| Ein fahler Lichtstreifen splitterte �ber den Boden, als die T�re einen Spalt breit ge�ffnet wurde. Das helle Quadrat auf dem teuren Teppich wurde von einem schmalen Schatten gebrochen, dann war ein leises Klicken zu h�ren und warmes Licht durchflutete das Zimmer. JC trat ein, schloss leise die T�r hinter sich und stellte eine braune Pappkiste vorsichtig auf den kleinen Nachttisch. Er sah sie mit einem Kribbeln im Bauch an, zog dann, ohne seine Augen von der Schachtel wegzurei�en, seine beige Lederjacke aus und schmiss sie unbek�mmert auf das Bett. Langsam und noch etwas unsicher ging er auf die Kiste zu, �ffnete behutsam den Deckel und war erleichtert, als seine Augen auf den teuren Inhalt hinunterblicken konnten. Er b�ckte sich und mit einem kurzen Ruck an den Schn�rsenkel seiner Turnschuhe waren seine m�den F��e auch schon befreit und freuten sich auf ihre �berraschung. Leicht l�chelnd griff JC in die Schuhschachtel und hob die tiefschwarzen Stiefel heraus. Er lies sie auf den Boden sinken und zog sie grinsend an. Als die Senkel zugeschn�rt waren, stapfte er durchs Zimmer und es f�hlte sich an, als ob fette Gummiklotze an seinen Beinen klebten. Er sah noch etwas zweifelnd an sich runter und entschied dann, sich erst mal umzuziehen und dann mit seinen neuen Springerstiefeln einen kleinen �Probespaziergang� zu machen. Seine alte, ausgewaschene Jeans passte perfekt, dazu ein graues Sweatshirt und es konnte los gehen. Er war sicher, dass ihn kaum jemand sehen w�rde. Ob es daran lag, dass das Hotel eher au�erhalb von Boston lag oder ob es 3 Uhr Nachts war, wusste er selbst nicht genau. Also schloss er leise seine Zimmert�r wieder zu und schlich sich den schmalen Gang zum Ausgang entlang. �Schei�e, hoffentlich sieht mich jetzt einer der Jungs nicht. Ich w�r mausetot. Was die wohl denken w�rden? Renn hier um 3 Uhr in der Nacht in Springerstiefeln rum und mach dabei noch n H�llenkrach. Oh mann. Leiser! Sonst kommt noch Chris oder irgendwer ausm Zimmer und denkt ich bin ein Verr�ckter, der hier durch ihr Hotel stiefelt.� Endlich hatte er die Empfangshalle erreicht, ging so unauff�llig wie m�glich an dem Schalter vorbei und die Glast�r hinaus. �Na endlich. Ich bin gerettet. Jetzt kann mir nix mehr passieren.� Er blickte sich nach der Presse um, die ihm auflauern k�nnte, doch als er sicher war, dass die Luft rein war, wanderte er langsam die Stra�e hinunter. Auf seiner rechten Seite, zogen sich Kastanien in die H�he und die Stra�enlaternen schienen schwach auf ihn runter. Sein Schatten war immer vor ihm, dann ging JC �ber ihn hinweg, lie� ihn hinter sich und alles wiederholte sich. Dabei starrte er unentwegt runter, auf seine Stiefel. Auf dem Teer, war es einfacher mit ihnen zu laufen und das Profil griff gut. Er blickte auf und sah sich selbst vor seinen Augen, wie er die Metallplatten, die vorne ins Leder gen�ht waren Lou Pearlman ins Schienbein schlug. Er ballte die F�uste und versuchte das Gef�hl seiner Wut wieder mit allen Mittel loszukriegen. Der eisige Wind, der durch seine Kleider kroch half ihm nicht viel dabei und mit dem Brodeln im Bauch rannte er weiter den Gehweg entlang, gegen den kleinen Sturm, der ihn versuchte zur�ckzudr�cken. �VERFLUCHT!�, schrie er, stoppte abrupt und trat mit Tr�nen in den Augen gegen die dicke Rinde einer Kastanie. �So ein verfluchter Wickser! Das ganze schei� Geld hat er f�r sich behalten!