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Leutnant Robert Lawrence war ein
21jähriger Offizier der Schottischen Garde mit fünf
Jahren Armee-Erfahrung, als er im April 1982 in den Falklandkrieg geschickt wurde. Wenige Tage vor
seinem 22. Geburtstag und nur 1 1\2 Stunden vor der
argentinischen Kapitulation wurde er während der
Erstürmung des Mount Tumbledown von einem argentinischen
Scharfschützen in den Hinterkopf geschossen.
Der Film erzählt in Rückblenden die Geschichte dieses
jungen Mannes, von seinen letzten Tagen als
"Parade-Soldat" in der Heimat bis zum langen
Weg seiner bemerkenswerten Genesung nach seiner fatalen
Verletzung.
Technisches:
O-Titel: TUMBLEDOWN
dt.
Titel: Der
Dank des Vaterlandes
GB
1988 115 Min. Drama
dt.
Erstaufführung: 1.11.1989 ARD
Darsteller: Colin Firth
(Robert Lawrence) Paul Rhys (Hugh MacKessac ) David
Calder (John Lawrence) Barbara Leigh-Hunt (Mrs.
Lawrence) Emma Harbour (Sophie Martin-Wells )
Regie: Richard Eyre
Drehbuch:
Charles
Wood
Kamera:
Andrew
Dunn
Musik: Richard Hartley
Kostüme:
Serena Hill
Drehorte:
Produktion: Richard Broke
Produktionsfirma: BBC
Auszeichnungen:
'Tumbledown'
erhielt den 'Prix d'Italia' als bestes
Drama mit speziellen TV Qualitäten. Auch die Royal
Television Society, die Broadcasting
Press Guild und die BAFTA
zeichneten ihn als bestes Drama des Jahres aus.
Colin
Firth bekam für die Rolle des Robert Lawrence
den Royal Television Society Award als
bester Schauspieler und eine BAFTA
Nominierung.
Gut zu wissen:
- Colin Firth über
Tumbledown, seine Rolle und sein Verhältnis zu
Robert Lawrence (*dt.):
The Guardian 19 May 1988
"I discovered that I
liked playing war more than I
thought. I felt an extraordinary excitement
where I was behaving very violently
and brutally. I don't want to say this too
slightly; I found it very
disagreeable. It's not that
simplistic. These things aren't that bloody
easy. The fact is there isn't
an easy answer, but most people won't admit to
it."
"It was an
emotional experience of seeing ghosts. But
these ghosts were all psychologically and
emotionally visible.
"It was that
whole business of discovering things about
yourself on that mountain, as to what war's
all about...
"Throughout, I
was ready for it to end. I want to become
normal again, I'd say. All this isn't
my experience, not my character, it's not
me! But towards the end there was the fear
of losing it, and in the last few days I
didn't want to let go. And this is only a
shadow of what real soldiers will go
through." mehr...
Robert
Lawrence in seinem Buch 'When the fighting is
over': (*dt.) "People
have been told how bloody the First World War
was, and how bloody Vietnam was, but they had not
been told how bloody the Falklands War was. And I
have a duty now, I believe, to inform my
generation not only about what fighting was like,
but about what can happen to you if you get
injured, in some sort of attempt to make them
think twice about getting involved in another
war." (aus: "When the Fighting is
over" s.u.)
The Guardian 19 May 1988
"The battle for Mount Tumbledown
was not fought by Robert Lawrence. It was
fought by the second battalion of the Scots
Guards, and a lot of people were hurt and
injured. Not only me."
mehr...
Charles Wood schreibt im
Vorwort zu seinem Drehbuch, das es zunächst ein
Artikel über Robert Lawrence in "The
Guardian" war, der sein Interesse an dem
Soldaten weckte. Er schrieb das Drehbuch
nachdem er sich zuerst die ganze Geschichte von
Robert Lawrence erzählen ließ mit der
vollen Unterstützung von Lawrence selbst und
seiner Familie.
" Wir saßen zusammen, und ich beobachtete
ihn, hörte ihm zu, verstand ihn, er wurde ein
Freund und ich fand seinen Mut, alles zu
erzählen, heroisch."
