Freitag, 28. Juli 1995 Nairobi
Samstag, 29. Juli 1995 Nairobi - Masai Mara Game
Reserve
Sonntag, 30. Juli 1995 Masai Mara Game Reserve
Montag, 31. Juli 1995 Masai Mara Game Reserve - Lake
Nakuru National Park
Dienstag, 01. August 1995 Lake Nakuru National Park
- Nairobi
Mittwoch, 02. August 1995 Nairobi - Arusha
Donnerstag, 03. August 1995 Arusha - Dar-es-Salaam
Das New Kenya Lodge hatte seit meiner ersten Ankunft 2 Jahre zuvor seine Produktpalette für Backpacker erweitert. Neben günstigen Übernachtungen bot Moses, der Organisator, den Travellern nun auch All-Inclusive-Safaris in die National Parks an. Anfangs waren wir davon als passionierte Selbstorganisatoren nicht sonderlich angetan. Aber nachdem wir uns in Nairobi über Preise für Safaris umgehört hatten, klang das Angebot von Moses fast unglaublich. Für eine 4 Tagessafari sollten wir 165 US$ alles inklusive (außer Getränken) bezahlen. Das waren knapp 41 US $ pro Tag. Im benachbarten Tansania mußte man laut Reiseführer ca. 100 US$ pro Tag rechnen, wollte man in die Serengeti oder den Ngorongoro-Krater aufbrechen. Kenias Safari-Unternehmen sind zwar ein bißchen günstiger, aber das Angebot von Moses war doch unschlagbar. (Man muß dazu sagen, daß wir damals für 6,50€ 10 US$ bekommen hatten.) Wir entschieden uns schließlich für diese Safari, made by Moses, da wir rund 20 US$ pro Tag auf dem Mt. Kenya Trip nicht ausgaben, und dadurch unser Budget nicht zu sehr strapaziert wurde. Außerdem sagten wir uns, daß wir eventuell irgendwo zwischen Kenia und Südafrika noch mal hängenbleiben und dann am Ende vielleicht keine Zeit mehr für den Kruger Park haben werden.
Natürlich wurde uns die Safari in gewohnter afrikanischer Art der Übertreibung angeboten. Moses, der Organisator, machte uns große Versprechungen: Wir sollten so ziemlich alle Tiere, die im Busch leben, zu sehen bekommen. Die letzte Übernachtung sollte in einem First-Class Hotel stattfinden, und das Essen wäre eine kulinarische Entdeckung. Daß diese Anpreisungen wohl nicht zu halten sind, war uns natürlich klar. Aber bei dem Preis, so dachten wir, konnte man ja eigentlich nicht viel falsch machen. Außerdem wurde uns auch versprochen, daß die Gruppe klein sei (höchstens 8 Personen), und die Zusammensetzung unserem Alter entspräche. Denn 4 Tage mit einer nervigen Familie oder irgendwelchen betagten Menschen, wollten wir auf dem engen Raum eines Safari-Busses nun auch nicht verbringen.
Den Rest des Tages verbrachten wir mal wieder ein bißchen mit afrikanischer Bürokratie: dem Geldtauschen. Denn dies ist natürlich ein hochkomplizierter sicherheitsrelevanter Akt, der mit in mindestens 4-facher Ausfertigung dokumentiert werden darf. Zum Glück mußten wir uns nicht auch noch um ein Visum für unser nächstes Land Tansania mühen. Dieses haben wir uns in weiser Voraussicht schon in Bonn besorgt.
Eigentlich sollten wir heute um halb zehn zu unserer Masai Mara Tour
aufbrechen. Doch das
Verabreden nach Uhrzeiten ist eine europäische Gewohnheit, die
wir so langsam aber sicher vergessen sollten. Denn natürlich standen
wir Europäer um halb zehn zwar „Gewehr bei Fuß", doch Moses,
unser Tourenorganisator aus dem New Kenya Lodge war noch nirgends zu erblicken.
Ich muß in solchen Situationen immer wieder an den Spruch „Europeans
have money, Africans have time!" denken. Doch wären wir vor ein paar
Wochen spätestens nach einer Viertelstunde ungeduldig geworden, richten
wir uns einfach auf ein unbestimmtes Warten ein, und lesen ein bißchen
in unserem Reiseführer oder trinken noch eine Cola oder unterhalten
uns mit anderen Backpackern über „unglaubliche Afrikaabenteuer". Gegen
viertel vor elf stand dann Moses auch auf der Matte, und wir verließen
ein weiteres Mal die kenianische Hauptstadt in Richtung Wildnis. Moses
verabschiedete sich von uns, denn er mußte ja neue Touren organisieren.
