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Gedichte:


»  Für meinen Nächsten würde oft wenig dabei herauskommen, wenn ich ihn so liebte wie mich selbst.
    (Friedrich Hebbel, 1813-63)

» Grabinschrift
    Du stehst noch hier,
    Und ich bin hin.
    Bald bist du dort,
    Wo ich schon bin.
(Werner Finck, 1902-78, dt. Kabarettist u. Schriftsteller)

» Gibt es ein Leben vor dem Tod?
    (Friedhofsmauer in Konstanz)

» Der Andersdenkende ist kein Idiot, er hat sich eben eine andere Wirklichkeit konstruiert.
    (Paul Watzlawick, *1921, amerik. Psychiater u. Schriftsteller östr. Herk.)

» Und auf das ganze Schlamassel gehört ein Grabstein mit der Aufschrift - Menschheit, du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu.
    (Dichter Charles Bukowski)

» Ein Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will.
    (Schopenhauer)

» Wenn die Stufen ins Nichts führen, achte auf die letzte.
    (unbekannt)

» Let the Priests of the Raven of dawn, no longer, in deadly black, with hoarse note, curse the sons of joy. Nor his accepted brethren, whom, tyrant, he calls free, lay the bound or build the roof. Nor pale religious letchery call that Virginity that wishes but acts not! For every thing that lives is Holy.
    William Blake, The Marriage of Heaven and Hell

» Alles Denken ist wesentlich optimistisch. Der vollendete Pessimist würde verstummen und - sterben.
    (Christian Morgenstern, 1871-1914, dt. Lyriker)

» "Ich war schon oft draußen im Weltraum", protzte der Kosmonaut, "aber ich habe weder Gott noch Engel gesehen." - "Und ich habe schon viele kluge Gehirne operiert", antwortete der Gehirnforscher, "aber ich habe nirgendwo auch nur einen einzigen Gedanken entdeckt."
    (Jostein Gaarder, *1952, norweg. Philosoph u. Schriftsteller)

» Melancholie.. das Vergnügen, traurig zu sein.
    (Victor Hugo, 1802-85, frz. Dichter d. Romantik)

» Die Hälfte des Lebens verbringt der Mensch damit, die falschen Vorstellungen seiner Vorfahren loszuwerden; die andere damit, seinen Kindern falsche Ansichten beizubringen.
    (Winston Spencer Churchill, 1874-1965, brit. Staatsmann; 1940-45 u. 1951-55 Premier, 1953 Nobelpr. f. Lit.)

» Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft aber ist blind.
    (Albert Einstein, 1879-1955, dt.-amerik. Physiker, 1921 Nobelpr.)

» Es war einmal... - Silver

    in einem wald,
    da lebte ein wundersames wesen.

    es war seltsam anzuschaun,
    sein fell schien wie gefieder,
    schimmernd in allen farben.

    jeder sah etwas anderes in diesem wesen,
    geradewegs als wenn es ein spiegel wäre,
    der jedem einen wunsch erfüllen könnte.

    es war nicht einzigartig in diesem wald,
    dennoch glich es keinem anderen
    und doch hatte das wesen noch nie einen seiner artgenossen getroffen.

    eines tages saß das wesen vor seiner höhle
    und beobachtete dieses eigenartige gestrüpp
    das auserkoren hatte sein neuer nachbar zu sein.

    lächelnd und unwissend,
    freudig darüber etwas neues kennen zu lernen
    beobachtete das wesen nun von tag zu tag das gestrüpp,
    welches erst unscheinbar,
    dann in rasanter schnelle
    seine zweige in richtung der höhle schlang.

    freundlich ging das wesen nun zu seinem nachbarn,
    um ihm mitzuteilen,
    es möge doch bitte etwas acht geben mit seinem wachstum,
    sonst würde ausversehen des wesens höhle unzugänglich werden.

    da das gestrüpp nicht sprechen konnte,
    aber ein freundlicher zeitgenosse war,
    umschlang es freundlich das wesen und lud es ein.

    anfangs fand das wesen alles schön,
    stellte aber nach einiger zeit fest,
    das dieses gestrüpp mehr verbarg als es schien.

    es trug große und kleine früchte,
    welche sich mit dem fell des wesens verschmelzen konnten.

    jede barg ein anderes gefühl,
    ein anderes bild,
    aber einige stachen das wesen,
    so das es vor schmerz schreien wollte.

    das wesen wollte nicht unhöflich sein,
    und schluckte seine verwirrung tief hinunter.

    so einige male wollte es nach hause,
    aber in diesen momenten
    bargen die früchte
    so wundersame, einzigartige und schöne dinge,
    das das wesen entschied zu bleiben.

    als es sich einmal umblickte stellte es erschrocken fest,
    das seine höhle kaum noch zu sehen war.

    das gestrüpp hatte es vollkommen umwachsen,
    es gab kaum einen ausgang ohne dem gestrüpp ein leid zu zu fügen.

