
William Shakespeare Christpoher Marlowe Queen Elizabeth I. Richard Burbage Philip Henslowe Edward Alleyn William Kempe John Webster
<<Unter den Dramatikern der englischen Renaissance war Christopher Marlowe der bedeutendste Vorgänger Shakespeares. Von den Ereignissen seines Lebens wissen wir wenig. Er war der Sohn eines Schuhmachers aus Canterbury und studierte in Cambridge. Wie viele Menschen dieses Jahrhunderts war er eine unbändige Natur. Er bekannte sich laut und lästernd zum Atheismus. Marlowe führte ein ausschweifendes Leben und wurde bei einer Rauferei erstochen. Das bekannteste seiner sechs in kraftvollen Blankversen geschriebenen Dramen ist "Die tragische Geschichte des Doktor Faustus", zu der Marlowe durch die englische Übersetzung des deutschen Volksbuches angeregt wurde; sie erreichte in einzelnen genialen Szenen eine bis dahin unerhörte Wirkung, vor allem in der Schlußszene, in der Faust, von Mephisto ins Verderben geführt, erschauernd am Firmament das Blut Christi strömen sieht, von dem ein einziger Tropfen ihn retten könnte. Goethes Faust-Vorstellung ist deutlich von Marlowe beeinflußt. Geschlossener und eindrucksvoller erschien den Zeitgenossen wie den späteren Betrachtern Marlowes erstes Drama, "Tamerlan der Große", das ähnlich wie der Jude von Malta das tragische Schicksal eines maßlosen und verblendeten Gewalttäters darstellt. Die Verwandtschaft Marlowes mit Shakespeare offenbart sich in zwei historischen Draman, "Bluthochzeit" (Bartholomäusnacht) und Eduard der Zweite", in dem das schauerliche Ende dieses Schattenkönigs, den die Rebellen unter einer Tischplatte zu Tode stampften, mit drastischer Wucht geschildert wird. Marlowe hat außerdem neben einer Übersetzung von Ovids Elegien ein Drama über die "Königin Dido von Karthago" und ein zartes Liebesepos "Hero und Leander" verfaßt.>> (Quelle: Illustrierte Geschichte der Weltliteratur, Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft, 1991) *********************** CHRISTOPHER MARLOWE (1564 - 1593), ein wahrer Desperado der Renaissance, der als Homosexueller und Atheist bezichtigt wurde und im Alter von 29 in einem Wirtshaus beim Handgemenge erstochen wurde vermutlich beim Streit über die Bezahlung, doch es gibt auch die Theorie, Marlowe sei Regierungsspion gewesen und sein Tod habe damit zu tun gehabt. Seine drei bekanntesten Stücke . Tamerlan, Eduard II und Doctor Faustus - enthalten lange Passagen sprudelnder Rhtorik ebenso wie unverhofft aufblitzende, zutiefst poetische Stellen. So drückt Marlowe seinen Schönheitsbegriff mit den Worten seines Helden, des Skytischen Eroberers Tamerlan (Timur) aus:
(Quelle: Große Männer der Weltgeschichte, Neuer Kaiser Verlag, 1999)
Die "jungfräuliche Königin" regierte ihr Land mit beispiellosem Erfolg über 44 Jahre. Englands Aufstieg in dieser Zeit war wesentlich ihrer Politik zu verdanken, der klugen Weisheit ihrer Regierung. Als sie die Herrschaft antrat, schwankte das aufgestörte Land unentschieden zwischen zwei Religionen in einem Zustand der Lebensunsicherheit, der den Regierungen ihrer Vorgänger verhängnisvoll gewesen war. Ohne Krieg, mit kühl abwägender Berechnung, gab Elizabeth ihrem Land Ruhe und Stetigkeit der Religionsausübung in der Sonderform der Anglikanischen Kirche. Die Ungewißheit der Thronfolge vermochte sie, selber in der Legitimität zur Krone angreifbar und durch ihre Rivalin Maria Stuart bedrohlich gefährdet, so zu beseitigen, daß ihr Nachfolger nahezu einhellige Zustimmung fand. Das "melancholische" Temperament des Engländers erfuhr unter ihrer Regierung eine grundlegende Wandlung. Initiative, Selbstvertrauen, kühne Unternehmungslust, Nationalstolz erwachten und griffen in die Welt hinaus. 26 Jahre erhielt sie dem Lande den Frieden, und die darauffolgenden 18 Jahre des Krieges waren für ihr Volk nahezu dem Frieden gleich: Der Feind konnte England nicht erreichen, und der lange Seekrieg mit Spanien hatte inneren Aufschwung und äußere Entfaltung zur Folge. Die wachsam und überlegen, mit größter Selbstbeherrschung gelenkte Entwicklung der Dinge rechtfertigte Elizabeths Glauben an die Zeit. Was die Generation ihrer Jugend aufgewühlt hatte, war verstummt, neue Ideale waren aufgetaucht. Englands Größe — so urteilt die Geschichte — wurzelt in den 44 Jahren der Herrschaft Elizabeths. Als Charakter war die Königin anfechtbar, ein Mensch mit vielen Schwächen und Fehlern. Als Königin ihres Landes aber war sie eine eigenwillige, stark persönlich geprägte Gestalt von hoher Überlegenheit.>> (Quelle: Große Frauen der Weltgeschichte, Neuer Kaiser Verlag, 1999)