Nach etwa einer Stunde Fahrt in Richtung Westen senkte sich die gut ausgebaute
Straße in das sog. Rift Valley hinab. Die deutsche Bezeichnung lautet
„Afrikanischer Grabenbruch": Das Rift Valley ist durch das Abbrechen der
indischen von der afrikanischen Erdplatte vor Jahrmillionen entstanden.
Betrachtet man eine gute Afrikakarte so erkennt man anhand von mehreren
Seen den Verlauf dieses Abbruchs. Am besten kann man diesen Bruch, angefangen
im Süden beim Malawisee an der Grenze zu Moçambique, weiter
nordwärts am Tanganyikasee und im Norden von Kenia am Turkanasee an
der Grenze zu Äthiopien nachvollziehen. Das Rift Valley teilt weiter
nördlich Äthiopien praktisch in eine West- und eine Osthälfte,
ehe der Bruch weiter im Roten Meer bis in die Nähe von Petra in Jordanien
sich entlang zieht. Würden wir diese Reise in 100 Millionen Jahren
noch einmal unternehmen, würden wir auf einen neuen Kontinent stoßen,
da sich Ostafrika vom restlichen Afrika wahrscheinlich irgendwann abtrennen
wird.
Nachdem wir das Rift Valley durchquert hatten, ging es nun auf einer nicht mehr ganz so einfach zu befahrenen Straße in den letzten Ort vor dem Masai Mara Game Reserve nach Narok. Die Straße dorthin ist ein Bild für die Entwicklung eines ganzen Landes. Irgendwann einmal wurde die Straße nach Narok asphaltiert. Da der Straßenbelag hier ganz anderen klimatischen Bedingungen standhalten muß (bis zu 40°C, oder auch Dauerregen), bildeten sich über kurz oder lang Schlaglöcher. Leider fehlt nun das Geld, diese Schlaglöcher auszubessern, so daß die eigentliche Straße gar nicht mehr befahrbar ist. Dafür fuhr man mehr und mehr am Rande der Straße, so daß sich in jede Richtung langsam aber sicher eine Staubpiste bildete. Die eigentliche Asphaltstraße dient nun mehr oder weniger nur noch als Mittelstreifen!
Während der Mittagspause in Narok lernte sich unsere Gruppe langsam kennen. Die Verspre- chungen von Moses haben sich tatsächlich erfüllt. Mit Joseph unserem kenianischen (ex-is- raelischen) Guide, der das Mädchen für alles ist, sind wir ein internationales Team von 10 Leuten. Neben uns 3 Deutschen ist ein Holländer, eine Engländerin, 2 Spanierinnen, oh Pardon 2 Katalaninnen, und 2 JapanerInnen dabei. Die „exotischsten" Mitglieder waren natürlich Mika und Iwaki aus dem Land der aufgehenden Sonne. Denn wer kennt sie nicht: Die Japaner, die kamerabehängt Europa in 3 Tagen durchfliegen, ehe sie dann wieder die restlichen 362 Tage arbeiten. Dieses Klischee bestätigte sich leider ein bißchen bei Iwaki, der Afrika innerhalb einer Woche durchquerte. Aber 3 Tage lang hielt er es mit uns anderen auf der Safari aus, ehe er seinen Flieger nach, keine Ahnung wo, kriegen mußte. Ein weiteres Klischee, daß Japaner unheimlich naiv sind, zeigte sich hier in Narok. Das leckere Mittagessen war ja im Preis inbegriffen, aber die Getränke mußte jeder selbst bezahlen. Nun war das für uns Europäer kein besonderes finanzielles Desaster, einen halben Euro für eine Cola zu bezahlen. Aber als wir wieder weiterfahren wollten, kamen wir mit Mika ins Gespräch und sie meinte nur, daß sie es komisch fände, daß der Kaffee hier so teuer sei wie in Japan. Wieviel denn der Kaffee gekostet hätte, wollten wir daraufhin wissen. Wir staunten nicht schlecht, als sie uns sagte, daß man von ihr 10 US$ für den Kaffee wollte, die sie in Unkenntnis der Preise oder im Nichtverlierenwollen des Gesichts anstandslos zahlte!!! Arme Mika!
Hinter Narok fing dann der Busch an, der sich bis in die Serengeti nach Süden zieht. Die Piste war dementsprechend schlecht, und wir brauchten für die letzten 80 km geschlagene 2 Stunden, ehe wir am Rande des Masai Mara Game Reserves unser Camp erreichten, das sich in der Nähe eines Masai Dorfes befindet. Jetzt wissen wir auch, warum die Safari, das übrigens ein Suaheli-Wort ist, und nichts anderes als Reise bedeutet, so günstig ist. Unterkünfte innerhalb des Game Reserve sind nämlich laut Reiseführer unerschwinglich teuer, aber vor der Game Reserve Grenze ein Camp zu errichten ist eine prima Idee, denn nachts kann man eh nicht auf Safari gehen, und von Sonnenauf- bis -untergang können wir im Game Reserve so lange herumfahren, wie wir Lust haben. Das Camp besteht aus einer großen Strohhütte, in der Masai aus dem Dorf für uns kochen und Getränke verkaufen. Um die Hütte herum sind Zelte aufgebaut und am Rande der Zeltgemeinschaft steht ein Buschplumsklo!
