Pastor Volkhard Spitzer spricht über die Geschichte der Gemeinde am Nollendorfplatz
Ein Vortrag vom 24. August 1974
Teil 2
Und so gings Bruder Herman. Bruder Herman ist der Begründer dieser Gemeinde und nächste Woche werdet ihr ihn kennenlernen - die Jüngeren, die ihn noch nicht kennen. Er war, - ich weiß nicht, ob es öffentlich erzählt wurde, in seinem Büchlein steht auch nichts, wahrscheinlich, weil er sich schämt. Aber sein Vater war ein Methodistenpfarrer. Und mit 16 Jahren hat er so randvoll das zu Hause satt, und hat er sich so mit seinen Eltern verkracht, daß er abgehauen ist, und ist nach Hollywood gegangen, um das große Leben zu machen. Und viele gehen nach Hollywood und wollen das große Leben machen, aber schaffens nicht. Hollywood wird nicht umsonst "die Stadt der zerbrochenen Herzen" genannt. Weil so viel Mädchen haben Träume, ich bin schön, ich werde dort als Fotomodell hingehen, und dann werde ich entdeckt, und dann werde ich so berühmt wie Barbara Streisand, und dann kommen sie dahin und dann werden sie ein paar Mal vergewaltigt und dann rausgeschmissen, und das war ihre große Karriere. Leute, die ich aus Hollywood kenne, die haben mir Geschichten erzählt, das man die Ohren anlegen konnte, von sogenannten Karrieremachen die nach Hollywood gehen um das große Leben zu finden, und finden Enttäuschung und Frustration. Viele nehmen dann eine Überdosis Tabletten und die Kugel in den Kopf, und das war ihr Karriere. Bruder Herman ging auch nach Hollywood und wollte Karriere machen. Und ich glaube, daß die Gebete seiner Eltern sehr viel ausgemacht haben. Ich weiß, daß die Gebete meiner Eltern sehr viel ausgemacht haben. Denn als ich mich bekehrt habe mit zwölf Jahren, da kamen erst mal vier Jahre, wo ich vollkommen weg war von Gott, nach meiner Bekehrung, - allerdings, gegen besseres Wissen. Und Gott hat mich nicht in Ruhe gelassen, immer wieder kam Er, und immer wieder hat Er an mir gearbeitet. Und ich weiß, meine Eltern haben oft nachts auf ihren Knien gelegen und geweint und haben für mich gebetet. Und genauso habens die alten Eltern von Bruder Herman getan, für ihn gebetet, daß Gott in seinem Leben zurechtkommen möchte.
Und er machte Karriere. Bruder Herman hat es bald so weit gebracht, daß er sein eigenes Studio hatte bei Columbia Pictures, und war Chefbildredakteur geworden, managete für Linda Russell, Rita Hayworth, Lucy Ball, Glen Ford, die ganzen großen Stars der 20er, 30er Jahre. Mit diesen Leuten hatte er persönlich zu tun gehabt. Und managete für sie, machte Aufnahmen für sie für die Presse für Titelfotos für Illustrierte und so weiter, und hatte ein sagenhaftes Gehalt, konnte sich alles leisten, und das Glanzleben von Hollywood.
