"Selig sind, die reines Herzens sind".

Eine Predigt von Pastor Volkhard Spitzer

Am 28. Dezember 1974 vor der Nolli-Jugendgruppe gehalten

Jesus-Center Berlin, Nollendorfplatz 5.


Teil 4


Können wir mal lesen Matthäus 26 Vers 41? Bin gleich zu Ende. Matthäus 26 Vers 41. Aber ich glaube, das ist wichtig. Ich glaube, das ist so wichtig, daß wir diese Dinge verstehen und auch nicht nur für uns verstehen sondern daß wir anderen Menschen damit dienen können, anderen Brüdern und Schwestern helfen können wenn sie in solchen Problemen drinstecken. Matthäus 26:41. Liest du’s mal?

Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

Aha! Jesus sagt hier etwas ganz wichtiges. Er sagt, "Wenn du Sieg haben willst, mußt du wachen und beten damit du nicht in die Anfechtung fällst." Im Englischen wird es wieder etwas besser ausgedrückt. Ich lese sehr viel die englische Bibel, aber da heißt’s, "that you will not enter into temptation." Da heißt es also nicht "overcome temptation" sondern "not enter in". Das heißt, du mußt nicht mal an den Punkt kommen, wo die Versuchung so schwer wird, daß du kämpfen mußt, um es zu überwinden, sondern du sollst wachen und anbeten, daß du erst gar nicht in die Versuchung eingehest. Du mußt gar nicht so weit kommen, daß es ein Riesenkampf zwischen der Versuchung und dir gibt, so wie’s oft bei uns ist, sondern du sollst so mit Jesus verbunden sein, daß die Versuchung gar keine Gewalt über dich bekommt.

Das ist wichtig, daß wir das verstehen. Unser geistliches Leben, unser Verbindung mit Gott ist Grundvoraussetzung. Du wirst niemals – laß mich das ganz laut sagen und ganz klar sagen und direkt in dein Herz hinein sagen: Du wirst niemals ein starker Christ werden, wenn du nicht deine tägliche Zeit mit Jesus hast, wo du mit ihm sprichst, wo du ihn anbetest und wo du sein Wort liest. Wenn du das nicht hast, wirst du kein starker Christ sein. Ich möchte fast sagen, du wirst es nicht fertigbringen, die Versuchung zu widerstehen. Denn diese Dinge hat Gott einkalkuliert in deinem christlichen Wandel. Wenn Gott sagt, "Du sollst mehr als Überwinder sein. Du brauchst nicht der Sünde unterlegen zu sein. Du kannst rein leben," dann hat er diese Dinge mit einbezogen, daß du tust, was er sagt. Und er hat gesagt, "Wache und bete, damit du nicht in Anfechtung fallst." Er sagt in anderen Worten, "Wenn du nicht wach bist, wenn du nicht betest, wenn du nicht Gottes Wort ißt" – wie wir neulich in der Predigt gehört haben – "dann hast du keine Voraussetzung, dem Feind zu widerstehen. Du wirst fallen."

Das ist so natürlich wie nur irgend etwas. Wenn ich nicht täglich meine drei Mahlzeiten habe, da werde ich schwach. Und wenn ich eine Woche faste, dann komme ich ganz klapprig daher, und genau ist es auch mit unserem geistlichen Leben. Wenn wir nicht geistliche Speise zu uns nehmen, woher soll’s kommen? Gott hat auch im geistlichen Leben Gesetzlichkeiten genau wie im natürlichem Leben. Okay?