Nachdem wir unsere Rucksäcke schnell in die Zelte geworfen hatten, machte Joseph mit uns die erste Tour in das Game Reserve. Unsere Studentenausweise aus Istanbul halfen uns, wie sich jetzt herausstellte, den niedrigen Preis zu rechtfertigen. Denn Studenten bekommen beim Eintritt einen großzügigen Rabatt, denn die anderen mußten für die 4 Tages Tour zwischen 10 und 20 US$ mehr bezahlen, da sie keine Studentenausweise bei sich hatten. Schon kurz hinter unserem Camp sahen wir die ersten Antilopen und Gazellen. Jetzt zeigte sich auch, daß man bei der Auswahl eines Safari-Veranstalters auf den Zustand des Autos achten sollte: Den Großteil der Strecke innerhalb des Game Reserve legte Joseph offroad zurück. Dies scheint hier legal zu sein, während es in anderen berühmten afrikanischen Parks strengstens verboten ist (Kruger & Etosha z. B.). Jetzt kann man natürlich zu Recht diskutieren, ob es für die Tiere so angenehm ist, wenn ein Auto querfeldein durch den Busch fahren darf. Aber hier war immerhin Hauptsaison, und mehr als 3-4 Autos sahen wir an einem Morgen oder Nachmittag eigentlich nie (im Vergleich zu Staus im Kruger & Etosha). Der Bus scheint jedenfalls einen guten Unterbodenschutz zu haben, denn obwohl wir meist im Schritttempo fahren, setzen wir ständig auf, und eine aufgerissene Ölwanne ist definitiv das Letzte, was wir hier gebrauchen können. Mit Joseph als Fahrer haben wir wirklich Glück. Er ist sehr ruhig und macht seinen Job, Tiere zu entdecken, wirklich wunderbar. Dank seines Gespürs haben wir heute Abend auf der Rückfahrt zum Camp noch einen Geparden gesehen, den man sicherlich nicht alle Tage trifft.
Sonntag morgens um 06h00 aufstehen… Das gibt es wirklich nur auf einer Afrika Tour, ins- besondere auf einer Safari, denn kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang findet man in der Savanne die meisten Tiere. Während der heißesten Stunden am Tage verkriechen sich die Serengethi-Bewohner im Unterholz. Möchte man also nicht nur quer durch die (leblose) Savanne fahren, muß man halt früh aufstehen. Nach einen guten English Breakfast made by Masai people (Würstchen, Ei, Toast, Peanutbutter, Plum jam & Tea) ging's danach gleich wieder ins Game Reserve. Während dieser Fahrt entdeckte Joseph so ziemlich alle Arten von Savannenbewohnern mit Ausnahme von Nashörnern und Leoparden. Das mit Abstand Eindrucksvollste war tatsächlich die „Migration":
In einer bis zum Horizont reichenden Linie zogen Zebra und Gnu in Reih und Glied hintereinander durch die Savanne. Dieser Trek zählte sicherlich mehrere zehntausend Tiere. Es war direkt ein bißchen unheimlich so viele Lebewesen auf einem Fleck zu sehen, ohne daß man einen Ton hören konnte. Daß nicht alle Tiere von unserer Ankunft begeistert waren, erkannten wir dann nachmittags, nachdem Joseph Elefantenspuren entdeckte. Hinter einer Kurve stand ein Elefantenbulle und war gar nicht „amused" über unser Stören beim Liebesspiel! Uns blieb nur noch der ungeordnete Rückzug. Zum Glück fand Joseph sofort den Rückwärtsgang, und es ging in Höchstgeschwindigkeit den Weg zurück. Der Elefantenbulle jagte uns einige Sekunden hinterher. Anscheinend hatte er danach keine Lust mehr, wehrlose Touris in Angst und Schrecken zu versetzen, denn plötzlich drehte er ab. Aber er hatte nicht nur uns in Panik versetzt. Ebenso ängstlich reagierte ein Strauß, der aufgebracht das Weite suchte. Der einzige Wermutstropfen heute waren die Flußpferde, die im Grenzfluß zwischen Tansania und Kenia badeten. Wegen der Hitze blieben sie den ganzen Tag im Fluß, so daß nur die win- zigen Öhrchen aus dem Wasser ragten und sie dadurch natürlich nicht ganz so photogen wa- ren wie die meisten anderen Bewohner.
