgekratzt zur T�r und schmiss sie hinter sich zu. Mit gro�en Schritten rannte er den Gang hinab, raus auf den Hof und so weit weg wie es m�glich war.
�Fuck!�, fluchte er und atmete tief durch.
Er sah verzweifelt zur leeren Ausfahrt, setzte sich dann bald auf den aufgew�rmten Boden, beobachtete den Abend und genieste die frische Luft, die um ihn wehte und seine Haut kitzelte.
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