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Gedichte:



wird gerade etwas umstrukturiert und ausgeweitet..
es werden folgen:

Georg Trakl
Theodor Storm
midir
berthold brecht Ludwig Uhland Henry Wadsworth Longfellow Conrad Ferdinand Meyer Ferdinand Avenarius Annette von Droste-Huelshoff ...


» An einem Grabe - Hermann Hesse

    Er sehnte sich nach Ruhe, Stille, Nacht,
    Wir wissen nur, daß er ein Leid verbarg
    Und müde war. Wir haben ihn im Sarg
    Gebettet und zum stillsten Ort gebracht.
    Ihn birgt und schützt die tiefe Grube nun
    Vor Welt und Zeit. Da soll der Müde Mann
    Sein Weh vergessen und in Frieden ruhn.
    Wohl ihm, der dieser bittern Zeit entrann!
    Uns andern bleibt vor Lärm und Krieg der Welt
    Von ihrer Todesangst und bittern Not
    Noch unser Teil, und Leid ist unser Brot
    Bis auch für uns der bange Traum zerschellt.
    Dann wird, so glauben wir, das Gleichgewicht,
    Der Wert und Sinn der Welt uns wieder tragen,
    Es wird des Menschen Bildnis wieder licht.
    Und wird des Vaters ewige Züge tragen.

» An den Mond - Johann Wolfgang von Goethe

    Füllest wieder Busch und Tal
    Still mit Nebelglanz,
    Lösest endlich auch einmal
    Meine Seele ganz;

    Breitest über mein Gefild
    Lindernd deinen Blick,
    Wie des Freundes Auge mild
    Über mein Geschick.

    Jeden Nachklang fühlt mein Herz
    Froh und trüber Zeit,
    Wandle zwischen Freud’ und Schmerz
    In der Einsamkeit.

    Fließe, fließe, lieber Fluß!
    Nimmer wird’ ich froh!
    So verrauschte Scherz und Kuß,
    Und die Treue so.

    Ich besaß es doch einmal,
    was so tröstlich ist!
    Daß man doch zu seiner Qual
    Nimmer es vergißt!

    Rausche, Fluß, das Tal entlang,
    Ohne Rast und Ruh;
    Rausche, flüstre meinem Sang
    Melodien zu!

    Wenn du in der Winternacht
    Wütend überschwillst,
    Oder um die Frühlingspracht
    Junger Knospen quillst.

    Selig, wer sich vor der Welt
    Ohne Haß verschließt,
    Einen Freund am Busen hält
    Und mit dem genießt!

    Was von Menschen nicht gewußt,
    Oder nicht bedacht,
    Durch das Labyrinth der Brust
    Wandelt in der Nacht.

» Gestutzte Eiche - Hermann Hesse

    Wie haben sie dich, Baum, verschnitten,
    Wie stehst du fremd und sonderbar!
    Wie hast du hundertmal gelitten,
    Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!
    Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
    Gequälten Leben brach ich nicht
    Und tauche täglich aus durchlittnen
    Roheiten neu die Stirn ans Licht.
    Was in mir weich und zart gewesen,
    Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
    Doch unzerstörbar ist mein Wesen.
    Ich bin zufrieden, bin versöhnt,
    Geduldig neue Blätter treib ich
    Aus Ästen hundertmal zerspellt,
    Und allem Weh zu Trotze bleib ich
    Verliebt in die verrückte Welt.

» Beim Schlafengehen - Hermann Hesse

    Nun der Tag mich müd' gemacht,
    soll mein sehnliches Verlangen
    freundlich die gestirnte Nacht
    wie ein müdes Kind empfangen.
    Hände, lasst von allem Tun,
    Stirn, vergiss du alles Denken,
    alle meine Sinne nun
    wollen sich in Schlummer senken.
    Und die Seele unbewacht
    will in freien Flügen schweben,
    um im Zauberkreis der Nacht
    tief and tausendfach zu leben.

» Bekenntnis - Hermann Hesse

    Holder Schein, an deine Spiele
    Sieh mich willig hingegeben;
    Andre haben Zwecke, Ziele,
    Mir genügt es schon, zu leben.
    Gleichnis will mir alles scheinen,
    Was mir je die Sinne rührte,
    Des Unendlichen und Einen,
    Das ich stets lebendig spürte.
    Solche Bilderschrift zu lesen,
    Wird mir stets das Leben lohnen,
    Denn das Ewige, das Wesen,
    Weiß ich in mir selber wohnen.

» Einschränkung - Johann Wolfgang von Goethe

    Ich weiß nicht, was mir hier gefällt?
    In dieser engen, kleinen Welt
    Mit holdem Zauberband mich hält?
    Vergess’ ich doch, vergess’ ich gern,
    Wie seltsam mich das Schicksal leitet;
    Und ach, ich fühle, nah und fern
    Ist mir noch manches zubereitet.
    O, wäre doch das rechte Maß getroffen!
    Was bleibt mir nun, als eingehüllt,
    Von holder Lebenskraft erfüllt,
    In stiller Gegenwart die Zukunft zu erhoffen.

» Bitte - Hermann Hesse

    Wenn du die kleine Hand mir gibst,
    Die so viel Ungesagtes sagt,
    Hab ich dich jemals dann gefragt,
    Ob du mich liebst?

    Ich will ja nicht, daß du mich liebst,
    Will nur, daß ich dich nahe weiß
    Und daß du manchmal stumm und leis
    Die Hand mir gibst.