� Er trat noch einmal gegen den Baum ,dann atmete er tief durch, drehte langsam um, lies sich von dem Wind tragen und wunderte sich �ber sein seltsames Verhalten. ~*~ Wei�. Alles, was JC in dem Moment gerade sehen konnte war wei�. Wei�e Wand, wei�es Laken, wei�e Decke. Er blinzelte und setzte sich st�hnend in seinem Bett auf. �Was ist?�, fauchte er Justin an, der ihn in seinen wei�en Shorts unschuldig ansah. �Es ist 5 Uhr morgens, das ist!�, schnappte er zur�ck, stapfte zur T�r und rief: �Dir auch nen guten Morgen Josh! In ner halben Stunde unten dir Lobby!� JC seufzte, lie� seinen schlaffen K�rper zur�ck in das weiche Kissen fallen und rieb sich die Augen. �Justin im Morgen bringt Kummer und Sorgen.� Er legte sich auf den Bauch, drehte sich bald auf seine linke Seite, seufzte, rollte sich auf die rechte und zwang sich dann doch, endlich aufzustehen. Mit schweren Schritten tappte er in seinem Apartment rum, kaum f�hig seine Augenlieder offen zu halten und stets etwas wankend. Dann stach ihm etwas rabenschwarzes ins Auge. Er blickte hinunter und an seinen F��en stand der offene Karton und daneben die noch gl�nzenden Stiefel, mit Schrauben in den Abs�tzen und Metallplatten vorne eingen�ht. Er schlurfte ins Badezimmer, duschte sich, packte sein Zeug schnell zusammen, die Stiefel miteinbezogen und joggte dann in seinen Klamotten von gestern und lockeren Turnschuhen den Gang hinab, in die Hotellobby. Lance wartete schon auf einer Couch. �Hey Josh, auch schon wach?� JC nickte m�de, lie� sich neben ihm auf eine Seite fallen und lehne seinen Kopf zur�ck auf die Lehne. �Plan f�r heute?�, murmelte er und blickte angenervt zu Lance hin�ber, der gerade seinen Terminkalender aus dem Rucksack hervorkramte. �Zuerst Interview f�r MTV um 8 Uhr in New York, dann Fotoshooting bei BOP,12 Uhr und dann �hh... m�ssen wir vorerst mal ins B�ro von Johnny. Besprechung f�r die neue Tour.� JC seufzte, schloss seine Augen und vergrub sich in seiner Jacke. �Und wann nehmen wir Pop auf?� Lance bl�tterte ein paar Seiten vor. �In vier Tagen.� �Wieviel Zeit?� �F�nf Stunden.� �Klasse.� Lance und JC blickten auf, als endlich Joey unrasiert und mit dunklen Augenringen eintraf. �Morgen.� Lance lachte laut los, JC st�hnte und Justin, der Joey dicht gefolgt war und jetzt auch in der Lobby stand g�hnte freiz�gig. �Chris? Wo ist Chris?� Sie blickten sich in der Halle um. ��h...Chris?� �Sucht ihr mich?�, fragte eine unschuldige Stimme hinter ihren R�cken. �Ich warte hier schon seit Ewigkeiten!�, meckerte Chris und zupfte an JC�s w�sten Haaren. �Lasst uns endlich gehen. Wir haben nen langen Tag vor uns.� Er klopfte JC auf die Schulter und machte sich in Richtung Eingangst�re davon. Lance stand auf und folgte ihm, Joey tappte noch etwas torkelnd nach und Justin schlurfte ihm, wie ein programmierter Robotter hinterher. Nur noch JC war �brig. Er qu�lte sich auf seine Beine, setzte sich in Richtung Ausgang in Bewegung und zermarterte sich sein Gehirn, wie er wohl den Tag �berleben sollte, ohne vor Ersch�pfung zusammenzubrechen. ~4 Tage sp�ter~ �OK, das klingt ja schon ganz gut, aber jetzt versucht noch n bisschen mehr Power reinzubringen.�, sagte Johnny und ging zur�ck zu den Reglern. �H�rt es euch doch selber an.�, rief er und winkte die Jungs in den Nebenraum. Sie folgten, einer nach dem anderen im G�nsemarsch und lauschten dann dem Knacken und Rauschen des Bandes. Dann fing die Musik an zu spielen, wo das Solo von Justin reingeh�ren sollte. Johnny spulte das dicke, schwarze Band etwas vor. �H�rts euch genau an.