Weißt du, das hilft mir so, in letzter Zeit mache ich das. Ich habe auch nicht so ganz regelmäßig mein Gebetsleben, mein geistliches Leben gehabt und deswegen war’s auch nicht immer das, was es hätte sein sollen. In der letzten Zeit habe ich mir diese zwei Schallplatten aus Amerika mitgebracht, die mit diesen Anbetungschorusen, und dann habe ich noch eine Schallplatte mit Hammond-Orgel Musik, wo nicht gesungen wird, weil Singen lenkt ab. Und dann lege ich diese Hammond-Orgel Musik auf wo nur Anbetungschoruse, aber nur gespielt werden. Und dann setze ich mich hin und dann schlage ich meine Bibel auf und dann mache ich mir bewußt, jetzt rede ich mit Jesus, jetzt habe ich Audienz beim König aller Könige. Und dann läuft im Hintergrund diese ganz leise Background-Musik und dann fange ich an, die Bibel zu lesen.

Und Gott spricht zu mir in letzter Zeit. Es ist so wunderbar. Diese ganzen kernigen saftigen Botschaften die ich habe, die sind alle Ergebnis aus diesen stillen Stunden. Und Gott gibt mir Gedanken und er spricht zu mir. Und weißt du, ich werde so froh und ich werde so glücklich. Und dann habe ich eine Zeitlang meine Bibel gelesen. Und dann kann ich nicht mehr. Dann kann ich nicht mehr lesen. Dann packe ich die Bibel beiseite und dann lege ich meine andere Platte auf mit den Anbetungschorusen [Gelächter].

Zur Zeit mache ich es so. Vielleicht mache ich’s in zwei Wochen schon nicht mehr so, aber zur Zeit ist das meine Hilfe. Gott hat uns auch Hilfen gegeben. Und wenn ich dann diese Musik auflege, wie wir vorher gesungen haben, diesen Chorus, dann hilft das mir, ja? Das bringt einfach eine Atmosphäre, genau wie die Black Sabbath eine Atmosphäre in dein Zimmer bringt und du fängst an "Ääääääh…" [Gelächter]. Genau so ist es wenn du Anbetungsmusik in deinem Zimmer hast. Das bringt eine Atmosphäre. Das macht es dir leicht anzubeten. Und dann kniee ich dahin und halte meine Hände hoch und sage, "Oh, Jesus, ich habe dich so lieb. Oh, ich danke dir. Du hast mir so viel klar gemacht heute morgen. Du hast mir so viel mitgegeben. Auf dem Weg hast du zu mir gesprochen. Ich preise dich."

Und weißt du, seit der Zeit, seitdem ich das mache, wache ich morgens um halb vier, vier auf, und ich kann nicht mehr schlafen für eine Zeitlang. Ich fange an zu beten. Dann fällt mir der ein und das ein und das ein und dann bete ich und dann anbete ich eine Zeitlang und dann werde ich wieder müde und schlafe weiter. Und dann wache ich morgens auf, und morgens wache ich nicht auf voller Depressionen – "Ach, schon wieder so ein Sch—ßtag, und…" [Gelächter] Ja, ehrlich! Sondern morgens wache ich auf, und ich gehe ‘raus, so ein bißchen betäppert und lausig, ja? Und dann ins Bad ‘rein und strahlt kaltes Wasser ins Gesicht: "Guten Morgen, Jesus! Halleluja!" Ha ha! Und der Tag läuft viel besser. Er läuft viel besser! Und die Gegenwart Gottes ist da.