Alan Posener erwähnt in seiner Shakespeare Biografie ("William Shakespeare", erschienen bei Rowohlt) eine <<Anekdote, die der Jurastudent John Manningham 1602 in seinem Tageburch notierte. [...] der Schauspieler William Shakespeare [...] soll gelauscht haben, als eine Bürgerfrau ein Treffen mit dem Star der Truppe, Richard Burbage, verabredete, der in Shakespeares Richard III. die Titelrolle spielte. Shakespeare traf am verabredeten Ort frühzeitig ein und "war schon bei der Sache, bevor Burbage kam. Als man die nachricht brachte, Richard III. sei an der Tür, ließ Shakespeare ausrichten, Wilhelm der Eroberer käme vor Richard III.">> PHILIP HENSLOWE ( 1616) war ein englischer Theatermanager. Er arbeitete zunächst für den Gerichtsvollzieher des Viscount Montague, dessen Stadthaus in Southwark er verwaltete. Von seinem Verdients konnte er soviel Geld zurücklegen, daß er in der Lage war, später selbst Eigentum zu erwerben. Er wurde Besitzer mehrerer Gasthäuser und kaufte 1585 den Grund und Boden, auf dem 1591 das "Rose Theatre" entstehen sollte. Im Jahre 1600 baute er mit seinem Schwiegersohn Edward Alleyn das "Fortune Theatre". Alan Posener in seiner biografie "William Shakespeare": << Im Konkurrenzkampf zwischen der Shakespeare-Truppe und ihren wichtigsten Rivalen unter der Leitung des Theaterunternehmers Philip Henslowe spielte die Einstellung zu Frauen, Liebe und Ehe bald eine entscheidende Rolle: Henslowe inszenierte mit Vorliebe Stücke, in denen die bürgerlich-patriarchalische Einstellung betont wurde, derzufolge die Frau dem Manne untertan zu sein hat; Shakespeare und seine Truppe betonten die Macht der Liebe gegen die väterliche Autorität eine Haltung, die besonders unter den Londoner Studenten und Lehrlingen sowie - vermutlich - den Frauen beliebt war.>> EDWARD ALLEYN (auch Ned Allen genannt), wurde am 1.9.1566 in London geboren, er starb am 25.11.1626. Ned Allen war ein Schauspieler, der vor allem in Tragödien brillierte. Er spielte Hauptrollen in einigen von Marlowes Stücken. Seit 1586 war er Mitglied der "Earl of Worcester's Men" und ab 1592 Führer der Lord Admiral's (Earl of Nottingham's Men). Zusammen mit seinem Schwiegervater, Philip Henslowe, besaß und leitete er verschiedene Theater, wie das "Rose", das "Fortune" sowie das "Bear baiting house" in Paris-Garden (1594-1626). 1613 gründete er das Dulwich College. In zweiter Ehe heiratete er die Tochter des bekannten Dichters John Donne. WILLIAM KEMPE war Komödiant und einer der Mitbegründer der "Lord Chamberlain's Men" und des "Globe Theatre". Er wurde als einer der führenden Schauspieler in der ersten Gesamtausgabe von Shakespeares Stücken (1623) genannt. Die folgende Anekdote erwähnt Alan Posener in seiner Shakespeare Biografie ("William Shakespeare", erschienen bei Rowohlt): << In einem anderen Stück lassen die Studenten den komiker der Shakespeare-Truppe William Kempe sagen: " Von den Universitätsleuten können nur wenige gute Stücke schreiben, die riechen zu sehr nach diesem Schriftsteller <Ovid> und diesem Schriftsteller <Metamorphosen> und reden zu viel von <Proserpina und Jupiter>. Also, unser Mann hier, der Shakespeare, steckt sie alle in den Sack.">> JOHN WEBSTER (* in London um 1580, das. um 1630) war ein englischer Dramatiker, dessen Stücke sich vor allem durch Grauen und Gewalt aufgrund von Machtgier, Liebe, Wahnsinn und Tod auszeichneten. |
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