Gegen das Vergessen

B�ndnis gegen Rechts

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Jahreswechsel
2000/2001:
Drohungen und
rechte Gewalt
in der
Oberpfalz

Neonazi-Anschlag: An Mahnmal scheiden sich weiter die Geister

Vor zehn Jahren in Schwandorf: Vier Menschen starben in den Flammen

SCHWANDORF (hh). Am 17. Dezember 1988 starben bei einem rechtsextremistischen Brandanschlag in Schwandorf vier Menschen. Ob zum zehnten Jahrestag auch ein Mahnmal an die Untat erinnern wird, ist allerdings fraglich: Im Stadtrat sind die Meinungen geteilt, der CSU-B�rgermeister ist prinzipiell dagegen, einen Gedenkstein mit Steuergeldem zu finanzieren.

Den Stein ins Rollen brachte die inzwischen parteilose ehemalige Landtagsabgeordnete der Gr�nen Irene-Maria Sturm. Im Namen eines "B�ndnisses gegen Rechts" stellte sie den Antrag, mit st�dtischen Geldern ein Mahnmal am Tatort zu er richten. Ein Granitblock wurde gespendet. Nur die Inschrift fehlt "Den Opfern des rassistischer Brandanschlags vom 17.12.1988 Osman Can. Fatma Can. Mehme Can. J�rgen H�bener".

Ob der Gedenkstein bis zum zehnten Jahrestag auch steht, ist fraglich:

Erst am 15. Dezember befa�t sich der Stadtrat mit dem Thema, im Vorfeld sind die Meinungen geteilt. Widerstand gegen das Vorhaben, wie die dpa vermeldete, gibt es zwar nicht, aber auch nicht unbedingt Entgegenkommen. CSU-B�rgermeister Michael Kaplitz erkl�rt sich bereit, st�dtischen Grund f�r das Mahnmal zur Verf�gung zu stellen, ist aber strikt gegen eine Finanzierung mit Steuergeldern: "Ich halte es f�r falsch, st�ndig irgendwelchen Verbrechern politische Gloriolen umzuh�ngen." Die SPD-Fraktion will Sturms Antrag unterst�tzen, h�lt ihr aber auch vor, sie wolle sich nur profilieren. Sturm selbst fordert, "nicht alles stillzuschweigen".

Der Anschlag, der eine t�rkische Familie und einen deutschen Hausbewohner das Leben kostete, wurde von einem 19j�hrigen Schwandorfer mit Verbindungen zu Neonazis in ganz Deutschland begangen. Zur Zeit verb��t er eine �ber zw�lfj�hrige Haftstrafe in der JVA Straubing.

Mittelbayerische Zeitung Oberpfalz v. 30.10.1998

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