Und eines Tages, da bekam er einen Stellungsbefehl. Der Krieg war ausgebrochen, der zweite Weltkrieg, er bekam Stellungsbefehl und sollte sich melden, und zwar sollte er als Kriegsbildberichterstatter in Kampfzonen gehen. Und das war etwas vom Schwierigsten, was es überhaupt gab. Direkt im harten Gefecht sollte er mit seinem Team arbeiten und den Krieg filmen. Und dann die Filme zurückschicken ins Pentagon in die Staaten. Und es war eine ganze spezielle Berufung, die er dadurch bekam, denn es war ein defiziler Job, für die nur beste Leute ausgewählt wurden. Kam nach Kalifornien, wurde vorbereitet für diesen Job und dann abgeschickt mit einem Team nach Manila, wo die großen Kämpft stattfanden zwischen den Japanern und zwischen den Amerikanern. Und fünfmal, fünfmal hat Gott sein Leben verschont. Einmal fuhr er im Jeep, und ein paar Filipinos spragen vor seinen Wagen und schrien: "Halt, halt!" Und er konnte gerade nur scharf abbremsen. Und als er ausstieg, lag direkt vor ihm eine Tellermine. Wär er darauf gefahren, wärs aus gewesen. Einmal stand er auf einem achtstöckigen Gebäude, und hatte dort eine besonders gute Position, um den Kampf zu filmen zwischen den GIs und den Japanern. Als ein Offizier zu ihm kam, ein Oberst, und sagte zu ihm: "Es ist besser, Sie gehen hier rüber. Da sind sie mehr gedeckt mit Ihrem Kamera." Bruder Herman nahm seine Kamera und geht nur ein paar Schritt weiter, und gerade hatte er seinen Fuß weggesetzt von dem Platz wo er stand, da kam es geschossen, knallte daran und riß alles auf. Wärs eine Sekunde später, wäre er gar nicht mehr weggegangen, wäre er weggewesen. So ging es fünfmal haarscharf in seinem Leben am Tod vorbei. Und etwas, was in seinem Büchlein auch nicht drin stand ist, daß einer, der mit ihm im Jeep saß, eines Tages eine Runde machte, und er wurde getroffen. Er fuhr, direkt hinter ihm saß einer im Jeep und wurde getroffen. Und sein Name war ähnlich wie Harold Herman, der hieß Harold Kahn. Und als das passiert war, als dieser Mann direkt hinter ihm abgeknallt wurde wie ein Kaninchen, da kam er zum Nachdenken und sagte: "Warum hat es mich nicht erwischt? Warum hat es mich nicht da oben erwischt auf dem achtstöckigen Gebäude? Warum hat es mich nicht erwischt mit dem Tellermine, warum sind da die Leute noch rechtzeitig gekommen?" Fünfmal haarscharf am Tod vorbeigegangen. Und er fing an, darüber nachzudenken, wie das sein könnte. Und dann, weitere Aufnahmen, Manila. Aufnahmen von verwesenem Fleisch. Der brutalste Kampf zwischen den Japanern und den Amerikanern der schließlich mit der Atombombe beendet wurde. Ein ganz brutaler grausamer Kampf in den dampfenden Dschungeln von Neu Guinea, Manila, dort arbeitete er und sah, wie überall Freunde von ihm fielen. Von seinem Kamerateam kam nur noch ein ganz kleiner Teil zurück und er mußte beobachten, wie um ihn überall Menschen starben, und er fragte sich immer mehr: "Was ist der Sinn des Lebens?"
Aber der Abschluß kam, als Bruder Herman nach - damals war er noch kein Bruder, sondern ein Mann, der sich durchsetzen wollte, er kam in den Stab von General MacArthur, wurde persönlicher Pressechef unter General MacArthur. Und er reiste mit dem Team von Leuten, die direkt von MacArthur ausgesucht waren bis nach Peking. Kam dann zurück, und dann kam das Kriegsende; Abwurf der Atombombe über Hiroshima, wo hundertausend Menschenleben mit einem Wisch - pfft - ausgelöscht waren. Die Bombe abgeworfen und einhunderttausend Menschen wie nichts vom Boden weggefegt. Und er wurde auserwählt als einer der ersten