Und wenn jetzt Versuchung kommt – das merke ich, das merke ich – wenn jetzt Versuchung kommt, die kommt. Die kommt auch in den Tagen wo ich gut stehe im Glauben. Aber jetzt wenn die Versuchung kommt, da kommt der Teufel und sagt, "Komm mal," ich sage "Nee-ee". [Gelächter] Aber wenn ich meine stille Zeit nicht gehabt habe und wenn ich in meinem Herzen nicht die Verbindung zu Jesus habe, weißt du wie’s dann geht? Er sagt, "Komm mal." Ich sage: "Neee?"…[Gelächter] Weißt du was ich meine? [Stöhnt, als ob er gegen seinen Willen gezogen wird] Und dann schließlich – bahh. Und dann, "Ohh… Und das passiert dir. Menschenskind, Menschenskind! Du bist Verkündiger des Evangeliums und du predigst und du bist Christ schon so lange und, … ach. Ja, ja, ich hab’s schon immer gesagt, du wirst kein guter Christ." Dann muß ich mir selber wieder klar machen, "Gott, danke Jesus, danke, daß ich zu dir kommen darf." Das ist so gut, daß man kommen darf, nicht? Gott hat dich nicht zum Roboter gemacht. Er hat nicht den Guter-Junge-Knopf angestellt, und jetzt immer: "Hahaaaa!" [Gelächter] Jetzt machst du alles, was gut ist! Du hast nur noch Antenna für’s Gute. "Ah, hör auf! Ah! Nur das Gute!" Nein, so ist es nicht, sondern genau wie vor dem Sündenfall. Du hast den Zustand wie vor dem Sündenfall. Du bist im Garten Eden. Gott spricht wieder mit dir. Der Kontakt mit Gott ist wiederhergestellt und Gott wandelt wieder mit dir - aber der Baum ist da. Der Baum ist da. Der Baum ist jeden Tag da. Jeden Tag sind die Früchte lieblich anzusehen. Jeden Tag. Aber du sagst "Nein! Ich habe mich entschieden. Ich werde für Jesus leben und ich liebe ihn mehr als ein Moment Vergnügen und dann ein Sündenfall. Ich liebe Jesus mehr." Du triffst eine Entscheidung und das bewahrt dich vor der Sünde.

So, deine ganzen Gedanken, alles kann gebraucht werden von Gott. Ich habe am letzten Mal darüber gesprochen, wie Gott unsere Talente segnen kann, daß du bessere Musik machst, daß du schönere Gedichte schreibst, für Gott, für Gottes Ehre. Ja! Ich habe erzählt wie die Rose Shakarian Orgel gespielt hat, als die Mikrophone ausgefallen sind und tausende von Leuten saßen da und nichts war da und da war ein großer Redner bestellt. Er sollte über die Taufe im Heiligen Geist sprechen, daß die Leute erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und die ganze Anlage, die elektrische Anlage war ausgefallen und er konnte nicht so schreien, daß die ganz hinten die paar tausend Leute es noch hörten, und er konnte nicht sprechen. Das war menschliches Program. Und da kam Rose Shakarian und setzte sich an die Orgel, und die hatte einen separaten Lautsprecher, und fing an zu spielen "Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte" und fing an zu singen. Und der Heiliger Geist kam auf Rose Shakarian und sie fing an zu singen und Gott gab ihr ein Volumen, ein Stimmvolumen, das war wie sie einen künstlichen Lautsprecher vor dem Mund hätte im Unsichtbaren. Die ganze Halle wurde erfüllt von dem Gesang: "Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu" Und das war wie eine Salbung über den ganzen Raum. Kamen Menschen, schloßen ihre Augen, fingen an zu weinen, hielten die Hände hoch, und innerhalb von ein paar Minuten waren mehrere hundert Leute geistgetauft in diesem Raum. Das kann Gott tun. Ich hab’s neulich gesagt, ich hab schon Opernsängerinnen singen hören wie Maria Callas mit einer Perfektion, menschlichen Perfektion - hat mich vollkommen kalt gelassen. Und dann höre ich ein Kinderchor singen unter der Salbung des Heiligen Geistes, und du, das tut was. Innen wird alles warm und fühlt sich gut an. Das macht den Unterschied, wenn der Heilige Geist darauf ist.

Und wenn du malen kannst, bete daß der Heilige Geist deine Talente gebraucht, daß du besser malen kannst zur Ehre Gottes. In Amerika sind Jugengruppen da, die schreiben ihre eigenen Musicals. Sie haben ihre Musicals, sie vertonen das und führen’s zu Weihnachten auf. Rich Cook hat ein Musical geschrieben jetzt, "Pentecost" – "Pfingsten" – und Leute werden geistgetauft und fangen an, Gott zu loben und zu preisen und bekehren sich während des Musicals, weil’s unter der Salbung des Heiligen Geistes geschrieben worden ist. Gott will das bei uns tun. Gott will, daß wir nicht immer unsere englischen Choruse singen, die wir von drüben übernommen haben. Solange wir nichts Besseres haben ist es wunderschön. Aber ich glaube, daß hier Leute sind, die haben Talente, deutsche Psalmen zu vertonen, daß wir unsere Bibel nehmen können und können selber singen. Amen? … (Das [???] so bescheiden!) [Gelächter].