    da entschied das wesen das es besser sei,
    sich etwas zu bewegen,
    denn es hatte beobachtet,
    das das gestrüpp,
    an den stellen wo das wesen lief,
    nicht so schnell wuchs.

    so lief es von nun an ständig auf und ab,
    einem tier im käfig gleich,
    eine falle,
    in die es sich selbst hineinbegeben hatte.

    langsam wurde das wesen müde,
    selbst die süßesten früchte konnten es nicht so recht erfreuen,
    selbst das lächeln kam einer qual gleich.

    aus angst,
    das das wesen die gastfreundschaft des gestrüpps nicht mögen würde,
    wuchs es immer schneller und schneller,
    gebar neue früchte,
    zug um zug,
    die es dem wesen schickte.

    so ging es einige jahre,
    das wesen wurde immer müder,
    die früchte des gestrüpps immer kleiner,
    immer bitterer.

    an guten tagen konnte das wesen die kraft erübrigen
    ein freudiges lächeln über seine lippen zu bringen.
    dies waren auch die tage,
    an denen das gestrüpp ein paar besonders süße früchte gebar.

    nach langer zeit,
    das wesen hatte fast alles um sich herum vergessen,
    kamen ein paar seiner artgenossen vorbei gezogen.

    sie wunderten sich über das eingeschlossene wesen,
    warum es denn diese pflanze nicht kannte
    und dort hinein gegangen sei.
    es müsse doch wissen,
    das man diesem gestrüpp nicht allzu nahe kommen durfte.

    das wesen rief zurück das es das nicht wusste
    und ihm jetzt erst eingefallen sei,
    dass es diese warnung schonmal gehört hatte,
    sie aber soweit zurück lag,
    dass es diese vergessen hatte.

    nun bat das wesen,
    doch zu verraten wie es sich befreien könne.

    niemand konnte es dem wesen beantworten,
    denn kaum einer war so tief in das gestrüpp geraten.

    während sie darüber sprachen,
    ob sie dem wesen hilfreich zur seite stehen könnten,
    bekam es immer größere sehnsucht.

    langsam fing es an zu wimmern,
    es wolle heim,
    es vermisse seine anderen gefährten.

    auch das gestrüpp hatte das wesen inzwischen ins herz geschlossen
    und es wollte ihm nicht wehtun.

    aber es musste,
    wenn es jemals wieder frei sein wollte.

    es nahm seinen ganzen mut zusammen
    und sprang durch die am wenigsten bewachsenste stelle hindurch.

    die früchte prallten in solcher geschwindigkeit an sein fell,
    das ihm schier angst und bang wurde.
    zu viele bilder,
    zu viel schmerz,
    zuviel gefühl
    verschmolzen mit ihm.

    es schrie auf
    und die tiefen kratzer,
    der abbrechenden äste
    hinterließen an beiden bunte und schmerzvolle andenken.

    die gefährten wunderten sich über die rabiate art des wesen.
    es hätte doch einen anderen weg wählen können.

    vollkommen erschöpft und tief verletzt,
    quälten das wesen die vorwürfe der anderen,
    hatte es doch auf hilfe und verständnis gehofft.
    schwach blickte es zum gestrüpp hinüber,
    sehnte sich nach den süßen früchten,
    fragte sich warum es die bitteren nicht einfach ignoriert hatte.

    dann starb es,
    einsam,
    wie alle es tun müssen,
    voller zweifel,

    die keiner ihm nehmen konnte,
    selbst wenn sie gewollt hätten.

    sein letzter blick galt dem gestrüpp,
    unter den verhallenden rufen seiner gefährten,
    erkannte das wesen,
    das sein bester freund,
    auf der anderen seite,
    tief im gestrüpp,
    gefangen war.

    warum hatte es ihn nie bermerkt?

»  Der Baum des Lebens - Dennis Horntasch (Das Chaos)
    Jeder fängt mal unten an,
    doch wie ein Baum wächst man heran.

    Die Blüte eines jeden Lebens,
    ist die Liebe...meist vergebens.

    Der Tiefpunkt, wenn die Blätter fallen,
    so geht es sicherlich auch allen.

    Ist der Verlust einer Person.
    Der Tod kommt schnell,da ist er schon...

»  Unerreichbar - Opus Dei - Widmung an Ann-Kathrin
    Ich bin der Ehre schwarzer Schlächter,
    Ich bin der Unzucht treuer Fechter,
    Ich bin der König aller Diebe,
    erzittert Sterbliche,
    Ich bin die Liebe.

»  Ausschnitt aus "Friedhofskerze" - ErenTheSun
    Mein Blick streift blätterlose Äste,
    die sich vor den Wolken wiegen,
    zwischen ihnen hell und warm,
    tänzelt eine Friedhofskerze,
    strahlt ihr rotes Lichtlein dort
    in die dunkle Nacht hinfort.




 
Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt
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Albumvorschlag:

In Flames - Soundtrack to your Escape


Mantus - Ein Hauch Von Wirklichkeit


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