Die Masai-Köche warteten im Bush-Camp wirklich mit allerlei kulinarischen Genüssen auf uns. Dieses Mal gab's Spaghetti à la Bolognaise und Obstsalat. Diese Safari ist sicher ein Höhepunkt unserer Tour. Die vielen Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo oder dem Fernsehen kennt, endlich einmal live in freier Wildbahn zu erleben ist wirklich phantastisch. Unsere Gruppe besteht aus wirklich netten und aufgeschlossenen Leuten, auch wenn die beiden JapanerInnen manchmal etwas verloren wirken. Die Abende im Camp sind immer wieder ein schöner Tagesabschluß. Zirpende Grillen, manchmal Geräusche von irgendwelchen Tieren und eine wunderschöne Wolkenbilder lassen den Tag angenehm ruhig ausklingen. Diese „Zeltlagerstimmung" wird durch das Lagerfeuer noch unterstützt. Das Feuer hat aber hier auch einen anderen Zweck, denn abends ist es schon manchmal etwas kalt. Die ganze Nacht über halten die Masai dort Nachtwache, nicht etwa vor Räubern sondern vor Elefanten, die hier ab und zu auftauchen können. Das Feuer ist auch die einzige Lichtquelle zum Tagebuchschreiben. Außerdem machen wir mit unseren Gastgebern am Feuer auch manchmal ziemlichen Quatsch, indem zuerst die Masai und dann alle zusammen total chaotische Tribal Dances ausprobieren. Völlig müde vom Herumhüpfen mit den Masai ruhten wir uns dann am Feuer aus und wir konnten in den wunderbaren Sternenhimmel schauen. Hier sind natürlich wesentlich mehr Sterne sichtbar, da die nächste Stadt mit künstlichen Lichtquellen mehrere hundert Kilometer entfernt liegt, und dadurch die Dunkelheit auf der Erde die Sterne am Firmament erst so richtig zum Leuchten bringt.
Um bei Sonnenaufgang im Masai Mara Game Reserve zu sein, begann der Tag heute schon um viertel vor sechs! Ohne Frühstück ging es ein letztes Mal on Tour auf diesem wunderbaren Flecken Erde. Um diese Uhrzeit waren ganz eindeutig die Tiere wesentlich fitter als die Menschen. Eine Gruppe von Löwen hatte schon ganze Arbeit heute Morgen geleistet. Nun saßen sie beim etwas blutigen Frühstück und verspeisten gerade ein gerissenes Zebra! Danach hatten wir zunächst keinen Appetit mehr und beobachteten lieber noch ein paar Schakale beim morgendlichen Herumlungern. Nachdem wir uns dann doch noch im Camp mit Chapatis (keniatisches Fladenbrot) und Baked Beans gestärkt hatten, ging es über Narok und das Rift Valley nach Nakuru. Die Fahrt in der Mittagshitze war zwar nicht gerade angenehm, wir wurden wieder von der herrlichen Landschaft so in Beschlag genommen, daß uns die Enge des Busses (wir waren ja schon Schlimmeres gewöhnt) nichts ausmachte. In Nakuru sollten wir nach Moses' Beschreibung ja in einem First-Class Hotel untergebracht sein; das stimmte natürlich nicht so ganz, aber das war uns total egal, denn diese Safari mit den wunderschönen Erlebnissen in der Masai Mara war ohnehin jeden Cent wert, und auf ein First-Class Hotel kann man sicher auch getrost verzichten.
Nachdem wir heute so früh schon auf den Beinen waren, fielen wir dementsprechend auch ziemlich früh ins Bett. Außerdem wollten wir fit sein, für den morgigen Tag, an dem es noch einmal auf Safari ging.