So Schade, daß einige der vernünftigsten und intelligentesten Leuten für die Mafia arbeiten, die schönsten Frauen am Siebzehnten Juni stehen. Warum können wir nicht die Gaben die Gott uns gegeben hat… [Gelächter] … Warum können wir die Gaben die Gott uns gegeben hat nicht dafür einsetzen, daß Menschen für Jesus gewonnen werden? Das sollte unser ganze Sinn und Inhalt sein. (Was ich damit sagen wollte ist der Teufel gebraucht die Frauen um Männer zu verführen. Und warum kann Gott nicht Frauen gebrauchen, die ihre Schönheit und ihre Talente die Gott ihnen gegeben hat dafür einzusetzen, daß Männer für Gott gewonnen werden? Ich glaube das. Ich glaube das. Mir tut es leid, wenn ich so viele schöne Menschen zur Hölle fahren sehe). Keine Heiligen werden gemacht über Nacht. Du schläfst heute Abend nicht ein als Volkhard Spitzer und morgen früh wachst du auf als der heilige San Franziscus. [Gelächter]. So geht es nicht.

Charakter wird gebaut in der Versuchung und in der Widerstehung der Versuchung. Dadurch wirst du stark. Im Kampf wirst du stark, im Kampf wirst du bewährt, im Kampf hast du Sieg, im Kampf machst du deine Erlebnisse mit Gott. Und so wirst du ein Heiliger.

(Ach, ich muß hier streichen was ich hier sagen wollte).

Ja! Aber das müssen wir noch lesen! Das müssen wir lesen, sonst ist die Sache nicht rund! 1 Johannes, Kapitel 2. Schlag’s auf. Jeder! Das ist wichtig, daß wir das lesen.1 Johannes, Kapitel 2, und können wir den ersten Vers lesen? Das schreibt der Apostel Johannes in ganz hohem Alter an eine der Gemeinden. Hat’s jemand, kann’s laut lesen? 1 Johannes 2:1.

Meine Kindlein, solches schriebe ich euch, auf daß ihr nicht sündigt. Und ob jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

Aha. "Meine lieben Kinder. Dies schreibe ich euch, daß ihr nicht sündigen mögt" oder "daß ihr nicht sündigt." Das ist die Norm, schreibt Johannes hier. Das ist die Norm. "Dies schreibe ich, daß ihr nicht sündigt." Und dann kommt im Englischen "if". Das ist konditional. "Wenn aber es einmal…" Das ist die Ausnahme. Die Regel ist, daß ihr nicht sündigt, sondern daß ihr überwindet. "Wenn es aber mal passiert, dann haben wir einen Advokaten - oder einen Fürsprecher - beim Vater, nämlich den Herrn Jesus Christus." Und um das zu untermauern lesen wir 1 Johannes 3:8. Das ist wichtig, damit wenn ihr nachher das selber mal studiert, daß ihr nicht durcheinander kommt hier. 1 Johannes 3:8.