� �Do you ever wonder why, this music get�s you high? It takes you on a ride. Feel it when your...� Er stoppte das Band und blickte seinen Jungs in die Augen. �Ihr trefft die T�ne gut.�, fing er an. �Aber es fehlt die Power. Alles noch mal, bitte.� Die f�nf st�hnten, schlurften zur�ck in den Aufnahmeraum und setzten die Kopfh�rer auf. �Das ist Folterei!�, fl�sterte JC, Joey zu. �Ja, echt �bel. Ich bin total KO.� JC nickte, wollte etwas sagen, aber lies es bleiben, als durch die Kopfh�rer ein �Und Band l�uft� dr�hnte. Sie sangen den Refrain ein paar mal auf Band, bis er nach Johnnys Meinung perfekt war, ruhten sich auf der Couch aus und warteten darauf, dass sie die Solos einsingen konnten. �Justin, JC, ihr k�nnte jetzt kommen.� Johnny lugte in den gro�en Aufnahmeraum, nickte in Richtung der einzelnen Kabinen und verschwand dann wieder. �Auf in den Kampf.�, st�hnte Justin, klopfte JC auf die Schulter und zog sich auf seine Beine. �Ich habs so satt.�, dachte JC m�rrisch und knurrte nur m�de. �Nicht mal ne halbe Stunde Pause g�nnt er uns. So ein Volltrottel. Johnny ist auch nicht viel besser als Lou. L�sst uns hier wie irgendwelche verdammten Esel schuften. N mieser Job ist das.� Chris blickte ihm nach, als er aus dem Zimmer schlurfte. Seine Augen blieben an seinen Schuhen kleben. Er zwinkerte ungl�ubig. �Sind das Schrauben in den Sohlen?!?� Schon war JC im Gang verschwunden. Chris stand auf, trabte zur T�r und starrte ihm hinterher. Er starrte JC hinterher, wie er an einem der schwarzen Bodyguards vorbei schlich, ihm keinen Blick schenkte, und dann in einen Seitengang einbog. Chris scharrte unschl�ssig mit dem Fu� auf dem Teppich herum. �Das warn nicht wirklich irgendwelche Kampfstiefel an JC�s F��en, oder?� Er entschloss sich, ihm zu folgen und ging die von Schallplatten und Bildern geschm�ckten W�nde des Flurs hinab, bog in den gleichen Gang wie JC ab und stand dann vor einer verschlossenen T�r. Chris brummte ein �super�, dr�ckte langsam die Klinke hinunter und blickte in die verwirrten Gesichter von JC, Justin, Johnny und ein paar Leuten von der Aufnahme. �Du hast doch gar kein Solo, Chris!�, jammerte Johnny aufgekratzt und sah ihn angenervt an. �Kann ich zugucken?� JC und Justin warfen sich seltsame Blicke zu, Johnny seufzte und es war eindeutig, dass Chris st�rte. �Bitte.� �OK, OK, verdr�ck dich da zu der Technik rein. Wir kommen gleich nach.� Chris grinste, schlich in den Raum mit all den Reglern, Schaltern, Anzeigen und dem Aufnahmeband. Er lugte durch die T�r und beobachtete, wie Justin nickte, JC auf den Boden starrte und die Techniker sich langsam in seine Richtung bewegten. JC verlie� den Raum, Justin begleitete die Techniker und Johnny stand noch f�r eine Weile in dem kleinen Flur. Dann trabte er auch in das Zimmer, schloss die T�r hinter sich und blickte durch die riesige Glasscheibe in den Aufnahmeraum. �Alles klar JC?�, fragte er durch ein kleines Mikrophon, das �ber einem Computer befestigt war. JC, der die Kopfh�rer schon aufhatte nickte, sagte ein m�des �Ja� und starrte auf sein Mikrophon. �Du weist genau, wann deine Parts sind?� �Ja.� �Stimme OK?� �Ja.� �Bereit?� �Yup.� �Und Band l�uft.