über Hiroshima, Nagasaki zu fliegen und Aufnahmen zu machen. Und er filmte die Ruinen und er filmte die verstümmelten Menschen, deren Gliedteile, Gliedmassen, ganze Arme, Beine von ihnen weggeschmolzen waren von der Hitze, wo nur noch ein Auge durch die Gegend stierte und das Gesicht halb runtergeschmolzen war. Ich weiß nicht, ob ihr auch schon Aufnahmen gesehen habt von den Napalmbomben, wie die Leute dann aussehen. Und da war er konfrontiert und da plötzlich zerfielen seine Celluloidträume. Er erkannte, was er in Hollywood gemacht hatte, das war Plastik. Das war gestellt. Dort hat er auch Kämpfe gefilmt zwischen Cowboys - pow! - und dann fiel der um und dann steht er wieder auf. Aber das war was Anderes - hier stand niemand mehr auf. Die Leichen blieben liegen, er hat beobachtet, wie Arme weggefetzt wurden, Köpfe weggefetzt wurden, wie Leute den Ehering abzogen und packten ihn sorgfältig ein und schickte ihn als einzige Erinnerung an die Ehefrau zurück mit Familie und sieben Kindern. Als er das miterlebt hat, da kam er zum Nachdenken und sagte: "Was ist der Sinn des Lebens? Wenn das das Leben ist, warum habe ich gerade Glück, daß ich in Hollywood eine Karriere machen konnte, daß es mir so gut geht, daß ich überall beliebt bin wo ich hinkomme, daß ich überall zu essen habe, daß ich jetzt eine Karriere machte, im Stab von General MacArthur arbeiten kann? Was ist es, daß es mir so gut geht? Vielleicht für mich lohnt es sich zu leben, rein von den äußeren Umständen her. Ich habs gut." Aber diese ganzen Leute, die er da in Asien traf, die nur morgens Reis hat und mittags Reis, abends Reis, und keine Zulagen, weil sie nichts mehr sonst hatten, die abgemetzelt wurden zwischen den Fronten, einmal von der Seite, einmal von der Seite, je nach dem, wie die Front gerade verlief. Einmal flüchteten aus dem Dorf in das Dorf, und dann wieder aus dem Dorf in ihr altes Dorf, und als sie zurückkamen war kein Dorf mehr da, denn ihre eigenen Truppen haben es abgebrannt damit, wenn der Feind es übernimmt, daß er nichts mehr hat - und die hatten auch nichts mehr. Und er fragte sich: "Was ist der Sinn des Lebens?"
Er war dabei, als Kaiser Hirohito zum ersten Mal in die Öffentlichkeit trat und zum japanischen Volk sprach und zugab, daß er kein Gott sei. Der japanische Kaiser wurde als Gott verehrt, und vielleicht wissen einige von euch, wie die Leute fanatisch für ihn gekämpft haben. Die Kamikazeflieger, die für Gott und für das Vaterland geschworen haben, und dann sind sie eingestiegen in ihre Kamikazemaschine und sind hochgegangen und dann auf den Angriff auf Pearl Harbor gestartet haben, und wußten genau, wir kommen nie mehr zurück. Sie sind aufgestiegen mit dem Bewußtsein, wir sterben jetzt für unseren Gott, Kaiser Hirohito. Und dann haben sie das feindliche Schiff gesehen und dann - rrrsumm - voll rein. Und sind mitexplodiert. Einmann-U-Boote: einzelne Kämpfer, die sich reingesetzt, das Ding eingestellt, Vollgas gegeben haben, direkt auf das amerikanische Schiff zu und dann voll - pffffu - in die Luft, und die Leute, die drin saßen, aus Liebe zu ihrem Gott, Kaiser Hirohito. Manches mal, wenn man das liest, dann kann man sagen: "O, Gott, wo sind die Christen, die nicht so fanatisch sind, aber die überzeugt sind, und so für Dich eintreten, Gott." Und das hat er miterlebt wie Hirohito da stand und erklärte, daß er kein Gott ist, und daß General MacArthur das Oberkommando übernommen hat und daß allen seinen Befehlen Folge zu leisten ist. Er stand dabei mit seiner Kamera und hat das ganze gefilmt.