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt vom Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

Au, Backe! Das ist ein Satz! Wer sündigt, der ist vom Teufel. Wer von euch hat noch nie gesündigt? Da seid ihr also alle vom Teufel. Ja, was ist jetzt los? … Nee, nee, nee, nee. Das ist wichtig, daß man jetzt weiß, was im Griechischen hier steht. Hier steht geschrieben im Griechischen, das kommt im Deutschen und im Englischen auch nicht so ‘raus, "Wer aber beständig in der Sünde lebt…" "Wer beständig Sünde tut…" Im Englischen ist da die "-ing" Form, "who is sinning", kontinuierlich, verlaufend, beständig. Wer beständig sündigt, der ist vom Teufel. Denn wer wirklich wiedergeboren ist, der kann nicht beständig sündigen. Der wird vielleicht mal von der Sünde überrümpelt, oder er fällt auf die Nase, aber er will nicht sündigen. Er wehrt sich dagegen. Er – entschuldigt – ein echt wiedergeborener geisterfüllter Mensch, was tut er mit der Sünde? Er haßt die Sünde. Er haßt die Sünde. Wer Gott liebt, der haßt die Sünde. Ein Mensch, der nicht die Sünde haßt, der hat noch nicht die richtige Liebe zu Gott. Wenn ich wirklich jemand liebe, wirklich jemand tief liebe, und Gott wirklich tief liebe, und ich weiß, die Sünde zerstört die Menschen. Die Sünde zerstört den Plan Gottes im Leben der Menschen. Die Sünde kommt direkt vom Teufel. Dann kann ich nichts anders als die Sünde hassen, wenn ich Gott liebe. Und das ist auch was die Bibel sagt: "Wer der Welt Freund ist,"  - Weltgeist, wer noch das Unwiedergeborene, das Sündige liebt, das Weltwesen, - "in dem ist nicht die Liebe zum Vater". Wer beständig in der Sünde lebt, der ist vom Teufel. Denn Jesus ist gekommen um die Werke des Teufels zu zerstören. So, das ist nicht von, wenn einer mal überwältigt wird von der Sünde, oder der Schwachheit nachgibt und er bereut es nachher, sondern das ist hier wenn einer sich wohl fühlt in der Sünde und in der Sünde lebt und ein Sünder ist.

Wir sind keine Sünder mehr, wißt ihr das? Wir sind keine Sünder mehr. Das Wort "Sünder" in der Bibel ist gebraucht bei dem unerlösten Menschen, der in der Sünde lebt. Das ist in der Bibel nach ein Sünder. Wir sind nicht mehr Sünder, sondern wir sind Gottes Kinder. Wir sind begnadigte Sünder allenfalls. Wir sind begnadigte Sünder. Aber wir sind jetzt Gottes Kinder. Gott sieht uns nicht mehr als Sünder, als Verlorene, als in der Sünde Lebende, sondern Gott sieht uns als seine Kinder. Das heißt nicht, daß wir vollkommen ohne Sünde sind, aber wir sind nicht mehr unter dem Gesetz und dem Zwang der Sünde. Wir sind Gottes Kinder. Ich glaube, das ist wichtig, daß wir das verstehen.

Und jetzt 1 Johannes 1:9, die letzte Bibelstelle. 1 Johannes 1:9. Das gehört einfach noch dazu, sonst ist die Sache nicht rund. Wer hat’s liest’s.

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.

Aha! Das ist so wichtig. Viele Leute haben niemals echt Vergebung erlangt. Weißt du warum nicht? Weil ihr Herz nicht rein ist. Wenn mein Herz rein ist, ohne Fassade, echt ist, dann hasse ich die Sünde. Und dann komme ich zu Gott und ich bekenne ihm meine Sünde. Und dabei bleibt’s bei vielen. Sie bekennen Gott ihre Sünde. Aber das ist nicht alles. Wenn du wirklich Vergebung deiner Sünde willst, dann mußt du nicht nur deine Sünde bekennen und überführt sein von deiner Sünde, sondern du mußt dich auch abwenden von deiner Sünde, die Sünde hassen und im Stich lassen. Nur dann wird dir wirklich Vergebung zuteil. Alles andere ist nämlich Heuchelei.