Da man in Kenia die Chance hat, die sogenannten „Big Five" (Löwe, Nashorn, Elefant, Flußpferd und Giraffe) zu sehen, und da ich bis auf die Nashörner alle anderen Tierarten schon gesehen hatte, war ich gespannt, ob wir nun die „Rhinos" im Lake Nakuru National Park zu Gesicht bekommen würden. Martin und Meik hatten schon mehr Glück gehabt, denn sie sahen Nashörner im „Nairobi National Park", während ich ja krank im Bett lag. Aber für die beiden war es auch noch einmal ein spannender Tag, denn hier soll es auch eine große Population an Leoparden geben. Leoparden und Geparden (die war ja schon in der Masai Mara sahen) sind die Tierarten, die man am seltensten in Kenia zu sehen bekommt. Allerdings muß ich sagen, nachdem ich später in einigen anderen afrikanischen Nationalparks war, daß die Artenvielfalt und die Häufigkeit diese wunderbaren Lebewesen beobachten zu können, in keinem Park so groß war, wie in der Masai Mara. Leider hatten wir heute im „Lake Nakuru National Park" kein so großes Glück wie in der Masai Mara. Die Leoparden konnte selbst Joseph nicht aufspüren. Dafür machten wir mit Baboons Bekanntschaft und am Seeufer trafen wir auf hunderte von Flamingos. Eigentlich ist der Lake Nakuru bekannt dafür, daß hier Millionen dieser Vögel auf einem Fleck nach Nahrung suchen, aber dieser See ist gerade wieder (wie in den 50er Jahren schon einmal) am Austrocknen. Die meisten Flamingos sind daher anscheinend zu anderen Seen im Rift Valley geflogen. Ein Großteil des Sees besteht nun aus Salzablagerungen (die Seen des Rift Valley sind im Allgemeinen sehr salzreich) und Flamingokot. Nachdem wir noch eine Weile mehrere Giraffenpärchen beim Herumturteln beobachten konnten, hieß es endgültig Abschied nehmen von Kenias Savanenenbewohnern und es ging einmal mehr zurück in die Hauptstadt Nairobi, genauer gesagt ins New Kenya Lodge. Dort angekommen hieß es auch Abschied nehmen von Joseph unserem Tourguide und Fahrer, dem wir all die wunderbaren Erlebnisse auf dieser Safari zu verdanken hatten. Nach 4 Tagen des gemeinsamen Erlebens fiel uns auch der Abschied vom Rest der Gruppe nicht ganz einfach, denn wir waren ein sehr harmonischer Kulturmix und hatten viel Spaß mit einander.
Während einer Afrikadurchquerung hat man natürlich keinen richtigen Alltag. Anscheinend sehnt sich aber der Mensch wenigstens ein bißchen nach einem geregelten (Wochen) Ablauf. Da für uns jeder Tag oft eine neue Umgebung bedeutet und sicherlich ein neues Abenteuer, bauen wir unseren Alltag lediglich mit Hilfe unseres Weltempfängers auf, mit dem wir die Deutsche Welle (DW) empfangen können. Wir versuchen möglichst täglich die Nachrichten zu hören, schon alleine um eventuelle Probleme in Ländern, die auf unserer Route liegen, im Voraus zu erfahren. Während der Reise habe ich manchmal den Eindruck, daß wir hier besser über die Nachrichtenlage im Bilde sind, als zu Hause, wo man aufgrund des Alltags(stresses) keine Zeit findet, sich täglich Nachrichten im TV anzuschauen. Außerdem denke ich, daß die Qualität der Nachrichten im Radio wesentlich höher ist als im TV, da man mit Bildern viel ausmerzen kann. Im Radio hingegen hängt alles am Gesprochenen. Der Beitrag steht und fällt mit dem Text, da man sich die Bilder anhand des Textes selber im Kopf entwerfen muß. Es gibt nun bei DW eine Sendung in der Woche, für die wir zum Teil den gesamten Tagesablauf ausrichten: „Die Deutschen Top 10!" Das klingt nun vielleicht etwas be- scheuert, aber wenn man seit 6 Wochen anfangs nur arabische Musik und nun hauptsächlich Reggae hört, sind wir wirklich glücklich einmal pro Woche mal etwas anderes zu hören, auch wenn es sich um „Die Doofen" mit dem bekloppten „Stinklied" handelt. Diese Sendung findet immer um 14h30 Weltzeit statt, so daß wir dienstags am späten Nachmittag (+3 Stunden zur „Moskau Zeit") immer versuchen das Radio griffbereit zu haben. So konnten wir auch dieses Mal im New Kenya Lodge wieder der deutschen Top 10 lauschen, die wir ausnahmsweise auch mit anderen Backpackern „genossen" .
Nun hieß es endgültig Abschied nehmen von Nairobi. Die Stadt, die von ziemlich vielen Menschen als dreckig, kriminell und uninteressant beschrieben wird, ist uns trotzdem ein bißchen ans Herz gewachsen. Sie war zweimal unser Ausgangspunkt für wunderschöne Touren und sozusagen unser Basislager. Schließlich hatten wir auch Glück gehabt; wir wurden nicht überfallen und ausgeraubt. Tatsächlich hat diese Stadt, wie viele andere afrikanische Hauptstädte, wenige interessante und schöne Ecken. Vielmehr wird man als Reisender hier mit der Armut des afrikanischen Kontinents konfrontiert, was sich durch die vielen Straßenkinder und Bettler ständig zeigt. Beim Hinaus- und Hineinfahren in die Stadt kommt man auch an vielen Slums vorbei. Ein permanentes Problem Afrikas, die Landflucht, zeigt sich dabei unmittelbar. Die Menschen auf dem Land glauben immer noch, daß ihre Zukunft in der Stadt liegt. Dadurch kommen jeden Tag mehr Menschen vom Land in die Stadt, unwissend wie sie ihre Zukunft gestalten sollen. So landen viele von ihnen in den Slums und gehen betteln oder eventuell auch kriminellen Aktivitäten nach.