Und dann kam er zurück in die Studios nach dem Krieg. Aber er sagte selber: "Ich konnte mich nicht mehr wohl fühlen. Ich habe mich dahingesetzt und es war für mich schwer nach all den grausamen, übersteigerten, spannungsgeladenen, bis zum Äußersten nervenzerreibenden Berichte, die ich geschrieben habe und Erlebnisse, die ich gehabt habe, und jetzt plötzlich wieder hinzusitzen und schöne Frauen zu filmen oder fotografieren und dann einen persönlichen Bericht zu schreiben. Es kam mir läppisch vor, es kam mir dumm vor. Denn ich hatte keine Beziehung mehr zu dem Ganzen, ich war irgendwie entwurzelt worden durch den Krieg." Und er sagte: "Ich habe meine Freunde angeguckt und habe gesehen, was sie getan haben. Die haben sich religiösen Sekten und spiritistischen Zirkeln und allem möglichen angeschlossen, um irgendeine Erfüllung in ihrem Leben zu finden, weil der Materialismus sie nicht befriedigt hat, und Sex auch nicht. Und einige sind dann in ein wüstes Leben, in ein ausschweifendes Leben gestürzt, um dort ihre Befriedigung und Erfüllung zu finden." Aber er sagte: "Ich konnte sehr bald beobachten, wie die Kurven mit diesen Leuten rapide abwärts gingen, wie die Ehen geschieden wurden, die Männer dann gesoffen haben, und schließlich Hollywood in Verruf kam durch das Ganze, was sich nach dem Krieg abspielte in Hollywood durch das Leben der entwurzelten Menschen." Er war ständig damit beschäftigt, Berichte wie Leute, berühmte Leute von Hollywood, Filmstars und führende Presseleute Selbstmord begangen haben, weil sie keinen Ausweg mehr sahen, nicht mehr wußten, wozu sie überhaupt lebten, so unbefriedigt und hohl waren, nur ein Vakuum.
Und das ist toll, jetzt kommt diese vorgreifende Gnade Gottes. Gott sah einmal die Gebete der Eltern an, davon bin ich fest überzeugt. Und zweitens sah Gott einen suchenden Harold Herman. Und so fing er an, sich mit Religionswissenschaftlern zu beschäftigen, mit Philosophie, und mit Politik, und allem möglichen zu beschäftigen, aber er fühlte, das war nicht der Wahrheit letzter Schluß. Er sagte: "Gut, politisch engagiere ich mich, aber wofür? Das welche an die Macht kommen, diese Macht ausnützen, den anderen ein paar auf den Kopf hauen, wie ichs auf Nagasaki erlebt habe, wie ichs in Manila gesehen habe? Wofür soll ich kämpfen? Philosophieren? Der sagt das, der sagt das, Kant sagt das, Freud sagt das welche ist die verbindliche Meinung? Was gilt? Was ist der Maßstab? Woran kann ich mich orientieren? Wo ist der Fixpunkt? Das sind nur alles nur menschliche Meinungen, wenns auch sehr hohe menschliche Meinungen sind, aber sie sind nicht absolut." Keine Befriedigung.
Und in diese Zeit hinein, gerade in diese Zeit, und das ist das Wunderbare, wie Gott persönlich auf Menschen eingeht, gerade in diese Zeit hinein kam eine junge Frau und brachte Bruder Herman ein Traktat. Und als er das Traktat in die Hand nahm, sagte er: "Nee, das ist nichts für mich." Komisch, du kannst mir den Leuten von einem kommen und du konkret von Jesus anfängst, und dann sagen die: "Nee, das ist nichts für mich." Die Leute können so stupide und vorbohrt und verblendet sein mit allem anderen experimentieren selbst mit Drogen, obwohl sie wissen, daß es verheerende Folgen hat, sie experimentieren damit. Mit illegalem Sex experimentieren sie, obwohl sie wissen, das zerstört sie. Aber mit Gott kommst du mit Jesus an aus. Dann bist du ein bißchen bekloppt, wenn du an das noch glaubst. Er nahm das Traktat und sagte: "Nee, das ist nichts für mich." Ssst, ssst, weg.