Aber viele Leute, die hassen die Sünde nur aus dem Grunde, weil sie geschnappt worden sind. Die hassen nicht ihre Tat, sondern die heulen und hassen die Tatsache, daß sie dabei geschnappt worden sind, daß man jetzt weiß, wer sie in Wirklichkeit sind. Aber das ist keine Bekehrung, das ist keine Vergebung, sondern wenn ich ihm meine Sünde erkannt habe, und meine Sünde mir leid tut, ich meine Sünde bereue und komme zu Gott und bekenne ihm meine Sünde, und sie tut mir leid; ich bin überführt von meiner Sünde, und ich sage, "Jesus, ich bin bereit, meine Sünde zu lassen. Ich hasse diese Sünde." Dann sagt die Bibel, dann tut er etwas. Zwei Dinge tut er. Er vergibt uns unsere Sünde, und er tut mehr: er reinigt uns von aller Untugend. Das heißt nicht nur, er vergibt dir deine Sünde, sondern er bricht auch die Macht der Sünde in deinem Leben. Aber dazu gehört eben dieses aufrichtige Überführtsein und sagen, "Ich hasse die Sünde" oder "Ich will sie hassen." Sonst ist keine Vergebung. Sonst ist es bestenfalls ein Bedauern, daß du eben geschnappt worden bist. Dann wird keine Veränderung kommen. Wenn du deine Sünde nicht haßt, wird keine Veränderung kommen. Du kommst in Wirklichkeit nur zu Gott und sagst, "Jesus, vergib mir meine Schuld," damit du nachts besser schlafen kannst, weil dich nachts dein Gewissen dich quält und du willst besser schlafen, sagst du "Jesus, vergib du meine Sünde! Ah ja, jetzt habe ich wieder ein Trostpflaster drauf." Aber du hast noch keinen Haß zur Sünde. Und weil du keinen Haß zur Sünde hast, wirst du sehr wahrscheinlich morgen der Sünde wieder die Tür öffnen. Erst dann, wenn du die Sünde haßt und ablehnst, in dem Moment bist du gefreit dagegen, daß die Sünde wirklich wieder Macht über dich gewinnt.

Und dann, wenn du gut machen kannst - das gehört auch zur Vergebung - wenn du gut machen kannst, machst du wieder gut. Wenn du einen Betrag gestohlen hast, dann gehst du hin und gibst es zurück. Ich habe mich neulich gefreut am Sonntag Morgen als dieser Brief da lag: "Ich möchte meine 300 Mark zurückgeben, die ich gestohlen habe." Ich glaube, das ist fantastisch! Wenn jemand nicht nur ein billiges Wort sagt, "Jesus, vergib mir, damit ich nachts besser schlafen kann," sondern "Jesus, ich hasse meine Sünde! Oh, Gott, wie habe ich dir weh getan! Und Jesus, ich möchte das wieder gut machen." Dann ist wirklich Vergebung zuteil geworden und dann ist auch Befreiung da.

Weißt du warum viele Leute herumlaufen mit Depressionen? Weil sie keine Vergebung ihrer Schuld haben, weil sie selber im tiefsten Innersten wissen, daß sie mit Gott einen Trick spielen wollten, daß sie nur eine billige Vergebung wollten ohne eine Reinigung von der Sünde, und das geht zusammen. Gott vergibt uns und er reinigt uns von aller Untugend. Gott möchte die Macht der Sünde in deinem Leben brechen. Und solange du das nicht zuläßt, solange du sagst, "Jesus, vergib mir, aber ich sündige weiter. Morgen werde ich es wieder tun." Solange ist es nicht wahr, ist nicht aufrichtig und nicht echt, und du hast keine Vergebung deiner Schuld bekommen. Und dann schleicht die Depression nach. Deswegen laufen so viele Christen mit Depressionen herum. Das ist eine Ursache, nicht die einzige, aber die eine Ursache, weil so viel unvergebene Schuld da ist. Und dann hast du die Leute die kein Zeugnis, keine Freude haben, keinen Sieg haben, kein strahlendes Gesicht haben, keine leuchtenden Augen haben, keine Heilsgewißheit haben. Das sind diese ewigen christlichen Kriecher, die mehr Schande für Gott bringen als Lobpreis.