Wir hingegen haben die Möglichkeit (und das Geld) diese Stadt nun endgültig zu verlassen. Bei Sonnenaufgang standen wir schon an der Busstation, von der unser Bus wenig später in Richtung tansanische Grenze abfuhr. Wir waren ziemlich froh, wieder einen Bus gefunden zu haben, und nicht auf Matatus angewiesen zu sein. Der Bus war zwar voll, aber das Wort „voll" gebrauche ich hier im europäischen Sinne, d.h. alle Sitzplätze waren mit einer Person besetzt! Nach zweieinhalb Stunden Fahrt nach Süden erreichten wir die tansanische Grenze. Die kenianischen Grenzbeamten drückten relativ schnell ihren Ausreisestempel in den Paß, und es ging weiter zu den tansanischen Kollegen. Dort mußte dann zuerst einmal das Gepäck aus dem Bus geladen werden. Danach ging's damit zur Paß- und Zollkontrolle. Die Zöllner inspizierten unsere Rucksäcke besonders intensiv und entdeckten natürlich auf der Stelle verdächtige Literatur: Reisführer über Syrien und Jordanien. Was wir damit in Tansania anstellen möchten wurden wir in einem sehr unfreundlichen Ton gefragt. Als wir erklärten, daß wir auf einer langen Reise wären, auf der wir nun mal auch in Syrien und Jordanien waren, nahm uns dies anscheinend niemand ab. Daraufhin wurden unsere Rucksäcke noch ein bißchen mehr inspiziert, es fanden sich aber keine weiteren verdächtigen Dinge, und so bekamen wir unseren Einreisestempel nach Tansania. Später stellten wir fest, daß es wesentlich einfacher gewesen wäre, unser Gepäck einfach am Bus stehen zu lassen, denn es kontrollierte niemand, ob das Gepäck auch tatsächlich dem Zoll präsentiert wurde.
Inzwischen versuchten einige Geldwechsler uns (und andere Reisende)
zum Geldtauschen zu
überreden. Da hier offen schwarz getauscht wurde, war die Gefahr,
dafür von den Grenzbeamten zur Rechenschaft gezogen zu werden, gering.
Aber die Geldwechsler wollten hauptsächlich Kenia-Schillinge (KSh)
gegen Tansania-Schillinge (TSh) tauschen. Dabei wollten sie die Unwissenheit
über den Umtauschkurs bei den weißen Reisenden sich zu Nutze
machen. Sie meinten, das Tauschverhältnis betrage 1:1 d.h. ein KSh
für einen TSh. Hätten wir getauscht, hätte dies einen kleinen
finanziellen Ruin bedeutet, denn 1 US $ war 57 KSh bzw. 598 TSh wert. Trotzdem
gab es einige Reisende, wie wir später erfuhren, die sich auf diesen
Deal einließen. Dies bestärkte mich in meiner Meinung, möglichst
oft legal auf einer Bank zu tauschen.
Nach rund 2 Stunden war die Einreiseprozedur für den gesamten Bus erledigt. Im Nachhinein dachte ich, es wäre sicherlich schlauer gewesen, mit einem Sammeltaxi hier anzukommen, da man nicht auf die Abfertigung von 50 indischstämmigen Tansaniern warten mußte, die ebenfalls in unserem Bus saßen und jede Menge Kram mit sich schleppten. Die Inder sind in Ostafrika das, was die Libanesen in Westafrika darstellen: Der wirtschaftliche Motor eines jeden afrikanischen Landes. Die Vorfahren sind noch während der Kolonialzeit von den Engländern nach Ostafrika geholt worden. Nach der Unabhängigkeit wurden die Inder nun zu Staatsbürgern von Tansania, Uganda oder Kenia. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde hauptsächlich von der indisch-stämmigen Bevölkerung beeinflußt. Das lag sicherlich an ihrem Talent, Handel erfolgreich zu betreiben. In den Jahren nach der Unabhängigkeit um 1960 erwirtschafteten viele indisch-stämmige Afrikaner sich bescheidenen Wohlstand durch den Aufbau kleiner Läden. In der Tat kann man heute fast in jedem ostafrikanischen Dorf eine indische Familie finden, die den örtlichen Tante-Emma-Laden betreibt. Leider kam bei den unterprivilegierten Schichten mit der Zeit Neid und Haß auf die indisch-stämmige Bevölkerung auf. In Uganda wurden viele Inder vertrieben. Mehr Glück hatten die Inder in Kenia. Wie wir später hörten, begann zur Zeit unseres Aufenthalts in Tansania nun auch hier die Hetze gegen die Inder. Wir sehen also, daß das Problem des Rassismus sicherlich nicht auf unseren Kontinent beschränkt ist.