Aber die Frau hatte eine Vision. Und das macht den Unterschied. Wenn wir, wenn wir nur so allgemein beten, oder ob wir etwas von Gott ins Herz bekommen haben, und beten dann nach dem Willen Gottes, das macht einen Unterschied. Ob du Berlin auf die Beine stellen willst und zum Fakelmarsch mitgehen willst aus Sensationslüsternheit, oder ob du eine Last für diese Stadt hast, und möchtest ein Zeugnis abgeben von der Kraft und Gnade Gottes und stellst dein Leben darauf ein und gehst unter Gebet und Tränen auf den Fakelmarsch, das macht den Unterschied. Diese Frau hatte eine Vision, eine innere Sicht bekommen, das dieser Mann für Gott ein Werkzeug war. Und sie ist am nächsten Tag wiedergekommen, hat ihm wieder ein Traktat gegeben. Und er sagte: "Ich habe Ihnen schon einmal gesagt..." Aber am dritten Tag kam sie wieder, und am vierten Tag kam sie wieder, und am fünften Tag kam sie wieder, und weil sie so nett war, wollte er sie nicht rausschmeißen. Und dann mußte sie weggehen, weggehen von Hollywood. Und zu diesem letzten Abschiedstreffen brachte sie ihm eine ganze Bibel. Und sie sagte: "Das wird er nicht wagen. Ein Traktat wird er zerreißen, aber die Heilige Schrift wird er nicht zerreißen." Und gab ihm die Bibel. Und er nahm die Bibel und blätterte drin, hat's nicht zerrißen, hat's zu Hause hingelegt. Und dann kam der Palmsonntag. Abends war er allein, es war langweilig. In einer Hand nahm er eine Zigarette, zündete sie an, sagte: "Ich kann ja mal reingucken in das schwarze Buch was die mir da gegeben hat", und nimmt die Bibel her, schlägt sie x-beliebig auf, und er fängt an zu lesen. Ich möchte dies genau vorlesen... (Das ist zu Schade... ah, bei mir funktioniert es nicht mit x-beliebig!) Ja, hier!
Es war in der Nacht des Palmsonntags. Harold Herman saß allein in seinem Zimmer, die Bibel in der einen, die brennende Zigarette in der anderen Hand.
Und dies ist sein Zeugnis. Und das ist so schön, daß ich's persönlich lesen möchte:
Ich las die Bibel, aber was ich las sagte mir nichts. Plötzlich dachte ich, es ist nicht sehr ehrfurchtsvoll, eine Zigarette zu rauchen wenn du dieses heilige Buch liest. Sofort drückte ich die Zigarette aus. Es war die letzte, die ich jemals geraucht habe. Ich begann, eine alttestamentliche Prophezeihung zu lesen, die auf Christus hinweist: Jesaja 53. Dort heißt es: "Er ist um unserer Missetat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, ein jeglicher sah nur seinen egoistischen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn." Und während ich diese Schrift in Händen hielt, sprach sie zu mir, "Gerade jetzt kannst du errettet werden. Nicht für das, was du vielleicht einmal für mich vollbringen wirst, sondern auf Grund dessen, was Jesus Christus am Kreuz für dich getan hat."
Und er schreibt:
In diesem Augenblick fiel das Licht Gottes in meine Seele. Die geistliche Blindheit, mit der ich geschlagen war von Kindheit an wurde fortgenommen. Es war wie ein Vorhang aufgerissen, und dann, das Licht kam hinein.
Vielleicht hast du so ein Erlebnis gemacht wo du irgendwann und irgendwo mal plötzlich - bumm - getroffen wurdest von dem Licht Gottes. Und er sagte, obwohl er noch keine Beziehung dazu hatte, keine Beziehung, er war in keiner Pfingstgemeinde gewesen; er war ein ganz harter Mann. Und wenn du Bruder Herman am nächsten Sonntag siehst, und du hast ein bißchen Menschenkenntnis, dann guck mal seine Gesichtszüge an. Und du weißt, was für harte Züge er hat, aber Gott hat ihn vollkommen geschmolzen. Er war ein Draufgänger, ein Draufgänger, ein harter Mann, und er nahm sich was er haben wollte, seine Rechte. Und so kam Gott zu ihm und er sagte: "Plötzlich spürte ich in dem Raum die Gegenwart und die Liebe Gottes. Plötzlich spürte ich in dem Raum die Gegenwart und die Liebe Gottes," und er hörte eine Stimme die dreimal zu ihm sprach und zwar jedes Mal das Gleiche: "Jetzt kennst du die Wahrheit. Jetzt kennst du die Wahrheit. Jetzt kennst du die Wahrheit. Ich liebe dich. Ich starb für dich, denke daran, ich lebe in Ewigkeit." Und von diesem Augenblick an war Bruder Herman nicht mehr derselbe. In seinem Geist, in seinem Innersten hatte sich eine Verwandlung vollzogen. Er merkte wie er rein geworden war innerlich durch diese Begegnung mit Jesus. Und er sagte: "Jesus, mein Leben gehört Dir."
