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1 Vorwort
„Eleonore
von Aquitanien war eine der größten Persönlichkeiten des Mittelalters. Eine
Kombination von hoher Abkunft, Charakter und Langlebigkeit erlaubte ihr eine höhere
Kontrolle über die Richtung ihres Lebens als es für die meisten adeligen
Frauen möglich war.“ Königin von Frankreich
und England, Königin Mutter, Kreuzfahrerin, Gefangene, Ehebrecherin, Mäzenin
der höfischen Kunst und Aufrührerin sind nur einige der wichtigsten Identitäten,
die Eleonore in ihrem 82 Jahre währenden Leben annahm.
Legende und Tatsachen im Leben der
Eleonore sind eng verwoben und nur schwer zu trennen. Bereits zu Lebzeiten war
Eleonore eine kontroversielle Figur gewesen. Unzählige Ehebrüche hat man ihr
zugeschrieben,
andererseits wurde sie in unzähligen literarischen Werken verewigt, ihr Hof zum
Zentrum der damaligen Zivilisation und Kunst hochstilisiert, Eleonore zum
Inbegriff der Frau in der höfischen Kunst. Besonders im 13. Jahrhundert, also
nach ihrem Tod, wurden viele Gerüchte über Eleonore literarisch verarbeitet.
Wir müssen in diesem Zusammenhang jedoch sehen, daß es die Spannung zwischen
der weltlich-lebensfroh-höfischen Kultur und der zu dieser im Widerspruch
stehenden klerikal-dogmatischen Welt war, die zu diesen zwei konträren Bildern
führte.
Bleiben wir am Boden der tatsächlich
greifbaren Fakten, den Urkunden, Briefen und den belegbaren „Tatsachen“ aus
den Chroniken, so bleibt recht wenig von dieser Figur, die so lebhaft durch die
Literaturgeschichte spukt. Diese Verknappung kann der Person Eleonores nicht
gerecht werden. Einige Teile Eleonores Lebens vergehen ohne Vermerke in den
Akten, und wahrscheinlich sind es doch zu einem Gutteil diese Jahre, in denen
Eleonore sich die Basis für die ungemeine Präsenz ihrer Person in der
Literatur erwarb. Jeder Autor bewegt sich daher auf dem schmalen Grat, Eleonores
Persönlichkeit nicht aus der Darstellung völlig auszublenden und gleichzeitig
nicht selbst eine fiktive Figur zu erschaffen.

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