Mit dem Beginn der Fahrt durch Tansania in Richtung der nördlichen Metropole Arusha wurde aus dem (europäisch definierten) vollen Bus so langsam ein nach afrikanischen Verhält- nissen voller Bus. Auf den vormals für 4 Passagiere konzipierten Sitzen saßen nun mindestens 5. Außerdem konnte man natürlich auch noch den Gang als Sitzplätze verkaufen, in dem das Gepäck nun in den Gang gelegt wird, und dann das menschliche Frachtgut darauf plaziert wird. Zum Glück dauerte die Fahrt nicht mehr lange,und wir erreichten Arusha, das Zentrum der tansanischen Tourismusindustrie.
Die Stadt Arusha hat natürlich wieder keinerlei Attraktionen zu
bieten. Dafür liegt sie als Ba- sis für die Attraktionen in ihrer
Umgebung äußerst günstig. In westlicher Richtung geht es
direkt in die Serengeti und den Ngorongoro Krater. In östlicher Richtung
liegt hingegen der höchste Berg Afrikas, der Mt. Kilimanjaro! Dementsprechend
oft wurden wir natürlich auf Touren zu diesen Punkten angesprochen.
Doch möchte man in Tansania einen dieser Plätze besuchen, so
muß man sehr sehr viele US Dollar mitbringen (TSh werden natürlich
nicht akzeptiert!). Für einen Aufstieg am Kilimanjaro einfach mal
350 US$ hinzulegen empfinde ich mittlerweile einfach nur als Ausbeutung!
Dasselbe gilt für die Safaris in die Serengeti, wenn man für
4 Tage mehr als 400 US$ hinblättern muß. Und individuelle Touren
sind nur unter großen Strapazen zu machen. In wahrer Voraussicht
unternahmen wir daher ja schon die Trips in Kenia und wir wurden schließlich
nicht enttäuscht. Arusha war für uns deshalb nur eine kurze Übernachtungsstation
auf unserem Weg weiter nach Süden.
Um unser Budget nicht zu sehr zu strapazieren schrecken wir auch nicht vor radikalen Spar- maßnahmen zurück, nachdem wir gestern in einem chinesischen Restaurant äußerst gediegen gespeist haben und einige „Safari-Lager" zu uns genommen hatten (Meik natürlich nicht.). Das Doppelzimmer wurde durch das Aufstellen des Innenzeltes für uns zum 3-Bettzimmer. Zum Glück hatten wir ein Zelt dabei, das als Innenzelt auch selbstständig steht. Ansonsten wäre diese Kostensenkungsmaßnahme nicht von Erfolg gekrönt gewesen. So bezahlten wir 5 US$ zu dritt für das Zimmer und lagen damit wieder halbwegs im Finanzplan. Aber leider müssen wir uns von Zeit zu Zeit bei unseren lieben Verwandten zu Hause mal melden. Diese machen sich permanent Sorgen, daß uns etwas zustößt. Für uns ist dieses Gefühl eigentlich völlig fremd, da wir ja wissen, daß es uns gut geht. Die meiste Zeit haben wir unseren „Egoismus" jedoch im Griff und melden uns dann ab und zu daheim. 1995 gibt es in Afrika leider noch nicht einmal funktionierende Telefone außerhalb der Post. Ein Telefongespräch nach Europa kostet durchschnittlich 5 - 10 US$ pro Minute. Daher sind wir auf das gute alte Telegramm ausgewichen, das die kostengünstigste Mitteilungsform im damaligen Afrika darstellte. Email und Internet, geben wir es doch zu, waren zu diesem Zeitpunkt selbst in Europa noch ein Fremdwort. „Und was in aller Welt ist eine SMS?" hätten wir uns damals gefragt. Um auch beim Telegramm-Versenden Kosten zu sparen, wurde beim Empfänger lediglich der Nachname angegeben, bei der Adresse die Hausnummer weggelassen und auf die Postleitzahl verzichtet, denn die Wörter im Adressfeld kosten ebenfalls schon Geld. Der Absender hatte natürlich auch nur einen Vornamen und keinen Nachnamen. Als Text gaben wir immer nur „Prima" oder „Allesgut" (in einem Wort) an, was natürlich ungläubige Blicke der Postbeamten provozierte. Aber dadurch konnten die Kommunikationskosten auf ein erträgli- ches Maß reduziert werden. Meist wurden die Telegramme nach Deutschland innerhalb weniger Stunden übermittelt. Doch da auch die Deutsche Telekom spart, wurde das Telegramm oft nicht per Bote übergeben, sondern mit der Post ausgeliefert. Dadurch kamen manche Telegramme erst Tage später bei unseren Verwandten an! Aber jedes Telegramm erreichte über kurz oder lang seinen richtigen Empfänger, trotz der Sparmaßnahmen bei der Adresse! So hat Martin heute unsere Gemeinschaftskasse mit nur sechs zu zahlenden Wörtern belastet: (1) Empfängername, (2) Straße, (3) Ort, (4) Land, (5) „Toll" & (6) Martin! Dieses unheimlich aussagekräftige Telegramm hat uns dann 8000 TSh (heutiger Wert ca. 10€) gekostet.