Und er sagte zu mir als ich mich mit ihm unterhalten habe: "Etwas vom Wunderbarsten war, wie Gott mich führte." Er sagte: "Jetzt war ich da. Ich hatte ja keine theologische Kenntnis. Ich wußte nicht was recht und verkehrt war. Ich stand vollkommen auf mich gestellt." Alles was er erkannt hatte war, Jesus ist am Kreuz für mich gestorben und hat mich gerettet, und ich will ihm dienen. Das wußte er, mehr nicht. Und in dem Augenblick, als er sich auf die Suche machte - die Frau war weg, die konnte er nicht mehr fragen - da fing er einfach an zu erzählen, was er erlebt hatte. Er ging zu seinen Journalisten, er ging zu seinen Filmsternchen und er ging zu den großen Stars und erzählte ihnen, was er erlebt hatte abends am Palmsonntag in seinem Zimmer. Und er sagte: "Ich bin zum Generaldirektor unserer Columbia Pictures gegangen, und eine halbe Stunde habe ich ihm erzählt, und der Mann saß mir gegenüber und die Tränen liefen ihm runter." Er sagte: "Was mich nur erschüttert hatte in dieser ersten Zeit ist, daß doch viele geweint haben, aber wenige haben die Konsequenzen daraus gezogen, weil es sie zu viel gekostet hätte, Jesus nachzufolgen." Die wollten die Fleischeslust und den Stolz des Lebens nicht drangeben, sondern wollten weiter ihr Ego befriedigen. Und jetzt, wo sollte er hingehen? Er sagte zu mir: "In Hollywood, wenn's irgendwo Kirchen und Sekten und Religionsgemeinschaften und Zirkel und Kreise gibt, dann in Hollywood. An jeder Ecke gibt's eine andere Religion. Alles kannst du finden in Hollywood." Und er sagte: "Ich stand da. Sollte ich jetzt Kirche für Kirche durchkämmen?" Ungefähr - ich habe was gehört von, allein 400 anerkannten Kirchen gibt es da, und dann noch die hunderten unerkannten biblisch nicht orientierten christlichen religiösen Gemeinschaften. "Sollte ich die all durchkämmen?" Er sagte: "Es wäre hoffnungslos gewesen. Ich hatte ja auch gar nicht das Licht, daß ich beurteilen konnte, was gut und was nicht gut war." Und er sagte: "Ich habe gebetet."
Und eines Tages sprach er auf einer Konferenz über seine Erfahrung mit Christus. Er hat sich nicht geschämt, überall bekannt. Und da war C. M. Ward zugegen. C. M. Ward ist der neben Billy Graham und einigen anderen Evangelisten, einer der größten Evangelisten der USA. Hat ein Radioprogramm, das er jeden Sonntag über alle Staaten der USA aussendet. Und der Mann war zugegen und hörte das Zeugnis von Bruder Herman. In dem Augenblick sprach der Herr zu ihm: "Nimm dich seiner an. Du sollst ihn führen." Genau wie Saulus von Tarsus auf der Straße getroffen worden war, und er sagte: "Wer bist du?" Und die Stimme sagte: "Ich bin Jesus, den du verfolgst. Gehe nach Damaskus und warte dort. Dort wirst du weiter Anweisung bekommen." So wars bei ihm gewesen und Gott hatte zu Ananias gesprochen und hatte die zwei zusammengeführt. Und so hatte Gott zu C. M. Ward gesprochen, dem Radioevangelisten, hatte die zwei zusammengebracht. Und C. M. Ward hatte am nächsten Tag eine Konferenz wo er sprechen wollte, und sprach nicht, sondern lies Bruder Herman sprechen, und als Gottes Geist ihm gezeigt hatte: "Tritt zurück, und laß diesen Mann sprechen." Und als Bruder Herman sein Zeugnis gegeben hatte, waren sofort zwölf Pastoren da. Die sagten: "Willst du es in unserer Kirche auch erzählen?" Und ohne, daß er wollte, war er schon mitten drin in der Evangelisation, und Menschen bekehrten sich allein durch das Hören seines Zeugnisses.