Manche sagen, "Ja, ich nehme Jesus auf als den Heiland aber nicht als den Herrn." Du, das ist ein Trugschluß. Wenn du sagst, "Jesus, komm zu mir herein in mein Leben", dann kommt er als der Heiland aber auch gleichzeitig als der Herr. Jesus ist nicht schizophren. Er teilt sich nicht. Er ist der Heiland und er ist der Herr, der Herr des ganzen Universums und er kommt nur in dein Leben hinein wenn du bereit bist, ihn als Heiland und als Herrn aufzenehmen.

Das Ergebnis ist Reinheit. Reinheit. Eine Kraft wird frei in deinem Leben. Freude kommt in dein Leben hinein. Nicht Glücklichsein, dieses Oberflächliche, sondern eine tiefe innere Freude kommt hinein. Eine Freiheit kommt in dein Leben hinein. Du bist frei. Dann erfüllt sich die Bibelstelle: "Wen der Sohn Gottes frei macht, der ist ganz frei." Dann ist Freiheit da. In dem Moment wo Freiheit da ist, wo dein Geist frei ist, deine Seele frei ist, werden schöpferische Kräfte frei. Du kannst nicht für Jesus Psalmen vertonen wenn dein Innerstes gebunden ist an Sünde und versklavt und verkettet ist. Aber wenn du frei bist, dann jubelt dein Geist. Und dann ist es leicht, Psalmen zu vertonen. Die Führung von Jesus ist in deinem Leben. Das ist alles was mitkommt. Die Gaben des Geistes können in dein Leben kommen. Seine Gegenwart ist so real in einem reinen Leben, in einem Menschen, der ein reines Herz hat. Die Liebe Gottes is da, und deine Gedanken werden klar, und du hast einen Zweck für dein Leben. All das kommt mit Befreiung von Schuld und Sünde wenn du ein reines Herz hast. Das ist alles was Gott hineinschenkt in dein Leben.

Du kennst das Gegenteil auch. Das Gegenteil ist Stolz, Arroganz, Heuchelei, Trickspielen mit Leuten, Trickspielen – (meinen Trickspielen zu können, das geht ja gar nicht mit Gott) – indem man Masken trägt, innere Gebundenheit, Verzweiflung, Frustration, Vakuum, ein übersteigertes Einsamkeitsgefühl, Durcheinander, diese ups-and-downs und ups-and-downs, Depression, ein bißchen Freude, Aufrichtung, wieder Depression. Ein bißchen Helligkeit, wieder Depression. Das ist kein Leben mit dem man leben kann. Das ist kein Sieg.

Aber wenn du reines Herzens bist, glaube ich, wird buchstäblich sich das erfüllen, was die Bibel sagt: "Du wirst Gott sehen." Du wirst ihn sehen einmal von Angesicht zu Angesicht und er wird dich persönlich durch den Himmel führen. Aber auch hier, auf dieser Erde wirst du Gott sehen. Du wirst Gott sehen in der Freude die er dir gibt. Du wirst Gott sehen in dem Frieden den du hast. Du wirst Gott sehen in der Führung die in deinem Leben ist. Du wirst Gott sehen in den schöpferischen Taten die du vollbringst. Du wirst Gott sehen in der Gemeinschaft und der Offenheit deiner Persönlichkeit, daß du kontaktfreudig bist. Viele Leute sind nur deshalb kontaktarm – viele, nicht alle – sind deshalb kontaktarm, weil Schuld sie bedrückt, und das ist wie eine Mauer, wie eine Isolation. Die kommen nicht aus sich heraus. Ich habe gesehen, wie Menschen frei geworden sind von Schuld und Sünde. Bumm! Das war wie eine Mauer gesprengt worden. Die wurden plötzlich kontaktfreudig und offen und extrovertiert und freudig. Und so viel, so viel was Gott in einem Leben tut.

"Selig sind die, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott sehen."


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