Er erwähnt außerdem, daß Robert Lawrence für
seinen Teil bei den Kampfhandlungen das 'Military
Cross' bekam, aber dennoch denkt, daß während
der Scharfschütze, der ihn anschoß seinen Job
getan hat, die Militärs und der Staatsdienst,
den ihren nicht taten, bei ihrer Hilfe ihm in ein
normales Leben zurückzuhelfen.
Wood sagt außerdem in einem Interview: "
Die Tatsache, daß Robert mit seinem
militärischen Background sich betrogen vorkommt,
ist sehr wichtig. Die Dinge liefen nicht so, wie
sie sollten für ihn und für eine Menge anderer
Leute. Wir kleiden das Ganze in politische
Begriffe, während das, was wir wirklich sagen,
ist : bitte geh da hin und töte - oder werde
getötet. Aber wir geben ihnen sicherlich nicht
die Dinge, die sie brauchen hinterher." (The
Guardian 19 May 1988)
Nachdem
die Produktion schon im Vorfeld für lebhafte
Diskussionen in der
Öffentlichkeit sorgte, verschob die BBC -
angeblich aus Budget Gründen - den
Ausstrahlungstermin. Charles Wood jedoch
vermutete, daß es eher daran lag, daß der
angestrebte Ausstrahlungstermin mit einer
möglicherweise in dieser Zeit angesetzte
Parlamentswahl kollidieren könne. Aus Furcht,
der Aufschub könne das ende der gesamten
Produktion bedeuten, ließ er deshalb sein
Drehbuch zu 'Tumbledown' bereits vorab 1987
veröffentlichen. Es erschien zur Zeit der viel
diskutierten Wahlen.
Man
hatte das Drehbuch im vorhinein dem
Verteidigungsministerium zukommen lassen - in der
stillen Hoffnung vielleicht nicht gerade auf
überschwengliche Zustimmung, so doch auf eine
mögliche Unterstützung. Das Ministerium lehnt
das Projekt ab und legte eine umfassende Revision
des Drehbuchs nahe. Auch die Schottische Garde,
die das Drehbuch vorab zu sehen bekam, stand dem
Projekt ablehnend gegenüber.
Noch
einen Tag vor der ersten Ausstrahlung am 31. Mai
1988, sah sich die BBC gezwungen, eine Szenen aus
dem Film herauszunehmen, in der sich ein Soldat
in seiner Haltung nicht korrekt wiedergegeben
sah.
Am Tag der Erstausstrahlung
wurde auch das Buch von Robert Lawrence und
seinem Vater veröffentlicht.
Die Sendung hatte eine geschätzte Zuschauerzahl
von 10.55 Mio., die 10. höchste Quote in jener
Woche und deutlich höher als die Norm bei
seriösen Dramen.
Am Tag
nach der Ausstrahlung hielt die Schottische Garde
eine Pressekonferenz ab, in der sie mehrere
schwerst verwundete Falklandveteranen anführte,
die ihre Geschichte erzählen sollten, um der
Öffentlichkeit zu zeigen, wie gut die Garde für
ihre verletzten Leute sorgte.
Es
hagelte Proteste nicht nur von Angehörigen der
Schottischen Garde, sondern auch von
Krankenhauspersonal Ärzten, Pflegern,
Physiotherapeuten und von anderen im Film
dargestellten Personen, die sich alle als
negativ, nicht der Realität entsprechend
dargestellt sahen. Andere Kriegsveteranen und
ihre Angehörigen sahen in ihm eine Beleidigung
all der schwer Verwundeten, die ihr Schicksal
brav und ohne sich zu beschweren als "Teil
ihres Jobs" hingenommen hatten.
Noch
Wochen nach der Ausstrahlung wurden die
Leserbriefseiten der 'Times' von der Diskussion
um Robert Lawrence Geschichte bestimmt.
Barbara Leigh-Hunt, die hier
die Mutter von Robert Lawrence spielt, hat auch
in Pride & Predjudice mit Colin
Firth gearbeitet, als Lady Catherine de Bourgh
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