Nachdem die Verwandten wieder besänftigt waren, wurde unser knurrender Magen mit einem ausgedehnten Frühstück beim Chinesen zufrieden gestellt. Danach hieß es Abschied nehmen von Arusha und dem ostafrikanischen Hochland. Mit einem äußerst komfortablen Bus ging es nun auf die 600 km lange Fahrt in die Metropole Tansanias am Indischen Ozean: Dar-es-Salaam. Von Arusha fuhren wir zunächst am JRO-Flughafen (Kilimanjaro Intl. Air- port) vorbei nach Moshi, das direkt am Fuß dieses imposanten Berges liegt. Wir hatten aus- gesprochenes Glück, denn von hier unten (ca. 1000m Höhe) konnten wir hinauf bis zur Eiskappe am Uhuru-Peak (5995m) schauen. Das Bild entspricht tatsächlich den in allen Bildbänden zu entdeckenden Photos des sich aus der Ebene empor hebenden Giganten. Nur standen bei uns keine Elefanten im Vordergrund sondern die Telegraphenmasten, die sich am nördlichen Rand der Straße befanden. Leider wird das Bild vom Schnee am Äquator wegen der Klimaerwärmung bald der Vergangenheit angehören, da die Eiskappe immer mehr abnimmt. In mir wurden Erinnerungen wach an meinen Versuch, diesen Berg 2 Jahre zuvor zu besteigen. Damals hatten wir (Hanni & ich) nicht so schönes Wetter wie heute, und wir ga- ben zwischen Hans-Meyer Höhle und Gilman's Point auf ca. 5500m im Schneesturm auf.
Nachdem wir Moshi in südlicher Richtung verlassen hatten, verloren wir immer mehr an Höhe und fuhren danach für mehrere Stunden durch eine Hügellandschaft in der sog. Feuchtsavanne, während die Gegend um Arusha eher der Trockensavanne zuzurechnen ist. Die Fahrt war nicht nur wegen der nicht mehr gekannten Beinfreiheit eine Erholung. Es gab sogar „Kabinenpersonal", das Getränke und Bonbons von Zeit zu Zeit reichte. Die Fahrt ging dann im Landesinnern parallel zur Küste an kilometerlangen Palmenplantagen entlang, bis wir nach etwa achteinhalb Stunden angenehmer Fahrt in den Hafen des Friedens (= Dar-es-Salaam) einfuhren. Die Slums hielten sich hier in Grenzen. Dafür sah es in den Vororten aus wie in der ehemaligen DDR. Denn unsere „Genossen" aus dem Osten haben dem „sozialistischen Bruderland" als Entwicklungshilfeprojekt zahlreiche Plattenbauten hinterlassen! Leider sind wir nach Einbruch der Dunkelheit dann in „Downtown" angekommen und bei allem Vertrauen in den Namen der Stadt war uns nicht ganz wohl bei dem Gedanken, nun vollbepackt auf Zimmersuche zu gehen, zumal unser Reiseführer uns vor dem permanenten Zimmermangel in Dar warnte.
Tatsächlich wurden wir heute auf die härteste Geduldsprobe unserer Tour nach der Visabe- schaffung für Eritrea gestellt. Nachdem wir 10 (!) Hotels abgeklappert hatten, verloren wir langsam die Hoffnung, noch ein Zimmer zu finden und wollten uns schon in einem Treppenhaus eines Hotels einquartieren, als einer der Hotelbesitzer sich unser erbarmte und meinte, es gäbe „um die Ecke" ein neues noch unbekanntes Hotel, das sicher noch ein Zimmer für uns hätte. Von der Hauptstraße bogen wir dann in immer schmalere Seitengassen ein, die weder asphaltiert, noch beleuchtet waren. So langsam hatten wir Angst, Opfer eines Überfalls zu werden, und Martin nahm schon mal prophylaktisch die SIGG Flasche als „Schlagstock" in die Hand. Doch unser Mißtrauen war auch heute unbegründet, und wir kamen in einem wirklich schönen, total neuen Hotel unter. Der größte Zimmerkomfort bestand für uns im Vorhandensein von Fliegengittern und Ventilatoren. Dadurch mußten wir nicht unsere Moskitonetze aufbauen und konnten einfach aufs Bett fallen und einschlafen. Mücken (die Mala- ria übertragen) können bei starkem Luftzug nicht mehr fliegen und folglich uns auch nicht stechen. Die Fliegengitter sorgen dafür, daß von vornherein schon keine Mücken durch das Fenster gelangen können, denn bei Stromausfall bringen die Ventilatoren auch nichts mehr!
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