Schlussendlich, nach vielen Jahren, habe ich mich zusammenraffen können. Seit heute gibts auf meiner Webseite eine Seite mit Photos von
Luzern! Gewisse Kollegen in der Schweiz haben mich immer kritisiert weil ich viele Photos von fernen Ländern publiziere, aber nie welche von den Orten wo ich ich aufgewachsen bin. Gut, ich muss zugeben, bei meinem Lebensstil wird Luzern auch zu so einem fernen Ort, zur meisten Zeit...!
Ich hoffe die Bilder gefallen. Ich verstehe diese Seite eigentlich als eine noch unabgeschlossene Arbeit - wenn ich neue Bilder mache, oder noch bessere finde in meinem Archiv, dann werde ich sie ersetzten, bzw. anfügen. Viel Vergnügen beim Anschauen! (und Sorry für die lange Ladezeit bei denen die über die Telefonleitung ins Internet gehen!)
posted by Christoph Hensch at 13:58
Gold, Geld und Solidarit�t
Geld ist ja eines meiner Interessengebiete. Und zwar nicht nur um m�glichst vieles davon zu haben wie die meisten Leute. Sondern ich m�chte wirklich verstehen wie es funktioniert, woher es kommt und wer es macht. Geld, bzw. der Wirtschaftskreislauf den es antreibt, ist ja verantworlich f�r den unbedachten Umgang mit unsere Umwelt, wie auch f�r die steigende Kriminalit�t sowie die meisten Kriege auf unserem Planeten. Wieso das so ist werde ich sicher einmal darauf zu sprechen kommen.
In den letzten Tagen wurde ich auf die kommende Abstimmung �ber die sogenannte AHV-Goldinitiative angesprochen. Da ich erst k�rzlich in die Schweiz zur�ckkehrte musste ich mich zuerst �ber das ganze Thema informieren.
Jetzt ist es so, dass die Schweizer ein ganz unerwatetes Geschenk bekamen: n�hmlich 1300 Tonnen Gold, die fr�her einmal als W�hrungsreserve den Schweizer Franken deckte. Heutzutage ist der Schweizer Franken, wie alle anderen W�hrungen ja auch, eine reine Fiat-W�hrung, das heisst es gibt �berhaupt nichts, dass das Geld deckt, ausser das Vertrauen das die Leute der W�hrung und den W�hrungsh�tern (der Nationalbank und der Regierung) aussprechen.
Als es bekannt wurde, dass die 1300 Tonnen Gold nicht mehr ben�tigt wurden, fing nat�rlich sofort ein Gerangel an wo jeder seinen Anteil vom Gold wollte. Zuf�lligerweise passierte das zur gleichen Zeit, als die Schweiz dazu gezwungen wurde etwas Vergangenheitsbew�ltigung zu betreiben, insbesondere sich einmal mit dem Verhalten der Schweizer Banken w�hrend dem Zweiten Weltkrieg auseinander zu setzen. Zu dieser Zeit hatte man sich n�hmlich nicht sehr korrekt gegen�ber den j�dischen (und anderen) Verfolgten des Nazi-Reiches verhalten. Auch sp�ter, nach dem Kriege war ging man nicht sehr ehrlich mit den Nachfahren der Opfer um.
Und so errinnert man sich vielleicht, dass vor ein paar Jahren Milliardenbetr�ge an die noch lebenden Opfer oder deren Nachkommen bezahlt wurden. Als zu dieser Zeit bekannt wurde, dass uns 1300 Tonnen Gold in den Schoss fallen, war es nat�rlich naheliegend daraus einen Solidarit�tsfond zu kreieren um in Notgeratene zu unterst�tzen.
Wie immer, bei einer Vergangenheitsaufarbeitung, wenn es darum geht einen geschichtlichen Mythos genauer unter die Lupe zu nehmen, gibt es solche die den Mythos auf gar keinen Fall in Frage stellen wollen, weil er ja zum Grundverst�ndnis, zum eigentlichen Identit�tsgef�hl des Landes geh�rt. Bei der Schweiz lautet der Mythos, dass wir uns gegen den Nationalsozialismus Hitlers gestellt haben, und die Schweizer Armee und das Reduit sogar die Deutsche Wehrmacht davon abhielt die Schweiz anzugreifen und zu besetzen. Nat�rlich ist es sehr schmerzlich realisieren zu m�ssen, das dem nicht so war, und im Gegenteil, die Schweizer die Nazi vielfach unterst�tzten.
Jetzt sind es interessanterweise genau diese (rechtsgerichteten) Kreise, die sich gegen eine objektive Geschichtsschreibung wenden, die jetzt auch dagegen k�mpfen, eine Solidarit�tsstiftung aufzubauen womit man Benachteiligten nicht nur im Inland, sondern halt auch im Ausland helfen k�nnte.
In einem schlau ausgeheckten Schachzug hat man jetzt deklariert, dass das �bersch�ssige Gold "Volksverm�gen" sei, und im Prinzip gleichm�ssig an jeden einzelnen B�rger des Landes verteilt werden m�sste. Weil das jetzt aber zu umst�ndlich sei, wolle man das Gold der AHV, der Altersversicherung zuf�hren. Das war schlau, denn wer will sich schon nicht solidarisch mit der nationalen Altersversicherung zeigen. Das dabei im Vorbeigehen auch noch die Solidarit�tsstiftung erledigt wird, wird nur so nebenher erw�hnt.
Da das Finanzierungproblem der AHV mitnichten gel�st w�rde bei der Umsetzung der Initiative, zeigt es sich wieder einmal, dass das alles nur politische Augenwischerei ist. Der einzige Grund f�r die Initiative ist die M�glichkeit die Solidarit�tsstiftung zu verhindern. Um die AHV zu sanieren braucht es ganz andere, und viel weitergehende Massnahmen. Darum: Wenn man gegen die Solidarit�tsstiftung ist stimme man JA - m�chte man aber den Weg offen halten f�r die Kreation einer Stiftung so stimme man NEIN!
posted by Christoph Hensch at 13:49