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3 Nachwort
Über 82 Jahre erstreckte sich
das Leben dieser Frau, die mehr als jede vor ihr dem Frauenbild ihrer Zeit
widersprach. Als Verkörperung des höfischen Frauenideals war Eleonore genauso
Inspiration wie Feindbild ihrer Zeitgenossen.
Schon als sie in Antiochia ihrem ersten Mann die Stirn bot,
zeigte sich ihr ungemein starkes und eigenständiges Wesen. Sie war aus eigenem
Selbstbewußtsein Herrin und nicht nur brave Ehefrau, im politischen Leben fühlte
sie sich genauso heimisch wie jeder Herrscher ihrer Zeit. Auch ihre ausgedehnten
Reisen, die sie von Kastilien bis Byzanz, von Speyer bis Sizilien und Antiochia
führten, geben ein beredtes Bild von Eleonores aktivem Charakter. Sie überstand
ungebrochen die vielen Schicksalsschläge, die sie während ihres Lebens zu
erleiden hatte. In vielen Bereichen wurde Eleonore nach ihren Jahren in
Gefangenschaft in hohem Alter sogar zu einer wichtigeren Figur als sie es davor
war.
Auch wenn die Chronisten Eleonore nur als
Nebenerscheinung wahrnahmen: Von einem mentalitätsgeschichtlichen Standpunkt
aus betrachtet ist Eleonore als Förderin der höfischen Kunst und
Versinnbildlichung der romantischen Liebe eine der wichtigsten und
interessantesten Persönlichkeiten des gesamten Mittelalters.

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