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Telefonh�uschen statt GedenksteinSchwandorfer B�rgermeister: Mahnmal f�r Opfer von Brandanschlag "inhuman"Von Ulf Vogler Schwandorf (ib) Blinder Ausl�nderha� kostete in der Nacht zum 17. Dezember 1988 in Schwandorf eine dreik�pfige t�rkische Familie und einen Deutschen das Leben. Zehn Jahre sp�ter erinnert in der oberpf�lzischen Kreisstadt nichts mehr an den Brandanschlag eines Neonazis. Wenn es nach den politisch Verantwortlichen in der 27000 Einwohner z�hlenden Stadt geht, wird das so bleiben. Sie lehnen die Errichtung eines Gedenksteins vehement ab. Im Rathaus will man verhindern, da� Schwandorf mit anderen Orten rechtsextremer Verbrechen wie Solingen, M�lln und Rostock in einem Atemzug genannt wird. Es handle sich bei dem Anschlag um die Tat eines Einzelnen, in Schwandorf gebe es keine rechte Szene, erkl�rt eine Sprecherin der Stadt die Haltung von Oberb�rgermeister Hans Kraus. "Das ist der Unterschied zu St�dten wie dem s�chsischen Hoyerswerda", lautet die offizielle Meinung. Die Beh�rde des CSU-Oberb�rgermeisters lehnte mehrfach Antr�ge auf Errichtung eines Mahnmals ab. "Das tragische Ereignis wird den B�rgern auch ohne Mahnmal in Erinnerung bleiben", beschied die Stadtverwaltung zuletzt im Februar dieses Jahres. Vertreter von Kirchen, SPD, B�ndnis 90/Die Gr�nen und andere Gruppen hatten immer wieder angeregt, auf einen kleinen Gr�nstreifen am Ort des Verbrechens ein Mahnmal zu stellen. Kurz nachdem die Idee 1994 erstmals an die Stadt herangetragen wurde, lie� die Verwaltung die fragliche Fl�che mit einer Telefonzelle zubauen. "Wir werden auf keinen Fall Steuergelder f�r einen Gedenkstein ausgeben", sagt auch der Zweite B�rgermeister Michael Kaplitz. Der CSU-Politiker h�lt die Idee f�r "inhuman". Ein Denkmal f�r die Toten des Neonazi-Anschlags sei "eine Diskriminierung von anderen Mord-opfern". Schlie�lich w�rden f�r von Sexualt�tern verst�mmelte Frauen auch keine Mahnmale errichtet, meint der hauptberuflich als Rechtsanwalt t�tige Kommunalpolitiker. F�r ihn ist die Tat des Mannes, der fr�her in der ganzen Stadt rassistische Schriften verbreitete, ein "Verbrechen wie jedes andere auch". Vor den Jugendrichtern, die den aus Schwandorf stammenden Neonazi 1990 zu einer Strafe von zw�lfeinhalb Jahren Haft verurteilten, ergab sich jedoch keineswegs das Bild eines "normalen" Kriminellen. Zeugen berichteten damals, da� der zur Tatzeit 19j�hrige ein gl�hender Verehrer Adolf Hitlers gewesen sei und den "F�hrer-Geburtstag" regelm��ig feierte. Der junge Mann, der im M�nchner Olympiastadion w�hrend eines Bundesligaspiels auch schon nach "Sieg Heil"-Gr�lereien festgenommen worden war, habe in seiner Heimatstadt mit 20 Skinheads sogar eine Wehrsportgruppe gr�nden wollen, sagten Bekannte beim Proze� aus. Am 17. Dezember 1988 legte der Ausl�nderfeind dann im Treppenhaus eines �berwiegend von T�rken bewohntem Haus in der Schwandorfer Innenstadt Feuer. Zw�lf Mieter wurden bei dem Brand teilweise schwer verletzt. Ein zw�lfj�hriger Bub, seine Mutter (44) sowie der Vater (50) und ein 47 Jahre alter Deutscher verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Von dem Haus blieb nur eine Ruine zur�ck. Um an dieses traurige Kapitel der j�ngeren Schwandorfer Stadtgeschichte zu erinnern, organisierte ein B�ndnis gegen Rechts k�rzlich auf eigene Faust einen Granitstein, in den ein Steinmetz die Namen der Toten einschlagen soll. Der Stein soll bei einer Gedenkkundgebung am 19. Dezember enth�llt werden. Mit dieser privaten Initiative sollte sich der Stadtrat bereits im Oktober besch�ftigen. Die Stadtr�tin und ehemalige Gr�nen-Landtagsabgeordnete Irene Maria Sturm hatte einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Doch die Stadtv�ter jedoch legten das Thema vorerst auf Eis. Jetzt wird der Gedenkstein bei der n�chsten Stadtratssitzung wohl erneut auf der Tagesordnung stehen: am 15. Dezember, zwei Tage vor dem zehnten Jahrestag des Anschlags. Donau-Kurier, Ingolstadt v. 08.12.1998 |