» Die schöne Nacht - Johann Wolfgang von Goethe

    Nun verlass’ ich diese Hütte,
    Meiner Liebsten Aufenthalt,
    Wandle mit verhülltem Schritte
    Durch den öden finstern Wald;
    Luna bricht durch Busch und Eichen,
    Zephyr meldet ihren Lauf,
    Und die Birken streun mit Reigen
    Ihr den süßten Weihrauch auf.
    Wie ergez’ ich mir im Kühlen
    Dieser schönen Sommernacht!
    O, wie still ist hier zu fühlen,
    Was die Seele glücklich macht!
    Läßt sich kaum die Wonne fassen;
    Und doch wollt’ ich, Himmel, dir
    Tausend solcher Nächte lassen,
    Gäb’ mein Mädchen eine mir.

» An die Melancholie - Hermann Hesse

    zum Wein, zu Freunden bin ich dir entflohn,
    da mir vor deinem dunklen Auge graute,
    In Liebesarmen und beim Klang der Laute
    Vergaß ich dich, dein ungetreuer Sohn.
    du aber gingst mir verschwiegen nach
    Und warst im Wein, den ich verzweifelt zechte,
    Warst in der Schwüle meiner Liebesnächte
    Und warest noch im Hohn, den ich dir sprach.
    Nun kühlst du die erschöpften Glieder mir
    Und hast mein Haupt in deinen Schoß genommen,
    Da ich von meinen Fahrten heimgekommen:
    denn all mein Irren war ein Weg zu dir.

» August - Hermann Hesse

    Das war des Sommers schönster Tag
    Nun klingt er vor dem stillen Haus
    in Duft und süßem Vogelschlag
    unwiederbringlich leise aus.
    In dieser Stunde goldnen Born
    gießt schwelgerisch in roter Pracht
    der Sommer aus sein volles Horn
    und feiert seine letzte Nacht.

» Prometheus - Johann Wolfgang von Goethe

    Bedecke deinen Himmel, Zeus,
    Mit Wolkendunst
    Und übe, dem Knaben gleich,
    Der Disteln köpft,
    An Eichen dich und Bergeshöhn;
    Mußt mir meine Erde
    Doch lassen stehn
    Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
    Und meinen Herd,
    Um dessen Glut
    Du mich beneidest.

    Ich kenne nichts Ärmeres
    Unter der Sonn als euch, Götter!
    Ihr nähret kümmerlich
    Von Opfersteuern
    Und Gebetshauch
    Eure Majestät
    Und darbtet, wären
    Nicht Kinder und Bettler
    Hoffnungsvolle Toren.

    Da ich ein Kind war,
    Nicht wußte, wo aus noch ein,
    Kehrt ich mein verirrtes Auge
    Zur Sonne, als wenn drüber wär
    Ein Ohr, zu hören meine Klage,
    Ein Herz wie meins,
    Sich des Bedrängten zu erbarmen.

    Wer half mir
    Wider der Titanen Übermut?
    Wer rettete vom Tode mich,
    Von Sklaverei?
    Hast du nicht alles selbst vollendet,
    Heilig glühend Herz?
    Und glühtest jung und gut,
    Betrogen, Rettungsdank
    Dem Schlafenden da droben?

    Ich dich ehren? Wofür?
    Hast du die Schmerzen gelindert
    Je des Beladenen?
    Hast du die Tränen gestillet
    Je des Geängsteten?
    Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
    Die allmächtige Zeit
    Und das ewige Schicksal,
    Meine Herrn und deine?

    Wähntest du etwa,
    Ich sollte das Leben hassen,
    In Wüsten fliehen,
    Weil nicht alle
    Blütenträume reiften?

    Hier sitz ich, forme Menschen
    Nach meinem Bilde,
    Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
    Zu leiden, zu weinen,
    Zu genießen und zu freuen sich,
    Und dein nich zu achten,
    Wie ich!

» Im Nebel - Hermann Hesse

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den anderen,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freuden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben Licht war,
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkle kennt,
    Das unentrinnbar und leise.
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsam sein.
    Kein Mensch kennt den anderen,
    Jeder ist allein.

» Der Abschied - Johann Wolfgang von Goethe

    Laß mein Aug’ den Abschied sagen,
    Den mein Mund nicht nehmen kann!
    Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
    Und ich bin doch sonst ein Mann.
    Traurig wird in dieser Stunde
    Selbst der Liebe süßtes Pfand,
    Kalt der Kuß von deinem Munde,
    Matt der Druck von deiner Hand.
    Sonst, ein leicht gestohlnes Mäulchen,
    O, wie hat es mich entzückt!
    So erfreuet uns ein Veilchen,
    Das man früh im März gepflückt.
    Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
    Keine Rose mehr für dich.
    Frühling ist es, liebes Fränzchen,
    Aber leider Herbst für mich!

» Du schläfst - Theodor Storm

    Du schläfst - so will ich leise flehen:
    O schlafe sanft! und leise will ich gehen,
    Daß dich nicht störe meiner Tritte Gang,
    Daß du nicht hörest meiner Stimme Klang.

» Schließe mir die Augen beide - Theodor Storm

    Schließe mir die Augen beide
    Mit den lieben Händen zu!
    Geht doch alles, was ich leide,
    Unter deiner Hand zur Ruh.
    Und wie leise sich der Schmerz
    Well' um Welle schlafen leget,
    Wie der letzte Schlag sich reget,
    Füllest du mein ganzes Herz.

» wird in Kürze erweitert...

    Gedichtsvorschläge bitte an




Links zum Thema:

» RoteWelt.de - Gedichte, geschrieben von SvV'lern, Suizidgefährdeten und anderen psychisch labilen Menschen...





 
Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt
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Albumvorschlag:

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