� Chris beobachtete genau, wie einer der M�nner �Play� auf einem gro�en Kasten dr�ckte, das breite, schwarze Band anfing zu laufen und die ersten Takte von Pop erklangen. JC wippte unruhig auf seinen F��en hin und her, blickte sich in dem Glaskasten um und versuchte sich dann auf das Mikrophon zu konzentrieren. Now, why you wanna try to classify the type of thing we do 'Cause we're just gonna do what we like Can we say the same for you? Chris beobachtete, wie Johnny zufrieden nickte, lauschte dem Gesang, dann blickte er wieder zu JC r�ber. Er stand vor dem Mikro, sang leidenschaftlich, seine Stimme mal laut und stark, mal etwas leiser, und knurrte ein wenig dazu. Tired of feeling all around me anomosity Just worry 'bout yours cause I'ma get mine Now people can't you see JC stoppte, der Refrain, den sie schon aufgenommen hatten, hallte jetzt durch den kleinen, d�mmrigen Raum und Johnny ging ans Mikorphon. �JC?� �Johnny?�, klang seine Stimme in dem Raum. �Das war ganz nett, aber mehr...mehr Lust rein.� �Lust?�, fragte JC, starrte ihn entgeistert durch die Glasscheibe an und checkte, ob seine Kopfh�rer noch in Ordnung waren. �Nicht pervers, nicht zu kindisch. Ein gesundes Zwischending. Kappiert?� JC nickte etwas verwirrt, das Band wurde zur�ck zum Anfang seiner Strophe gespult und Chris lehnte sich g�hnend in seinem Stuhl, nahe der Fensterscheibe, zur�ck und beobachtete JC. Er sah m�de aus, fand er. Die dunklen Ringe unter seinen dumpfen, blauen Augen, die verwuschelten Haare und das Mienenlose Gesicht verrieten es nur allzu gut. Chris beobachtete ihn weiter, merkte nicht, wie sie das Band wieder abspielten und JC sich zum Singen bereit machte. Er starrte nur auf die Stiefel. �JC tr�gt doch keine Springerstiefel.� Er sch�ttelte den Kopf, dachte nach und blickte weiter durch das Glas. JC�s Augenlieder wurden immer schwerer. Er wankte ein wenig, st�tzte sich an einer Wand ab und schloss seine Augen. Das Bild von Lonnie huschte wieder durch seinen Kopf, wie er ihm auf dem Weg zur Solo Aufnahme begegnet war. �Verdammter Nigger steht nur im Weg rum. Ich will nen anderen Bodyguard. Der Kerl kann mir doch gestohlen bleiben. OK, JC, konzentrier dich auf das Mikro, nicht auf deine Probleme. Das kannst du noch sp�ter machen.� �War das OK, Johnny?�, fragte er und wollte wissen, ob die Aufnahme gelungen war. �Mann JC!�, fluchte Johnny durch seine Kopfh�rer. �Du hast es immer noch nicht drauf!� JC seufzte, blickte auf und fragte mit Bettelaugen: �K�nnen wir vielleicht ne kleine Pause machen?� Johnny sch�ttelte energisch seinen Kopf. �Wir haben keine Zeit. Justin muss noch ein paar Strophen aufnehmen, da k�nnen wir die Zeit hier nicht mit deiner winzigen Aufnahme vergeuden. Los, mach dich f�r die n�chste Aufnahme bereit. Mehr Power, JC. Mehr Leidenschaft. Mehr Energie. Die Leute m�ssen die ganze Kraft, die dahinter steckt f�hlen!� JC nickte, streckte sich etwas und starrte trotzig auf das Mikro. �Bin bereit.� Johnny ging zu dem Kasten, dr�ckte Play und kurz vor JC�s Part den roten �Redord� Knopf. JC sang, gab sich sichtlich M�he und als alles nach einer knappen Stunde auf Band war, konnte er endlich gehen. Er merkte nicht, wie ihn zwei Augen gebannt beobachteten, jede seiner Bewegungen verfolgten und sich in seinen R�cken brannten, als er durch die T�r verschwand. Chris runzelte seine Stirn, kratze sich an seinem Ziegenbart und starrte mit leerem Blick durch die Glasscheibe. Dann zuckte er mit den Schultern, kuschelte sich in seinen weichen Stuhl und h�rte nur noch, wie Justin in den Glaskasten trat und sich durch das Mikrophon mit Johnny unterhielt. �OK Justin, wir starten am besten...� Und schon kippte Chris Kopf zur Seite und er schlummerte neben der langen Reihen von Reglern ein. |
| White Power Part 1: Schwarz-Wei� Film Kapitel 1 |